Kurs:Algebraische Kurven (Osnabrück 2012)/Arbeitsblatt 23/latex

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\setcounter{section}{23}






\zwischenueberschrift{Aufwärmaufgaben}




\inputaufgabe
{}
{

Sei $R$ ein \definitionsverweis {kommutativer Ring}{}{} und sei $N$ ein $R$-\definitionsverweis {Modul}{}{} mit $R$-\definitionsverweis {Untermoduln}{}{}
\mathl{L \subseteq M \subseteq N}{.} Zeige, dass die \definitionsverweis {Restklassenmoduln}{}{} durch die \definitionsverweis {kurze exakte Sequenz}{}{}
\mathdisp {0\stackrel{}{\longrightarrow}M/L \stackrel{}{\longrightarrow}N/L
\mathdisplaybruch\stackrel{}{\longrightarrow}N/M \stackrel{}{\longrightarrow}0} { }
miteinander in Beziehung stehen.

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Sei $R$ ein kommutativer Ring und
\mathl{P=R[X_1, \ldots ,X_m]}{} der Polynomring darüber in $m$ Variablen. Es sei
\mathl{{\mathfrak m}=(X_1, \ldots, X_m)}{} das von den Variablen erzeugte Ideal. Zeige, dass
\mathl{{\mathfrak m}^n = P_{\geq n}}{} ist, wobei $P_{\geq n}$ das Ideal in $P$ bezeichnet, das von allen homogenen Polynomen vom Grad $\geq n$ erzeugt wird.

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Sei $R$ ein kommutativer Ring mit zwei Idealen
\mathl{{\mathfrak a}, {\mathfrak b} \subseteq R}{.} Es sei
\mathl{S=R/{\mathfrak b}}{} und
\mathl{\tilde{ {\mathfrak a} }= {\mathfrak a}S}{} das Bildideal. Zeige, dass
\mathl{{\mathfrak a}^nS=\tilde{ {\mathfrak a} }^n}{} ist.

}
{} {}




\inputaufgabegibtloesung
{}
{

Bestimme die Primfaktorzerlegung des Polynoms
\mathdisp {X^3+XY^2 \in {\mathbb C}[X,Y]} { }
und bestimme die Singularitäten der zugehörigen affinen Kurve samt ihren Multiplizitäten und Tangenten.

}
{} {}




\inputaufgabegibtloesung
{}
{

Bestimme die Multiplizität und die Tangenten im Nullpunkt
\mathl{(0,0)}{} der ebenen algebraischen Kurve
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{C }
{ =} { V { \left( Y^4+X^3+3XY^2+2X^2Y \right) } }
{ \subseteq} { {\mathbb A}^{2}_{{\mathbb C}} }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}

}
{} {}




\inputaufgabegibtloesung
{}
{

Bestimme über die partiellen Ableitungen für das durch das Polynom
\mathdisp {V^3+U^2V-2UV+2U^2-4U-2V} { }
gegebene Nullstellengebilde einen singulären Punkt. Führe eine Koordinatentransformation durch, die diesen Punkt in den Nullpunkt überführt. Bestimme die Multiplizität und die Tangenten in diesem Punkt.

}
{} {}






\bild{ \begin{center}
\includegraphics[width=5.5cm]{\bildeinlesung {Cardioid.eps} }
\end{center}
\bildtext {} }

\bildlizenz { Cardioid.svg } {} {D.328} {Commons} {CC-by-sa 3.0} {}





\inputaufgabe
{}
{

Bestimme die Singularitäten \zusatzklammer {mit Multiplizitäten und Tangenten} {} {} der durch
\mathdisp {V { \left( { \left( X^2+Y^2 \right) }^2- 2X { \left( X^2+Y^2 \right) } -Y^2 \right) }} { }
gegebenen
\definitionswortenp{Kardioide}{.}

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Berechne für das durch die Erzeuger $4$ und $9$ gegebene Monoid
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{M }
{ \subseteq }{\N }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} die in den Abschätzungen von Lemma 23.7 auftretenden Ausdrücke bis
\mathl{n \leq 6}{.}

}
{} {}

In einigen Aufgaben wird die Krull-Dimension eines kommutativen Ringes verwendet. Da wir uns hauptsächlich für Kurven interessieren, denen eindimensionale Ringe entsprechen, werden wir keine systematische Dimensionstheorie entwickeln.

Sei $R$ ein \definitionsverweis {kommutativer Ring}{}{.} Eine Kette aus \definitionsverweis {Primidealen}{}{}
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ {\mathfrak p}_0 }
{ \subset} { {\mathfrak p}_1 }
{ \subset} { \ldots }
{ \subset} { {\mathfrak p}_n }
{ } { }
} {}{}{} nennt man \definitionswort {Primidealkette der Länge}{} $n$ \zusatzklammer {es wird also die Anzahl der Inklusionen gezählt, nicht die Anzahl der beteiligten Primideale} {} {.} Die \definitionswort {Dimension}{} \zusatzklammer {oder \definitionswort {Krulldimension}{}} {} {} von $R$ ist das \definitionsverweis {Supremum}{}{} über alle Längen von Primidealketten. Sie wird mit
\mathl{\operatorname{dim} { \left( R \right) }}{} bezeichnet.





\inputaufgabe
{}
{

Sei $R$ ein \definitionsverweis {Hauptidealbereich}{}{,} der kein \definitionsverweis {Körper}{}{} sei. Zeige, dass die \definitionsverweis {Krulldimension}{}{} von $R$ gleich eins ist.

}
{} {}






\zwischenueberschrift{Aufgaben zum Abgeben}




\inputaufgabe
{}
{

Berechne für das durch die Erzeuger
\mathl{5,8,11}{} gegebene Monoid
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{M }
{ \subseteq }{\N }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} die in den Abschätzungen von Lemma 23.7 auftretenden Ausdrücke bis
\mathl{n \leq 5}{.}

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Sei
\mathl{{\mathfrak a} \subset R}{} ein Ideal in einem kommutativen Ring, das in genau einem maximalen Ideal ${\mathfrak m}$ als einzigem Primoberideal enthalten sei. Zeige, dass dann
\mathl{R/{\mathfrak a} \cong R_{\mathfrak m}/{\mathfrak a} R_{\mathfrak m}}{} ist. Folgere daraus, dass für ein maximales Ideal ${\mathfrak m}$ in einem noetherschen kommutativen Ring die Isomorphie
\mathl{R/{\mathfrak m}^n \cong R_{\mathfrak m}/{\mathfrak m}^n R_{\mathfrak m}}{} für jedes $n$ gilt.

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Sei $K$ ein \definitionsverweis {algebraisch abgeschlossener}{}{} \definitionsverweis {Körper}{}{} und sei
\mathl{R=K[X,Y]}{} der Polynomring in zwei Variablen. Zeige, dass $R$ die \definitionsverweis {Krulldimension}{}{} zwei besitzt.

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Es sei $R$ ein \definitionsverweis {noetherscher}{}{} \definitionsverweis {kommutativer Ring}{}{.} Zeige, dass folgende Aussagen äquivalent sind. \aufzaehlungfuenf{$R$ hat \definitionsverweis {Krulldimension}{}{} $0$. }{$R$ ist ein \definitionsverweis {artinscher Ring}{}{.} }{$R$ besitzt endlich viele \definitionsverweis {Primideale}{}{,} die alle \definitionsverweis {maximal}{}{} sind. }{Es gibt eine natürliche Zahl $n$ mit
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ {\mathfrak m}^n }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} für jedes maximale Ideal ${\mathfrak m}$. }{Die \definitionsverweis {Reduktion}{}{} von $R$ ist ein Produkt von Körpern. }

}
{} {}




\inputaufgabe
{}
{

Sei $R$ ein \definitionsverweis {kommutativer Ring}{}{} von endlicher \definitionsverweis {Krulldimension}{}{} $d$. Zeige, dass die Krulldimension des \definitionsverweis {Polynomrings}{}{} $R[X]$ mindestens
\mathl{d+1}{} ist.

}
{(Bemerkung: über einem noetherschen Grundring erhöht sich die Dimension beim Übergang zum Polynomring genau um eins, dies ist aber schwieriger zu beweisen.)} {}



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