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Gerichtetes System/Topologischer Filter/Kolimes/Einführung/Textabschnitt

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Es sei X ein topologischer Raum. Ein System F aus offenen Teilmengen von X heißt Filter, wenn folgende Eigenschaften gelten (U,V seien offen).

  1.  X∈F. 
  2. Mit  U∈F  und  U⊆V  ist auch  V∈F. 
  3. Mit  U∈F  und  V∈F  ist auch  U∩V∈F. 

Die wichtigsten Filter sind für und die Umgebungsfilter zu einer Punkt, der aus allen offenen Mengen eines fixierten Punktes besteht.


Eine geordnete Menge (I,≼) heißt gerichtet geordnet oder gerichtet, wenn es zu jedem  i,j∈I  ein  k∈I  mit  i,j≼k  gibt.

Wir fassen einen topologischen Filter als eine durch die Inklusion geordnete Menge auf. Aus der Durchschnittseigenschaft eines Filters ergibt sich, dass eine gerichtete Menge vorliegt (Es ist dabei „≼=⊇“).


Es sei (I,≼) eine geordnete Indexmenge. Eine Familie

Mi,i∈I,

von Mengen nennt man ein geordnetes System von Mengen, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

  1. Zu i≼j gibt es eine Abbildung φij:Mi→Mj.
  2. Zu  i≼j  und  j≼k  ist  φik=φjk∘φij. 

Ist die Indexmenge zusätzlich gerichtet, so spricht man von einem gerichteten System von Mengen.

Wenn die beteiligten Mengen Mi allesamt Gruppen (Ringe) sind und alle Abbildungen zwischen ihnen Gruppenhomorphismen (Ringhomomorphismen), so spricht man von einem geordneten bzw. gerichteten System von Gruppen (Ringen).


Es sei Mi, i∈I, ein gerichtetes System von Mengen. Dann nennt man

colim⁡i∈IMi=⨄i∈IMi/∼

den Kolimes (oder direkten oder induktiven Limes) des Systems. Dabei bezeichnet ∼ die Äquivalenzrelation, bei der zwei Elemente  m∈Mi  und  n∈Mj  als äquivalent erklärt werden, wenn es ein  k∈I  mit  i,j≼k  und mit

φik(m)=φjk(n)

gibt.

Bei dieser Definition ist insbesondere ein Element  si∈Mi  äquivalent zu seinem Bild  φik(si)∈Mk  für alle  i≼k.  Wenn ein gerichtetes System von Gruppen (Ringen) vorliegt, so kann man auf dem soeben eingeführten Kolimes der Mengen auch eine Gruppenstruktur (Ringstruktur) definieren. Dies beruht darauf, dass zwei Elemente in diesem Kolimes, die durch  si∈Mi  und  sj∈Mj  repräsentiert seien, mit ihren Bildern in Mk (i,j≼k) identifiziert werden können. Dann kann man dort die Gruppenverknüpfung erklären, siehe Aufgabe. Unser Hauptbeispiel für ein gerichtetes System ist das durch einen topologischen Filter gerichtete System zu einer Prägarbe ℱ auf X, also das System

ℱ(U),U∈F.