Kurs:Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation: Graz - Wien - Salzburg (SS 2017)

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Universität Wien
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Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation:
Graz - Wien - Salzburg

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Ziele

Über die von der SPL vorgegebenen Inhalte und Ziele hinaus ist folgendes besonders relevant:

  • Teamwork
  • Recherche (jenseits von Google & Co.)
  • einen Wikiversity-/Wikipedia-Eintrag verfassen
  • das Systems "Wikipedia" verstehen lernen.
Zielpublikum

Studenten der Vorlesung von Friedrich Schipper, Kurt Luger und Eva Klein.

Methode

Die Lehrveranstaltung wird in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich sowie erfahrenen Wikipedianern durchgeführt.

Gerüchteküche

Kurs:Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation: Graz - Wien - Salzburg (SS 2017)/Café Propaganda

Inhalt[Bearbeiten]

Hauptplatz und Rathaus in Graz
Die Neue Burg, der Südostflügel der Wiener Hofburg

Das Konzept des kulturellen Erbes – ob Welterbe, Kulturgüterschutz oder lebendige immaterielle Formen des Kulturellen – bildet ein der europäischen Moderne inhärentes Phänomen. Kulturerbe entsteht aber nicht von selbst, sondern wird gemacht – kulturellen Artefakten, Formen und Praktiken wird ein Stempel aufgedrückt, der zu einer Steigerung von symbolischem Kapital führt. In diesen Prozess sind sämtliche Formen von Kommunikation eingebunden. Materielle wie immaterielle Kultur werden mit einem Prädikat Heritage ausgezeichnet, damit in ein neues, höherwertiges Referenzsystem gestellt und mit neuen Deutungen versehen. Kulturelles Erbe als Wert verweist damit auf Vergangenheit und Zukunft, spiegelt die allgegenwärtige Besessenheit von Geschichte und ist typisch für die spätmoderne Kulturproduktion.

Die Entdeckung von Differenzen zu früheren Kulturformen und Traditionen bilden den Motor für die Konzeptualisierung des kulturellen Erbes in der Moderne. In der Abgrenzung vom vermeintlich Anderen, sowohl räumlich, zeitlich als auch sozial, stellt es eine geeignete Projektionsfläche bei der Erfindung der eigenen Kultur dar, ist relevant für die Herausbildung kultureller wie nationaler Identität.

1816 wurde Salzburg nach dem Wiener Kongress dem Hause Habsburg zugeschlagen. Die einst so prosperierende Fürstenstadt wurde damit zur Provinz, auf ein halbes Jahrhundert zur unbedeutenden Kreisstadt, die von Linz aus verwaltet wurde. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand Salzburg zu einer eigenständigen Entwicklung zurück, bildete sich eine bürgerliche Öffentlichkeit. Mit dem Anschluss an das Eisenbahnbahnnetz nahm auch die wirtschaftliche Entwicklung ihren Aufschwung. Der Salzburg-Mythos der „schönen Stadt“ kurbelte den Tourismus an. Salzburg wurde zur Mozartstadt, mit der Gründung der Festspiele gewann sie das Image einer kulturellen Metropole und seinen besonderen Charakter, der sie bis heute zu einer Destination des globalen Kulturtourismus machte. 1996 wurden die Historische Altstadt von Salzburg und das Schloss Schönbrunn als erste österreichische Stätten in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

Das Schloss Schönbrunn ist Symbol der Macht und des Einflusses des Hauses Habsburg in der europäischen Geschichte. Gemeinsam mit dem Park stellt das Ensemble, als ein ausgezeichnet erhaltenes Beispiel der fürstlichen barocken Residenzen, ein Gesamtkunstwerk dar. Die Altstadt von Wien wurde erst fünf Jahre später und unabhängig von Schönbrunn in die Welterbeliste aufgenommen. Im historischen Zentrum der Stadt Wien werden die drei Schlüsselepochen der europäischen kulturellen und politischen Entwicklung – das Mittelalter, das Barock und die Gründerzeit – durch das städtische und architektonische Erbe außergewöhnlich dargestellt. Seit dem 16. Jahrhundert wird Wien allgemein als die Musikhauptstadt Europas anerkannt.

Der historische Stadtkern von Graz, seit 1999 Welterbe, und das Schloss Eggenberg, seit 2010 Teil des Grazer Welterbes, sind das Spiegelbild einer Jahrhunderte langen Verbindung von künstlerischen und architektonischen Bewegungen, die ihren Ursprung im deutschen und mediterranen Raum und am Balkan fanden. Erscheinungsbild von Stadt und Schloss lassen deren gemeinsame historische und kulturelle Entwicklung deutlich ablesen und bilden das außergewöhnliche Beispiel einer harmonischen Integration der architektonischen Stile aufeinander folgender Epochen.

Dass Kulturerbe nicht nur durch den Zahn der Zeit, sondern auch im Krieg bedroht ist, war immer evident; dass es daher auch besonders geschützt werden soll, ist eine relativ junge Idee. Der erste Herrscher, der dem Militär den Auftrag gegeben hatte, Kulturgut im Krieg zu respektieren, war die österreichische Kaiserin Maria Theresia. Zu einem entsprechenden ersten internationalen Abkommen kam es erst 1954 mit der Verabschiedung der Haager Konvention, die auch als Schutzzeichen das „Blaue Schild“ einführte. Und erst seit 20 Jahren wacht die UNESCO-affiliierte Organisation Blue Shield über die Einhaltung der Standards der Konvention. Mittlerweile ist dieser Kulturgüterschutz und seine militärische Ausprägung mit anderen Kulturerbe-Ideen verschränkt.

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Übungen zum Praxisfeld Historische Kommunikationsforschung werden im Rahmen der Sommeruniversität 2017 anhand des Themas "Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation" durchgeführt. Dabei werden die österreichischen UNESCO-Welterbe-Städte Salzburg, Graz und Wien besucht, ausgewählte Kulturerbe-Stätten mit Experten besichtigt und die jeweiligen Strategien des Kulturmanagements sowie der Kulturkommunikation bzw. - vermittlung und -vermarktung im Hinblick auf Kulturbildung sowie Kulturtourismus diskutiert.

Darüber hinaus stehen Aspekte der Denkmal- und Ortsbildpflege, der Stadtentwicklung und Konflikte in der Stadtplanung - in der Spannung zwischen Tradition und Moderne bzw. moderner Architektur/Hochhäuser im Welterbe - zur Debatte.

Auch der Themenkomplex des Kulturgüterschutzes wird - teils vor dem Hintergrund der Zerstörung des Kulturerbes in Städten wie Damaskus und Aleppo - diskutiert. Auch der Frage der Wechselseitigkeit von materiellen und immateriellen Kulturerbe wird nachgegangen: Was ist immaterielles Kulturerbe und welche Rolle hat es im Kontext des Weltkulturerbes, wie kommuniziert/vermittelt man den Wert des immateriellen Kulturerbes, immaterielles Kulturerbe auf der nationalen und internationalen Liste, entlistetes sowie künftiges Kulturerbe.

Wikimedia Österreich[Bearbeiten]

Für Fragen in der LV werden die Studierenden mit WP-Schokolade belohnt.

Die Lehrveranstaltung wird in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich durchgeführt.

Wikimedia ist eine weltweite Bewegung zur Förderung freien Wissens. Wie die Wikipedia ist sie aus ehrenamtlichem Engagement entstanden, um das Wissen der Menschheit frei zugänglich zu machen. Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist das erste und erfolgreichste von vielen Projekten innerhalb der Wikimedia-Familie.

Die Wikimedia Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in San Francisco in den USA. Sie ist die Betreiberin der Online-Enzyklopädie Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte.

In Zusammenarbeit mit einem Netzwerk aus Zweigniederlassungen (sogenannten "Chapters") wie Wikimedia Österreich bietet die Stiftung die grundlegende Infrastruktur und einen organisatorischen Rahmen, um vielsprachige Wiki-Projekte und weitere Unternehmungen, die diesem Ziel dienen, zu unterstützen und zu entwickeln.

Informationen zu Wikimedia finden Sie hier.

Als Lehr- und Lernplattform dient diese Kursseite auf Wikiversity, die von Heinz Egger betreut wird.

Lehrveranstaltungsleiter[Bearbeiten]

Als universitäre Leiter fungieren Prof. Dr. Friedrich Schipper (Wien), Prof. Dr. Kurt Luger (Salzburg) und Dr. Eva Klein (Graz), unterstützt durch die Wikipedianer Heinz Egger, Karl Gruber, Beppo Stuhl, Arno Grumbeck u.a.

In den drei Welterbe-Städten Graz, Wien und Salzburg werden verschiedene Experten aus den unterschiedlichen Fachbereichen mit ihren Impulsen die Lehre unterstützen.

Im Rahmen der Blue-Shield-Tagung in Wien am 13. September referieren die UNESCO-Generaldirektorin Irinia Bokova, der Blue-Shield-Präsident Karl Habsburg-Lothringen u.a.

Eckdaten zur Lehrveranstaltung[Bearbeiten]

Gruppenbild der Blue-Shield-Sommeruni 2016 der Unis Wien und Salzburg im Wien-Museum
Blue-Shield-Sommeruni 2016: Diskussion über Stadtentwicklung und moderne Architektur und Hochhäuser im Weltkulturerbe, v.l.n.r. Habsburg, Luger, Madreiter, Schipper

Blue-Shield-Sommeruniversität 2017 "Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation: Graz - Wien - Salzburg":

eine Lehrveranstaltungskooperation des Fachbereichs Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Graz und des Instituts für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien.

Die Lehrveranstaltung wird in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich durchgeführt. Informationen zu Wikimedia finden Sie hier.

Da die Lehrveranstaltung in enger Kooperation mit Wikimedia Österreich durchgeführt wird, werden alle teilnehmenden Studierenden angehalten, auf der Übungsplattform Wikiversity einen eigenen Beitrag im Themenbereich zu verfassen. Die besten Beiträge können dann auf Wikipedia transferiert werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Abschlussarbeit: Einzel- oder Gruppenarbeit - Bearbeitungen eines Themas in Form eines enzyklopädischen Beitrags für Wikiversity

Lehrveranstaltungsleiter: Mag. Dr. Friedrich Schipper, Wien, Dr. Eva Klein und Univ.Prof. Dr. Kurt Luger

Projektleiter Wikipedia: Heinz Egger

Anzahl der Studierenden: 20

Anzahl Wikipedia-Tutoren: noch offen

Lehrveranstaltungskennzahl: 220039 Gruppe 4

Umfang: 2 Stunden, 4 ECTS credits

Zeit und Ort

Erster Termin: 31. März 2017

Letzter Termin: 23. Juni 2017

Termine: siehe Terminseite

Website der Lehrveranstaltung

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab[Bearbeiten]

Blue-Shield-Sommeruni 2016: Kulturvermittlung: Erläuterungen zum Thema "Stadtführung" in Salzburg

Über die von der SPL vorgegebenen Inhalte und Ziele hinaus ist folgendes besonders relevant:

  1. Teamwork
  2. Recherche (jenseits von Google & Co.)
  3. Analyse eines bestehenden enzyklopädischen Artikels
  4. Texte verfassen (einen Wikiversity-/Wikipedia-Eintrag verfassen)
  5. laufende Dokumentation der eigenen Arbeit
  6. Gegenlesen von Arbeiten der Kollegen.
Prüfungsstoff

Unter Anleitung der LV-Leiter und von Wikimedia-Tutoren werden in Kleinteams die Grundlagen für Wikiversity-/Wikipedia-Einträge zum Thema des Europaforums Wachau recherchiert und verfasst. Für den adäquaten Umgang mit der Mediawiki-Software wird ein eigener Editathon (Schreibwerkstatt) angeboten; ein eigener Laptop ist dafür mitzubringen.

Literatur[Bearbeiten]

Im Rahmen eines Wikipedia-Abkommens unterstützen eine Reihe bekannter Verlage diese Lehrveranstaltung und stellen den teilnehmenden Studierenden kostenfrei Fachliteratur aus den Verlagsprogrammen zur Verfügung, die zur Ausarbeitung der jeweilis zu erstellenden enzyklopädischen Artikel dienen. Eine Übersicht der Verlage findet sich hier!

Art der Leistungskontrolle:[Bearbeiten]

Blue-Shield-Sommeruni 2016: Kulturkommunikation
  • Anwesenheit bzw. aktive Teilnahme an allen Sessionen/Exkursionen und Fertigstellung eines eigenen Wikiversity-/Wikipedia-Eintrags bzw. der vorgegebenen Aufgabenstellungen.
  • Teilnahme an einem abschließenden Workshop Wikimedia - Studierende - Institut/SPL zur Evaluierung dieser Pilot-Lehrveranstaltung und aktives Feedback zur Optimierung dieses Lehrformats.

Teilnehmer an diesem Projekt[Bearbeiten]

Blue-Shield-Sommeruni 2016: Immaterielles Kulturerbe: Einstimmung beim Heurigen

Alle bereits angemeldeten Studierenden für diese Lehrveranstaltung findet man hier.

Blue-Shield-Sommeruniversität[Bearbeiten]

Die Lehrveranstaltung hat den Status einer Blue-Shield-Sommeruniversität anlässlich der Generalversammlung vom 13.-15. September 2017 in Wien. Blue Shield International ist eine UNESCO-affiliierte Kulturgüterschutz-Organisation mit Sitz in Den Haag

Sponsoring[Bearbeiten]

Übergabe des Förderschecks durch OMR Prim. Dr. Günter Nebel an Blue-Shield-Präsident Karl von Habsburg, im Bild v.l.n.r.: Friedrich Schipper, Günter Nebel, Karl von Habsburg, Claudia Garad, Klaus Lojka

Die Lehrveranstaltung wird von der Fa. SANLAS mit einem Geldbetrag gefördert, der die Durchführung der Lehrveranstaltung und insbesondere die Stipendien für die teilnehmenden Studierenden ermöglicht. Diese Förderung wurde das erste Mal anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Blue Shield im Jahr 2016 ausgeschüttet.

Ansprechpersonen:[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Weltkulturerbe - Kulturgüterschutz - Kulturkommunikation: Graz - Wien - Salzburg (SS 2017) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons