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Polynomring/Körper/1/Irreduzible Polynome/Textabschnitt

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Die irreduziblen Elemente im Polynomring K[X] über einem Körper K sind nicht einfach zu charakterisieren. Die Antwort hängt auch wesentlich vom Körper ab, und nicht für jeden Körper lassen sich die irreduziblen Polynome übersichtlich beschreiben. Bei Irreduzibilitätsfragen kann man stets mit Einheiten multiplizieren, daher muss man nur normierte Polynome untersuchen.


Die Irreduzibilität eines Polynoms hängt wesentlich vom Grundkörper ab. Zum Beispiel ist das reelle Polynom  X2+1[X]  irreduzibel, dagegen zerfällt es als Polynom in [X] als

X2+1=(X+i)(Xi).

Ebenso ist das Polynom  X25[X]  irreduzibel, aber über hat es die Zerlegung

X25=(X5)(X+5).

Übrigens kann die Zerlegung über einem größeren Körper manchmal dazu benutzt werden, um zu zeigen, dass ein Polynom über dem gegebenen Körper irreduzibel ist.


Als echte Faktoren für ein Polynom kommen nur Polynome von kleinerem Grad in Frage. Insbesondere sind daher lineare Polynome, also Polynome von Typ aX+b, a0, stets irreduzibel. Eine notwendige Bedingung an die Irreduzibilität eines Polynoms  PK[X]  ist wegen Fakt, dass es keine Nullstelle in K besitzt. Deshalb und aufgrund des Fundamentalsatzes der Algebra sind daher in [X] die linearen Polynome die einzigen irreduziblen Polynome.



Lemma  

Es sei K ein Körper und sei K[X] der Polynomring über K. Dann ist ein Polynom vom Grad zwei oder drei genau dann irreduzibel,

wenn es keine Nullstelle in K besitzt.

Beweis  

In einer echten Primfaktorzerlegung von P, grad(P)3, muss ein Polynom vom Grad eins vorkommen, also ein lineares Polynom. Ein lineares Polynom Xa teilt aber nach Fakt das Polynom P genau dann, wenn  P(a)=0  ist.



Das Polynom X4+1 ist im Reellen stets positiv und hat daher keine reelle Nullstelle. Daher besitzt es in [X] nach Fakt auch keinen linearen Faktor. Wegen der Zerlegung

X4+1=(X2+2X+1)(X22X+1)

ist das Polynom aber nicht irreduzibel.