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Welterbe, Kulturvermittlung und Betriebswirtschaft: die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB)

Das Schloss Schönbrunn wird durch die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. betrieben.

Die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die neben dem Schloss Schönbrunn das Hofmobiliendepot, die Kaiserappartements in der Wiener Hofburg mit Sisi Museum und Silberkammer sowie Schloss Hof und Schloss Niederweiden betreibt. Alle Standorte gehören zu den wichtigsten Andenken und Touristenattraktionen der kaiserlichen Geschichte in Österreich. Neben Betrieb und Vermarktung ist die Gesellschaft in erster Linie auch für die Instandhaltung der Objekte Instandhaltung verantwortlich ist. Sie ist neben der Betreibergesellschaft des Tower of London der weltweit erfolgreichste Betreiber eines Weltkultuerbes.

Schloss Schönbrunn[Bearbeiten]

Das Schloss Schönbrunn befindet sich im 13. Wiener Gemeindebezirk und ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeit der Stadt Wien. Die Residenz wurde zwischen 1638 und 1643 für Kaiserin Eleonora Gonzaga errichet, jedoch bereits im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung beschädigt. Aus diesem Grund wurde der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach damit beauftragt, das Schloss zu reparieren und auszugestalten. Ab 1743 wurde das Schloss durch Kaiserin w:Maria Theresia in heutiger Form ausgebaut. Architekten waren Nikolaus von Pacassi sowie Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg. Von da an war der Bau bis zum Ende des Ersten Weltkrieges der Sommersitz der österreichischen Kaiserinnen und Kaiser. Damit war das Schloss zeitweise Mittelpunkt der Habsburgermonarchie.

Schönbrunn ist das größte Schloss und eines der bedeutendsten und meistbesuchten Kulturgüter in Österreich. Das Schloss und der etwa 160 ha große Park sind seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Eine Hauptattraktion im Schlosspark ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn. Während der Garten von den Bundesgärten betreut wird und der Zoo eine eigene Gesellschaft bildet, wird das Schloss von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H. betrieben.

Geschichte[Bearbeiten]

Maria Theresia legte in ihrem Testament 1780 die Trennung in Bau- und Betriebsverwaltung für das Schloss Schönbrunn durch die Staatskasse, fest.[1] Später war die Schlosshauptmannschaft Schönbrunn zuständig. Die Bundesregierung Vranitzky gliederte die Verwaltung des Schlosses Schönbrunn aus der Bundesverwaltung, der heutigen Bundesimmobiliengesellschaft aus und errichetete mit 10. Oktober 1992 die privatwirtschaftlich betriebene „Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft“. Trotz ihrer Stellung als private Gesellschaft war sie weiterhin gänzlich Tochter der Republik Österreich Für dieses Konstrukt wurde das „Schönbrunner Schlossgesetz“ verabschiedet. Aufsichtsorgan ist die Abteilung „Kustodische Angelegenheiten“ die im Wirtschaftsministerium der Republik Österreich verortet ist. Die Gesellschaft und das Schloss Schönbrunn gelten heute als Paradebeispiel eines eines privatisierten Museumsbetriebs in Bundesbesitz.[2]

Schon bald wurde die Gesellschaft auch mit der Betreuung der Ausstellungsbereiche des Kaiserappartements (seit November 1994) und der Silberkammer (seit April 1995) in der Wiener Hofburg betraut. Seit Juni 1998 führt sie auch das Hofmobiliendepot. Diese Angelegenheiten sind durch Pachtverträge geregelt.[3][4] Im April 2004 wurde auch das neu gegründete Sissi-Museum in der Hofburg übernommen.[5]

2012 wurde die wenig erfolgreiche „Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebsgesellschaft“ (MRBG), die für zwei Schlösser in Bundesbesitz in Niederösterreich zuständig ist, als Tochterfirma der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft unterstellt. Die Geschäftsführung wollte diese zusätzlichen Aufgaben nicht annehmen, da sie eigene Geldmittel in die Erhaltung der defizitären Schlösser Hof und Niederweiden investieren mussten. Diese Aufwendungen wurden jedoch vom Finanzamt nicht als Betriebsausgabe anerkannt und mussten somit aus dem versteuerten Betriebsertrag finanzieren. Ursprünglich war der Aufbau von Rüklagen für potentiell mögliche schächere Betriebsjahre in Schloss Schönbrunn vorgesehen gewesen.[6]

Betrieb und Marketing[Bearbeiten]

Diese Gesellschaft hatte die Vorgabe, das Schloss eigenwirtschaftlich zu betreiben. Mit Hilfe unterschiedlichster Marketingaktivitäten schaffte es die Gesellschaft in kürzester Zeit, das Schloss zu einer der meistbesuchtesten Destination des Tourismus in Österreich: Derzeit verzeichnen die Schauräume über 2,5 Millionen Besucher pro Jahr. Das entspricht der Besucherzahlen aller Bundesmuseen . 1996 wurden das Schloss und Park zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die Bedeutung der Betriebsgesellschaft für den Erhalt des Ensembles, ihre Effizienz und die gute Zusammenarbeit mit den Bundesgärten wurde von UNESCO und ICOMOS mehrfach betont.[7] Europaweit bekannt sind die Aus- und Weiterbildungsprogramme für die Mitarbeiter, die einen wesentlichen Faktor für die Zufriedenheit der Besucher darstellen.[8]

Bis 2011 konnten über 170 Millionen Euro, aus Eintrittsgeldern und Sponsorenbeiträgen erwirtschaftet, in die anvertrauten Kulturdenkmäler investiert werden.[9] (die Hälfte der Gewinne wird an den Bund abgeführt). Schönbrunn ist eine der weltweit nur zwei UNESCO-Welterbestätten (von knapp 1000), die sich ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand selbst finanzieren (die andere ist der Tower of London).[10] Über behutsame Einbettung konnten auch einige Projekte moderner Architektur verwirklicht werden (Kindergarten, Auge des Museums, Salettl). 2011 erhielt die Gesellschaft den „Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft[11] Das Schloss Schönbrunn verzeichnete 2015 3,6 Millionen Besucher. Das bedeutet einen Zuwachs von 19,2% gegenüber 2014.[12]

Objekte unter der Verwaltung der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft m.b.H.[Bearbeiten]

Das Schloss Niederweiden wird ebenfalls durch Schönbrunner Kultur- und Betriebsgesellschaft verwaltet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Kühberger ; Andreas Pudlat (Hrsg.); Vergangenheitsbewirtschaftung : Public History zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Innsbruck/Wien 2012, ISBN 978-3-7065-5093-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unternehmen: Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
  2. Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. – Imperiale Attraktionen als Besuchermagneten
  3. Unternehmen: Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
  4. Impressum
  5. Unternehmen: Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.
  6. Thomas Trenkler: Schloss Hof, eine kostspielige Liebhaberei. In: der Tageszeitung „Der Standard“, Wien, abgerufen am 12. November 2017
  7. Report of the UNESCO-ICOMOS reactive Monitoring Mission to the Historic Centre of Vienna and Palace and Gardens of Schönbrunn, 17. - 20. September 2012, WHC-13/37.COM/7B, Abschnitt 2.3 Management system, S. 10 ff.
  8. Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. – Imperiale Attraktionen als Besuchermagneten
  9. Mitterlehner: Franz Sattlecker zum Alleingeschäftsführer der Schloss Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH bestellt, BMWFJ, Pressearchiv 2012.
  10. „Schloss Schönbrunn – Das neue Imperium“, Dokumentation, Eva Klimek, ORF III Spezial, Erstausstrahlung 30. Mai 2012, 21.10 Uhr (Artikel zur Sendung, tv.orf.at).
  11. Schloss Schönbrunn erhält den Tourismuspreis der Wiener Wirtschaft beim Wiener Tourismus-Abend 2011
  12. Broschüre der WKO Wien zu den Zahlen des Tourismus in Wien

Weblinks[Bearbeiten]