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Differenzierbarkeit/K/Partielle Ableitungen hängen von Koordinaten ab/Beispiel

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Wir betrachten die Abbildung f:𝕂3𝕂, die durch

(x,y,z)2xy2+x2z3+z2

gegeben sei. Es ist leicht, die partiellen Ableitungen in jedem Punkt zu berechnen, nämlich:

(fx,fy,fz)(x,y,z)=(2y2+2xz3,4xy,3x2z2+2z).

Da diese alle stetig sind, haben wir nach Fakt das totale Differential in jedem Punkt gefunden.

Nehmen wir nun an, dass wir nur an der Restriktion dieser Funktion auf die Ebene

E𝕂3,E={(x,y,z)3x+2y5z=0}

interessiert sind. E ist also der Kern der linearen Abbildung

L:𝕂3𝕂,(x,y,z)3x+2y5z.

Als Kern ist E selbst ein (zweidimensionaler) Vektorraum. Die Einschränkung von f auf die Ebene ergibt also die Abbildung

f~=f|E:E𝕂.

Diese Abbildung kann man als die Komposition E𝕂3𝕂 auffassen und diese ist nach der Kettenregel differenzierbar. Wenn wir die Inklusion von E in 𝕂3 mit N bezeichnen, so ist das totale Differential der Komposition in einem Punkt  PE  gemäß der Kettenregel gerade die Abbildung

(Df~)P=(Df)PN:E𝕂.

Daher ergibt es hier Sinn vom totalen Differential zu sprechen.

Es ergibt allerdings keinen Sinn von partiellen Ableitungen der Abbildung f|E:E𝕂 zu sprechen, da es keine natürliche Basis auf E gibt und daher auch keine natürlichen Koordinaten. Es ist leicht eine Basis von E zu finden und damit Koordinaten, es gibt aber keine „beste Wahl“, und die partiellen Ableitungen sehen in jeder Basis verschieden aus.

Eine Basis von E ist beispielsweise durch v1=(0,5,2) und v2=(5,0,3) gegeben, und eine weitere durch w1=(1,1,1) und w2=(2,3,0). Mit solchen Basen erhalten wir Identifikationen 𝕂2E und somit numerische Beschreibungen der Abbildung 𝕂2E𝕂, womit wir die partiellen Ableitungen bezüglich der gewählten Basen berechnen können.

In der ersten Basis ist die Identifikation gegeben durch die Abbildung

(s,t)sv1+tv2=s(0,5,2)+t(5,0,3)=(5t,5s,2s+3t)

und dieser Ausdruck wird durch f abgebildet auf

2(5t)(5s)2+(5t)2(2s+3t)3+(2s+3t)2=250ts2+25t2(8s3+36s2t+54st2+27t3)+4s2+9t2+12st=250ts2+200s3t2+900s2t3+1350st4+675t5+4s2+9t2+12st.

Die partiellen Ableitungen dieser Komposition (nennen wir sie g) bezüglich dieser Basis sind gegeben durch

g/s=500ts+600s2t2+1800st3+1350t4+8s+12t

und

g/t=250s2+400s3t+2700s2t2+5400st3+3375t4+18t+12s.

In der zweiten Basis w1=(1,1,1) und w2=(2,3,0) ist die Identifikation gegeben durch

(r,u)rw1+uw2=r(1,1,1)+u(2,3,0)=(r+2u,r3u,r)

und dieser Ausdruck wird unter f abgebildet auf

2(r+2u)(r3u)2+(r+2u)2r3+r2=2r3+4r2u12r2u24ru2+18ru2+36u3+r5+4r4u+4r3u2+r2=2r38r2u6ru2+36u3+r5+4r4u+4r3u2+r2.

Die partiellen Ableitungen der Komposition (nennen wir sie h) bezüglich dieser Basis sind

h/r=6r216ru6u2+5r4+16r3u+12r2u2+2r

und

h/u=8r212ru+108u2+4r4+8r3u.

Fazit: Koordinaten sind manchmal gut für Berechnungen, manchmal verdunklen sie aber auch den eigentlichen mathematischen Sachverhalt.