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Drehgruppe auf R^2/Zwei Punkte/Invariantenring/Fakt/Beweis

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Beweis

Die Invarianz der angegebenen Polynome sowie ihre inhaltliche Bedeutung wurden schon in Beispiel bemerkt. Wir betrachten die Erweiterung

[U1,V1,U2,V2][U1,V1,U2,V2].

Die angegebene Operation der SO2() auf dem reellen Polynomring lässt sich direkt auf den komplexen Polynomring fortsetzen, da das Gruppenelement

σ=(cosαsinαsinαcosα)

durch UicosαUisinαVi etc. wirkt, und diese Ringhomomorphismen reell oder komplex aufgefasst werden können. Ein Polynom  F[U1,V1,U2,V2]  ist genau dann invariant, wenn es aufgefasst in [U1,V1,U2,V2] invariant ist. Wir führen neue komplexe Variablen ein, nämlich

W1=U1+iV1,Z1=U1iV1,W2=U2+iV2,Z2=U2iV2.

Es bestehen die Beziehung

W1Z1=(U1+iV1)(U1iV1)=U12+V12,
W2Z2=(U2+V2)(U2iV2)=U22+V22,
W1Z2=(U1+iV1)(U2iV2)=U1U2+V1V2i(U1V2U2V1)

und

W2Z1=(U2+iV2)(U1iV1)=U1U2+V1V2+i(U1V2U2V1).

Die beiden letzten Gleichungen zeigen, dass sich umgekehrt auch U1U2+V1V2 und U1V2U2V1 durch W1Z2 und W2Z1 ausdrücken lassen. Die beiden Systeme erzeugen also die gleiche -Unteralgebra von

[U1,V1,U2,V2][W1,Z1,W2,Z2].

Wir schreiben die Elemente der operierenden Gruppe als

σ=(cosαsinαsinαcosα)=cosα+isinα,

wobei wir die Drehgruppe mit den komplexen Zahlen vom Betrag 1 (zusammen mit der komplexen Multiplikation) identifizieren. Die Operation wird dann zu ( bezeichne die aus dem Reellen fortgesetzte Operation und die komplexe Multiplikation)

W1σ=(U1+iV1)σ=(cosα)U1(sinα)V1+i((sinα)U1+(cosα)V1)=(U1+iV1)(cosα+isinα)=W1σ

(ebenso für W2) und

Z1σ=(U1iV1)σ=(cosα)U1(sinα)V1i((sinα)U1+(cosα)V1)=(U1iV1)(cosαisinα)=Z1σ1

(ebenso für Z2). Wir betrachten auf [W1,Z1,W2,Z2] die -Graduierung, bei der W1,W2 den Grad 1 und Z1,Z2 den Grad 1 bekommen. Die Operation der Gruppe ist homogen bezüglich dieser Graduierung. Daher ist der Invariantenring ein graduierter Unterring. Auf der d-ten Stufe des Ringes ist die Operation für  tS1×  durch HtdH gegeben. Für  d=0  ist dies die Identität, sodass die 0-te Stufe invariant ist. Für  d0  gibt es  tS1  mit  td1,  sodass es außer 0 keine weiteren invarianten Polynome in der d-ten Stufe gibt. Der Invariantenring ist also die 0-te Stufe. Diese besteht aus Linearkombinationen von Monomen der 0-ten Stufe, und ein Monom vom nullten Grad muss ein Produkt der Elemente WiZj sein. Der Invariantenring ist also

[W1,Z1,W2,Z2]SO2()=[W1Z1,W1Z2,W2Z1,W2Z2]=[U12+V12,U22+V22,U1U2+V1V2,U1V2U2V1].

Wir kehren zur reellen Situation zurück. Es sei  F[U1,V1,U2,V2]  ein invariantes Polynom. Dann gibt es ein komplexes Polynom P in vier Variablen mit

F=P(U12+V12,U22+V22,U1U2+V1V2,U1V2U2V1).

Mit Hilfe der komplexen Konjugation sieht man, dass es auch ein reelles Polynom mit dieser Eigenschaft geben muss. Daher gilt für den reellen Invariantenring

[U1,V1,U2,V2]SO2()=[U12+V12,U22+V22,U1U2+V1V2,U1V2U2V1].

Für den Zusatz siehe Aufgabe.