Kurs:Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation (Sommeruniversität 2016)

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Welterbe, Kulturgüterschutz und Kommunikation
The Catholic encyclopedia; an international work of reference on the constitution, doctrine, discipline, and history of the Catholic Church (1907) (14783001693).jpg
Ziele

Über die von der SPL vorgegebenen Inhalte und Ziele hinaus ist folgendes besonders relevant:

  • Lückenlose Anwesenheit
  • Aktive Mitarbeit
  • Teamwork
  • Dokumentation/Tagebuch
  • Beitrag in Wikiversity
Zielpublikum

Studierende der Kommunikationswissenschaft bzw. aus Nachbardisziplinen der Universitäten Wien und Salzburg

Methode

Die Lehrveranstaltung wird in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich sowie erfahrenen Wikipedianern durchgeführt.

Gerüchteküche

Café Sommeruni 2016

Eckdaten zur Lehrveranstaltung

Lehrveranstaltungsleiter: Prof. Dr. Friedrich Schipper, Universität Wien und Pan-Europäische Universität Bratislava, Prof. Dr. Kurt Luger, Universität Salzburg

Für Wikipedia/Wikiversity: Heinz Egger, Karl Gruber, Beppo Stuhl

Anzahl der Studierenden: 17

Anzahl Wikipedia-Tutoren: 3

Lehrveranstaltungskennzahl: 220039 (Universität Wien)[1]

Umfang: 4 ECTS credits

Zeit und Ort: siehe Programm

Termin Sommerakademie: 7. - 14. August 2016

Letzter Termin: 1. Dezember 2016

Inhalte:

Das Konzept des kulturellen Erbes – ob Welterbe, Kulturgüterschutz oder lebendige immaterielle Formen des Kulturellen – bildet ein der europäischen Moderne inhärentes Phänomen. Kulturerbe entsteht aber nicht von selbst, sondern wird gemacht – kulturellen Artefakten, Formen und Praktiken wird ein Stempel aufgedrückt, der zu einer Steigerung von symbolischem Kapital führt. In diesen Prozess sind sämtliche Formen von Kommunikation eingebunden. Materielle wie immaterielle Kultur werden mit einem Prädikat Heritage ausgezeichnet, damit in ein neues, höherwertiges Referenzsystem gestellt und mit neuen Deutungen versehen. Kulturelles Erbe als Wert verweist damit auf Vergangenheit und Zukunft, spiegelt die allgegenwärtige Besessenheit von Geschichte und ist typisch für die spätmoderne Kulturproduktion.

Die Entdeckung von Differenzen zu früheren Kulturformen und Traditionen bilden den Motor für die Konzeptualisierung des kulturellen Erbes in der Moderne. In der Abgrenzung vom vermeintlich Anderen, sowohl räumlich, zeitlich als auch sozial, stellt es eine geeignete Projektionsfläche bei der Erfindung der eigenen Kultur dar, ist relevant für die Herausbildung kultureller wie nationaler Identität. Heuer steht Salzburg im Zeichen der „Verösterreicherung“, feiert 200 Jahre Zugehörigkeit zu Österreich.

1816 wurde Salzburg nach dem Wiener Kongress dem Hause Habsburg zugeschlagen. Die einst so prosperierende Fürstenstadt wurde damit zur Provinz, auf ein halbes Jahrhundert zur unbedeutenden Kreisstadt, die von Linz aus verwaltet wurde. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand Salzburg zu einer eigenständigen Entwicklung zurück, bildete sich eine bürgerliche Öffentlichkeit. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnbahnnetz nahm auch die wirtschaftliche Entwicklung ihren Aufschwung. Der Salzburg-Mythos der „schönen Stadt“ kurbelte den Tourismus an. Salzburg wurde zur Mozartstadt, mit der Gründung der Festspiele gewann sie das Image einer kulturellen Metropole und seinen besonderen Charakter, der sie bis heute zu einer Destination des globalen Kulturtourismus machte. 1996 wurden die Historische Altstadt von Salzburg und das Schloss Schönbrunn als erste österreichische Stätten in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Dass Kulturerbe nicht nur durch den Zahn der Zeit, sondern auch im Krieg bedroht ist, war immer evident; dass es daher auch besonders geschützt werden soll, ist eine relativ junge Idee. Der erste Herrscher, der dem Militär den Auftrag gegeben hatte, Kulturgut im Krieg zu respektieren, war die österreichische Kaiserin Maria Theresia. Zu einem entsprechenden ersten internationalen Abkommen kam es erst 1954 mit der Verabschiedung der Haager Konvention, die auch als Schutzzeichen das „Blaue Schild“ einführte. Und erst seit 20 Jahren wacht die UNESCO-affiliierte Organisation Blue Shield über die Einhaltung der Standards der Konvention. Mittlerweile ist dieser Kulturgüterschutz und seine militärische Ausprägung mit anderen Kulturerbeideen verschränkt.

Methoden:

Die Studierenden im historischen Affenhaus, Tiergarten Schönbrunn

Die Lehrveranstaltung wird in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich sowie Wikipedianern durchgeführt. Unter Anleitung der LV-Leiter und von Wikimedia-Tutoren werden in Kleinteams oder als Einzelarbeit die Grundlagen für Wikiversityeinträge (Essays) zum Thema recherchiert und verfasst.

Aufgabenstellung für die Studierenden

  • Erstellung von individuellen Tagesprotokollen
  • Abschlussarbeit: Einzelarbeit oder in Zweiergruppen erfolgte Bearbeitungen eines Themas in Form eines Beitrags für Wikiversity
  • Die Sommerakademie, eine Übung mit Vorlesung bringt 4ECTS und wird unter „freie Wahlfächer“ angerechnet.

Blue-Shield-Sommeruniversität

Die Lehrveranstaltung hat den Status einer Blue-Shield-Sommeruniversität anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der UNESCO-affiliierten Kulturgüterschutzorganisation Blue Shield.

Sponsoring

Die Lehrveranstaltung wird von der Fa. SANLAS mit einem Geldbetrag gefördert, der die Durchführung der Lehrveranstaltung und insbesondere die Stipendien für die teilnehmenden Studierenden ermöglicht. Diese Förderung wird anlässlich des Jubiläums von Blue Shield ausgeschüttet.

Einzelnachweise

  1. UE UE-HIST - Übung zum Praxisfeld Historische Kommunikationsforschung (2016S) im Online-Vorlesungsverzeichnis der Universität Wien