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Euklidischer Bereich/Euklidischer Algorithmus/Textabschnitt

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Es seien Elemente a,b (mit b0) eines euklidischen Bereichs R mit euklidischer Funktion δ gegeben. Dann nennt man die durch die Anfangsbedingungen  r0=a  und  r1=b  und die mittels der Division mit Rest

ri=qiri+1+ri+2

rekursiv bestimmte Folge ri die Folge der euklidischen Reste.

Da die Division mit Rest in einem euklidischen Bereich nicht eindeutig sein muss, ist diese Folge im Allgemeinen nicht eindeutig bestimmt. Dies ist für den folgenden Algorithmus aber unerheblich (abgesehen davon, dass die eine oder andere Wahl der Reste den Algorithmus beschleunigen kann). Für  R=  und  R=K[X]  ist die Restfolge eindeutig bestimmt.



Satz  

Es seien Elemente r0=a,r1=b0 eines euklidischen Bereiches R mit euklidischer Funktion δ gegeben. Dann besitzt die Folge ri,  i=0,1,2,,  der euklidischen Reste folgende Eigenschaften.

  1. Es ist ri+2=0 oder δ(ri+2)<δ(ri+1).
  2. Es gibt ein (minimales)  k2  mit  rk=0
  3. Es ist
    ggT(ri+1,ri)=ggT(ri,ri1).
  4. Es sei  k2  der erste Index derart, dass  rk=0  ist. Dann ist
    ggT(a,b)=rk1.

Beweis  

  1. Dies folgt unmittelbar aus der Definition der Division mit Rest.
  2. Solange  ri0  ist, wird die Folge der natürlichen Zahlen δ(ri) immer kleiner, sodass irgendwann der Fall  ri=0  eintreten muss.
  3. Wenn t ein gemeinsamer Teiler von ri+1 und von ri+2 ist, so zeigt die Beziehung
    ri=qiri+1+ri+2,

    dass t auch ein Teiler von ri und damit ein gemeinsamer Teiler von ri+1 und von ri ist. Die Umkehrung folgt genauso.

  4. Dies folgt aus (3) mit der Gleichungskette
    ggT(a,b)=ggT(b,r2)=ggT(r2,r3)==ggT(rk2,rk1)=ggT(rk1,rk)=ggT(rk1,0)=rk1.


Mit dem euklidischen Algorithmus berechnet man also einen größten gemeinsamen Teiler. Indem man die im Algorithmus auftretenden Gleichungen von hinten nach vorne verwendet, erhält man auch eine Darstellung eines größten gemeinsamen Teilers als Linearkombination von a und b.