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Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 19

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Modulhomomorphismen

Es sei ein kommutativer Ring und , zwei - Moduln. Eine Abbildung heißt -(Modul-)homomorphismus, wenn folgende beiden Eigenschaften erfüllt sind.

  1. für alle .
  2. für alle und .

Ein Modulhomomorphismus wird manchmal auch lineare Abbildung genannt.

Ein bijektiver Modulhomomorphismus heißt (Modul-)isomorphismus.

Wenn ist, dann heißt ein (Modul-)endomorphismus, oder linearer Operator, im bijektiven Fall auch (Modul-)automorphismus.



Es sei ein kommutativer Ring und seien Moduln über . Es seien

- Modulhomomorphismen.

Dann ist auch die Verknüpfung

ein Modulhomomorphismus.

Für    ist

und für  ,     ist

was insgesamt die Linearität der Hintereinanderschaltung bedeutet.



Es sei ein kommutativer Ring und sei

ein bijektiver - Modulhomomorphismus zwischen den - Moduln und .

Dann ist auch die Umkehrabbildung

ein Modulhomomorphismus.

Es seien  .  Wegen der Bijektivität gibt es eindeutige    mit    und  .  Somit ist

Entsprechend ist (mit )



Es sei ein kommutativer Ring und , zwei - Moduln. Es sei , , ein Erzeugendensystem von und seien , , Elemente aus .

Dann gibt es höchstens einen - Modulhomomorphismus , für den

für alle    gilt.

Es sei mit der Darstellung

Für einen Homomorphismus mit für alle gilt

Dies legt auf ganz fest.



Es sei ein kommutativer Ring, und zwei - Moduln und sei

ein Modulhomomorphismus. Dann gelten folgende Aussagen.

  1. Für einen - Untermodul    ist auch das Bild ein Untermodul von .
  2. Insbesondere ist das Bild der Abbildung ein Untermodul von .
  3. Für einen Untermodul ist das Urbild ein Untermodul von .
  4. Insbesondere ist der Kern ein Untermodul von .

Beweis

Siehe Aufgabe 19.1.



Zu einem Element    einer - Algebra nennt man die - lineare Abbildung

die Multiplikationsabbildung zu .



Restklassenmoduln

Es sei ein kommutativer Ring und ein - Modul. Es sei    ein - Untermodul von . Die kommutative Restklassengruppe trägt eine kanonische Modulstruktur, die durch

für    und    gegeben ist. Mit dieser Skalarmultiplikation versehen heißt der Restklassenmodul von nach .



Es sei ein kommutativer Ring und es seien und Moduln über . Es sei ein - Modulhomomorphismus und ein surjektiver Modulhomomorphismus. Es sei vorausgesetzt, dass

ist.

Dann gibt es einen eindeutig bestimmten Modulhomomorphismus

derart, dass    ist.

Mit anderen Worten: das Diagramm

ist kommutativ.

Die Existenz- und Eindeutigkeitsaussage ergibt sich aus Satz 8.1 (Einführung in die Algebra (Osnabrück 2009)). Es ist also nur noch zu zeigen, dass der eindeutig bestimmte Gruppenhomomorphismus auch mit der Skalarmultiplikation verträglich ist.
Es sei    mit einem Urbild    und sei  .  Dann ist ein Urbild von und daher ist

also ist auch mit der Skalarmultiplikation verträglich.



Es sei ein kommutativer Ring, und zwei - Moduln und sei

ein Modulhomomorphismus.

Dann gibt es eine kanonische Faktorisierung

wobei die kanonische Projektion, ein Modulisomorphismus und die kanonische Inklusion der Bildgruppe ist.

Dies folgt direkt aus Korollar 8.2 (Einführung in die Algebra (Osnabrück 2009)), dem entsprechenden Satz für Gruppen, weil jeder Modulhomomorphismus insbesondere ein Gruppenhomomorphismus ist und weil die resultierenden Gruppenhomomorphismen , und Modulhomomorphismen sind. Bei ist das so, weil es die kanonische Projektion ist; bei ist das so, weil es die Inklusion eines Untermoduls darstellt. Bei muss die selbe Eigenschaft dann zwingend gelten, da ansonsten niemals gelten könnte.


Es sei ein Modulhomomorphismus.

Der Restklassenmodul heißt Kokern von .



Modulhomomorphismen auf freien Moduln



Es sei ein kommutativer Ring. Es sei ein freier Modul und ein Modul über . Es sei , , eine Basis von und es seien , , Elemente in .

Dann gibt es genau eine lineare Abbildung

mit    für alle  

Da    sein soll und eine lineare Abbildung für jede Linearkombination die Eigenschaft

erfüllt, und jeder Vektor    sich als eine solche Linearkombination schreiben lässt, kann es maximal nur eine solche lineare Abbildung geben.
Wir definieren nun umgekehrt eine Abbildung

indem wir jeden Vektor    mit der gegebenen Basis als

schreiben und

ansetzen. Da die Darstellung von als eine solche Linearkombination eindeutig ist, ist diese Abbildung wohldefiniert.
Zur Linearität. Für zwei Vektoren und gilt


Die Verträglichkeit mit der skalaren Multiplikation ergibt sich ähnlich, siehe Aufgabe 19.2.



Es sei ein kommutativer Ring und ein - Modul. Es sei , , eine Familie von Elementen in und es sei

der zugehörige - Modulhomomorphismus im Sinne von Satz 19.11. Dann gelten die folgenden Aussagen.

  1. ist genau dann injektiv, wenn , , linear unabhängig ist.
  2. ist genau dann surjektiv, wenn , , ein Erzeugendensystem von ist.
  3. ist genau dann bijektiv, wenn , , eine Basis von ist.



Es sei ein kommutativer Ring und ein - Modul, und seien  .  Zu jedem gebe es eine Linearform

mit

Dann sind die linear unabhängig.

Wir betrachten die Gesamtabbildung

Unter dieser Abbildung wird der Vektor auf den Standardvektor im abgebildet. Da diese linear unabhängig sind, müssen auch die linear unabhängig sein.



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