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Gruppenisomorpismen/Automorphismus/Einführung/Textabschnitt

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Es seien G und H Gruppen. Einen bijektiven Gruppenhomomorphismus

φ:GH

nennt man einen Isomorphismus (oder eine Isomorphie).

Bijektive lineare Abbildungen sind insbesondere Gruppenisomorphismen.


Die Gruppen H und G heißen isomorph, wenn es einen Gruppenisomorphismus φ:GH gibt.



Lemma  

Es seien G und H Gruppen und sei

φ:GH

ein Gruppenisomorphismus.

Dann ist auch die Umkehrabbildung

φ1:HG,hφ1(h),

ein Gruppenisomorphismus.

Beweis  

Dies folgt aus

φ1(h1h2)=φ1(φ(φ1(h1))φ(φ1(h2)))=φ1(φ(φ1(h1)φ1(h2)))=φ1(h1)φ1(h2).



Betrachte die additive Gruppe der reellen Zahlen, also (,0,+), und die multiplikative Gruppe der positiven reellen Zahlen, also (+,1,). Dann ist die Exponentialabbildung

exp:+,xexp(x),

ein Gruppenisomorphismus. Dies beruht auf grundlegenden analytischen Eigenschaften der Exponentialfunktion. Die Homomorphieeigenschaft ist lediglich eine Umformulierung der Funktionalgleichung der Exponentialfunktion

exp(x+y)=ex+y=exey=exp(x)exp(y).

Die Injektivität der Abbildung folgt aus der strengen Monotonie, die Surjektivität folgt aus dem Zwischenwertsatz. Die Umkehrabbildung ist der natürliche Logarithmus, der somit ebenfalls ein Gruppenisomorphismus ist.


Isomorphe Gruppen sind bezüglich ihrer gruppentheoretischen Eigenschaften als gleich anzusehen. Isomorphismen einer Gruppe auf sich selbst nennt man auch Automorphismen. Die Menge aller Automorphismen auf G bildet mit der Hintereinanderschaltung eine Gruppe, die man mit AutG bezeichnet und die die Automorphismengruppe zu G nennt. Wichtige Beispiele für Automorphismen sind die sogenannten inneren Automorphismen.


Es sei G eine Gruppe und  gG  fixiert. Die durch g definierte Abbildung

κg:GG,xgxg1,

heißt innerer Automorphismus.

Diese Abbildung κg heißt auch die Konjugation mit g. Wenn G eine kommutative Gruppe ist, so ist wegen  gxg1=xgg1=x  die Identität der einzige innere Automorphismus. Der Begriff ist also nur bei nicht kommutativen Gruppen von Interesse.


Zu einer fixierten invertierbaren Matrix  BGLn(K)  ist die Konjugation

κB:GLn(K)GLn(K),MBMB1,

gerade diejenige Abbildung, die der beschreibenden Matrix M zu einer linearen Abbildung bezüglich einer Basis die beschreibende Matrix bezüglich einer neuen Basis zuordnet.




Lemma  

Ein innerer Automorphismus ist in der Tat

ein Automorphismus.

Die Zuordnung

GAutG,gκg,

ist ein Gruppenhomomorphismus.

Beweis  

Es ist

κg(xy)=gxyg1=gxg1gyg1=κg(x)κg(y),

sodass ein Gruppenhomomorphismus vorliegt. Wegen

κg(κh(x))=κg(hxh1)=ghxh1g1=ghx(gh)1=κgh(x)

ist einerseits

κg1κg=κg1g=IdG,

sodass κg bijektiv, also ein Automorphismus, ist. Andererseits ist deshalb die Gesamtabbildung κ ein Gruppenhomomorphismus.