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Kurs:Einführung in die mathematische Logik (Osnabrück 2016)/Arbeitsblatt 10

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Übungsaufgaben

Ersetze in den folgenden aussagenlogischen Tautologien

p1 durch β1:=xRxy,p2 durch β2:=u(fu=cPc),p3 durch β3:=yxgxz=y,p4 durch β4:=Rcuc=u.
  1. p1p2p1,
  2. (p1p4¬p2)(p1p4(p2p1))(p1p4¬p2(p2p1)),
  3. p3¬p3p4,
  4. (p1p4p3)(¬(p1p4)p3)p3.



Unterscheide zwischen den verschiedenen Bedeutungen von Gleichheit.

  1. Gleichheit von Elementen in einer Menge.
  2. Gleichheit von Zeichenketten.
  3. Das Gleichheitssymbol in einer erststufigen Sprache.



Es sei S ein Symbolalphabet einer Sprache erster Stufe. Es seien S-Terme s,t mit

s=t

gegeben. Zeige, dass es sich bei s und t um eine identische Zeichenreihe handelt.



Es sei S ein Symbolalphabet und t1,,tn seien S-Terme. Zeige die Ableitbarkeit

t1=t2t2=t3tn1=tnt1=tn.



Es seien s1,,sn,t1,,tn Terme und f ein n-stelliges Funktionssymbol. Zeige, dass die Ableitbarkeit

s1=t1sn=tnfs1sn=ft1tn

gilt.



Zeige direkt (ohne die Verwendung der Ableitungsbeziehung), dass die folgenden Ausdrücke allgemeingültig sind (dabei seien r,s,t,s1,,sn,t1,,tn Terme, f ein n-stelliges Funktionssymbol und R ein n-stelliges Relationssymbol).

  1. s=tt=s.
  2. r=ss=tr=t.
  3. s1=t1sn=tnfs1sn=ft1tn.
  4. s1=t1sn=tnRs1snRt1tn.



Es seien r1,r2,s,t Terme einer prädikatenlogischen Sprache LS und sei x eine Variable. Zeige durch ein Beispiel, dass

s=tr1sx=r2tx

nicht ableitbar sein muss.[1]



Zeige durch ein Beispiel, dass für Terme r1,r2,s und eine Variable x einer prädikatenlogischen Sprache LS der Ausdruck

r1=r2r1sx=r2sx

nicht ableitbar sein muss.



Gehört in einem Ausdruck der Form (x=y)tx die Symbolfolge tx zur prädikatenlogischen Sprache? Gehört (x=y)tx dazu?




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Es seien r,s1,,sn,t1,,tn Terme einer prädikatenlogischen Sprache LS und seien x1,,xn verschiedene Variablen. Zeige durch Induktion über den Aufbau des Termes r die Ableitbarkeit

s1=t1sn=tn(rs1,,snx1,,xn=rt1,,tnx1,,xn).



Aufgabe (4 Punkte)

Es seien s1,,sn,t1,,tn Terme einer prädikatenlogischen Sprache LS und seien x1,,xn verschiedene Variablen.

  1. Es sei R ein k-stelliges Relationssymbol und r1,,rk seien Terme. Zeige die Ableitbarkeit
    s1=t1sn=tn((Rr1rk)s1,,snx1,,xn(Rr1rk)t1,,tnx1,,xn).
  2. Es seien r1 und r2 Terme. Zeige die Ableitbarkeit
    s1=t1sn=tn(r1s1,,snx1,,xn=r2s1,,snx1,,xnr1t1,,tnx1,,xn=r2t1,,tnx1,,xn).

Tipp: Verwende Aufgabe 10.10


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei S ein Symbolalphabet, s1,,sn,t1,,tn seien S-Terme, x1,,xn verschiedene Variablen und α sei ein S-Ausdruck. Zeige die Allgemeingültigkeit

s1=t1sn=tn(αs1,,snx1,,xnαt1,,tnx1,,xn).



Aufgabe (4 Punkte)

Zeige durch ein Beispiel, dass bei einem ableitbaren Ausdruck der Form

s=t((zβ)sx(zβ)tx)

die durch die Existenzquantoren gebundenen Variablen (nach der durchgeführten Substitution) nicht übereinstimmen müssen.




Fußnoten
  1. Die Nicht-Ableitbarkeit wird durch die Angabe eines Modells gezeigt; dies verwendet die Korrektheit des Ableitungskalküls, den wir noch nicht vollständig behandelt haben.


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