Zum Inhalt springen

Logik/Vollständigkeitssatz/Henkin/Fakt/Beweis

Beweis

Es sei M das konstruierte Modell zu Γ und I die zugehörige Interpretation mit der natürlichen Belegung für die Variablen. Wir zeigen die Äquivalenz

αΓ genau dann, wenn Iα

für alle Ausdrücke α, durch Induktion über den Rang der Ausdrücke. Zum Induktionsanfang sei der Rang von α gleich 0, also α atomar. D.h. α ist entweder von der Form s=t oder Rt1tn. Im ersten Fall ist  s=tΓ  äquivalent zu  st  bzw.  [s]=[t]  in M. Dies ist nach Fakt äquivalent zu  I(s)=I(t)  und das bedeutet Is=t.

Im zweiten Fall ist  Rt1tnΓ  - nach Konstruktion von M und RM - äquivalent zu RM([t1],,[tn]), und dies ist äquivalent zu IRt1tn.

Es sei nun die Aussage für alle Ausdrücke vom Rang r bewiesen und sei α ein Ausdruck vom Rang r+1. Wir betrachten die mögliche Struktur von α gemäß Definition. Bei

α=¬β

ergibt sich die Äquivalenz aus der Induktionsvoraussetzung (β hat kleineren Rang als α) und Fakt  (1). Bei

α=β1β2

besitzen die beiden Bestandteile kleineren Rang als α. Die Zugehörigkeit  αΓ  ist nach Fakt  (3) äquivalent zur gemeinsamen Zugehörigkeit  β1,β2Γ.  Nach Induktionsvoraussetzung bedeutet dies Iβ1 und Iβ2. Dies bedeutet wiederum Iβ1β2 aufgrund der Modellbeziehung. Bei

α=xβ

besitzt wieder β einen kleineren Rang. Die Zugehörigkeit  αΓ  ist aufgrund der Eigenschaft, Beispiele zu enthalten und aufgrund von Axiom äquivalent zur Existenz eines Terms t und der Zugehörigkeit  βtxΓ.  Die Substitution von β nach βtx verändert nach Aufgabe nicht den Rang. Wir können also auf βtx die Induktionsvoraussetzung anwenden und erhalten die Äquivalenz zu Iβtx. Nach dem Substitutionslemma ist dies äquivalent zu II(t)xβ bzw. I[t]xβ wegen Fakt. Dies ist äquivalent zu Ixβ aufgrund der Modellbeziehung und der Surjektivität der Termabbildung.