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Kurs:Algebraische Kurven/2/Klausur mit Lösungen/latex

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%Daten zur Institution

%\input{Dozentdaten}

%\renewcommand{\fachbereich}{Fachbereich}

%\renewcommand{\dozent}{Prof. Dr. . }

%Klausurdaten

\renewcommand{\klausurgebiet}{ }

\renewcommand{\klausurtyp}{ }

\renewcommand{\klausurdatum}{ . 20}

\klausurvorspann {\fachbereich} {\klausurdatum} {\dozent} {\klausurgebiet} {\klausurtyp}

%Daten für folgende Punktetabelle


\renewcommand{\aeins}{ 3 }

\renewcommand{\azwei}{ 3 }

\renewcommand{\adrei}{ 5 }

\renewcommand{\avier}{ 4 }

\renewcommand{\afuenf}{ 3 }

\renewcommand{\asechs}{ 3 }

\renewcommand{\asieben}{ 6 }

\renewcommand{\aacht}{ 3 }

\renewcommand{\aneun}{ 6 }

\renewcommand{\azehn}{ 10 }

\renewcommand{\aelf}{ 5 }

\renewcommand{\azwoelf}{ 4 }

\renewcommand{\adreizehn}{ 2 }

\renewcommand{\avierzehn}{ 2 }

\renewcommand{\afuenfzehn}{ 5 }

\renewcommand{\asechzehn}{ 64 }

\renewcommand{\asiebzehn}{ }

\renewcommand{\aachtzehn}{ }

\renewcommand{\aneunzehn}{ }

\renewcommand{\azwanzig}{ }

\renewcommand{\aeinundzwanzig}{ }

\renewcommand{\azweiundzwanzig}{ }

\renewcommand{\adreiundzwanzig}{ }

\renewcommand{\avierundzwanzig}{ }

\renewcommand{\afuenfundzwanzig}{ }

\renewcommand{\asechsundzwanzig}{ }

\punktetabellefuenfzehn

\klausurnote

\newpage


\setcounter{section}{0}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Definiere die folgenden \zusatzklammer {kursiv gedruckten} {} {} Begriffe. \aufzaehlungsechs{Eine \stichwort {Nullstellenmenge} {} zu einer Menge an Polynomen im Polynomring
\mathl{K[X_1 , \ldots , X_n]}{.}

}{Ein \stichwort {Untermodul} {}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ U }
{ \subseteq }{ M }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} zu einem $R$-\definitionsverweis {Modul}{}{} $M$.

}{Eine \stichwort {Nenneraufnahme} {} zu einem \definitionsverweis {multiplikativen System}{}{}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ S }
{ \subseteq }{ R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} in einem \definitionsverweis {kommutativen Ring}{}{} $R$.

}{Eine \stichwort {affine Varietät} {.}

}{Eine \stichwort {monomiale} {} Kurve.

}{Die \stichwort {Schnittmultiplizität} {} zu zwei ebenen algebraischen Kurven \mathkor {} {V(F)} {und} {V(G)} {} ohne gemeinsame Komponente in einem Punkt
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ P }
{ \in }{ V(F) \cap V(G) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} }

}
{

\aufzaehlungsechs{Man nennt
\mathdisp {{ \left\{ P \in { {\mathbb A}_{ K }^{ n } } \mid F_j(P) = 0 \text { für alle } j \in J \right\} }} { }
das durch die Familie definierte Nullstellengebilde. }{Eine Teilmenge
\mathl{U \subseteq M}{} heißt $R$-Untermodul, wenn sie eine \definitionsverweis {Untergruppe}{}{} von
\mathl{(M,0,+)}{} ist und wenn für jedes
\mathl{u \in U}{} und
\mathl{r \in R}{} auch
\mathl{ru \in U}{} ist. }{Man nennt den Unterring
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ R_S }
{ \defeq} { { \left\{ \frac{f}{g} \mid f \in R , \, g \in S \right\} } }
{ \subseteq} { Q(R) }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} die Nenneraufnahme zu $S$. }{Unter einer affinen Varietät versteht man das $K$-\definitionsverweis {Spektrum}{}{} zu einer $K$-\definitionsverweis {Algebra von endlichem Typ}{}{} $R$, wobei alle Zariski-offenen Mengen $U$ mit dem \definitionsverweis {Ring der algebraischen Funktionen}{}{} $\Gamma (U, {\mathcal O} )$ versehen sind. }{Eine monomiale Kurve ist das Bild der affinen Geraden ${\mathbb A}^{1}_{K}$ unter einer Abbildung der Form \maabbeledisp {} {{\mathbb A}^{1}_{K} } { { {\mathbb A}_{ K }^{ n } } } { t } { \left( t^{e_1 } , \, \ldots , \, t^{e_n } \right) } {,} mit
\mathl{e_i \geq 1}{} für alle $i$. }{Unter der Schnittmultiplizität von
\mathl{V(F)}{} und
\mathl{V(G)}{} in $P$ versteht man die Dimension
\mathdisp {\dim_{ K } { \left( K[X,Y]_P/(F,G) \right) }} { . }
}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Formuliere die folgenden Sätze. \aufzaehlungdrei{Der Satz über die Zerlegung einer affin-algebraischen Menge
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ V }
{ \subseteq }{ { {\mathbb A}_{ K }^{ n } } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} in irreduzible Komponenten.}{Die algebraische Version des \stichwort {Hilbertschen Nullstellensatzes} {.}}{Der Satz über Einheiten im Potenzreihenring
\mathl{K [ \![ T ]\! ]}{.}}

}
{

\aufzaehlungdrei{Es sei
\mathl{V \subset \mathbb A_K^n}{} eine affin-algebraische Menge. Dann gibt es eine eindeutige Zerlegung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ V }
{ =} { V_1 \cup \ldots \cup V_k }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} mit irreduziblen Mengen $V_i$ mit
\mathl{V_i \not\subseteq V_j}{} für
\mathl{i \neq j}{.}}{Es sei $K$ ein Körper und sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ K }
{ \subseteq }{ L }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} eine Körpererweiterung, die \zusatzklammer {als $K$-Algebra} {} {} endlich erzeugt sei. Dann ist $L$ endlich über $K$.}{Es sei $K$ ein Körper und sei
\mathl{K [ \![ T]\! ]}{} der Ring der formalen Potenzreihen in einer Variablen. Dann ist eine formale Potenzreihe
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ F }
{ = }{ {\sum }_{ n =0 }^{ \infty } a _{ n } T ^{ n } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} genau dann eine Einheit, wenn der konstante Term
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ a_0 }
{ \neq }{0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{5}
{

Diskutiere den Zusammenhang zwischen \definitionsverweis {ebenen algebraischen Kurven}{}{} und dem Satz über implizite Funktionen.

}
{ }





\inputaufgabeklausurloesung
{4}
{

Bestimme die Schnittpunkte des Einheitskreises mit der durch
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y }
{ =} { 3x-2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} gegebenen Geraden.

}
{

Der Einheitskreis ist durch
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x^2+y^2 }
{ =} { 1 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} gegeben. Darin setzen wir
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{y }
{ =} { 3x-2 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} ein und erhalten
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x^2+ (3x-2)^2 }
{ =} { 10x^2 -12x +4 }
{ =} { 1 }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Also ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{x^2 - { \frac{ 6 }{ 5 } } x + { \frac{ 3 }{ 10 } } }
{ =} { 0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und damit
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{x_{1,2} }
{ =} { { \frac{ { \frac{ 6 }{ 5 } } \pm \sqrt{ { \left( { \frac{ 6 }{ 5 } } \right) }^2 -4 \cdot { \frac{ 3 }{ 10 } } } }{ 2 } } }
{ =} { { \frac{ { \frac{ 6 }{ 5 } } \pm \sqrt{ { \frac{ 36 }{ 25 } } - { \frac{ 6 }{ 5 } } } }{ 2 } } }
{ =} { { \frac{ { \frac{ 6 }{ 5 } } \pm { \frac{ 1 }{ 5 } } \sqrt{ 6 } }{ 2 } } }
{ =} { { \frac{ 6 \pm \sqrt{ 6 } }{ 10 } } }
} {} {}{.} Somit ist
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ y_{1,2} }
{ =} { 3 \cdot { \frac{ 6 \pm \sqrt{ 6 } }{ 10 } } -2 }
{ =} { { \frac{ -2 \pm 3 \sqrt{ 6 } }{ 10 } } }
{ } {}
{ } {}
} {} {}{.} Die Schnittpunkte sind also \mathkor {} {\left( { \frac{ 6 +\sqrt{ 6 } }{ 10 } } , \, { \frac{ -2 + 3 \sqrt{ 6 } }{ 10 } } \right)} {und} {\left( { \frac{ 6 - \sqrt{ 6 } }{ 10 } } , \, { \frac{ -2 - 3 \sqrt{ 6 } }{ 10 } } \right)} {.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Es sei $R$ ein \definitionsverweis {kommutativer Ring}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \in }{ R }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Charakterisiere mit Hilfe der Multiplikationsabbildung \maabbeledisp {\mu_f} { R } { R } { g } {fg } {,} wann $f$ ein \definitionsverweis {Nichtnullteiler}{}{} und wann $f$ eine \definitionsverweis {Einheit}{}{} ist.

}
{

Die Multiplikationsabbildung ist ein Gruppenhomomorphismus, wie direkt aus dem Distributivitätsgesetz folgt. Es gilt:

$f$ ist ein Nichtnullteiler genau dann, wenn für alle $g\in R$ aus $fg=0$ folgt $g=0$. Dies ist genau dann der Fall, wenn der Kern von $\mu_f$ nur aus $0$ besteht, was genau dann gilt, wenn $\mu_f$ injektiv ist.

$f$ ist eine Einheit genau dann, wenn es ein $g\in R$ gibt mit $fg=1$, was genau dann der Fall ist, wenn $1$ zum Bild von $\mu_f$ gehört. Dies wiederum ist äquivalent dazu, dass $\mu_f$ surjektiv ist, denn aus $fg=1$ folgt sofort $h=(fg)h=f(gh)$ für jedes $h\in R$.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Es sei $K$ ein \definitionsverweis {Körper}{}{} und
\mathl{K[X_1 , \ldots , X_n,Z]}{} der \definitionsverweis {Polynomring}{}{} über $K$ in
\mathl{n+1}{} Variablen. Es seien
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ G,H }
{ \in }{ K[X_1 , \ldots , X_n,Z] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} \definitionsverweis {homogene Polynome}{}{} vom gleichen Grad. Für die \definitionsverweis {Dehomogenisierungen}{}{} \zusatzklammer {bezüglich $Z$} {} {} gelte
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \tilde{ G } }
{ = }{ \tilde{ H } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Zeige, dass dann
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ G }
{ = }{ H }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist.

}
{

Es sei
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ G }
{ =} { \sum_{\nu \in \N^n} a_\nu X^\nu Z^{d- \betrag { \nu } } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ H }
{ =} { \sum_{\nu \in \N^n} b_\nu X^\nu Z^{d- \betrag { \nu } } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} wobei $d$ der gemeinsame Grad von \mathkor {} {G} {und} {H} {} sei. Die Dehomogenisierungen sind \mathkor {} {\sum_{\nu \in \N^n} a_\nu X^\nu} {und} {\sum_{\nu \in \N^n} b_\nu X^\nu} {,} die nach Voraussetzung gleich sind. Daher ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ a_\nu }
{ =} { b_\nu }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} für alle $\nu$ und somit stimmen auch die Ausgangspolynome überein.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{6}
{

Beweise den Satz über die Noethersche Normalisierung für Kurven.

}
{

Wir schreiben $F$ in homogener Zerlegung als
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ F }
{ =} { F_d+F_{d-1} + \cdots + F_1 +F_0 }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} mit den homogenen Komponenten
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ F_i }
{ =} { \sum_{a+b = i} c_{a,b} X^{a}Y^{b} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Ein homogenes Polynom in zwei Variablen hat die gleichen Faktorisierungseigenschaften wie ein Polynom in einer Variablen. Da wir uns über einem algebraisch abgeschlossenen Körper befinden, gibt es eine Faktorisierung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ F_d }
{ =} { c (Y-e_1X) \cdots (Y-e_k X)X^{d-k} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Da $c$ eine $d$-te Wurzel besitzt, können wir durch Streckung der Variablen erreichen, dass
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ c }
{ = }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ist. Da $K$ insbesondere unendlich ist, finden wir ein $e$, das von allen $e_j$ verschieden ist. Wir schreiben die Gleichung in den neuen Variablen
\mathdisp {\tilde{Y}=Y-eX \text{ und } \tilde{X}=X} { }
und erhalten eine Gleichung $\tilde{F}$, wo die Linearfaktoren von $\tilde{F}_d$ die Gestalt
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ Y-e_jX }
{ =} { Y-eX +eX-e_jX }
{ =} { \tilde{Y}-(e_j-e)X }
{ =} { \tilde{Y} - (e_j-e)\tilde{X} }
{ } { }
} {} {}{} \zusatzklammer {mit
\mavergleichskettek
{\vergleichskettek
{ e_j-e }
{ \neq }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{}} {} {} bzw.
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \tilde{X} }
{ = }{ X }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} haben. Multipliziert man dies aus so sieht man, dass $\tilde{X}^d$ mit einem bestimmten Vorfaktor aus $K$ vorkommt, den wir wieder durch Streckung als $1$ annehmen können. Dann hat $\tilde{F}_d$ die Gestalt
\mathl{\tilde{X}^d +}{} Terme, in denen maximal
\mathl{\tilde{X}^{d-1}}{} vorkommt. Die homogenen Komponenten von kleinerem Grad behalten auch ihren Grad, sodass in $\tilde{F}$ nur noch weitere Monome vom $\tilde{X}$-Grad
\mathl{\leq d-1}{} gibt.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{3}
{

Zeige, dass ein \definitionsverweis {Unterring}{}{}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{R }
{ \subseteq }{ S }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} eines \definitionsverweis {noetherschen Ringes}{}{} nicht noethersch sein muss.

}
{

Man betrache
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ S }
{ = }{ K[X,Y] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} als den Polynomring in zwei Variablen über einem Körper
\mathl{K}{.} Dieser ist nach Korollar 9.6 (Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)) noethersch. In diesem Ring betrachte man den Unterring
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ R }
{ =} { { \left\{ Xg(X,Y)+c \mid g \in K[X,Y], c \in K \right\} } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {} {}{} und darin die Idealkette
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ {\mathfrak a}_n }
{ = }{ (X,XY,...,XY^n) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Dann ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ XY^{n+1} }
{ \in {\mathfrak a}_{n+1} \setminus {\mathfrak a}_n }{}
{ }{}
{ }{}
{ }{}
} {}{}{} für alle
\mathl{n \in \N}{,} und somit wird die Kette nicht stationär.
\mathl{R}{} ist also nach Proposition 9.2 (Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)) nicht noethersch.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{6 (3+3)}
{

Wir betrachten den \definitionsverweis {Polynomring}{}{} $K[X,Y]$ mit dem \definitionsverweis {maximalen Ideal}{}{}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ {\mathfrak m} }
{ = }{ (X,Y) }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} \aufzaehlungzweiabc{Zeige für ein Element
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \in }{ {\mathfrak m} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \notin }{ {\mathfrak m}^2 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,} dass das Bild von
\mathl{f {\mathfrak m}^n}{} in
\mathl{{\mathfrak m}^{n+1}}{} modulo
\mathl{{\mathfrak m}^{n+2}}{} die gleiche Dimension besitzt wie
\mathl{{\mathfrak m}^n/ {\mathfrak m}^{n+1}}{.} }{Man beschreibe ein \definitionsverweis {monomiales Ideal}{}{}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ {\mathfrak a} }
{ \subseteq }{ K[X,Y] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} zusammen mit einem Element
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \in }{ {\mathfrak a} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,}
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \notin }{ {\mathfrak a} {\mathfrak m} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,} derart, dass das Bild von
\mathl{f {\mathfrak m}^n}{} in
\mathl{{\mathfrak a} {\mathfrak m}^n}{} modulo
\mathl{{\mathfrak a} {\mathfrak m}^{n+1}}{} \zusatzklammer {für
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ n }
{ \geq }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{}} {} {} eine kleinere Dimension besitzt als
\mathl{{\mathfrak m}^n/ {\mathfrak m}^{n+1}}{.} }

}
{

\aufzaehlungzweiabc{Wir können ohne Einschränkung
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ = }{ X }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} annehmen. Es ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ {\mathfrak m}^n }
{ =} { { \left( X^n,X^{n-1}Y , \ldots , Y^n \right) } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und daher
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ X {\mathfrak m}^n }
{ =} { { \left( X^{n+1},X^{n}Y , \ldots , XY^n \right) } }
{ \subseteq} { {\mathfrak m}^{n+1} }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Diese Erzeuger sind modulo
\mathl{{\mathfrak m}^{n+2}}{} linear unabhängig und ihre Dimension ist daher
\mathl{n+1}{,} was mit der Dimension von
\mathl{{\mathfrak m}^n/ {\mathfrak m}^{n+1}}{} übereinstimmt. }{Wir betrachten
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ {\mathfrak a} }
{ = }{ { \left( X,Y^2 \right) } }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ = }{ Y^2 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,} wobei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ f }
{ \notin }{ {\mathfrak a} {\mathfrak m} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} gilt. Es ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ Y^2 {\mathfrak m}^n }
{ =} { { \left( X^{n} Y^2,X^{n-1}Y^3 , \ldots , XY^{n+1} , Y^{n+2} \right) } }
{ \subseteq} { {\mathfrak a} {\mathfrak m}^{n} }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Bei den ersten $n$ Elementen kann man $X$ ausklammern, diese gehören somit zu
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ X {\mathfrak m}^{n+1} }
{ \subseteq} { {\mathfrak a} {\mathfrak m}^{n+1} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Modulo
\mathl{{\mathfrak a} {\mathfrak m}^{n+1}}{} wird nur $Y^{n+2}$ nicht auf $0$ abgebildet, die Dimension des Bildes modulo
\mathl{{\mathfrak a} {\mathfrak m}^{n+1}}{} ist also
\mathl{1}{,} was \zusatzklammer {für
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ n }
{ \geq }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{}} {} {} kleiner als die Dimension von
\mathl{{\mathfrak m}^n/ {\mathfrak m}^{n+1}}{} ist. }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{10}
{

Beweise die algebraische Version des Hilbertschen Nullstellensatzes.

}
{

Wir setzen
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ L }
{ = }{ K[x_1 , \ldots , x_n] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Es sei $K_i$ der \definitionsverweis {Quotientenkörper}{}{} von
\mathl{K[x_1 , \ldots , x_i]}{} \zusatzklammer {innerhalb von $L$} {} {.} Wir haben also eine Körperkette
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ K }
{ =} { K_0 }
{ \subseteq} { K_1 }
{ \subseteq} { \ldots }
{ \subseteq} { K_n }
} {
\vergleichskettefortsetzung
{ =} { L }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
}{}{.} Wir wollen zeigen, dass $L$ endlich über $K$ ist, und dazu genügt es nach Satz 2.8 (Körper- und Galoistheorie (Osnabrück 2018-2019)) zu zeigen, dass jeder Schritt in der Körperkette endlich ist. Es sei angenommen, dass
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ K_i }
{ \subseteq }{ K_{i+1} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} nicht endlich ist, aber alle folgenden Schritte endlich sind. Wir wenden Lemma 10.5 (Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)) auf
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{K }
{ \subseteq} { K_{i+1} }
{ \subset} { L }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} an und erhalten, dass
\mathl{K_{i+1}}{} \definitionsverweis {endlich erzeugt}{}{} über $K$ ist. Dann ist insbesondere
\mathl{K_{i+1}}{} auch endlich erzeugt über $K_i$. Andererseits ist
\mathl{K_{i+1}}{} der Quotientenkörper von
\mathl{K_i[x_{i+1}]}{.} Wir haben also eine Kette
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ K_i }
{ \subseteq} { K_i[x_{i+1}] }
{ \subseteq} { Q( K_i[x_{i+1}]) }
{ =} { K_{i+1} }
{ } { }
} {}{}{,} wo
\mathl{K_{i+1}}{} endlich erzeugt über $K_i$ ist, aber nicht endlich. Wäre
\mathl{x_{i+1}}{} \definitionsverweis {algebraisch}{}{} über $K_i$, so auch endlich, und dann wäre
\mathl{K_i[x_{i+1}]}{} bereits ein Körper nach Aufgabe 10.1 (Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)). Dann wäre die letzte Kette insgesamt endlich, im Widerspruch zur Wahl von $i$. Also ist
\mathl{x_{i+1}}{} \definitionsverweis {transzendent}{}{} über $K_i$. Dann ist aber
\mathl{K_i[x_{i+1}]}{} isomorph zu einem \definitionsverweis {Polynomring in einer Variablen}{}{} und
\mathl{Q( K_i[x_{i+1}])}{} ist isomorph zum \definitionsverweis {rationalen Funktionenkörper}{}{} über $K_i$. Dieser ist aber nach Lemma 10.6 (Algebraische Kurven (Osnabrück 2025-2026)) nicht endlich erzeugt, sodass sich erneut ein Widerspruch ergibt.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{5}
{

Es sei $K$ ein \definitionsverweis {Körper}{}{} und seien
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ A }
{ = }{ K[X_1 , \ldots , X_m ]/ {\mathfrak a} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ B }
{ = }{ K[Y_1 , \ldots , Y_n ]/ {\mathfrak b} }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} \definitionsverweis {endlich erzeugte}{}{} $K$-\definitionsverweis {Algebren}{}{.} Es sei
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ \ell }
{ =} { \operatorname{max} \left( m ,\, n \right) }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Zeige, dass man das $K$-\definitionsverweis {Spektrum}{}{} vom \definitionsverweis {Produktring}{}{}
\mathl{A \times B}{} als eine abgeschlossene Menge des
\mathl{{ {\mathbb A}_{ K }^{ \ell +1 } }}{} realisieren kann.

}
{

Ohne Einschränkung sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ m }
{ \geq }{n }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,} wir verwenden für $B$ die Beschreibung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ B }
{ =} { K[X_1 , \ldots , X_n] / {\mathfrak b} }
{ =} { K[X_1 , \ldots , X_m] / {\mathfrak b} + { \left( X_{n+1} , \ldots , X_m \right) } }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} wobei wir das um die Variablen erweiterte Ideal
\mathl{{\mathfrak b}'}{} nennen. Die beiden $K$-Spektren liegen damit als abgeschlossene Teilmengen im selben affinen Raum vor. Die Idee ist, durch eine zusätzliche Dimension \zusatzklammer {eine zusätzliche Variable} {} {} die beiden $K$-Spektren disjunkt zu realisieren. Wir betrachten
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ C }
{ =} { K[X_1 , \ldots , X_m, Z]/ { \left( Z(Z-1), Z {\mathfrak a} , (Z-1) {\mathfrak b}' \right) } }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} und behaupten, dass dessen $K$-Spektrum die disjunkte Vereinigung der beiden vorgegebenen Spektren ist. Wir betrachten also
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ V }
{ =} { V { \left( Z(Z-1), Z {\mathfrak a} , (Z-1) {\mathfrak b}' \right) } }
{ \subseteq} { { {\mathbb A}_{ K }^{ m+1 } } }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.} Aufgrund der ersten Gleichung ist entweder
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ Z }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} oder
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ Z }
{ = }{ 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{,} d.h. $V$ ist die disjunkte Vereinigung von
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ V_0 }
{ =} { V { \left( Z, Z(Z-1), Z {\mathfrak a} , (Z-1) {\mathfrak b}' \right) } }
{ =} { V { \left( Z, -1 {\mathfrak b}' \right) } }
{ \cong} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( K[X_1 , \ldots , X_m, Z]/ { \left( Z, {\mathfrak b}' \right) } \right) } }
{ \cong} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( K[X_1 , \ldots , X_n]/ {\mathfrak b} \right) } }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ =} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( B \right) } }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
} {}{} und
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ V_1 }
{ =} { V { \left( Z-1, Z(Z-1), Z {\mathfrak a} , (Z-1) {\mathfrak b}' \right) } }
{ =} { V { \left( Z-1, Z {\mathfrak a} \right) } }
{ \cong} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( K[X_1 , \ldots , X_m, Z]/ { \left( Z-1, {\mathfrak a} \right) } \right) } }
{ \cong} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( K[X_1 , \ldots , X_m]/ {\mathfrak a} \right) } }
} {
\vergleichskettefortsetzungalign
{ =} { K\!-\!\operatorname{Spek}\, { \left( A \right) } }
{ } {}
{ } {}
{ } {}
} {}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{4}
{

Ein Geldfälscher stellt $6-, 9-, 14-$ und $25-$Euro-Scheine her. Wie viele volle Eurobeträge kann er mit seinen Scheinen nicht bezahlen, und was ist der größte Betrag, den er nicht begleichen kann? Bestimme die \definitionsverweis {Multiplizität}{}{} und die \definitionsverweis {Einbettungsdimension}{}{} des zugehörigen numerischen Monoids.

}
{

Wir berechnen die Summen, die man aus den vier Zahlen bilden kann. Dabei gehen wir so vor, dass wir zu einer Summe aus den drei größeren Zahlen ein Vielfaches von $6$ dazuaddieren. Die Vielfachen von $6$ sind
\mathdisp {6,12,18,24,30, \ldots} { . }
Von $9$ ausgehend erhält man
\mathdisp {9,15,21,27, \ldots} { . }
Von $14$ ausgehend erhält man
\mathdisp {14,20,26, \ldots} { . }
Von $18=9+9$ ausgehend erhält man nichts neues. Von $23=9+14$ ausgehend erhält man
\mathdisp {23,29, \ldots} { . }
Dazu kommen noch $27=9+9+9$ und $28=14+14$. Wegen der $25$ gehören alle sechs aufeinanderfolgenden Beträge
\mathl{23,24,25,26,27,28,}{} zum Monoid, sodass auch alle folgenden Zahlen dazugehören. Die kleinste Zahl, die nicht dazugehört, ist die $22$, da sie in der Liste nicht auftaucht. Somit ist
\mathl{23}{} die Führungszahl. Die Multiplizität ist die kleinste Zahl, also $6$, und die Einbettungszahl ist $4$, da keine der vier Zahlen überflüssig ist. Der Singularitätsgrad ist die Anzahl der Lücken, die Lücken sind
\mathdisp {1,2,3,4,5, 7,8, 10,11,13,16,17,19,22} { . }
Der Singularitätsgrad ist also $14$, das sind die Beträge, die er nicht begleichen kann.

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Es sei $K$ ein \definitionsverweis {Körper}{}{} und sei
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{F }
{ \in }{ K[X_0 , \ldots , X_n] }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} ein \definitionsverweis {homogenes Polynom}{}{} vom \definitionsverweis {Grad}{}{} $d$. Zeige, dass für einen Punkt
\mathl{\left( x_0 , \, \ldots , \, x_n \right)}{} und einen Skalar $\lambda$ die Beziehung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ F \left( \lambda x_0 , \, \ldots , \, \lambda x_n \right) }
{ =} { \lambda^d F \left( x_0 , \, \ldots , \, x_n \right) }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} gilt. Man folgere, dass $F$ in
\mathl{\left( x_0 , \, \ldots , \, x_n \right)}{} genau dann verschwindet, wenn $F$ für ein beliebiges
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{\lambda }
{ \neq }{0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} in
\mathl{\lambda \left( x_0 , \, \ldots , \, x_n \right)}{} verschwindet.

}
{

Dies kann man auf den Fall eines \definitionsverweis {Monoms}{}{} vom Grad $d$ zurückführen. Für \mathkon { X_0^{d_0 } \cdots X_n^{d_n } } { mit } { \sum_{i=0}^n d_i=d }{ } und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \lambda }
{ \in }{ K }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} gilt
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ (\lambda X_0)^{d_0 } \cdots (\lambda X_n)^{d_n } }
{ =} { (\lambda^{d_0 } X_0^{d_0 }) \cdots ( \lambda^{d_n } X_n^{d_n } ) }
{ =} { \lambda^d ( X_0^{d_0 } \cdots X_n^{d_n }) }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{.}

}





\inputaufgabeklausurloesung
{2}
{

Bestimme die \definitionsverweis {Fixpunkte}{}{} der Abbildung \maabbeledisp {} { {\mathbb P}^{1}_{ K } } { {\mathbb P}^{1}_{ K } } {(s,t)} { (t,s) } {.}

}
{

Da die Koordinaten eines Punktes auf der projektiven Geraden bis auf Multiplikation mit einem Skalar
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{\lambda }
{ \neq }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} eindeutig festgelegt sind, haben wir die Bedingung
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{(s,t) }
{ =} { \lambda (t,s) }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} also
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ s }
{ = }{ \lambda t }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} und
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{t }
{ = }{ \lambda s }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Dies führt auf
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{t }
{ = }{ \lambda^2 t }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Da nicht beide Koordinaten $0$ sein dürfen, darf hier überhaupt keine Koordinate gleich $0$ sein, und somit ist
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ \lambda }
{ = }{ \pm 1 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{.} Da wir $t$ zu $1$ normieren können, gibt es die beiden Fixpunkte
\mathdisp {(1,1) \text{ und } (1,-1)} { . }

}





\inputaufgabeklausurloesung
{5}
{

Bestätige den Satz von Bezout für die beiden \zusatzklammer {über ${\mathbb C}$ affin gegebenen} {} {} Kreise
\mathdisp {V{ \left( X^2+Y^2-1 \right) } \text{ und } V{ \left( X^2+Y^2-4 \right) }} { . }

}
{

Da die beiden Polynome das Einheitsideal in
\mathl{{\mathbb C}[X,Y]}{} erzeugen, gibt es in
\mathl{{\mathbb A}^{2}_{ {\mathbb C} }}{} keinen Schnittpunkt. Die homogenen Polynome sind
\mathdisp {X^2+Y^2-Z^2 \text{ und } X^2+Y^2-4Z^2} { . }
Die Schnittpunkte auf
\mathl{V_+(Z)}{} ergeben isch, wenn man
\mavergleichskette
{\vergleichskette
{ Z }
{ = }{ 0 }
{ }{ }
{ }{ }
{ }{ }
} {}{}{} setzt. Dies führt auf die Bedingung
\mathl{V_+ { \left( X^2+Y^2 \right) }}{} mit den beiden Lösungen \mathkor {} {(1, { \mathrm i} , 0)} {und} {(1, - { \mathrm i} , 0)} {.} Die \definitionsverweis {Schnittmultiplizitäten}{}{} kann man auf
\mathl{D_+(X)}{} berechnen, die beschreibenden Polynome sind
\mathdisp {1+Y^2-Z^2 \text{ und } 1+Y^2-4Z^2} { }
mit den beiden Schnittpunkten \mathkor {} {({ \mathrm i} , 0 )} {und} {(-{ \mathrm i} , 0 )} {.} Mit der verschobenen Variablen
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ W }
{ =} { Y - { \mathrm i} }
{ } { }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} geht es um den Nullpunkt und die beiden Polynome \mathkor {} {W^2 +2 { \mathrm i} W - Z^2} {und } {W^2 +2 { \mathrm i} W - 4Z^2} {.} Es geht also um den Restklassenring \zusatzklammer {letztlich seine Lokalisierung} {} {}
\mavergleichskettealign
{\vergleichskettealign
{ {\mathbb C} [W,Z]/ { \left( W^2 +2 { \mathrm i} W - Z^2, W^2 +2 { \mathrm i} W - 4Z^2 \right) } }
{ =} { {\mathbb C} [W,Z]/ { \left( W^2 +2 { \mathrm i} W - Z^2, 3 Z^2 \right) } }
{ =} { {\mathbb C} [W,Z]/ { \left( W^2 +2 { \mathrm i} W , Z^2 \right) } }
{ =} { {\mathbb C} [W,Z]/ { \left( W (W +2 { \mathrm i} ) , Z^2 \right) } }
{ } { }
} {} {}{.} In der Lokalisierung am maximalen Ideal ist
\mathl{W +2 { \mathrm i}}{} eine Einheit, deshalb ist
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ {\mathbb C} [W,Z]_{(W,Z)} / { \left( W (W +2 { \mathrm i} ) , Z^2 \right) } }
{ =} { {\mathbb C} [W,Z]_{(W,Z)} / { \left( W , Z^2 \right) } }
{ =} { {\mathbb C} [Z]/ { \left( Z^2 \right) } }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{,} die Schnittmultiplizität ist also $2$. Das gleiche Argument zeigt, dass auch im anderen Schnittpunkt die Schnittmultiplizität gleich $2$ ist. Wegen
\mavergleichskettedisp
{\vergleichskette
{ 2+2 }
{ =} { 4 }
{ =} { 2 \cdot 2 }
{ } { }
{ } { }
} {}{}{} stimmt der Satz von Bezout.

}