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Ganze Zahlen/Hauptsatz über Primfaktorzerlegung/Euklid/Textabschnitt

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Wir möchten nun zur Primfaktorzerlegung, deren Existenz wir bereits in Fakt gezeigt haben, beweisen, dass sie eindeutig ist. Natürlich kann man

12=322=232=223

schreiben, mit eindeutig ist also eindeutig bis auf die Reihenfolge gemeint. Um dies zu zeigen, brauchen wir zunächst das sogenannte Lemma von Euklid, das eine wichtige Eigenschaft einer Primzahl beschreibt.


Satz  

Es sei p eine Primzahl und p teile ein Produkt ab von natürlichen Zahlen  a,b

Dann teilt p einen der Faktoren.

Beweis  

Wir setzen voraus, dass a kein Vielfaches von p ist (andernfalls sind wir fertig). Dann müssen wir zeigen, dass b ein Vielfaches von p ist. Unter der gegebenen Voraussetzung sind a und p teilerfremd. Nach dem Lemma von Bézout gibt es ganze Zahlen r,s mit

ra+sp=1.

Da ab ein Vielfaches von p ist, gibt es ein t mit

ab=tp.

Daher ist

b=b1=b(ra+sp)=abr+bsp=tpr+bsp=p(tr+bs).

Also ist b ein Vielfaches von p.


Aus dem Lemma von Euklid folgt sofort die etwas stärkere Aussage: Wenn eine Primzahl p ein beliebiges Produkt a1a2an teilt, dann teilt p mindestens einen Faktor. Man wendet das Lemma einfach auf (a1a2an1)an an (formal ist das eine Induktion über die Anzahl der Faktoren). Dies wird im Beweis des folgenden Hauptsatzes der elementaren Zahlentheorie verwendet.


Satz  

Jede natürliche Zahl n, n2,

besitzt eine eindeutige Zerlegung in Primfaktoren.

D.h. es gibt eine Darstellung

n=p1pr

mit Primzahlen pi, und dabei sind die Primfaktoren bis auf ihre Reihenfolge eindeutig bestimmt.

Beweis  

Die Existenz der Primfaktorzerlegung wurde bereits in Fakt gezeigt. Die Eindeutigkeit wird durch Induktion über n gezeigt. Für  n=2  liegt eine Primzahl vor. Sei nun  n3  und seien zwei Zerlegungen in Primfaktoren gegeben, sagen wir

n=p1pr=q1qs.

Wir müssen zeigen, dass nach Umordnung die Primfaktorzerlegungen übereinstimmen. Die Gleichheit bedeutet insbesondere, dass die Primzahl p1 das Produkt rechts teilt. Nach Fakt muss dann p1 einen der Faktoren rechts teilen. Nach Umordnung können wir annehmen, dass q1 von p1 geteilt wird. Da q1 selbst eine Primzahl ist, folgt, dass  p1=q1  sein muss. Daraus ergibt sich durch Kürzen, dass

p2pr=q2qs

ist. Nennen wir diese Zahl n. Da  n<n  ist, können wir die Induktionsvoraussetzung auf n anwenden und erhalten, dass links und rechts die gleichen Primzahlen stehen. 

In der kanonischen Primfaktorzerlegung schreibt man die beteiligten Primzahlen in aufsteigender Reihenfolge mit ihrem jeweiligen Exponenten, also beispielsweise

840=23357.

Damit ist insbesondere zu jeder ganzen Zahl  n0  und jeder Primzahl p eindeutig bestimmt, ob p in der Primfaktorzerlegung überhaupt vorkommt und, wenn ja, mit welchem Exponenten.