Das Integral ist damit -linear. Ist stetig und eine Stammfunktion von , so gilt wie im Reellen
.
Der Integralbegriff wird über die Definition eines Integrationsweges auf die komplexe Ebene wie folgt erweitert: Ist eine komplexwertige Funktion auf einem Gebiet, und ist eine stückweise stetig differenzierbarer Weg in , so ist das Wegintegral von entlang des Weges definiert als
Der Malpunkt bezeichnet hier die komplexe Multiplikation.[1]
Die zentrale Aussage über Wegintegrale komplexer Funktionen ist der Cauchysche Integralsatz: Für eine holomorphe Funktion hängt das Wegintegral nur von der Homotopieklasse von ab. Ist einfach zusammenhängend, so hängt das Integral also überhaupt nicht von , sondern nur von Anfangs- und Endpunkt ab.
Analog zum reellen Fall definiert man die Länge des Weges durch
.
Für theoretische Zwecke ist folgende Ungleichung, die sogenannte Standardabschätzung, von besonderem Interesse:
, wenn für alle gilt.
Wie im reellen Fall ist das Wegintegral unabhängig von der Parametrisierung des Weges , d. h. es ist nicht zwingend notwendig, als Parameterbereich zu wählen, wie sich durch Substitution zeigen lässt. Dies erlaubt die Definition komplexer Kurvenintegrale, indem man den obigen Formeln den Weg durch eine Kurve in ersetzt.