Zum Inhalt springen

Endliche Menge/Gleiche Anzahl/Injektiv ist surjektiv/Fakt/Beweis

Aus Wikiversity
Beweis

Wir führen Induktion über die Anzahl n der beiden Mengen M und N. Bei  n=0  gibt es nur die leere Abbildung (von der leeren Menge in die leere Menge), und diese erfüllt alle drei Eigenschaften. Es sei nun  n1  und die Aussage für alle endlichen Mengen M mit einer Anzahl <n bewiesen. Es muss lediglich die Äquivalenz von injektiv und surjektiv gezeigt werden. Es sei zunächst F injektiv. Wir wählen ein Element  xM  und setzen  y=F(x).  Wir setzen

M=M{x} und N=N{y}.

Beide Mengen haben nach Fakt n1 Elemente, und somit kann man darauf die Induktionsvoraussetzung anwenden. Es sei

F:MN,xF(x).

Diese Abbildung ist wohldefiniert, da wegen der Injektivität nur das Element x auf y abgebildet wird, alle anderen Elemente aus M werden auf andere Elemente abgebildet, d.h. sie landen in N. Die Injektivität von F überträgt sich auf F. Nach der Induktionsvoraussetzung ist also F auch surjektiv. Damit ist aber insgesamt F surjektiv, da einerseits y im Bild liegt (mit x als Urbild) und da andererseits jedes Element  zy  zu N gehört und damit ein Urbild in M besitzt.

Es sei nun F surjektiv. Sei  xM  beliebig und  y=F(x).  Wir betrachten die Einschränkung

F:M=M{x}N.

Diese Abbildung kann nicht surjektiv sein. Andernfalls würde sich nämlich der Widerspruch

n=#(M)>#(M{x})#(F(M{x}))=#(N)=n

ergeben. Daher muss y im Bild von F fehlen, und das heißt, dass eine surjektive Abbildung

M{x}N{y}

vorliegt. Beide Mengen besitzen n1 Elemente, sodass nach der Induktionsvoraussetzung hier eine Bijektion vorliegt. Damit ist auch die ursprüngliche Abbildung eine Bijektion.