Benutzer:Cspannagel/gdm2012hv

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Die sieben Todsünden eines Wissenschaftlers[Bearbeiten]

Kurzfassung[Bearbeiten]

Dies ist ein nicht ganz ernsthafter, aber doch ernst zu nehmender Vortrag über die Sünde in Wissenschaft, insbesondere aber über die ganz eigenen "sündigen" Erfahrungen des Vortragenden. Der Mensch ist ja bekanntermaßen ein lasterhaftes Wesen, und Mathematikdidaktikerinnen und Mathematikdidaktiker sind davon nicht ausgenommen. Bereits als Nachwuchswissenschaftler(in) wird man gerne schleichend von einer beliebigen Auswahl der sieben Todsünden heimgesucht: Hochmut, Geiz, Neid, Wollust, Völlerei, Zorn und/oder Faulheit. Was aber ist mit Wissensdurst, Neugier und Spaß am Forschen und Lehren?

In dem Vortrag wird neben ein paar kritischen Anmerkungen am (mathematikdidaktischen) Wissenschaftsbetrieb im Allgemeinen und ein paar persönlichen Reflexionen im Speziellen eine Vielzahl an flow-induzierenden Forschungs- und Lehrmöglichkeiten dargeboten: So werden prozessorientierte öffentliche Wissenschaft, Science-Blogs, Youtube-Vorlesungen und der flipped classroom thematisiert. Außerdem erfahren sie, was das alles mit Neuronen, Spermatozoiden und Haifischbecken zu tun hat. Letztlich darf Ihnen auch das Fazit schon verraten werden: Lassen Sie uns (noch mehr) Spaß am Forschen und Lehren haben und vermitteln!

Weitere Links[Bearbeiten]

Anregungen / Ideen / Wünsche / Vorschläge[Bearbeiten]

Bitte einfach eintragen!

  • Das motto "Publish or perish" ächten und ersetzen durch: "a) Es wird nur Wesentliches publiziert und b) dieses Wensentliche wird nur einmal veröffentlicht - selbst wenn der Beitrag in einer wenig geachteten Gattung wie einer Festschrift oder in einem Sammelband (Pissecke der Wissenschaft) erscheint". Jeanpol 15:15, 4. Jan. 2012 (CET)
    • Mach ich! (War schon auf der Liste, unter "Völlerei" :-)) --Cspannagel 17:57, 4. Jan. 2012 (CET)
  • Wenn man Humboldt folgt: Wissenschaft besteht aus einer Verschmelzung von Forschung und Lehre. Ergo als Sünde: In die Wissenschaftswelt streben, obwohl man entweder mit guter Lehre eigentlich nichts am Hut haben will oder gar nicht forschen will. --O.tacke 18:13, 4. Jan. 2012 (CET)
  • Formell in der Wissenschaft arbeiten, aber eigentlich eher eine staatlich subventionierte Unternehmensberatung leiten oder sich als vom Steuerzahler bezahlter Sachbuchautor verdingen. Viele Beispiele für diese (und andere) Sünden findest du im Buch "Professor Untat". --O.tacke 18:13, 4. Jan. 2012 (CET)
    • Cool - danke für die Anregungen und den Hinweis auf das Buch - das kannte ich noch nicht (und werds mir bestellen) --Cspannagel 23:00, 4. Jan. 2012 (CET)
  • Es war zu meiner Zeit Sitte, sich permanent auf andere Stellen und Lehrstühle zu bewerben, um mehr Mittel (Gelder, Mitarbeiter) herauszufeilschen. Der Nachteil: wenn man zu einer anderen Uni wechselt, lässt man seine Leute ich Stich; man kann keine lanfristigen Projekte (10 oder 15 Jahre) angehen. Also: seriöse, in die Tiefe gehende Forschung (zumal Aktions- und empirisch ausgerichtete Forschung) braucht sehr viel Zeit und Kontinuität. Man muss in seinem Umfeld Vertrauen aufbauen. Am liebsten bleibt man am selben Ort sein Leben lang (wie Luhmann, z.B.)--Jeanpol 16:18, 5. Jan. 2012 (CET)
    • Sehr interessant, dass du das anmerkst. Ich hab mich nämlich entschieden, in Heidelberg zu bleiben, mich nicht wegzubewerben usw. Gerade, um langfristige Arbeit in diesem Umfeld hier zu ermöglichen...--Cspannagel 17:29, 5. Jan. 2012 (CET)
      • Super. Ich habe diese Leute immer verachtet! Es waren im Sinne von Schiller "Brotgelehrte".--Jeanpol 17:37, 5. Jan. 2012 (CET)
        • Der Prophet im eigenen Hause ist ... insofern kannst du einer Todsünde zumindest den Rücken kehren, wenn du in HD bleibst. Oder nicht? Gruß aus dem fachfremden einfachen Volk. --Melanie Gottschalk 18:38, 23. Feb. 2012 (CET)
  • Ich frage mich ob es eine Todsünde ist, sich gegen das AKTUELLE Paradigma seines Forschungsbereichs zu stellen und zu versuchen alte Zöpfe abzuschneiden (siehe T. Kuhn; die Struktur wissenschaftlicher Revulotionen). --Benutzer:Ittnerfa
  • Einfließen werden die Ideen zum ursprünglich angemeldeten Sektionsvortrag, der nun nicht zusätzlich gehalten wird.
  • Kommuniziere nicht mit dem einfachen Volk! Es dient nicht der Reputation und die Tageszeitung hat keinen ImpactFactor
  • Wage auf gar keinen Fall den direkten Dialog mit Fachfremden, womöglich noch über Social Media!
  • ...

Eure Assoziationen[Bearbeiten]

Wissenschaft und Habgier / Geiz[Bearbeiten]

  • Man hält Forschungsergebnisse, Ideen, Materialien, ... so lange zurück, bis sie "vollwertig veröffentlicht sind". Das kann lange dauern, und bis dahin werden sie der wissenschaftlichen Community vorenthalten! --Cspannagel (Diskussion) 20:55, 29. Feb. 2012 (CET)
  • Ich will immer mehr und mehr und mehr...Aufsätze, Zusatzaufgaben, Titelchen, Ehrendoktorwürden, und dann kommt das Matthäus-Prinzip ("Wer hat, dem wird gegeben...") schon zur Geltung. Masse statt Klasse. Viele Aufsätze. Viele Bücher. Viele Vorträge. Niemand ist frei davon. Irgendwann merkt man nur, dass man mit hängender Zunge die nächste Drittverwertung zu Ende schreibt und entscheidet sich, umzuschwenken.--Heckerstampehl (Diskussion) 17:16, 1. Mär. 2012 (CET)
  • Möglichst viele Doktoranden durchschleusen, da sich dies finanziell auswirken kann. Habe ich in Zusammenhang mit der summa-cum-laude-Schwemme gelesen. --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • "Bei der Vielzahl der Einreichungen konnten wir Ihren Beitrag leider nicht berücksichtigen." kam als Feedback vom MMTKongress2009, der Informatik2012 und wird mir sicher immer mal wieder begegenen. --> Geiz mit Informationen über Auswahlkriterien (hier habe ich tw auch den Eindruck, dass die Titel auf der Einreichung nicht ausreichten --> Link zu Hochmut) --Anjalorenz (Diskussion) 14:16, 3. Mär. 2012 (CET)
  • Schreiben schlechter Reviews, weil man im gleichen Track eingereicht hat --> erhöht die eigene Annahmewahrscheinlichkeit --Anjalorenz (Diskussion) 14:22, 3. Mär. 2012 (CET)
    • Ist im Schulterschluss mit "Da brauche ich nicht einzureichen, da {sitzt derunder im Chair|haben nur EU-Projekte eine Chance|...}" --Anjalorenz (Diskussion) 14:22, 3. Mär. 2012 (CET)
  • ...

Wissenschaft und Völlerei / Maßlosigkeit[Bearbeiten]

  • Selbstüberschätzung, Allgemeingültigkeit von Aussagen, Allmachtsanspruch.
  • Bezieht sich immer auf den Bereich "Forschen-Publizieren-Posten und Pöstchen sammeln" - nie auf die Lehre! --Heckerstampehl (Diskussion) 17:26, 1. Mär. 2012 (CET)
  • Es wird zu den Themen publiziert die gerade "trendy" sind und viel Aufmerksamkeit versprechen. Doch wenige machen sich die Arbeit unliebsame und aufwändige Aufgaben anzugehen, um z.B. Begriffe wieder zusammen zu führen.
    • Genau, und für letzteres gibts keine Drittmittelgeber... --Cspannagel (Diskussion) 13:37, 3. Mär. 2012 (CET)
  • Zwangszitate, siehe hier: "Wenn du ein, zwei Arbeiten, die in unserem Journal erschienen sind, erwähnst, dann würden wir den Artikel drucken." --Anjalorenz (Diskussion) 14:32, 3. Mär. 2012 (CET)
  • ...

Wissenschaft und Faulheit[Bearbeiten]

  • Immer wieder dieselben Vorlesungen, Seminare, ... in demselben Stil wie immer halten, weil Forschung viel wichtiger ist als Lehre. --Cspannagel (Diskussion) 20:56, 29. Feb. 2012 (CET)
  • Zu diesem Aspekt gehört auf jeden Fall auch die Denkfaulheit; unreflektiert tradierte 'Wahrheiten' zu übernehmen, nichts in Frage zu stellen und Irrtümer, Stereotype oder einfach Langeweile an die nächste Generation weiterzureichen. Looking at things sideways, neue Pfade einschlagen und (eigene) geistige Durchdringung der Materie wären mögliche Gegenmittel. Sdr3frst, 22:22, 29. Feb. 2012
  • erinnere mich an ein Seminar, in dem der Prof. einfach alle Grafiken eines Grundlagenwerkes (konkret: Geografie) eingescannt hat und nacheinander per ppt ablaufen ließ, zu manchen ist ihm (offensichtlich spontan) etwas eingefallen, die wurden dann länger projiziert, andere wurden einfach weggecklickt ^toddyass 01.Mar.2012 10:40
  • Link zu "Wissenschaft und Neid": Und ich? Ehm, räusper, hüstel, ich...habe noch nicht mal einen Antrag gestellt, weil's mir zuviel Arbeit war! Aber neidisch bin ich trotzdem! --Heckerstampehl (Diskussion) 17:20, 1. Mär. 2012 (CET)
  • Didaktik? Was'n dit? Ich halte das Seminar einfach irgendwie so. Mehr Vorbereitung brauche ich nicht. Beratungen? Vorab-Lektüre von Thesenpapieren? Och nöööö...--Heckerstampehl (Diskussion) 17:25, 1. Mär. 2012 (CET)
    • Beobachte auch bei Weiterbildungsseminaren zur Hochschullehre, dass hier vor allem diejenigen drinsitzen, die ohnehin schon engagiert sind. Engagement auch ohne Note wird bei Studenten kritisiert, aber ohne Verpflichtung kriegt man viele Dozenten auch nicht zu derartigen Angeboten. --Anjalorenz (Diskussion) 14:13, 3. Mär. 2012 (CET)
  • Nicht selber zu machen und neue Ansätze zu erdenken, sondern sich auf andere verlassen oder zu "klauen" ;-).
    • Deshalb werden Vorlesungsunterlagen auch gern hinter Passwörtern oder in geschlossenen LMS "versteckt", statt sie als OER anderen zur Verfügung zu stellen. Keiner braucht bei einer Grundlagenvorlesung das Rad neu zu erfinden, aber Quellenangaben sollten doch nicht zu viel verlangt sein. --Anjalorenz (Diskussion) 14:13, 3. Mär. 2012 (CET)
  • Manche Lehrende vergessen ihre Vorbildfunktion. Von Studenten wird streng die Zitation nach APA verlangt. Studienbriefe/ Skripten sind unvollständig bzw. nicht korrekt zitiert. Die Texte sind öfter erst im dritten Anlauf verständlich, da teilweise voller grammatikalischer Unebenheiten. Caroline (Diskussion) 08:19, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Wenn schriftliche Arbeiten von Lehrkräften nicht (selber) gelesen und mit Standardkommentaren versehen werden, wundern sich die Lernenden, wenn sie sich darüber austauschen. Begründungen, die aus Wortbausteinen zu bestehen scheinen, helfen den Studierenden nicht, individuelle Schwächen zu beseitigen und/oder ihre Studienleistungen zukünfig zu verbessern. Kristina Lucius (Diskussion) 20:05, 5. Mär. 2012 (CET)

Wissenschaft und Hochmut / Eitelkeit[Bearbeiten]

  • "Der Gotteswahn" Richard Dawkins erklärt alle, die nicht seiner wissenschaftlichen Attitüde anhängen für geisteskrank - und steht damit leider für etliche Andere. (Burkhard Tomm-Bub, M.A. aka BukTom Bloch)

Rekrutierungsverfahren führt zu Mittelmäßigkeit

  • "Aufgeblasene A...." (Auszug aus meiner Biographie) "(...) Die meisten waren brave Studenten gewesen, die sich durch Sitzfleisch und Sitzfleiß hochgedienert hatten. Sie hatten zahlreiche Demütigungen auf sich nehmen müssen, ohne es vielleicht selbst zu merken. Viele hatten sich ein vernachlässigtes und zu vernachlässigendes wissenschaftliches Gebiet herausgesucht, in dem sie konkurrenzlos Detailwissen anhäufen konnten, bis sie in diesem Bereich unschlagbar waren. (...)" --Jeanpol (Diskussion) 09:35, 1. Mär. 2012 (CET) ... (bitte plaziere den beitrag, wo er dir am besten zu passen scheint)--Jeanpol (Diskussion) 11:32, 1. Mär. 2012 (CET)
  • Hier gibt es eine Verbindung zur Faulheit, denn da ich zu faul war, mich intensiv mit den Forschungsergebnissen des Kollegen auseinanderzusetzen, kanzel ich seine Neuerscheinung in der Arbeit ungelesen ab, weil ich wieder keine Zeit hatte, denn natürlich hatte ich eigentlich Wichtigeres zu tun. Außerdem gilt die Regel: Je länger man im Geschäft ist, desto weniger setzt man sich mit der Produktion des Nachwuchses auseinander, sondern entwickelt Standesdünkel und treibt sich nur noch unter seinesgleichen herum. --Heckerstampehl (Diskussion) 17:23, 1. Mär. 2012 (CET)
  • "Was bilden Sie sich überhaupt ein? Sie haben ja noch nicht einmal promoviert." Originalzitat eines Professors auf Kritik an dessen Lehre durch einen seiner Mitarbeiter. --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Ich bin Professor, also habe ich grundsätzlich Recht. Aber andererseits auch: "Wissenschaftler sind keine Götter - Wir sind Fachidioten" (Carl Djerassi) --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Code: Als "Kollege" angesprochen werden prinzipiell nur Professoren oder Habilitierte (wobei in diesem Fall "Kollege" dann gönnerhaft klingt). Jemanden mit "Kollege" begrüssen, dient dazu, der Runde zu signalisieren, dass es sich um einen Prof. handelt.--Jeanpol (Diskussion) 15:32, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Es wird noch ein neuer Begriff für bereits beschriebene Phänomene bzw. Sachverhalte erfunden, damit man sich a) von anderen Wissenschaftlern abgrenzt b) den Ruhm beanspruchen kann, der Erfinder/ Begründer eines Begriffs zu sein.
  • Wenn Lehrende vorgeben, an Diskussionen mit Studierenden interessiert zu sein, ist herablassendes Ignorieren einer anderen Meinung unakzeptabel. Kristina Lucius (Diskussion) 20:22, 5. Mär. 2012 (CET)
  • Nach 10 Jahren als Lehrer und Praktikantenbetreuer kommt im 11. Jahr aus der Didaktik, die immer gern ihre Wissenschaftlichkeit betont, die Einladung, sich zusammen zu setzen, um Uni und Schule enger zu verzahnen. U.a. wird erwähnt, dass die Studenten jetzt eine Mappe zusammenstellen müssen, die der Betreuungslehrer zu lesen und zu bewerten hat (nach Formular). Auf die Frage, ob das nicht eine Menge Mehrarbeit sei, kam die Antwort: "Aber naja, Sie müssen doch nur hier ein paar Kreuze machen." Ich sollte erwähnen, dass die Mappen 10 und (viel) mehr Seiten enthalten können. Dass ich 10-20 Praktikanten im Jahresverlauf habe. Und dass die Uni nicht mein Dienstherr ist. Aber ich fand es schon sehr eitel, wie manche über meine Arbeitszeit verfügen möchten. (Sorry, anonym...)
  • Neuerungen aus der Praxis werden nicht wahrgenommen, weil man nur die eigenen (oft erfahrungsarmen) Produkte verbreiten will (menschlich verständlich aber für die Gesellschaft kontraproduktiv). Hochschullehrer sollten die Verpflichtung ernst nehmen, das aktuell vorhandene Wissen zu sichten und die Innovationen zu verbreiten, die für ihr Fach und ihre Studenten relevant sind. Das ist besonders ärgerlich in Didaktik und Pädagogik, wo die Neuerungen meist in der Praxis entstehen aber erst Jahrzehnte später auf der Hochschulebene oft unter Druck der Studenten aufgenommen werden.--Jeanpol (Diskussion) 08:10, 15. Apr. 2012 (CEST)

Wissenschaft und Wollust / Ausschweifung[Bearbeiten]

  • Wie wär's mit dem manchmal doch recht ausschweifenden Konferenztourismus?--Lutzbecker (Diskussion) 15:02, 2. Mär. 2012 (CET)
Ich habe mir 1982 vorgenommen, nie an einem kongress teilzunehmen, es sei denn ich halte dort einen vortrag. So hatte ich viel zeit, um meine arbeit voranzubringen, konnte aber keine seilschaften pflegen. So wurde ich zwar bekannt, hatte aber das images eines "solitärs" und wurde trotz 14 bewerbungen auf Französisch-Didaktik-Stellen nie auf eine richtige professur oder auf einen lehrstuhl berufen (ich bin nur apl.Prof). Dabei war ich Franzose und einer der ganz wenigen habilitierten. Dennoch bin ich sehr zufrieden!!!:-)) Die strategie ist aufgegangen!--Jeanpol (Diskussion) 08:12, 4. Mär. 2012 (CET)
  • Dann fiele mir noch die Lust an der Selbstausbeutung ein--Lutzbecker (Diskussion) 15:21, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Verschwendung von Geldern; kommt ja immer was vom Steuerzahler hinterher... Beliebt scheint auch an Unis das Dezemberfieber zu sein (schnell noch Geld ausgeben, bevor die Mittelzuweisung wegfällt und ich dann im nächsten Jahr vielleicht weniger bekomme) --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Ausschweifung im anderen Sinn, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das eine "Sünde" ist: Beschäftigung mit anderen oder Randthemen statt die eigenen Hauptforschungsprojekte voranzubringen. Zumindest habe ich abends/am Wochenende teils ein schlechtes Gewissen, wenn ich so'n Zeug hier mache ;) --Anjalorenz (Diskussion) 14:35, 3. Mär. 2012 (CET)
  • ...

Wissenschaft und Zorn / Rachsucht[Bearbeiten]

  • Der Aufwand für die Ausgestaltung von Seminaren hat sich nicht gelohnt: Die Studenten reagieren nicht drauf, nutzen nicht die ihnen bereitgestellten Möglichkeiten. Die Motivation der Lehrenden sinkt, im nächsten Semester den gleichen (vergeblichen) Aufwand zu machen. Und dann stellt man fest: Früher war alles besser... --Anjalorenz (Diskussion) 22:47, 29. Feb. 2012 (CET)
  • Der verdammte Kollege hat schon wieder einen Preis abgeräumt, ich noch nie einen. Das werde ich ihm heimzahlen, indem ich spitze Bemerkungen mache, durch Abwesenheit von wichtigen Sitzungen ihm alle Aufgaben zufallen, ich ihn nicht zitiere. Ha! Das saß! Mist - er hat's gar nicht bemerkt!--Heckerstampehl (Diskussion) 17:18, 1. Mär. 2012 (CET)
  • Vermischung von Arbeits-, Betreuungs- und Begutachtungsverhältnis an deutschen Universitäten: "Kommst du mir im Job blöd oder bist mir nicht gefügig, gebe ich dir eine schlechte Note in der Doktorarbeit..." --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Zorn wissenschaftlicher Mitarbeiter auf ihre Chefs. --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • Wenn Studierende nicht an der Uni bleiben und dort forschen wollen, darf sich ihre Entscheidung nicht auf noch ausstehende Bewertungen von Prüfungen auswirken. Kristina Lucius (Diskussion) 20:18, 5. Mär. 2012 (CET)

Wissenschaft und Neid / Missgunst[Bearbeiten]

  • Die Kollegin ist viel schneller mit ihrer Dissertation durch als ich mit meiner. Dann hat sie auch noch ein Stipendium eingeworben. Och Mensch! Und ich? Siehe unter "Wissenschaft und Faulheit" ! --Heckerstampehl (Diskussion) 17:19, 1. Mär. 2012 (CET)
  • "Schauen Sie mal den Lehrstuhl der Kollegin an, die zeitgleich mit mir angefangen hat. Die hat ja viel mehr Mitarbeiter als ich!" (Vielleicht tut sie auch mehr dafür...) --O.tacke (Diskussion) 15:26, 2. Mär. 2012 (CET)
  • "Klar kann der Kollege bei so einer tollen Konferenz in WeitWeitWeg einreichen, der hat in seinem Projekt ja auch einen Hort an Reisemitteln." --Anjalorenz (Diskussion) 14:37, 3. Mär. 2012 (CET)
  • ...

Wissenschaft und Diebstahl[Bearbeiten]

  • "Beklaut" wurde ich immer wieder. Z.B. so: "Noch nicht publiziert und schon plagiert" und so: "Böse, die uns im Wege standen". Wobei ich eindringlich darauf verweise, dass ich keineswegs verbittert oder enttäuscht bin. Ich blicke mit großem Stolz und Freude auf meine Karriere zurück und freue mich auf die spannenden Projekte, die noch auf mich warten!:-)) Ich möchte nur auf bestimmte Phänomene hinweisen und den Leser, falls notwendig, "entnaivisieren".--Jeanpol (Diskussion) 07:53, 4. Mär. 2012 (CET)
  • Da fällt mir noch ein, dass die Wikipedia-Admins mich vor zehn Jahren auf Hinweis von Studenten mitteilten, dass eine Medienwissenschaftlerin aus Aachen ihre Vorlesung praktisch wortwörtlich aus meinen Wikipedia-Texten hier bestritt, bis die Studenten sich bei der Hochschulleitung beschwerten.--Jeanpol (Diskussion) 09:10, 4. Mär. 2012 (CET)
  • Das Auftauchen von Studienleistungen in Lehrwerken von Dozenten schmeichelt zwar sehr, sollte aber wenigstens vorher mit den Ideengebern abgesprochen werden. :) Kristina Lucius (Diskussion) 20:15, 5. Mär. 2012 (CET)

Links[Bearbeiten]

Diskussion nach dem Vortrag[Bearbeiten]

Bitte einfach eintragen!

  • Topp!! (auch ohne erneutem Aufgreifen der "Plüsch-5" :-D) Der signifikant längere Applaus gegenüber dem der anderen Hauptvorträge zeigt, dass du das ausgesprochen hast was sich viele (leider nur insgeheim) denken :)
  • Insgesamt ein sehr mutiger und ansprechender Vortrag! Ich finde, dass "Todsünden" nicht immer passt, zum Beispiel das Zurückhalten von Ideen bis sie endgültig publiziert werden können ist m.E. kein Geiz,sondern schlichtweg Angst. Und Angst spielt in vielen Bereichen der Wissenschaft eine große Rolle: Angst vorm Fehler-machen, Angst vor fehlender/abbrechender Finanzierung, Angst vorm Ideenklau, Angst vor Ausbeutung usw. Das geht so weit, dass ich (als Doktorandin) junge Doktoranden überreden muss, den Schutzraum eines Doktorandenseminars wahrzunehmen und etwas von ihren Methoden Preis zu geben. Auch die Kommunikation und Kooperation innerhalb eines Elfenbeinturms ist also zum Teil nicht ganz einfach. Einiges davon wurde ja im Vortrag auch angesprochen, 'Sünde' hat für mich aber eine andere Konnotation als 'Angst'. Aber ich verstehe, dass das weniger schön zur Metapher passt. Übrigens: Eine Kritik am Vortrag, die ich heute gehört hab: "Das war doch alles kalter Kaffee, das weiß doch jeder aber keiner spricht es aus. Langweilig!" - ich würde das als Kompliment auffassen ;-)
    • Ja, das stimmt: Angst spielt in vielen Zusammenhängen hier auch eine große Rolle. Das ist bei Nachwuchswissenschaftlers auch irgendwie verständlich - sie müssen ja schließlich in gewisser Weise nach den Regeln des Systems spielen, damit sie nicht herausfallen. Allerdings kann man das bei Professorinnen und Professoren schon eher hinterfragen. Ist deren Angst (z.B. vor einem Reputationsverlust) wirklich "berechtigt"? Müssen sie nach den Regeln des Systems spielen (vorausgesetzt, sie finden sie nicht gut)? Oder wären sie nicht eher dazu verpflichtet, das System zu ändern (weil sie an der Position sind, das zu können)? Zu der geäußerten Kritik: Stimmt, nichts von dem, was ich erzählt habe, ist neu. Ist alles kalter Kaffee. Trotzdem fand ich, dass es mal in einem solchen Rahmen thematisiert werden sollte. --Cspannagel (Diskussion) 13:52, 23. Mär. 2012 (CET)
      • Angst vor dem Fehlermachen als übertriebene Sorge um das Bild der eigenen geistigen Vollkommenheit? Eitelkeit. Todsünde. --O.tacke (Diskussion) 14:10, 23. Mär. 2012 (CET)
  • [Lisa Rosa] - Erst als ich Deine Folien gesehen habe, Christian, (dem Vortrag selbst konnte ich leider nicht lauschen), sah ich überhaupt, worauf Du aus warst mit diesem Titel. Die Folien und Deine Forderungen und Deine Praxis gefallen mir. Was ich etwas schwierig finde, ist die undiskutierte fröhliche Mischung aus Religion und Wissenschaft. Der Titel müsste dekonstruiert werden, dann wird er sinnvoller. Religiöses Prinzip ist ja, dass der Einzelne vor Gott (und ganz nebenbei vor den Mitmenschen, aber Gott ist wichtiger) durch "Sündigen" "schuldig" wird. Für Säkulare gibt es keine Sünde, und schuldig wird man in der säkularen Gesellschaft immer nur gegenüber seinen Mitmenschen. Völlerei, Eitelkeit usw. ist für Säkulare keine Schuld. Schuldig wird man, wenn man andere Menschen kränkt, verletzt, mordet, und dann ist nicht das Motiv (vllt. Habgier) das, was schuldig gemacht hat, sondern die Tat. Säkulare Wissenschaft (das ist schon ein weißer Schimmel!) kann nicht undiskutiert mit solch einer Prinzipien-Mischung umgehen. Selbst die nicht atheistischen Physiker, die ich kennen, trennen das strikt. Aber weil es nun gar nicht erst diskutiert wurde (religiöse vs. wissenschaftliche Prinzipien), ging auch eine Möglichkeit verloren. Denn Du hast die religiöse Sichtweise (der Einzelne ist schuldig, soll sich bessern, normativ also) implizit und ohne Alternative übernommen (so sieht es jedenfalls aus, ich weiß ja nicht, was du zu den Folien gesagt hast). Dabei könnte eine wissenschaftliche - hier wissenschaftssoziologische - Betrachtungsweise nämlich zu noch anderen interessanten Ensichten führen. Der einzelne Wissenschaftler mag neidisch, maßlos, faul usw. sein "wie jeder Mensch". Aber wenn man nur das betrachtet, bleibt es eben auch bei Appellen an den Einzelnen, "nicht so viel" SO zu sein, sich zu bessern, "mehr zu kollaborieren", "weniger zu konkurrieren". Der Wissenschaftssoziologe würde aber darüberhinaus Folgendes bemerken: Der einzelne Wissenschaftler ist Teil eines Wissenschaftssystems mit bestimmten Reglements, Gewohnheiten, Gesetzen, Hierarchien usw, die er "bedienen" muss, will er am Wissenschaftssystem teilhaben. Und weil er nicht religiös, sondern wissenschaftlich rangeht, hält er weder das System noch den Einzelnen für schuldig/unschuldig, böse/gut, oder sonstwie moralisch zu bezeichnend. Und nur so findet er, dass sich die Bedürfnisse und Auffassungen davon, wie Wissenschaft eigentlich laufen könnte/sollte der Einzelnen in einem Spannungsverhältnis zu den Systemregeln befinden können, wenn der Einzelne eben nicht "hoch konkurrent" (= habgierig, geizig, eitel), sondern im Interesse der Wissensgesellschaft und der Entwicklung des Wissensschaftssystems in ihr lieber kollaborativ ist. Und dann wäre man auch nicht immer so verzweifelt, dass sich trotz all der guten Ideen, Verhaltensweisen und Appellen von vereinzelten Einzelnen nicht wirklich was ändert. Und man könnte herausfinden, welche Strategien im System (nicht bloß das Einzelverhalten einzelner Wissenschaftler) günstig wären, dem benötigten Systemwandel zu dienen. Einem Systemwandel, der nicht nur solchen besonderen Einzelwissenschaftlern wie Dir, Christian, der sowieso mit Begeisterung tut, was er für richtig hält, egal ob er damit an Systemregeln aneckt - sondern auch den vielen "normalen" und "braven" Wissenschaftlern eher nahelegt (triggert, ermöglicht), kollaborativ statt konkurrent zu sein. Und da wäre es dann sicher gut, nicht mehr auf religiöse Dimensionen zu setzen, sondern auf Wissenschaft und gerade auf Wissenschaftswissenschaft, um diese Strategien zu finden und umzusetzen. Der "öffentliche Wissenschaftler" bleibt solange ein alternatives normatives Modell (gegen den sich leicht eine pseudo-pragmatische oder gar pseudorealistische Begründung der alten Wissenschaftssystemregeln in Stellung bringen lässt), solange er nicht wissenschaftlich begründet, warum er nötig, dringend nötig, für die Modernisierung des Wissenschaftsbetriebs ist. Ich will dabei gar nichts gegen den Vortrag sagen, denn Deine Praxis und die Forderungen, wie gesagt, finde ich innovativ, spannend und fühle mich ihnen sehr verwandt mit meiner eigenen Praxis, wie Du weißt. Aber vielleicht verstehe ich etwas anderes unter „wissenschaftlich“ als Du. Ich bin auch neulich etwas verstört gewesen über Deine explizite Selbstzuschreibung in irgendeinem about als „anti-intellektuell“. Da würde ich ja gerne mal drüber diskutieren wollen. Wäre es nicht viel einfacher gewesen, die Religion und ihre Weltsicht draußen zu lassen, und den Gegenstand des Vortrags anders zu nennen? Es geht ja auch Dir gar nicht um die "Todsünden", es geht darum, die Haltung und die Praxis der WissenschaftlerInnen des 21. Jahrhunderts neu zu bestimmen. (und natürlich auch nicht losgelöst vom Wissenschaftsbetrieb). Das war Dein Thema, und es ist ein wichtiges Thema, für das Du ein (Praxis-) Experte bist. Ich habe aber schon öfter festgestellt, auch bei mir natürlich, dass eine knallige, provozierende Idee für einen Titel zwar Interesse auf sich zieht, einen dann aber auch bindet und einengt und ungeahnte ungewollte Bedeutungskräfte entfaltet. So ist das mit den Metaphern. Man darf sie nicht strapazieren und nicht an zu prominente Stellen in der Bearbeitung eines Themas setzen. Denn natürlich entfalten sie ihre Eigendynamik, und man muss mit seinem Denken hinterherlaufen. Ich finde darum, dass die Bemerkung meiner Vorkommentatorin sehr wichtig ist: Es ist ganz sicher viel eher Angst, als Geiz, die davon abhält, Wissen zu teilen. Aber durch die Metapher war man gebunden.
    • Völlig richtig. Ich habe die Metapher der Todsünde gewählt, um auf den Vortrag neugierig zu machen und letztlich auch eine etwas lockere und witzige Einbettung zu haben. (Die Einschränkung durch die Metaphernwahl war mir vorher in dieser Form kaum bewusst, jetzt aber schon.) Trotzdem hatte das Ganze natürlich einen tieferen Sinn: Es ging darum deutlich zu machen, dass sich jeder Wissenschaftler in seinem Verhalten hinterfragen kann und auch sollte. Und Tatsache: Das Wesentliche am Vortrag war der Appell, ein bisschen weniger SO zu sein und ein bisschen mehr SO. Wenn viele das machen (so meine vielleicht naive Hoffnung), ändert sich auch das System. Zur Wissenschaftlichkeit des Vortrags: Der Vortrag hatte überhaupt nicht den Anspruch, wissenschaftstheoretisch und wissenschaftswissenchaftlich zu sein. Es war explizit kein wissenschaftlicher Vortrag, sondern ein Vortrag über Wissenschaft, der dazu gedient hat, ein paar Dinge mal in einem großen Rahmen laut zu sagen. Sicher wäre es sehr ertragreich, das Ganze auch unter wissenschaftstheoretischer Perspektive usw. zu betrachten, aber ich befürchte, dafür bin ich zu wenig Wissenschaftstheoretiker und Experte in diesen Gebieten, sondern mehr fachdidaktischer Pragmatiker. Ich würde mich aber freuen (und das passiert ja sicher auch), wenn diese Ansätze (z.B. öffentliche Wissenschaft) auch von entsprechenden Wissenschafts-Experten wissenschaftlich unter die Lupe genommen würden. Zum Begriff "anti-intellektuell": So bezeichne nicht ich mich im ernsthaften Sinne, sondern so hat mich mal jemand bezeichnet. Ich fand diesen Terminus witzig und habe ihn aufgegriffen, aber nicht, weil ich denke, dass ich tatsächlich so bin, sondern weil ich die Bedeutung dieser Zuschreibung ad absurdum führe, wenn ich sie gleich aufgreife und verwende (sozusagen als Entmachtung dieses Vorwurfs). --Cspannagel (Diskussion) 13:52, 23. Mär. 2012 (CET)
  • Vielen Dank für deinen Vortrag Christian, der mich, wie Du jetzt siehst, immer noch beschäftigt - weit mehr, als alle anderen Vorträge auf der Tagung! Die sieben Todsünden hin oder her - natürlich provozierend als Titel - haben aber die Wirkung nicht verfehlt! Es liegt ja auch immer im Auge des Betrachters, wie deine Aussagen aufgenommen werden. Klar musste ich nicht lange überlegen, warum Du die Inszinierung im Programmheft so gewählt hast (schwarzer Hut mit dunkler Brille) und das ausgesprochen hast, was Du denkst. Danke für deinen Mut (das soll keine Lubhudelei sein :-), denn soweit muss man erst mal kommen! Die Musik und die Lebenseinstellung (was beeinflusst einen wie zuerst??) können auch WissenschaftlerInnen formen und tragen viel zur Kreativität bei!
  • Auch von mir vielen Dank für den Vortrag, den ich jetzt erst (01.04.) in Ruhe bei YouTube ansehen konnte und aus dem ich viele Anregungen mitnehme. Eine kurze Anmerkung zu der Frage "Person oder System": Es ist ganz sicher richtig, dass das System von den Wissenschaftlern gemacht wird und die das auch ändern könnten. Aber: Das System ist nach meiner Erfahrung auch von den Finanzministern der Länder abhängig und vielleicht hat das Hinterherhecheln nach Drittmitteln (auch) darin seinen Grund ... (http://tu-dresden.de/Members/ulrich.zeuner)
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