Zum Inhalt springen

Kurs:Stochastik/Kovarianz

Aus Wikiversity

Einführung

[Bearbeiten]

Betrachtet man nun verschiedene Zufallsvariablen, so bilden nach der Betrachtung der Verteilungsparameter einzelner Zufallsgrößen nun Maße für den Zusammenhang zweier Zufallsvariablen und . Die Kovarianz ist eine positiv semidefiniter Bilinearform

Definition - Kovarianz

[Bearbeiten]

Für Zufallsvariablen und auf mit definiert

die Kovarianz von und

Definition - Korrelationskoeffizienten

[Bearbeiten]

Für Zufallsvariablen und auf mit definiert

(sofern ) den Korrelationskoeffizienten (nach Pearson) von und , welcher angibt, ob ein positiver/negativer linearer Zusammehang zwischen den ZV existiert.

Definition - unkorrelliert

[Bearbeiten]

Zwei Zufallsvariablen und auf mit heißen unkorreliert, falls .

Bemerkung - Kovarianz und Korrelationskoeffizient

[Bearbeiten]

Zum Studium der Größen und benötien wir den folgenden Satz.

Satz - Cauchy-Schwarz-Ungleichung

[Bearbeiten]

Für die Zufallsvariablen mit gilt:

  • (CS1)
  • (CS2) Cauchy-Schwarzsche-Ungleichung:

  • (CS3) Das Gleichheitszeichen in (CS2) gilt genau dann, wenn es Zahlen gibt mit und
.

Bemerkung zu CS3

[Bearbeiten]

Die Bedingung (CS3) bedeutet, dass die Zufallsgrößen und den Nullvektor als Zufallsgröße mit -fast überall mit Koeffizienten oder nicht-trivial darstellen kann. Dies bedeutet, dass die Zufallsgrößen und -fast überall linear abhängig sind.

Beweis - Cauchy-Scharzsche Ungleichung

[Bearbeiten]

Für den Beweisschritt (CS1) und (CS2) wird die Ungleichung

verwendet. Dazu wird im Beweis die folgende Vorüberlegung erläutert.

Vorüberlegung CS1 und CS2

[Bearbeiten]

Zunächst einmal gilt für alle :

Mit der Anwendung der binomischen Formeln erhält man:

und damit für alle .


Beweis (CS1)

[Bearbeiten]

Durch Einsetzen der Ungleichung in die Definition des Erwartungswertes und der Verwendung der Linearität des Erwartungswertes erhält man:

Beweis (CS2)

[Bearbeiten]

2. Sei . Dann ist nach 2.2 i) für alle mit und es gilt und das Gleichheitszeichen in der Cauchy-Schwarzschen-Ungleichung. Ferner ist die Gleichung erfüllt (mit ).

Beweis (3) - Schritt 1

[Bearbeiten]

Sei . Zunächst gilt für ein beliebiges unter Anwendung der Linearität vom Erwartungswert:

Beweis (3) - Schritt 2

[Bearbeiten]

Da die obige Ungleichung für ein beliebiges erfüllt ist, gilt diese insbesondere für ein speziell gewähltes . Durch Einsetzen in die Ungleichung erhält man:

d.h. die Cauchy-Schwarzsche Ungleichung.

Beweis (4)

[Bearbeiten]

Hier gilt das Gleichheitszeichen genau dann, wenn es in (*) gilt, d. h. wenn glt:

(**)

Aus (**) folgt über ii) die Gleichung aus iii) mit . Umgekehrt folgt auch aus iii) die Gleichung (**).

Folgerungen (1)

[Bearbeiten]

1. Aus

(+)

folgt also die Existenz des Erwartungswertes von : .

Im Fall der Unabhängigkeit der benötigen wir in 1.5 anstatt (+) nur .

Aus (+) folgt die Existenz der Kovarianz (). In der Tat, in der Formel

(++)

existieren gemäß 2.2 i) und i) sämtliche Erwartungswerte.

Folgerungen (2 - 3)

[Bearbeiten]

2. Formel (++) vereinfacht sich zur "Verschiebungsformel":


3. Setzt man in die Cauchy-Schwarzsche Ungleichung ein (anstatt ), so erhält man


d.h. es gilt .

Folgerungen (4)

[Bearbeiten]

4. genau dann, wenn


für alle mit .

Interpretation: ist ein Maß für den linearen Zusammenhang von und .

Eigenschaften der Varianz und Kovarianz (1)

[Bearbeiten]

Sei vorausgesetzt.

a)

Insbesondere:

für ,

b)

Eigenschaften der Varianz und Kovarianz (2)

[Bearbeiten]

c)

Insbesondere gilt für paarweise unkorrelierte (d.h. , für ) die "Formel von Bienaymé":

d) unabhängig unkorreliert.

Beweis

[Bearbeiten]

Zu c): Wegen der letzten Formel im Abschnitt "Formeln zur Varianz von X" und a) können wir annehmen, dass . Dann gilt:

Zu d): unabhängig (Verschiebungsformel).

Aufgaben für Studierende

[Bearbeiten]

Teil 1: Kovarianz ungleich null

[Bearbeiten]

Gegeben sind zwei Zufallsgrößen und , die gemeinsam verteilt sind. Die gemeinsame Wahrscheinlichkeitsverteilung ist durch die folgende Tabelle gegeben:

0 1 2
0 0.1 0.2 0.1
1 0.1 0.3 0.2


Die Verteilung von und erhält man durch Summieren der einzelnen Spalten oder Zeilen.Dies wird auch als Randverteilung einer gemeinsamen Verteilung bezeichnet. Also beispielsweise:

  1. Bestimme die Randverteilungen von und .
  2. Berechne die Erwartungswerte und .
  3. Berechne die Kovarianz .
  4. Interpretiere das Ergebnis: Ist ? Was bedeutet das für die Abhängigkeit von und ?

Teil 2: Unabhängige Zufallsgrößen mit

[Bearbeiten]

Betrachte nun zwei neue Zufallsgrößen und , die unabhängig sind. Ihre gemeinsame Verteilung sei gegeben durch:

  • nimmt die Werte und mit jeweils Wahrscheinlichkeit .
  • nimmt die Werte und mit jeweils Wahrscheinlichkeit .
  • und sind unabhängig.
  1. Erstelle eine Tabelle der gemeinsamen Verteilung .
  2. Zeige, dass .
  3. Beweise, dass bei Unabhängigkeit von X,Y folgende Beziehung gilt: . Folgere daraus .

Teil 3: Nicht unabhängige Zufallsgrößen mit

[Bearbeiten]

Gegeben sei eine Zufallsgröße , die gleichverteilt auf den Werten , und ist: Definiere eine neue Zufallsgröße .

  1. Bestimme die gemeinsame Verteilung von und in Form einer Tabelle. Gib auch die Randverteilung von an.
  2. Berechne die Erwartungswerte:
  3. Berechne die Kovarianz: Was kannst du über die lineare Abhängigkeit von und sagen?
  4. Prüfe, ob und unabhängig sind. Vergleiche dazu: Begründe, warum die Unabhängigkeit nicht vorliegt.
  5. Erkläre, warum die Kovarianz null ist, obwohl eine klare Abhängigkeit zwischen und besteht. Welche Art von Abhängigkeit wird von der Kovarianz nicht erfasst?


Siehe auch

[Bearbeiten]

Seiteninformation

[Bearbeiten]

Diese Lernresource können Sie als Wiki2Reveal-Foliensatz darstellen.

Wiki2Reveal

[Bearbeiten]

Dieser Wiki2Reveal Foliensatz wurde für den Lerneinheit Kurs:Stochastik' erstellt der Link für die Wiki2Reveal-Folien wurde mit dem Wiki2Reveal-Linkgenerator erstellt.