Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 14
Es sei ein noetherscher lokaler kommutativer Ring. Es sei vorausgesetzt, dass das maximale Ideal das einzige Primideal von ist.
Dann gibt es einen Exponenten mit
Wir behaupten zunächst, dass jedes Element in eine Einheit oder nilpotent ist. Es sei hierzu keine Einheit. Dann ist . Angenommen, ist nicht nilpotent. Dann gibt es nach Lemma 10.12 ein Primideal in mit . Damit ergibt sich der Widerspruch .
Es ist also jedes Element im maximalen Ideal nilpotent. Insbesondere gibt es für ein endliches Erzeugendensystem von eine natürliche Zahl mit für alle . Sei . Dann ist ein beliebiges Element aus von der Gestalt
Ausmultiplizieren ergibt eine Linearkombination mit Monomen und , sodass ein mit einem Exponenten vorkommt. Daher ist das Produkt .
Es sei ein noetherscher kommutativer Ring mit nur endlich vielen Primidealen , die alle maximal seien.
Dann gibt es eine kanonische Isomorphie
Die maximalen Ideale sind zugleich die minimalen Primideale. Daher besteht der Durchschnitt aller maximalen Ideale nur aus nilpotenten Elementen. Da der Ring noethersch ist, gibt es dann auch ein mit . Zu jedem maximalen Ideal betrachten wir die Lokalisierung . Wir behaupten, dass diese Lokalisierung isomorph zum Restklassenring
ist. Wegen ist und daher ist auch . Es sei . Zu jedem gibt es ein mit . Daher gilt für jedes Element die Beziehung
Wegen bedeutet dies, dass unter der Lokalisierungsabbildung auf geht. Wir erhalten also einen Ringhomomorphismus
Damit ist die Lokalisierung rechts auch eine Lokalisierung des Restklassenringes links. Die maximalen Ideale erzeugen paarweise das Einheitsideal. Dies gilt dann auch für beliebige Potenzen davon. Daraus folgt zunächst, dass das Ideal nur in enthalten ist. Daher ist der Restklassenring links selbst ein lokaler nulldimensionaler Ring. Also muss die Abbildung ein Isomorphismus sein.
Die gegebene Abbildung kann man also auch schreiben als
Hierbei erzeugen die paarweise das Einheitsideal, sodass nach dem Chinesischen Restsatz eine Isomorphie vorliegt.
Es sei ein noetherscher Integritätsbereich.
Dann besitzt jede Nichteinheit eine Faktorzerlegung in irreduzible Elemente.
Nehmen wir an, dass es eine Nichteinheit gibt, für die es keine Zerlegung in irreduzible Elemente gibt. Dann ist insbesondere nicht irreduzibel und somit gibt es eine Zerlegung , bei der die Faktoren keine Einheiten sind. Nach Voraussetzung besitzt zumindest ein Faktor, sagen wir , keine Zerlegung in irreduzible Faktoren. Dabei gilt
wobei die Inklusion echt ist, da andernfalls eine Einheit wäre. So fortfahrend kann man eine unendliche Kette von Hauptidealen
konstruieren. Dies widerspricht aber Proposition 13.2.
- Algebren von endlichem Typ
Es sei ein kommutativer Ring. Eine - Algebra heißt von endlichem Typ (oder endlich erzeugt), wenn sie die Form
besitzt.
Eine endlich erzeugte -Algebra besitzt also eine Darstellung als Restklassenring einer Polynomalgebra über in endlich vielen Variablen. Eine solche Darstellung ist keineswegs eindeutig.
Es sei ein noetherscher Ring.
Dann ist jede - Algebra von endlichem Typ ebenfalls noethersch. Insbesondere ist für einen Körper jede -Algebra von endlichem Typ noethersch.
Dies folgt aus Korollar 13.5 und aus Lemma 13.3.
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