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Kurs:Komplexe Systeme

Aus Wikiversity
Dieses Lehrangebot ist ein Bestandteil vom Projekt:Wiwiwiki Organizational Behaviour




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Wintersemester 2025/26
Komplexe Systeme
Ein akademisches Lehrangebot von Dr. Viktoria Reuschel, Mag. Florian Rieder, Dr. Falko Wilms




Lehrpersonen

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  • Mag. Florian Rieder ([linkedin.com/in/florian-rieder-03b578143 Kontaktinfos] | klick & mail)

Die Ausgangslage

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Studierende der Sozialen Arbeit brauchen Kenntnisse über soziale und komplexe Systeme, weil ihr Berufsfeld von Nicht-Linearität, Unsicherheit und Selbstreferenz geprägt ist. Soziale Arbeit wirkt in erster Linie nicht direkt auf Individuen, sondern auf Kommunikationszusammenhänge (z. B. Familie, Schule, Verwaltung). Daher ist das Konzept einer lineares Steuerung reine Illusion:

  • Komplexität: Interventionen haben unvorhersehbare Folgen; professionelles Handeln heißt, Kontingenz auszuhalten.
  • Vernetzung: Soziale Arbeit bewegt sich in Feldern mit vielen Wechselwirkungen: rechtliche Rahmen, individuelle Biografien, institutionelle Strukturen, kulturelle Muster.
  • Reflexivität: Die Art des Beobachtens und Beschreibens zu erkunden ist Basis der kritischen Reflektion eigener Interventionen. Nicht allein das eigene Handeln ist zu hinterfragen, sondern ebenso die gegebenen Rahmenbedingungen, in denen zu handeln ist.
  • Praxisnutzen: Soziale Arbeit bietet Anschlussmöglichkeiten (die aufgegriffen oder verworfen werden können) statt linearer Steuerung. Wer Komplexität, Verentzung und Reflexivität versteht, kann realistische und kontextsensitive Interventionen planen und durchführen.

Durch das Verständnis komplexer Systeme entwickeln Studierende eine tiefere professionelle Handlungsverständnis. Sie wissen, warum Soziale Arbeit nicht auf „Heilen“ oder „Erziehen“ reduziert werden kann.

Hilfreiches Wissen aus der Lernforschung

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Erkenntnisse aus der Forschung

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  • Die aktuelle Forschungslage bekräftigt, dass bereits die bloße Anwesenheit des Smartphones ablenken kann (Böttger et al., 2023). Auch speziell für Vorlesungssituationen liegen Studien vor, nach denen schon ein sichtbares Smartphone ablenkt, selbst wenn es ausgeschaltet ist (z.B. Mendoza et al., 2018).
  • In wissenschaftlichen Studien nachgewiesene Vorteile von handschriftlichen Notizen:
  • gemäß dieser Studie bewirken handschriftliche Notizen bei gleichem „lernen“ weitaus mehr „verstehen“ als digital getippte Dokumente!
  • gemäß dieser Studie bleiben handschriftliche Notizen inhaltlich länger im Gehirn abrufbar bleiben als digital getippte Dokumente!
  • gemäß dieser Studie ist zu schlussfolgern, dass digital tippende Personen sich schlechter an die formulierten Inhalte erinnerten, weil sie die Hauptpunkte nicht aktiv zusammengefasst und mit eigenen Worten wiedergegeben haben!
  • In wissenschaftlichen Studien nachgewiesene Nachteile des Nutzens von KI:
  • gemäß dieser Arbeit sinkt die Fähigkeit, eigene Gedankengänge zu entwickeln, kritisch zu prüfen und Probleme selbstständig zu lösen, wenn man sich zu stark auf KI verlässt
  • gemäß dieser Arbeit sanken beim Erstellen von Texten mit KI die Genauigkeit und das Verständnis im Vergleich zur eigenständigen Texterstellung.
  • gemäß dieser Arbeit beeinträchtigt die häufige Nutzung von KI die Erinnerungsleistung. AUßerdem verleitet dies dazu, wichtigen Aufgaben aufzuschieben oder Aufgaben kurzfristig abzuschließen.
  • gemäß dieser Arbeit ist KI keineswegs fehlerfrei. Daten sind oft fehlerhaft, „halluziniert“ und übersehen wesentliche Kontextdetails.
  • gemäß dieser Arbeit verliert man bei andauernder Nutzung von KI das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Risiko steigt an, bei Nichtverfügbarkeit von KI unsicher zu sein.

Daraus folgt für das erfolgreiche Studieren:

  1. Beim Studieren sollte das Smartphone weggelegt werden und nicht mehr zu sehen sein.
  2. Das Erstellen von Notizen sollten möglichst handgeschrieben erstellt werden.
  3. KI kann einer wertvolle Hilfe sein, wenn die Eingaben detailliert sind und alle ausgaben kritisch überprüft werden.
  4. Lernen/Studieren ist und bleibt ein aktives Erschließen von bislang unbekannten Wissensbestandteilen. Wer dabei Anstregungen vermeidet, kann sich kaum tiefergehendes neues Wissen aneignen und wird auf dem jetzigen Stand des Wissens stehen bleiben.

Das persönliche Kurslogbuch

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Das bewusste Führen eines Kurslogbuches ermöglicht ein tieferes Verständnis der im Kurs behandelten Themen, da regelmäßige Nachbereitungen und Reflexionen des Gelernten angeregt werden. Dies hilft, den Lernstoff auch tiefergehend zu verstehen und schließlich zu verinnerlichen. Ein Grund dafür ist das Erinnern und Wiederholen des Gelernten.
Das aktive Führen eines Logbuches ist daher eine Fähigkeit, die für das lebenslange Lernen erhebliche Vorteile bringt. Ob im (digital vermittelten) Selbststudium, in der erfolgreichen Teilnahme an akademischen Kursen, in der Vorbereitung von Abschlussprüfungen oder in im Rahmen von Praxisphasen in Weiterbildungen.
Damit die Studierenden ihr persönliches Kurslogbuch erstellen können, wird rechts das Logbuch als Lerninstrument vorgestellt und ein beispielhafter Eintrag gezeigt. Darüber hinaus ein WORD-Template bereitgestellt. Manche Studierende finden es sinnvoll, jeden Eintrag eine neue Datei zu schreiben und am Ende alle Einträge in das Template des Kurslogbuches zu kopieren. Hierfür liegt rechts auch das dazugehörige WORD-Template bereit.

Die individuellen Kurslogbücher werden in den dafür bereitgestellten ILIAS-Ordner hineingelegt.

Empfohlene Fachliteratur

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  • Luhmann, Niklas (2013): Soziale Systeme. 45. Berlin: Akademie Verlag.
  • Maturana, Humberto R; Zur Lippe, Rudolf (1997): Was ist erkennen?: mit dem Kolloquium Systemtheorie und Zukunft. 2. Aufl. München; Zürich: Piper
  • Maturana, Humberto R; Varela, Francisco J (2015): Der Baum der Erkenntnis die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag.
  • Staub-Bernasconi, Silvia (1995): Systemtheorie, soziale Probleme und Soziale Arbeit: lokal, national, international, oder, Vom Ende der Bescheidenheit. Bern: P. Haupt.
  • Janosch (2016): The trip to Panama. 7. Aufl. Weinheim: Beltz & Gelberg.

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