Zum Inhalt springen

Ganzwertige Polynome/Q/Einführung/Textabschnitt

Aus Wikiversity


Ein Polynom  P[X]  heißt ganzwertig, wenn  P(n)  für alle  n  gilt.

Funktionen aus der kommutativen Algebra und der algebraischen Geometrie, die die Dimension oder die Länge einer Reihe von algebraischen Objekten zählen, haben häufig für negative Argumente den Wert 0, verhalten sich dann auf einem gewissen Bereich „chaotisch“ und verhalten sich für „große Argumente“ (ab einem bestimmten n0) polynomial. Dies wird durch die folgende Definition ausgedrückt.


Eine Funktion f: heißt von polynomialen Typ, wenn es ein Polynom  P[X]  und ein  n0  mit  f(n)=P(n)  für alle  nn0  gibt.

Wenn dabei P den Grad d besitzt, so sagt man auch, dass f vom polynomialen Typ vom Grad d ist. Polynomialer Typ vom Grad 0 bedeutet letztlich konstant, polynomialer Typ vom Grad 1 bedeutet letztlich linear.


Zu einer Funktion f: nennt man die durch

(Δf)(n):=f(n+1)f(n)

definierte Funktion die zugehörige Differenzfunktion.

Die Abbildung Δ, die einer Funktion ihre Differenzfunktion zuordnet, heißt Differenzoperator. In gewisser Hinsicht ist der Differenzoperator analog zum Ableitungsoperator. Ein Polynom ist dadurch gekennzeichent, dass eine höhere Ableitung davon die Nullfunktion wird. Ein entsprechender Zusammenhang gilt auch für Funktionen vom polynomialen Typ.


Lemma  

Sei f: eine Funktion. Dann sind die folgenden Aussagen äquivalent:

  1. f ist von polynomialen Typ.
  2. Die Differenzfunktion Δf ist von polynomialen Typ.
  3. Es gibt eine Iteration Δn des Differenzoperators derart, dass Δnf letztlich konstant ist.

Beweis  



Lemma  

Es sei  P[X]  ein Polynom vom Grad d. Dann sind die folgenden Aussagen äquivalent:

  1. Es ist  P(n)  für alle  n
  2. Es ist
    P=i=0dci(X+ii)

    mit  ci

Beweis  



Korollar  

Es sei  P[X]  ein ganzwertiges Polynom vom Grad d mit dem Leitkoeffizienten αd.

Dann ist d!αd ganzzahlig.

Beweis  

Dies folgt unmittelbar aus Fakt.