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Satz von Casorati-Weierstraß

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Einleitung

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Der Satz von Casorati-Weierstraß ist eine Aussage über das Verhalten holomorpher Funktionen in der Umgebung wesentlicher Singularitäten. Er besagt im Wesentlichen, dass in jeder Umgebung einer wesentlichen Singularität jede komplexe Zahl durch die Werte der Funktion beliebig genau approximiert werden kann.

Bezug zum Satz von Picard

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Er ist eine deutlich einfacher zu beweisende Abschwächung des großen Satzes von Picard, der besagt, dass in jeder Umgebung einer wesentlichen Singularitäten jede komplexe Zahl bis auf möglicherweise eine Ausnahme unendlich oft als Wert auftritt.

Punktierte Umgebungen

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Man betrachtet bei Casorati-Weierstraß punktierte Umgebungen um die wesentliche Singularität . Die Umgebung ist punktiert, damit man eine wohldefinierte Bildmenge enthält.

Abschluss der Bildmenge in reellen Zahlen

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ist ein Pol 1. Ordnung und für dieses Beispiel berechnet man für die Bildmenge von . Dann erhält man:

Es gilt für und .

Einführende Aufgabe

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Skizzieren Sie im Koordninatensystem die abgeschlossene Bildmengen von der punktierten -Umgebung in für die Funktion:

Dabei ist allgemein .

Satz von Casorati-Weierstraß

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Es sei offen und . Es sei eine holomorphe Funktion. Genau dann hat in eine wesentliche Singularität, wenn für jede Umgebung von : gilt.

Beweis

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Der Beweis ist eine Äquivalenzaussage, bei der die folgenden beiden Richtungen mit gezeigt werden müssen:

  • (Beweisrichtung 1) hat in eine wesentliche Singularität für jede punktierte Umgebung von .
  • (Beweisrichtung 2) gilt für jede punktierte Umgebung von hat in eine wesentliche Singularität.

Beweisrichtung 1

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Beweisrichtung 1 wird als Beweis durch Widerspruch geführt.

Beweisrichtung 1.1 - Annahme

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Sei zunächst eine wesentliche Singularität von , angenommen, es gäbe ein , so dass (d.h. liegt nicht dicht in ).

Beweisrichtung 1.2 - Element aus dem Komplement

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Wenn gilt, dann gibt es ein Element . Weil als Menge nach Definition abgeschlossen ist, ist das Komplement offen. Mit der Offentheit von gibt es ein mit .

Beweisrichtung 1.3 - Epsilonumgebung - Topologie

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Für das gewählte und gilt:

Damit habe alle Bildpunkte für alle mindestens den Abstand von (d.h. )

Beweisrichtung 1.4 - Definition einer Funktion g

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Man definiert nun die Funktion

.

Beweisrichtung 1.5 - Anwendung Identitätssatz

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ist nicht konstant, da es ein wesentliche Singularität besitzt. kann aber auch auf keiner Teilmenge konstant sein, da sonst nach dem Identitätssatz auch auf ganz konstant sein müsste. Damit ist auch die Funktion keine konstante Funktion.

Beweisrichtung 1.6 - Beschränktheit von g

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Die Funktion ist holomorph, da auf holomorph ist. Ferne ist durch beschränkt, denn es gilt für alle :

Beweisrichtung 1.7 - Anwendung Riemannscher Hebbarkeitssatz

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Nach dem Riemannschen Hebbarkeitssatz ist also auf ganz holomorph fortsetzbar. Sei die holomorphe Fortsetzung von auf mit

und es gilt .

Beweisrichtung 1.8 - Fallunterscheidung für Bildpunkt

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Gilt für den Funktionswert , dann kann man auch berechnen und man erhält auch eine hebbare Singularität für mit der Fortsetzung:

gilt , denn wäre

Beweisrichtung 1.9 - Fallunterscheidung für Bildpunkt

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Gilt für den Funktionswert , dann gilt mit

.

Also hat und damit auch nach Definition einen Pol.

Beweisrichtung 1.10 - Widerspruch

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Die Resultate aus 1.8 und 1.9 ergeben den Widerspruch zu Annahme, dass ein wesentliche Singularität besitzt.

Beweisrichtung 2

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Sei nun für jede punktierte Umgebung von . Zu zeigen ist nun, dass in eine wesentliche Singularität.

Beweisrichtung 2.1 - Ausschluss hebbare Singularität

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Wenn für jede punktierte Umgebung von , dann ist in jeder punktierten Umgebung unbeschränkt. Damit kann in keine hebbare Singularität besitzen.

Beweisrichtung 2.2 - Ausschluss Pol

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Wenn eine Funktion erfüllen soll, muss gibt es für ein , sodass für alle die Bedingung ist. Da aber das Bild in jeder Umgebung von dicht in liegt, hat in auch keine Pol. Dabei bedeutet die Bedingung , dass auf der Riemannschen Zahlenkugel in der -Umgebung von dem Punkt ist.

Beweisrichtung 2.3 - Wesentliche Singularität

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Insgesamt hat also eine wesentliche Singularität.

Siehe auch

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