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Kurs:Funktionentheorie/Maximumprinzip

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Einleitung

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Das Maximumprinzip ist eine Aussage über holomorphe Funktionen aus dem Kurs:Funktionentheorie. Der Betrag einer holomorphen Funktion kann im Inneren des Definitionsbereiches keine echten lokalen Maxima annehmen. Genauer besagt es die folgende Aussage.

Satz - Maximumuprinzip

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Es sei ein Gebiet, holomorph.

  • (MAX1) Hat in ein lokales Maximum, so ist konstant.
  • (MAX2) Ist beschränkt und auf stetig fortsetzbar, so nimmt sein Maximum auf dem Rand von an.

Beweis

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Zum Beweis von (MAX1) benötigen man ein Lemma vorab, bei dem die Folgerung lokal für eine Umgebung von zutrifft und nicht auf ganz , so wie es in der obigen Formulierung des Maximumprinzip genannt ist. Dabei liefert der Beweis des Lemmas "lokal konstant" auch, dass auch auf ganz konstant ist, denn nach dem Identitätssatz reicht die Übereinstimmung von Funktionen auf einer nicht diskreten Teilmenge eines Gebietes aus, damit die Funktion auf ganz übereinstimmen.

Lemma - lokal konstant

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Es sei offen, holomorph. Sei eine lokale Maximalstelle von . Dann ist auf einer Umgebung von konstant.

Beweis des Lemmas 1

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Es sei so gewählt, dass für alle gilt. Die Cauchy-Integralformel liefert für alle mit , dass

Bemerkung zu Beweisschritt 1

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Man verlangt, dass erfüllt ist, damit auch für bei dem Integral über den Kreisrand die Spur des Weges in liegt.

Beweis des Lemmas 2

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Man erhält die folgende Abschätzung:

Bemerkung zu Schritt Lemmas 2

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In dem letzten Schritt der Ungleichung wurde die Eigenschaft verwendet, dass ein lokales Maximum ist und damit betragsmäßig ist sogar größer als alle Punkte in wird. Damit also insbesondere für Kreisrand.

Beweis des Lemmas 3

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Daraus folgt, dass es sich bei der -Abschätzung um Gleichungkette handelt, da die Ungleichung mit beginnt und endet.

.

Beweis des Lemmas 4

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Damit erhalten wir die Konstanz von über die Eigenschaft:

für alle ,

d.h. ist auf konstant.

Beweis des Lemmas 5

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Wenn auf konstant ist, dann muss auch konstant sein mit einer Konstante .

Beweis des Lemmas 6

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Wegen holomorph auf ist gelten die Cauchy-Riemannschen-Differentialgleichungen für

und es gilt

Beweis des Lemmas 7

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Ist und und Anwendung der Kettenregel auf die partiellen Ableitungen erhält man die beiden Gleichungen

und

Mit CR-DGL und ersetzen wird die partiellen Ableitung von durch partielle Ableitungen von und erhalten (Faktor 2 kann entfallen):

und

Beweis des Lemmas 8

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Wir quadrieren die beiden Gleichungen

und addieren diese beiden quadrierten Gleichungen danach zu:

Beweis des Lemmas 9

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Durch Ausklammern von und erhält man:

Damit folgt mit den reellwertigen Realteil- bzw. Imaginärteilfunktionen im Produkt:

Beweis des Lemmas 10

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  • Mit folgt da und reellwertig sind und damit gilt .
  • folgt und und damit ist nach den Cauchy-Riemannschen-Differentialgleichungen auch

Insgesamt ist also konstant auf .

Beweis MAX2 - Maximumprinzip

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Es sei eine lokale Maximalstelle von in dem Gebiet . sei die Menge alle die auf abbilden (Niveaumenge).

Beweis 1: V abgeschlossen

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Da stetig ist, sind Urbilder von offenen Mengen offen und Urbilder von abgeschlossenen Menge abgeschlossen (in der Relativtopologie in ). Da die Menge abgeschlossen ist, ist abgeschlossen in .

Beweis 2: V offen

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Nach dem Lemma lässt sich die auch als Vereinigung von offen Kreischreiben darstellen und Vereinigungen von beliebigen offenen Mengen wieder offen.

Beweis 3: Zusammenhang

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Also ist wegen des Zusammenhangs von , d. h. ist konstant.

Beweis 4: G beschränkt

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Ist beschränkt, so ist kompakt, also nimmt die stetige Funktion auf ihr Maximum an, etwa an der Stelle . Ist , so ist nach obigem Lemma auf konstant und damit auf konstant, also nimmt sein Maximum auch auf an. Anderenfalls ist und wir sind fertig.

Bemerkung - Maximum im Inneren

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Nach dem vorherigen Überlegungen führt eine lokales Maximum in Inneren zu der Eigenschaft, dass konstant auf und damit auch konstant auf dem Abschluss. Damit nimmt natürlich auch auf dem Rand das lokale Maximum an. Im andere Fall trifft die in der Aussage genannte Eigenschaft zu, dass durch Beschränktheit auf auf dem Rand das lokale Maximum annehmen muss.

Siehe auch

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Seiteninformation

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