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Binomialkoeffizient/Lehrsatz/Textabschnitt

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Zu einer natürlichen Zahl n nennt man die Zahl

n!:=n(n1)(n2)321

die Fakultät von n (sprich n Fakultät).


Es seien k und n natürliche Zahlen mit  kn.  Dann nennt man

(nk):=n!k!(nk)!

den Binomialkoeffizientenn über k “.

Von der Definition her ist es nicht sofort klar, dass k!(nk)! ein Teiler von n! ist und dass es sich somit bei den Binomialkoeffizienten um natürliche Zahlen handelt. Dies folgt aus der folgenden Beziehung.



Satz  

Die Anzahl der k-elementigen Teilmengen in einer n-elementigen Menge ist

der Binomialkoeffizient

(nk).

Insbesondere sind die Binomialkoeffizienten natürliche Zahlen.

Beweis  

Es sei M eine n-elementige Menge und

TM

eine k-elementige Teilmenge. Wir betrachten die Menge aller bijektiven Abbildungen

{1,,n}M,

die zusätzlich {1,,k} auf T (und damit) {k+1,,n} auf MT abbilden. Nach Fakt und nach Fakt gibt es k!(nk)! solche Abbildungen. Insgesamt gibt es n! bijektive Abbildungen von {1,,n} nach M. Daher ist

(Anzahl der k-elementigen Teilmengen von M)k!(nk)!=n!.

Insbesondere ist k!(nk)! ein Teiler von n! und es ist

(nk)=n!k!(nk)!

die Anzahl der k-elementigen Teilmengen von M.


Für die Binomialkoeffizienten gilt die Regel

(nk)=(nnk),

wie unmittelbar aus der Definition folgt. Dies kann man sich auch mit Hilfe von Fakt klar machen. Die Komplementabbildung

𝔓(M)𝔓(M),TT,

auf einer n-elementigen Menge M ist bijektiv und bildet k-elementige Teilmengen auf (nk)-elementige Teilmengen ab.


Den Binomialkoeffizienten (nk) kann man auch als

(nk)=n!k!(nk)!=n(n1)(n2)(nk+2)(nk+1)(nk)(nk1)21(k(k1)(k2)21)((nk)(nk1)21)=n(n1)(n2)(nk+2)(nk+1)k(k1)(k2)21

schreiben, da die Faktoren aus (nk)! auch in n! vorkommen und daher kürzbar sind. In dieser Darstellung stehen im Zähler und im Nenner gleich viele Faktoren. Gelegentlich ist es sinnvoll, auch negative k oder  k>n  zuzulassen und in diesen Fällen die Binomialkoeffizienten gleich 0 zu setzen. Dies passt zur Interpretation in Fakt.


In der vierelementigen Menge {a,b,c,d} gibt es

(42)=4321=6

zweielementige Teilmengen. Diese sind

{a,b},{a,c},{a,d},{b,c},{b,d},{c,d}.


In einer 49-elementigen Menge gibt es genau

(496)=494847464544654321=13983816

6-elementige Teilmengen. Es gibt also so viele mögliche Zahlenkombinationen beim Lotto „Sechs aus 49 “. Der Kehrwert von dieser Zahl ist die Wahrscheinlichkeit, beim Lotto sechs Richtige zu haben. Es werden dabei die Teilmengen gezählt, nicht die möglichen Ziehreihenfolgen. Die Anzahl der möglichen Ziehreihenfolgen ist

494847464544,

zu jeder sechselementigen Teilmenge gibt es 6! mögliche Ziehreihenfolgen, die auf diese Teilmenge führen.


Das Dreieck der Binomialkoeffizienten war in Indien und in Persien schon um 1000 bekannt,
in China heißt es Yanghui-Dreieck (nach Yang Hui (um 1238-1298)),
in Europa heißt es das Pascalsche Dreieck (nach Blaise Pascal (1623-1662)).



Lemma  

Die Binomialkoeffizienten

erfüllen die rekursive Beziehung

(n+1k)=(nk)+(nk1).

Beweis  

Es ist

(nk)+(nk1)=n!(nk)!k!+n!(n(k1))!(k1)!=n!(nk)!k!+n!(n+1k)!(k1)!=(n+1k)n!(n+1k)!k!+kn!(n+1k)!k!=(n+1k+k)n!(n+1k)!k!=(n+1)!(n+1k)!k!=(n+1k).


Wir geben noch einen zweiten Beweis für diese Aussage, der sich an der inhaltlichen Beschreibung als Teilmengenanzahl orientiert.


Es sei M eine (n+1)-elementige Menge und  xM  ein fixiertes Element. Nach Fakt ist die Anzahl der k-elementigen Teilmengen von M gleich (n+1k). Eine solche Teilmenge enthält entweder x oder aber nicht. Im ersten Fall entspricht dann eine solche Teilmenge einer (k1)-elementigen Teilmenge von M{x}, das ergibt den Summanden (nk1). Im zweiten Fall entspricht eine solche Teilmenge einer k-elementigen Teilmenge von M{x}, das ergibt den Summanden (nk).

Die folgende allgemeine binomische Formel bringt die Addition und die Multiplikation in einem Körper miteinander in Beziehung.


Satz  

Es seien a,b Elemente in einem Körper. Ferner sei n eine natürliche Zahl.

Dann gilt

(a+b)n=k=0n(nk)akbnk.

Beweis  

Wir führen Induktion nach n. Für  n=0  steht einerseits  (a+b)0=1  und andererseits  a0b0=1.  Es sei die Aussage bereits für n bewiesen. Dann ist

(a+b)n+1=(a+b)(a+b)n=(a+b)(k=0n(nk)akbnk)=a(k=0n(nk)akbnk)+b(k=0n(nk)akbnk)=k=0n(nk)ak+1bnk+k=0n(nk)akbnk+1=k=1n+1(nk1)akbnk+1+k=0n+1(nk)akbnk+1=k=1n+1((nk1)+(nk))akbn+1k+bn+1=k=1n+1(n+1k)akbn+1k+bn+1=k=0n+1(n+1k)akbn+1k.