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Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 25

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Moduln von Homomorphismen

Es sei ein kommutativer Ring und seien und Moduln über . Dann nennt man

den Homomorphismenmodul. Er wird versehen mit der Addition, die durch

definiert wird, und der Skalarmultiplikation, die durch

definiert wird.



Es sei ein kommutativer Ring und seien und Moduln über . Dann gelten folgende Aussagen.

  1. Ein - Modulhomomorphismus

    mit einem weiteren Modul induziert einen Homomorphismus

  2. Ein Homomorphismus

    mit einen Modul induziert einen Homomorphismus



Es sei ein Integritätsbereich mit Quotientenkörper  .  Es seien - Untermoduln    gegeben,  

Dann gibt es einen natürlichen - Modulisomorphismus

Ein    definiert den - Modulhomomorphismus

Wenn    ist, so kann man diesen Homomorphismus unmittelbar als einen Homomorphismus

auffassen. Die angegebene Menge rechts ist offenbar ein - Untermodul. Für aus dieser Menge ist

und für    ist

wobei die zweiten Operationen jeweils die Operationen im Homomorphismenmodul bezeichnen. DIe natürliche Zuordnung von rechts nach links ist also ein Modulhomomorphismus. Wenn    ist, so ist wegen    die Abbildung auf nicht die Nullabbildung, und deshalb ist diese Zuordnung injektiv. Sei nun ein Homomorphismus

gegeben. Dabei werde das nichttriviale Element    auf    abgebildet. Wir behaupten, dass Multiplikation mit vorliegt. Es sei    ein weiteres Element. Es gibt  ,   ,  mit  .  Das Element wird somit auf    abgebildet, woraus

folgt.



Für einem endlich erzeugten - freien Modul vom Rang und einen beliebigen -Modul über einem kommutativen Ring

ist

Es sei  .  Die natürliche Abbildung

ist ein injektiver - Modulhomomorphismus, der nach Satz 19.11 auch surjektiv ist.



Für einen endlich erzeugten freien - Modul und einen freien Modul über einem kommutativen Ring

ist der Homomorphismenmodul frei.

Nach Lemma 25.4 ist

was nach Lemma 18.13 frei ist.






Dualer Modul

Es sei ein kommutativer Ring und ein - Modul. Der -Modul

heißt der duale Modul zu .


Es sei ein kommutativer Ring und sei ein endlicher freier - Modul mit einer Basis . Dann nennt man die Linearformen

die durch

festgelegt sind, die Dualbasis zur gegebenen Basis.



Es sei ein kommutativer Ring und ein endlich erzeugter freier - Modul.

Dann ist auch der duale Modul frei mit dem gleichen Rang.

Dies folgt direkt aus Lemma 25.4.



Es sei ein Integritätsbereich mit Quotientenkörper  .  Es sei    ein - Untermodul,  

Dann gibt es einen natürlichen - Modulisomorphismus

Nach Lemma 25.3 gibt es einen natürlichen Isomorphismus

und dies ist die Behauptung.



Reflexive Moduln

Zu einem - Modul über einem kommutativen Ring nennt man

das Bidual von .



Zu einem - Modul über einem kommutativen Ring

gibt es einen kanonischen - Modulhomomorphismus

in das Bidual des Moduls.



Ein - Modul über einem kommutativen Ring heißt reflexiv, wenn die kanonische Abbildung bijektiv ist.



Ein endlich erzeugter freier - Modul über einem kommutativen Ring

ist reflexiv.

Wir setzen    mit der Standardbasis als Basis. Der duale Modul besitzt die Dualbasis . Unter der kanonischen Abbildung werden die Standardbasiselemente auf die Linearform abgebildet, die durch gegeben ist. Dies ist wiederum die Dualbasis zu von . Also wird eine Basis auf eine Basis abgebildet, daher liegt ein Isomorphismus vor.



Es sei ein Körper und sei

Es sei    das von erzeugte Hauptideal. Dabei liegt eine kurze exakte Sequenz

vor, da der Annullator von ist. Es ist

Dies bedeutet, dass

isomorph zu seinem dualen Modul und insbesondere reflexiv ist. Dieser Modul ist nicht frei, da er im maximalen Ideal nicht isomorph zu ist.



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