Kurs:Mittelhochdeutsch/Kaiserchronik

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Eine Übersicht aller verfügbaren Übersetzungen findet sich unter: Kurs:Mittelhochdeutsch/Übersetzungen.

Kaiserchronik[Bearbeiten]

Seiten- und Versangaben beziehen sich auf die Ausgabe von Schröder von 1892.

(S. 79, Verse 1 bis 36) In der Liebe des allmächtigen Gottes möchte ich diese Chronik beginnen. Das sollt ihr gezogenlich aufnehmen: Ja es soll euch viel gut geziemen zu hören von all der Tüchtigkeit. Den dummen erscheint es Arbeit, sollen sie niemals etwas lernen oder ihre Weisheit mehren. Die sind unnütz und pflegen nicht guter Weisheit, dass sie ungern sagen hören, dass sie Weisheit und Ehre haben möchten; und wäre es auch ihrem Seelenheil nützlich.

Ein Buch ist zu deuten gedichtet, dass uns vom Römischen Reich wohl berichtet. Es wird Crônicâ genannt. Es erzählt uns da von den Päpsten und von den Königen, sowohl guten als auch schlechten, die vor uns waren und das Römische Reich regierten bis an den heutigen Tag. So gut ich es kann, so möchte ich es euch erzählen. Es vernehme, wer auch immer es möchte.

Nun ist leider in diesen Zeiten eine Gewohnheit weit verbreitet: Manche erdenken in Lüge und fügen zusammen mit gedichteten Wörtern.[1] Nun fürchte ich sehr stark, dass die ihre Seele damit verspielen: Es ist ohne Gottes Liebe getan. So lehrt man die Kinder die Lüge: Die nach uns künftig sein werden, (S. 80, Verse 37 bis 79) ...

(S. 344, Verse 14505 bis 14558) aller seiner Gnaden. Da entstand der allergrößte Jammer, den ihr je gehört habt, da konnte sich des Weinens niemand zurückhalten.

Der Kaiser hob ihn selbst hoch und trug ihn über den Hof in seine heimliche Kammer. Da saßen sie beisammen. Den Leuten befahl er hinauszugehen. Er sprach: „Bruder, was ist es euch wiederfahren? Eure Klage will ich gerne hören. Danach will ich mein Gericht halten.“

Darauf antwortete dem König Papst Leo: „Bruder, da du von Rom aufbrachst, danach eilten viele Römer sehr schnell deshalb hier hinein, (... unklar ...): In dem Münster fingen sie mich und begingen an mir großen Frevel. Dafür suchte ich hin zum Himmel um Wiedergutmachung. Bruder, wir solln es geduldig tragen, du sollst ihnen deshalb keinen Schaden zufügen.“

Da sprach der König: „Das wäre nicht zur Ehre Gottes, dass man die Mörder verschont: Hai, wie sehr schadete es der Christenheit! Ich befehle Richter und Vögte: Durch dass (... unklar ...), dass ich Richter dem Volk sei. Verhaltet euch so, wie es euch Gott befiehlt! Mit dem Schwert soll ich die Christenheit beschirmen. Sie euch dafür sehr büßen müssen: Ich räche eure Augen, oder ich will mich vom Schwert trennen.“

Da sandte er seine Boten zu König Pippin, er hieß ihn seine Not klagen und hieß ihn den Fürsten von Kerlingen dazu sagen, ob sie Gott minnen wollten, so sollten sie schnell herbei eilen. Damals lebte kein Mann, sie alle sprächen mit einem Mund: „Wehe der Zeit und der Stunde, dass Rom erhoben wurden!“ Sehr groß war ihr Jammer und ihre Klage.

Die Boten eilten geflissentlich von Reich zu Reich und von Herren zu Dienstmannen; sehr willig waren sie ihm alle. Bauersleute und Kaufleute, die konnte niemand aufhalten, (...) (S. 345, Verse 14559 bis ...)

Siehe auch[Bearbeiten]

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Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vers 31: scophelîchen ist nicht bei Hennig zu finden. Übersetzungsversuch ist unterstrichen.
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