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Produktmenge/Endlich/Produkt-Prämaß/Wohldefiniertheit/Eigenschaften/Fakt/Beweis

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Beweis

(1). Wir beschränken uns im Beweis auf zwei Mengen (M,𝒫,π) und (N,,ρ), die allgemeine Aussage folgt daraus durch Induktion. Seien

V=iIQi=jJLj

zwei Darstellungen einer Menge  VM×N  als endliche disjunkte Vereinigung von Quadern. Wir müssen  iIμ(Qi)=jJμ(Lj)  zeigen. Für jeden Quader Qi ist insbesondere  QijJLj.  Damit ist auch

Qi=Qi(jJLj)=jJ(QiLj).

Nach Fakt sind die Durchschnitte rechts selbst Quader. Damit erhalten wir eine dritte Darstellung von V, die beide Darstellungen verfeinert. Daher können wir gleich annehmen, dass jedes Lj Teilmenge eines Qi ist. Dann ist insbesondere  Qi=jJiLj  mit einer gewissen Teilmenge  JiJ,  wobei die Ji für verschiedene i disjunkt sind. Es genügt also, für einen Quader

Q=A×B=jJLj

die Gleichheit

μ(Q)=jJμ(Lj)

zu zeigen. Da J endlich ist, sind überhaupt nur endlich viele Seiten Sj aus 𝒫 und Tj aus an diesen überdeckenden Quadern beteiligt. Aus diesen Seiten kann man ein Mengensystem 𝒮 bilden, das aus allen möglichen feinsten Durchschnitten der Sj und ihrer Komplemente ASj besteht, und ein Mengensystem 𝒯 bilden, das aus allen möglichen feinsten Durchschnitten der Tj und ihrer Komplemente BTj besteht. Diese Mengen sind disjunkt und seien mit Sλ, λΛ, und Tγ, γΓ, bezeichnet (das bedeutet, dass wir ein „Raster“ einführen). Damit kann man jeden Quader Lj als eine endliche disjunkte Vereinigung aus Quadern der Form Sλ×Tγ schreiben, und zwar als

Lj=(λΛjSλ)×(γΓjTγ)=(λ,γ)Λj×ΓjSλ×Tγ,

und jeder dieser Quader kommt in genau einem Lj vor. Insgesamt ergibt sich

μ(Q)=π(A)ρ(B)=π(λΛSλ)ρ(γΓTγ)=(λΛπ(Sλ))(γΓρ(Tγ))=(λ,γ)Λ×Γπ(Sλ)ρ(Tγ)=jJ((λ,γ)Λj×Γjπ(Sλ)ρ(Tγ))=jJ(λΛjπ(Sλ))(γΓjρ(Tγ))=jJμ(Lj).

(2). Es sei  V=nVn  eine abzählbare disjunkte Vereinigung, wobei V und die Vn endliche disjunkte Vereinigungen von Quadern sind. Wir müssen  μ(V)=nμ(Vn)  zeigen. Dies kann man direkt auf den Fall zurückführen, wo V=Q und Vn=Qn Quader sind. Zu einer Teilmenge

TM×N

und zu  xM  betrachten wir

T(x)={yN(x,y)T}.

Wenn T zum Produkt-Präring gehört, also eine endliche disjunkte Vereinigung von Quadern ist, so gehören diese Mengen zu , da sie eine endliche Vereinigung gewisser (N-)Seiten dieser Quader sind. Zu einer positiven reellen Zahl a kann man die Menge

Ta={xMρ(T(x))=a}

betrachten. Diese Menge ist wiederum eine endliche Vereinigung von (M-)Seiten der beteiligten Quader und gehört somit zu 𝒫. Weiterhin kann  Ta  nur für endlich viele Werte  a  sein, nämlich nur für die Teilsummen der Werte des Prämaßes ρ der (N-)Seiten der beteiligten Quader. Mit diesen Notationen gilt

μ(T)=a+π(Ta)a,

da dies für jeden Quader gilt und daraus durch Aufsummieren folgt.
Sei also nun  Q=nQn  eine abzählbare Zerlegung in Quader. Wir müssen

μ(Q)=iμ(Qi)=limni=0nμ(Qi)=limnμ(Q0Qn)

zeigen. Nach Übergang zu den Komplementen in Q ist dies äquivalent damit, dass

limnμ(Tn)=0

ist für  Tn=Q(Q0Qn).  Es ist Tn, und damit ist auch Tn(x) für jedes  xM.  Nach Fakt ist daher  limnρ(Tn(x))=0.  Zu  δ>0  definieren wir

Tnδ={xMρ(Tn(x))δ}=aδTna.

Da für jedes  xM  die Folge ρ(Tn(x)) gegen 0 konvergiert, schrumpft die Mengenfolge Tnδ für jedes  δ>0  gegen . Daraus folgt, wieder mit Fakt, dass  limnπ(Tnδ)=0
Seien nun  δ,ϵ>0  gegeben. Zu ϵ gibt es ein n0 mit

π(Tnδ)ϵ

für alle  nn0.  Für diese n hat man dann insgesamt die Abschätzung

μ(Tn)=a+π(Tna)a=(a<δπ(Tna)a)+(ρ(N)aδπ(Tna)a)(a<δπ(Tna)a)+(ρ(N)aδπ(Tna))ρ(N)π(M)δ+ϵρ(N).

Da nach Voraussetzung π(M) und ρ(N) endlich sind, kann man den letzten Term durch geeignete Wahl von δ und ϵ beliebig klein machen. Daher konvergiert μ(Tn) gegen 0.