Kolloquium Volkswirtschaftslehre

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Willkommen im Kolloquium „Volkswirtschaftslehre“!

Dies ist der Platz für Fragen und Diskussionen rund um das Themengebiet „Volkswirtschaftslehre“.

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Input Ouput Tabellen aus Herstellungs- und Verwendungstabellen erstellen[Bearbeiten]

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie man aus Herstellungs- und Verwendungstabellen (in purchaser's prices) symmetrische Input Output Tabellen (in producer's prices) erzeugt. Vollständigkeit der Daten bedeutet neben den angesprochenen Grund-Tabellen, dass Matrizen für die Handels- und Transport-Spannen zur Verfügung stehen. Nun sollen diese Tabellen unter Annahme der Produkttechnologie in symmetrische Input Output Tabellen (commodity-commodity) überführt werden. Führt man die entsprechende Matrizenmultiplikation durch, kommen im Ergebnis einige negative Zahlen raus. Wie lässt sich das beheben ohne zu arg ins Spekulative abzudriften? Blacky13 05:44, 9. Dez. 2006 (CET)

BEP[Bearbeiten]

…Break-Even Point(mengenmäßig)= Summe Fixkosten/Deckungsbeitrag je Stück
Break-Even Point(wertmäßig) = Summe Fixkosten/Deckungsquote je Stück (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 91.40.159.119 (DiskussionBeiträge) 23:31, 19. Jan. 2008)

Planwirtschaft[Bearbeiten]

Weiß nicht, ob das hierher gehört, aber ich würde gerne mal über Planwirtschaft diskutieren...

Von den meisten Leuten mit negativen Assoziationen verbunden und als nicht funktionierend abgetan, was aus einer geschichtlichen Sicht ja auch seine Gründe hat. Aber wäre es mit modernen Mitteln (Computer, Kommunikation) nicht doch möglich eine sinnvolle Planwirtschaft aufzubauen? Gewisse Dinge könnten gesamthaft gesehen viel effizienter funktionieren. Auch in Anbetracht der Umwelt. Anstatt ein durchmischtes Netz von Sachtransporten, würde jede Firma die ihr geografisch am nächsten gelegene Zulieferfirma wählen. Anstatt, dass fünf Paketlieferanten vor's Haus fahren und ein Paket abliefern, würde dies bloß einer tun und fünf Pakete abliefern. Und wenn es für jeden Zweck nur eine Firma gäbe, könnten gesamthaft enorme Synergien gespart werden. Denn dieselbe Unternehmensführung wäre für den gesamten Markt zuständig. Ich sehe auch, dass es eine massive Einschränkung der individuellen Freiheit wäre und es mehrere Aspekte gibt, die sich nicht vorherberechnen lassen, was mitunter zu Über-/Unterkapazitäten führt und auch frühere Planwirtschaften hat scheitern lassen. Allerdings wird in der freien Marktwirtschaft dafür einfach massiv überproduziert, und ein großer Teil von Waren wieder vernichtet, ökologisch gesehen völlig gestört. Das war so eine kurze Zusammenfassung meines Gedankens. Mich interessiert, was andere Leute dazu denken/wissen. Es gibt vermutlich noch viele, viele weiter Aspekte, an die ich nicht im Entferntesten gedacht habe. Hoffe auf viele Antworten.--85.5.149.136 19:03, 24. Jan. 2008 (CET)

Bin hier das erste Mal auf der Seite von wikiversity und weiß nicht wie man an der Diskussion der vorstehenden Themen einsteigen kann. Deshalb probiere ich es so.
@ -85.5.149.136
Die Theorie der Planwirtschaft ist gut. Im Idealfall gibt es optimale Ressourcenausnutzung, keine Überproduktionen und die Umwelt kann geschont werden. Leider sieht die Praxis nicht so gut aus, vorrangig weil der Faktor "Mensch" seine Finger im Spiel hat. Nur wenn der Mensch gefordert ist, wird er sich (oder etwas) weiterentwickeln. Mal 2 einfache Beispiele aus der Menschheitsgeschichte: 1) Der aufrechte Gang der Vorfahren der Menschen resultierte aus der Notwendigkeit, seine Fressfeinde frühzeitig zu erkennen. 2) Die Erfindung und der Gebrauch von Jagdwerkzeugen diente der verbesserten Nahrungsbeschaffung.
Der Mensch steht ständig im Wettbewerb mit seiner Umwelt, wozu auch die Mitmenschen gehören. Nun mag das Bedürfnis, besser zu sein als seine Umwelt, nicht mehr so essentiell sein, doch ist es immer noch Triebfeder: Wer bessere Noten in der Schule hat, bekommt eher eine Arbeit, wer am schnellsten läuft wird Olympiasieger. Und wer ein Auto baut, das 2 Liter weniger Sprit verbraucht als die Konkurrenz verkauft mehr Autos.
Wenn ich im Rahmen einer Planwirtschaft nur noch einen Anbieter habe, fehlt der Wettbewerbsgedanke ein neues Produkt zu entwickeln, das besser ist als das alte. Das heißt es würde immer mehr zu einem Stillstand in der Entwicklung geben. Wäre die Planwirtschaft weltweit vor 30 Jahren eingeführt worden, hätten wir immer noch Autos, die 12 Liter auf 100 km brauchen und die Nutzung der sog. "erneuerbaren Energien" wäre nie eingeführt worden.
Über eine Wertung (ob gut oder schlecht), dass die Planwirtschaft nicht funktioniert, bin ich mir nicht sicher. Nur durch den Fortschritt haben wir uns Probleme wie Klimawandel oder Raubbau an Bodenschätzen eingehandelt. Andererseits bin ich mir sicher, dass wir diese Probleme mit der Zeit auch lösen werden (eben durch Fortschritt).
Hätten wir mit der Planwirtschaft bei den alten Ägyptern angefangen, wäre es bestimmt eine Zeit lang gut gegangen. Alle hätten zu Essen gehabt, die Bevölkerung wäre gewachsen. Aber: je mehr Menschen desto mehr Nahrung wird benötigt. Der Nil hätte noch mehr Felder bewässern müssen, wäre aber irgendwann an seine Grenzen gestoßen. Irgendwann hätte es zu Hungersnöten geführt.
Ideal wäre daher Planwirtschaft und gleichzeitiger Technologischer Fortschritt. Das erscheint mir aber zur Zeit nicht sehr realistisch. (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 85.179.228.124 (DiskussionBeiträge) 09:01, 13. Feb. 2008)
Die Idee mit der Planwirtschaft und den modernen Mittel hatte ich auch schon. Fakt ist aber, dass irgend jemand die Pläne machen muss, das heißt den Bedarf der Leute ermitteln. Für eine absolut effiziente Planwirtschaft heißt das aber, dass von jedem Konsumenten täglich der exakte Bedarf jeden Gutes abgefragt werden muss - selbst mit moderner Rechentechnik ein wenig aufwendig. Zudem ist es in der Marktwirtschaft regelmäßig so, dass Produzenten mit verschiednenen Produkten um die Gunst der Konsumenten buhlen - das führt, wie mein Vorredner schreibt, zu einem technischen Fortschritt durch Wettbewerb, aber auch zu einer gewissen Produktvielfalt - wie wir sie aus einer Planwirtschaft (siehe z.B. DDR) nicht erwarten können. Wieso mehrere Automodelle, wieso selbige verbesssern, wo es doch der Trabi auch tut...
Aus einer Sicht, die rein am Resourcenverbrauch orientiert ist, mag es dabei sogar einen Vorteil für die Planwirtschaft geben. Es könnte, um mal ins ketzerische abzudriften z.B. enorm viel Stoff, Energie und Umweltbelastung eingespart werden, wenn wir alle nur blaue Schlosseranzüge trügen und auf den ganzen Industriezweig Mode verzichteten. Wobei die Mode in jeder Hinsicht ein gutes Beispiel ist - woher soll eine Planungsabteiliung wissen, welche Schuhe die Konsumentinnen diesen Sommer gerne tragen würden, ohne dies mit gewaltigem Marktforschungsaufwand zu ermitteln. Die Verbraucher dürften des Befragungswahns bald überdrüssig sein. Kurzum - der Bedarf von n Personen * m Gütern in * o Ausprägungen pro Zeitspanne ist einfach nicht exakt genug planbar.
Übrigens ist die Marktwirtschaft so ineffizient nicht: Da aller Produzenten längerfristig dazu gezwungen sind, mit Gewinn zu arbeiten, um zu überleben, sind Überproduktione, die sich nicht absetzen lassen, ein teurer Spaß, den man zu vermeiden sucht. Bei näherem Hinschauen sieht man oft, dass Überkapazitäten oft genau dort entstehen, wo durch verschiedenen Gründe der Markt nicht richtig funktioniert - z.B. in der Europäischen Landwirtschaft durch die Subventionen oder auf dem ostdeutschen Wohnungsmarkt durch Steuervergünstigungen in den 90er Jahren. (Was nicht bedeuten soll, dass Märkte immer reibungslos von alleine funktionieren..)
@ den mit dem Ägyptenbeispiel - im ptolemäischen Ägypten gab es sogar einige Zeit eine Art Planwirtschaft. Sie war jedoch mit der dementsprechenden Unfreiheit verbunden. (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 84.185.90.99 (DiskussionBeiträge) 09:26, 12. Apr. 2008)

Die Argumente, die bis jetzt kamen, sind gut. Logistisch kann man sicher Effiziensgewinne schaffen. Aber wie bereits der Vorredner sagte: Es ist unmöglich jeden Tag (ich behaupte weiter, jede Sekunde, da es auch so etwas wie Spontankäufe gibt) den Bedarf zu ermittlen und somit ist es wahrscheinlicher, dass der Konsument etwas nicht kaufen kann. Die Nachteile sind natürlich klar: weggeworfene Nahrung wegen zuwenig Nachfrage, einige Ineffizienzen in puncto Logistik, viele Schwankungen bei Preisen usw. Würde jeder Haushalt seinen Konsum eine bestimmte Periode genau planen, funktioniert Planwirtschaft wahrscheinlich ganz gut. Aber wie realistisch ist es?

hi! auch wenn die diskussion hier schon etwas her ist, wollt ich fragen, ob ev. interesse an einem kurs zum thema besteht. muss ja nicht im real life statt finden. anlass gibt's jedenfalls mit der aktuellen krise und dem erneuten interesse für linke ideen genug. --redtux 14:46, 5. Apr. 2009 (CEST)