Kurs Diskussion:Die Nisaner – Dresdens Ureinwohner

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Quellen zu den Slawen[Bearbeiten]

Quellen zu den Westslawen[Bearbeiten]

Quellen zu den Tschechen[Bearbeiten]

Cosmas von Prag[Bearbeiten]

Cosmas decanus

Geschichtsquellen

Cosmas

S. VII.:

Cosmas, Dekan der Prager Kirche, Verfasser der "Chronik der Böhmen"

  • gest. 21. Oktober im Jahr der Inthronisierung von Herzog Sobieslaus [1125] - lt. Cosmas III, 60 am 16. April - III, 61: 20. Mai, Mittwoch der heiligen Pfingstwoche
  • 59. Kap. III. Buch [1125]: mihi iam octogenario - Selbstbezeichnung als achtzigjähriger Greis -> geb. 1045 [1044]

S. VIII.:

  • an der Schule der Prager St. Veitskirche (Kathedralschule) - hatte in der Krypta der heiligen Cosmas und Damian in der Veitskirche beim Hersagen der Psalmen eine wundersame Erscheinung II, 34 [Zuordnung zu 1074 wird in Frage gestellt]

[Katedrála svatého Víta, Václava a Vojtěcha]

Veitsdom
  • 925/930 [926 bis 929[1]] (unter dem hl. Wenzel) Veits-Rotunde (=Hofkirche) aus gehauenem Plänerstein - Reliquie (Arm) des Hl. Vitus - Christianisierung: Entfaltung des Bildungsgrades, Steigerung des Prestige des Landes - Mauerwerk der nördlichen Apsis erhalten - besser erhalten Teile der südlichen Apsis mit dem Wenzel-Grab
  • 1039: Reliquien des Hl. Adalbert und der fünf heiligen Ordensmärtyrer aus Gnesen[2] ** ursprüngliche Weihe um die Heiligen Wenzel und Adalbert erweitert[3]
    • Vorbild: doppelchorige deutsche Großkirchen (vgl. romanischer Dom in Augsburg)[4] - St. Michael (Hildesheim)[5] - Speyerer Dom[6]
  • 1060: Spytihnev II. erhielt im letzten Jahr seiner Herrschaft das Privileg, den Bischofs-Mitra zu tragen, vermutlich als Entschädigung für den königlichen Titel, den die römischen Kaiser verzögerten - wegen zu großer Pilgerscharen am Jahrestag des Todes des Hl. Wenzel -> Grundsteinlegung unter Spytihněv II. [gest. 1061] für die dreischiffige romanische Basilika aus gehauenem Plänerstein ohne Emporen über den Seitenschiffen mit zwei Chören im Osten und im Westen - 70m lang, 24,5m breit und 36,5m Querschifflänge - Langhaus wahrscheinlich mit flacher Balkendecke, die Seitenschiffe vermutlich gewölbt[7] - Monumentalbau entsprechend der Bedeutung die bischöfliche und fürstliche Macht[8]
    • Krypten unter beiden Chören (Säulen mit Bandornamenten) - im Osten Krypta der Heiligen Kosmas und Damian (mit der kleineren Krypta des Hl. Gaudentius), Hauptapsis und östlicher Teil des Nordschiffes mit Apsis erhalten - im Westen Krypta des Hl. Martin (fünfschiffig)
    • Abschluss durch drei Apsiden im Osten - Integration der Südapsis der ehemaligen Rotunde mit dem Grab des Hl. Wenzel im südlichen Seitenschiff -> Unregelmäßigkeit[9]
    • Querhaus im Westen (mit zwei Türmen in den Ecken des Querschiffs zum Langhaus = Westwerk[10])
  • 1085: Krönungsort für Vratislav II. (unter der Schutzherrschaft des Erzbischofs von Trier)
  • 1096: Weihe unter Vratislav II. - Teile der Rotunde mit den Gräbern der Heiligen wurden in den Neubau integriert - zB die Südapsis mit dem Wenzelsgrab (aus Pietätsgründen unberührt -> Südschiff etwas unsymmetrisch[11]) in das östliche Transept [Querschiff oder Querhaus]
  • im Süden der neuen Kirche wurde ein Bischofspalast erbaut
  • im Norden stand der Sitz des St.-Veits-Kapitels (Kloster der Prager Kirche) - Südmauer seines Kreuzganges grenzt an die königliche Gruft
  • zwischen St. Veitsdom und Alter Propstei: bischöfliche St.- Moritz-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert
    • in den Kellerräumen der Kathedrale: Teile des Mauerwerks der südlichen und nördlichen Apsiden der Sankt-Veit-Rotunde von 925/30 sowie Überreste der östlichen Gruft der Heiligen Kosmas und Damian aus dem 11. Jahrhundert

S. IX:

Kathedralschule nur eine Art Vorschule

eigentliche Ausbildung nach III, 59: in Lüttich unter Magister Franco (Scholastiker) Grammatik und Dialektik geübt

S. X.:

  • in Lüttich um 1065 [dies hieße, die Krypta der hl. Kosmas und Damian hätte nach der Grundsteinlegung 1060 schon bis um 1064 benutzbar sein müssen - widerpricht zudem der Zuordnung des Schulerlebnisses in Prag zu 1074 - evtl. Ansatz von Palacky richtig, der Cosmas 1125 für 71 hält - jetzt im 8. Jahrzehnt - demzufolge um 1154 geb. - 1174 noch Prager Schüler, um 1175 in Lüttich - die Erwähnung von Magister Franco zu 1047 (als Lehrer?) bedenken]
  • geistliche Laufbahn unter dem Prager Bischof Gebhard
  • begleitete den Bischof zur großen Reichssynode Anfang Mai 1085 in Mainz
    • wichtiges Privileg für die Prager Kirche mit Datum vom 29. April 1086

[Jaromír-Gebehard][12], vierte Sohn des Herzogs Břetislav I.; * um 1040; † 26. Juni 1090 in Gran (Ungarn)

  • 30. Juni 1068 von Heinrich IV. zum Bischof von Prag ernannt
  • 6. Juli 1068: Bischofsweihe durch Erzbischof Siegfried I. von Mainz (Zuname Gebehard)
  • entschiedener Gegner des ersten Olmützer Bischofs Johann I. von Breunau[13] (seit 1063) - 1070 Besetzung der Höfe der Diözese, 1071? Gefangennahme des Johann - (nach) 1071 - Flucht Jaromirs ins Ausland - (nach) 1073: Wieder-Einsetzung durch den neuen Papst Gregor VII. (Hildebrand, 22. April 1073 bis 1085 Papst)
  • 11. Juni 1077 zum Reichskanzler ernannt

S. XI.:

  • II, 37: Cosmas habe mit eigenen Augen gesehen, daß der Kaiser die Urkundeeigenhändig unterzeichnet habe

[1085]: Reichsversammlung Mainz - Krönung von Herzog Vratislav zum König von Böhmen, Auflösung des Bistums Mähren

[1088]: König Vratislav veranlasst eine erneute Aufteilung des Bistums Prag - . Jaromír-Gebehard wandte sich aus Protest nach Rom, starb aber unterwegs am Hofe des Königs Ladislaus I. in Ungarn

  • II, 50: Ende 1091 begleitet Cosmas im Gefolge die beiden neugewählten Bischöfe Cosmas von Prag und Andreas von Olmütz zum Regalien-Empfang nach Mantua (Belehnung der Bischöfe mit Ring und Stab am 4. Januar 1092; königliche Investitur) - Stellung Cosmas unerwähnt, Rückreise mit den Bischöfen unsicher
  • III, 2,3: zweite Reise von Cosmas nach Mainz, begleitet im Gefolge die beiden Bischöfe erneut (zu ihrer Ordinierung durch Erzbischof Ruthard am 12. März 1094) - Rückreise über Amber und Kager
  • III, 9: vierte Reise des Cosmas unter der Regierung Bretislaw II - dieser traf sich bald nach Pfingsten (29. Mai) 1099 auf den Lutzker Feldern mit Koloman von Ungarn, S. XII in dessen Gefolge sich der Erzbischof Seraphim von Gran befand - am 11. Juni 1099 wurde der am 28. Februar 1099 zum Bischof von Prag gewählte Diakon Hermann durch Seraphim zum Presbyter ordiniert - evtl. wurde Cosmas ebenfalls Diakon (oder erst [spätestens] 1110)

S. XII

  • III, 33: Mission im Auftrag der Prager Domherren zum Herzog Otto II. von Olmütz nach Elbteinitz zur Rückerlangung des Marktrechtes von Sekirkostel (Mähren)

S. XIII

  • III, 43: 23. Februar 1117 - Tod seiner Frau
  • III, 51: 1123 - Erwähnung seines Sohnes Heinrich, beim Tode des Jerusalempilgers Bertold, der cliens meines Sohnes Heinrich - andere Jerusalempilger: Graf Dlugomil, Gumprecht, Gilbert, Heinrich genannt Zdik

Anmerkungen Quellen T[Bearbeiten]

  1. Otto von Simson, Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 6, Das Mittelalter II, 1972, S. 214.
  2. Ivan Muchka: St.-Veits-Dom Prag, Regensburg 1994, S. 2.
  3. Jiri Burian: Der Veitsdom, Prag 1980, S. XIII.
  4. Hans Werner Hegemann: Der Veitsdom in Prag, Königstein im Taunus 1954, S. 3.
  5. Vgl. St. Michael (Hildesheim).
  6. Vgl. Speyerer Dom.
  7. Jakub Pavel: Der St.-Veits-Dom in Prag, Prag 1968, S. 12.
  8. Ivan Muchka: St.-Veits-Dom Prag, Regensburg 1994, S. 6.
  9. Jakub Pavel: Der St.-Veits-Dom in Prag, Prag 1968, S. 12.
  10. Ivan Muchka: St.-Veits-Dom Prag, Regensburg 1994, S. 6.
  11. Ivan Muchka: St.-Veits-Dom Prag, Regensburg 1994, S. 5.
  12. Vgl. Jaromír-Gebehard.
  13. Vgl. Johann I. von Breunau.

Quellen zu den Sorben[Bearbeiten]

Quellen zu den Elbsorben[Bearbeiten]

Quellen zu den Nisanern[Bearbeiten]

Quellen zu Meißen[Bearbeiten]

Die Slawen[Bearbeiten]

Die Westslawen[Bearbeiten]

Die Tschechen[Bearbeiten]

Die Tschechen im 5. Jahrhundert[Bearbeiten]

480
  • S. 1 die Slawen, ein sarmatisches Volk, [kamen] ungefähr im Jahre 480 nach Christ Geburt […] aus Sarmatien […] nach Boehmen
  • um 480 greifen die Heruler die Region um Batavia (Passau) an (Herulerreich im Raum der südlichen heutigen Slowakei und des östlichen Weinviertels)
490

Um 490: eine Gruppe Langobarden zieht nach Mähren und zu Beginn des 6. Jahrhunderts nach Pannonien (dort vernichten sie um 508 od. 510 endgültig das Herulerreich)

493
  • S. 2 493: die Heruler von den Langobarden überwunden
    • um 508: Reich der Heruler unter Rodulf[1] an der mittleren Donau wird von den Langobarden vernichtet[2]
496
  • S. 2 die Markomannen und Quaden aus Boehmen zogen näher an Italien, und die die Sueven aus Boehmen folgten ihnen, wozu sie nicht nur durch den Koenige Theoderik eingeladen, sondern auch durch die Streifereyen der Slawen gezwungen wurden
    • Slawen vor 496 nach Deutschland gekommen
  • in Böhmen verbliebene Markomannen gingen im 7. Jahrhundert[3] in den einwandernden Slawen auf
  • die Quaden schufen nach 454 ein Reich zwischen den Flüssen Waag und Gran[4] und schlossen sich dann dem Zug der Langobarden nach Italien (568 n. Chr.) an
500

S. 3 im Jahr 500 fingen die Slawen an, Kolonien in die Laender der Vandalen, nach Meißen, Brandenburg, Sachsen, Lausitz […] zu schicken

Anmerkungen T 5. Jh.[Bearbeiten]

  1. Vgl. Rodulf.
  2. Datierung nach Taylor, Heruler § 2b (1999), S. 471.
  3. Letzte germanische Siedlungsspuren in Böhmen
  4. Heute Südwestslowakei.

Die Tschechen im 6. Jahrhundert[Bearbeiten]

527

S. 3 527: unter Justinian häufige Berichte über die Slawen

530

S. 3 530: die Slawen waren (als Obodriten) Nachbarn von Thüringen (nach Einhard, Adam von Bremen und Philipp Labeus) und verhielten sich friedlich

533

S. 3 533: nach Prokopius - die Slawen haben von Natur keine boshafte und betruegerische Gemuethsart, und mit der Einfalt behalten sie in vielen Stuecken die [4] der Hunnen bei - ein furchtbares Volk, tapfer im Krieg, von Kaiser Justinian als Bundesgenossen aufgenommen

547

S. 4 547: nach Prokopius - die beutesuchenden herumstreifenden Slawen legten in ihren Kriegen mit den (Ost)Römern wie in ihrem Vaterlande Winterlager an, wo sie ungestört blieben (die Römer kämpften erfolglos)

550

S. 6 550: Im J. C. 550 soll Czech nach Boehmen gekommen seyn. Es giebt Schriftsteller, welche behaupten wollen, daß es keinen Czech gegeben habe, welches sie aber nicht ganz beweisen.

S. 7 Czech mußte ein kriegerisches Volk, das leicht aufzubringen war, anhalten, vor allen die Waelder auszuhauen, das Feld zu bauen ...

Bohuslaus Balbinus: berichtet, daß die Slawen in Boehmen, (da sie vorher mit allen Slawen die gemeinschaftlichen Namen: Vindi, Vendi, Slawi oder Slavini gefuehrt) aus Liebe zu ihrem Anfuehrer Czech, sich den Namen Czechen beigelegt haetten. Dec. 1. L. 2. C. 7.

551

S. 7 551: die Slawen fallen in Macedonia ein

552

S. 8 552: die Slawen durchstreifen ungehindert die römischen Provinzen

558

S. 9 558: die Slawen fallen mit den Hunnen in Thracien ein

559

S. 9 559: Lech, Bruder des Czech, gieng im Jahre 559 weiter gegen Morgen

Hayek erzaehlt: daß Lech im 10. Jahre seiner Ankunft in Boehmen unter allen zuerst gezogen sey, und [10] daß er seinen Bruder Czech, der mit den Seinigen auf dem Berge Říp zurueckblieb, durch einen Rauch ein Zeichen gegeben habe, wo er sich itzt aufhielte.

S. 10 Die Polen werden auch Lechi genannt, und sie behaupten, daß dieser Name vom Lecho herkomme.

567

S. 10 567: nach Hayek[1]: Tod des Czech im 17. Jahr nach seiner Ankunft im Dorf Ctinowes (Ctiněves)[2] - nach anderer Ansicht hätte er 18 Jahre regiert - nach dem Tode des Czech sollen die Czechen 9 Jahre ohne Vorsteher oder Herrn, dem die übrigen gehorcht hätten, gelebt haben

S. 11 Ankunft des Chechi und Lechi in Böhmen: sollen bei dem Zuge auf schönen Pferden mitten unter ihren Leuten geritten seyn, und vor ihnen wurde ein gelbes Panier getragen, worauf sich ein weißer Schild mit einem schwarzen Adler befand. Dieses Schildes soll man sich noch zu Zeiten des heil. Wenzels bedienet haben.

S. 12 Lech lehnte die Nachfolge ab - nach 9 Jahren der Unordnung wurde am Grabe des Czech durch eine Volksversammlung Krok, ein Sohn Hlediowens zum Regenten gewählt - Brüder des Czechs waren: Supan und Turek, der sein Haus Tursko nannte, wie das Dorf Tursko bei Prag[3]

S. 18 - Abbe Andre: die Tschechen unter Herzogen dominierten mit der Zeit Böhmen

S. 19 - Abbe Andre: die (dominierten) Abteilungen des Volkes hatten einen unabhängigen Richter (Wladik) = Vladike[4]

576

S. 23 - Krok Richter - bis zur Libussa 596

581

S. 24: Menander: beinahe 100.000 Slawen fallen Thrakien ein und verwüsten viele Landschaften, auch Griechenland

590

S. 24: Theophylactus: Slawen bis nach Skythien und an die Ufer des Ozeans, König Chaganus lud sie zu einem Bündnis gegen Ostrom ein

595

S. 25: Petrus, Bruder des Kaisers Mauritius, schickte 1.000 Mann gegen die Slawen nach Marcianopel und schlug sie in die Flucht - die Slawen töteten ihre Gefangenen und zogen mit dem größten Teil der Beute ab (nach Theophanes: Barbaren)

596

S. 23 - Krok gestorben - Libussa Richterin (bis 609)

S. 26 - Libussa - dritte, jüngste und klügste Tochter des Krok (nach Razi und Lethka) - erbaute die Stadt Lubossa, das Schloss Libiehrad an der Wltawa, eine Meile hinter Prag, Tursko gegenüber

S. 27 - das Dorf Libzice unter Libiehrad, das Schloss Wissehrad, Lieben - ein Meierhof bei Prag - Libiessice und Libecz an dem Berge Hradzan

599

S. 27: die Slawen aus Istrien fallen in Bojarien ein und überwanden den Bojarer Garbaldus und machten überall Beute

Anmerkungen T 6. Jh.[Bearbeiten]

  1. Vgl. Václav Hájek z Libočan
  2. Vgl. Ctiněves
  3. Vgl. Tursko.
  4. Vgl. Vladike.

Die Tschechen im 7. Jahrhundert[Bearbeiten]

609

S. 27: Streit der Buerger ueber die Graenzen und Aecker - Rochonius erklärte Libussa für unwürdig

S. 28: Wahl des Przemysl - welches Wort ueberlegen bedeutet - Královské pole[1] (regierte bis 645 - es folgte Nezamißl)

  • Libussa war Mitschülerin von Przemysl in der von Krok eingerichteten Budetzer Schule

S. 29: Przemysl war ein Adliger aus Staditz an der Biela

  • 609 Regierungsantritt nach Balbin
610

S. 30

  • Gesetze durch Libussa und Przemysl
  • Geburt des Nezamißl
  • der heilige Columbanus bemuehete sich damals, den Slawen das Licht des Evangeliums aufzustecken
611

S. 30

  • Gründung von Prag
  • Cosmas: bei dem Zimmern einer Schwelle im Wald erhielt Prag den Namen Praha (Schwelle)
622

S. 30: Tod von Libussa - Przemysl regiert allein

S. 31: nach dem Tod der Libussa Jungfrauenkrieg (nach Cosmas noch zu Lebzeiten der Libussa) - nach Hagek war die vornehmste Amazone Vlasta

623

S. 31: Samo - regierte 36 Jahre

632

S. 19 - Awaren - Samo

S. 20 - Samo

634

S. 32: Im J. C. 634 suchte St. Amandus die Slawen zum christlichen Glauben zu bekehren; hat aber nicht viel zu Stande gebracht.

640

S. 20 - 640: Familie der Brüder Klukas, Lobel, Kosenz, Muchlon und Chrowat und ihrer Schwestern Tuga und Pouga verbünden sich mit den Chorwaten gegen Samo - sie gingen über die Donau nach Dalmatien (von den Awaren bewohnt)

S. 21 Kaiser Heraklius mußte ihnen Dalmatien überlassen, da er mit den Türken Krieg führte - Samo starb nach 18-jähriger Regierung nach einem langen Frieden, zeugte mit 12 Frauen 22 Söhne und 15 Töchter

S. 22 - Weiber-Krieg

644

S. 32

  • Przemysl starb
  • Er hat seine Feinde mehr mit Gelindigkeit als mit dem Degen überwunden.
  • Przemysl hinterließ drei Söhne (bei Cosmas nicht erwähnt)
    • Radobeyl: ihm fielen die Landschaften Luczane, Töplitz und Lipa zu
    • Lidomir: ihm fiel Sirbien oder Sorabien zu, welches den größten Theil des heutigen Meißens und der Lausitz in sich begriff
    • Nezamisl: der älteste, welcher Oberherr von ganz Böhmen war
645

S. 33

  • Nezamisl Herzog (gest. 683; 684 folgte Mnata)
  • Nezamisl bedeutet auf slawisch einen Mann, der nichts Neues vornimmt
    • -> Prokopius und Dubravius: Mann von geringen Gaben und seichtem Verstand
    • nach Balbin hat er einige nützliche Gesetze gegeben
683

S. 33: Nezamisl stirbt im 85. Jahre seines Alters, nach einer Regierung von 39 Jahren

S. 34: Hagek lobte ihn - er war ein friedsamer Fürst, Böhmen verdankte seinen Rathschlägen den Anbau des Landes, die Vermehrung er Landgüter und Städte - sein Sohn Mnata sei mit allgemeinen Beifall der Großen und des Volkes zu seinem Nachfolger erwählt

684

S. 35: Mnata Herzog in Böhmen (bis zum Wogen, 730) - * 684 nach Cosmas - ohne Zeugnisse - andere Datierungen von Hagek, Stransky, Balbin

688

S. 35: Hagek: Mnata wohnte auf dem Sitz seiner Väter, dem Wissehrad, und baute 688 ein steinernes Haus auf dem Berge Snillo, der iitzt Hradeczan heißt

S. 36: dieses Steinhaus soll da gestanden seyn, wo vor Zeiten das hölzerne Haus der Libussa war - Nach der gemeinen Uiberlieferung steht heut auf dieser Stelle die Kirche der Väter Theatiner.

  • Mnata erlaubte 688 den Hausbau und setzte Stadtrichter ein
  • man fing an, Blei und Zinn zu graben

Die Tschechen im 8. Jahrhundert[Bearbeiten]

730

S. 36

  • Boehmen soll dazumal an Goldadern sehr reich gewesen sein
  • Stransky: Mnata starb 730 und hatte 40 Jahre über Böhmen geherrscht
  • nach Hagek: Mnata sei an der Pest gestorben, vielleicht weil damals die Pest in Deutschland gewüthet hat

S. 37: Nachfolger wird Mnatas Sohn Wogen, damals etwa 30-jährig

757

S. 37: Herzog Wogen starb - ihm folgte Weyslaus (nach Cosmas)

S. 38: Balbin sagt: daß Weyslaus in den alten Handschriften des prager Kirche allzeit in der Reihe der Fürsten genannt worden sey; und daß er einen lange Regierung geführt habe.

785

S. 38: Weyslaus starb, ihm folgte Krzesomisl

S. 39

  • Krzesomisl Herzog, bis zum Neklan 803
  • Balbin: er war ein gütiger Herr
    • wird durch andere Historiker bestritten
  • er soll Prag mit Privilegien versehen haben
  • er soll den herumschweifenden Moraviern Einhalt gethan haben
  • ihm folgte in der Regierung sein Sohn Neklan

Die Tschechen im 9. Jahrhundert[Bearbeiten]

803

S. 40: Neklan[2] - [achter] Herzog ab 803 (bis Hostivit 839)

805

S. 40 - 805 beklagten sich die Awaren bei Karl d. Gr. über die Bosheit der Böhmen - Krieg 805 und 806, wo die Böhmen besiegt wurden und einen Tribut von 120 Ochsen und 500 Mark oder 200 Nummos zahlen mußten

806

S. 40: 805 beklagten sich die Awaren bei Karl d. Gr. über die Bosheit der Böhmen - Krieg 805 und 806, wo die Böhmen besiegt wurden und einen Tribut von 120 Ochsen und 500 Mark oder 200 Nummos zahlen mußten

824

S. 41: 824 wurde Mähren zum Christentum bekehrt

833

S. 41: 833: Borziwog geboren

839

S. 41: 839 starb Herzog Neklan (seit 803)

S. 42

  • Hostivit Herzog (bis zum Borzivog 869) - auch Milehost genannt (=gastfrei, leutselig)
  • Hostivit reiste mit seinem Onkel Celedrucho nach Frankfurt zu Kaiser Ludwig zur (damals üblichen) Bestätigung seiner Herrschaft - freundschaftliches Verhältnis zu den Franken
  • Hostivits Bruder Mstibog, auch Ctibog, konnte mangels Rückhalt bei den Ältesten keines der Fürstentümer (pragerisch, lucenisch[3] oder saatzer) erlangen und störte deswegen die öffentliche Ruhe

S. 43: und griff zu den Waffen, wurde aber von Hostivit besiegt - aber Hostivit verhalf ihm dennoch zum curimenischen Herzogtum (welches nach dem Tod von Leslaus verwaist war) und versprach ihm obendrein die Nachfolge

850

S. 43

  • Hungersnot in Thüringen wegen vernachlässigtem Ackerbau (lt. Fuldaer Annalen)
    • evtl. auch in Böhmen (nach Hayek 486 wegen zu vieler Bergleute, die ins Land geholt worden)
862

S. 43: Cyrill und Method nach Böhmen und Mähren [überwiegend nach 863 datiert und zunächst nach Mähren]

863
  • 10. Mai 863 Lutschanenkrieg/Wiesenkrieg zwischen den Tschechen und Lutschanen - unter Neklan "in campo qui dicitur turzko" (Chronica Boemorum) gegen die Truppen des Fürsten Vlastislav - Turzkoer Feld - in Tursko[4] - Flurname: Na zabitém (slowakisch?: Auf die getötet [worden?])
  • [Cyrill und Method nach Mähren und später nach Böhmen (nach anderer Lesart zu 862 datiert)]
867

S. 43: Cyrill und Method gingen nach Rom

868

S. 43: Method in Rom zum Bischof ordiniert

869

S. 44

  • die Böhmen fallen häufig in Bayern ein, zünden Dörfer an und entführen die Frauen - König Ludwig schickt gegen sie die lokalen Führer von Bayern, bis er sich selbst kümmern kann
  • Tod des Hostivits (nach Pubitschka) - kurz vor der Vermählung des Borzivog (wahrscheinlich 872)
    • nach Stransky 859
    • nach Balbin 856
    • nach Hagek 890
  • nach dem Tod des Hostivits wählen die Böhmen Borzivog, einen mächtigen Fürsten von Prag, zum Herzog (mit Ludmilla verheiratet, einer Tochter des Dynasten von Melnik Slavibor

[Stammsitz der Přemysliden[5]: Levý Hradec[6] zehn Kilometer nordwestlich vom Zentrum Prags auf einem Felsen über dem linken Ufer der Moldau an der Einmündung des Flusses Žalovský potok

872

S. 45

  • Hochzeit Borzivog und Ludmilla - Tochter Slavibors, des Grafen von dem Schlosse Bssow; an dessen Stelle nachmalig das heutige Melnik erbauet geworden ist
  • nach Cosmas und Christian Graf Borzivog
  • Bunzlauer Geschichte: Ludmilla = Hrabienka

S. 46: nach Pulkawa Tochter eines Fürsten von Lezna, welchen Namen ehemals, dem Zeugnisse des Cosmas zufolge, das Schloss Bsoww geführt haben

873

S. 46: die Böhmen und Mähren begingen Räubereien - Kaiser Ludwig II. gab seinem Sohn Karlmann den Befehl, gegen die Winidos zu ziehen und unterstützte ihn dabei - dieser brachte die Winidos durch Gesandte wieder auf seine Seite (Bertinianische Jahrbücher)

874

S. 49: Taufe Borzivogs (nach Pubitschka) - Einladung des Borziwogs durch Swatopluck (mit 30 seiner Untertanen)

S. 50

  • Regelung des Verhältnisses zu Mähren - Behauptung gegen die Deutschen (ostfränkisches Reich)
  • Ansprache des Method wegen des Sitzens am Boden - daraufhin ließ sich Borzivog taufen
  • zur Verbreitung des Christentums ließ Borzivog bei dem Schloss Hradetz (Lewy [linkes] Gradecz) [=Levý Hradec[7] anderthalbe Meile von Prag, […] auf der linken Seite der Moldau eine Clemens-Kirche bauen (und einen Priester Rauh aus Mähren anstellen)

S. 51

  • Borzivog nutzte Schloss Hradetz als Landgut, um in der Stille zu leben - jetzt gehört es den Benediktinerinnen bei St. Georg in Prag, zur Pfarrei Auneticz
  • Ludmilla wurde nach der ersten Reise des Borzivogs getauft (nach anderer Meinung: nach der zweiten Reise 875)
875

S. 51: die Boehmen waren wider diese neue Religion sehr erbittert - Borzivog mußte nach Mähren flüchten

  • die Böhmen wählten zum Fürsten Ztroymir (nach Hagek: Zreimir), der in Böhmen geboren, aber viele Jahre schon unter den Deutschen als Flüchtling herumirrte und seine Muttersprache vergessen hatte (weswegen sie ihn 877 verjagten)
  • Geburt des Spitignäus, des ersten Sohn des Borzivogs
  • Die Slawen sollen den Swatowit abgötterisch verehret haben. Der Zulauf des Volkes zu diesem Bilde war sehr zahlreich: man fragte es um Rath, und viele slawische Provinzen überhäuften es mit jährlichen Geschenken.
  • Lomonossow (russische Geschichte): Swatovit war ein aus Holz geschnitztes Götzenbild mit vier Gesichtern und einem kurzen Kleid

S. 52: Swantowit war in einem Tempel aufgestellt, in der linken Hand einen Bogen, in der rechten Hand ein Trinkhorn mit Wein gefüllt, an der Seite ein Schwert mit silberner Scheide - neben ihm hing eine Satteldecke und ein Pferdezaum - die vier Gesichter zeigen die vier Jahreszeiten

877

[https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10136381_00165.html?zoom=0.7000000000000002 S. 51

  • die Böhmen wählten zum Fürsten Ztroymir (nach Hagek: Zreimir), der in Böhmen geboren, aber viele Jahre schon unter den Deutschen als Flüchtling herumirrte und seine Muttersprache vergessen hatte (weswegen sie ihn 877 verjagten)
  • die Böhmen riefen ihren frommen Fürsten (nach zehn Monaten) zurück [widersprüchlich - von 875 bis 877 sind es mehr als zehn Monate]
879

S. 52: Swatopluk schickt den Priester Johannes mit fälschlichen Beschuldigungen einiger salzburgischen Geistlichen gegen Method von Saloniki zu Papst Johannes VIII. nach Rom - Method leistet dem päpstlichen Berufungsbrief Folge

880

S. 52: Method in Rom - er rechtfertigt sich - der Papst erklärt ihn in einem Brief an Svatopluk (Spendepulcrum) von allen Anklagen frei und bestätigt ihn sogar als Erzbischof auf Lebenzeit

S. 53

  • denn davor [53] hat man ihn nur aus Verehrung so genannt; weil bisher in Mähren kein Bischof gewesen war
  • Der Gebrauch der slawischen Sprache wird bei dem Gottesdienste zugelassen. - Evangelien zuerst in Latein gelesen oder abgesungen, dann in einer guten slawischen Uibersetzung
881

S. 53: Method mußte trotz erwiesener Unschuld viel Ungemach ausstehen

886

S. 53: Method unterrichtet die Böhmen in der Prager Teinkirche in der Lehre des Christentums

  • Gedächtniß Ivani (bei den alten Geschichtsschreibern keine Nachricht)
887
  • Wratislaus, der Vater des hl. Wenzel, geboren (berechnet nach der Nachricht Chistians, er wäre 33 Jahre alt geworden)

S. 53: Method mußte trotz erwiesener Unschuld viel Ungemach ausstehen

889

S. 53: erstes Auftreten der Ungarn in Deutschland (nach Pubitschka)

Die Tschechen im 10. Jahrhundert[Bearbeiten]

993

Ersterwähnung von Chlumec u Chabařovic[8] zusammen mit Ústí nad Labem als Zollplätze

  • Chlumec u Chabařovic: Kreuzung der Lausitzer Straße und des Sorbenweges
    • 1228: Änderung der Wegeführung des Kulmer Steiges -> Chlumec u Chabařovic verliert seine Funktion als Zollstelle

Die Tschechen im 11. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Tschechen im 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Sorben[Bearbeiten]

Die Sorben sind ein westslawisches Volk, welches Ende des 6. Jahrhunderts aus dem Gebiet zwischen Oder und Dnepr über die Mährische Pforte und Böhmen in das Elbe-Saale-Gebiet einwanderte.

Die 20 sorbischen Stämme besiedelten nördlich der Mittelgebirge bis etwa zu einer Linie Magdeburg, Jüterbog, Beeskow und Eisenhüttenstadt rund 40.000 km2 Land. Nördlich dieser Linie wurde Altpolabisch gesprochen.

Die Elbtalweitung um Dresden, von den Slawen als Nisan[9] (Niederland) bezeichnet, stand wie bei früheren Besiedlungen von Südosten aus am Beginn der sorbischen Landnahme. Der Besiedlungszug erreichte wahrscheinlich noch vor oder mit den Awaren spätestens 562 den mittleren Elberaum bei Riesa/Strehla, vielleicht sogar schon die Saalemündung.

Die Sorben trafen hier auf eine durch die Völkerwanderung ausgedünnte germanische Bevölkerung, wie die belegten slawisch-germanischen Kontakte z. B. auf dem Gelände des späteren Neustädter Kohlmarktes oder elbaufwärts in Liebersee bei Belgern und Dessau-Mosigkau beweisen.

Die Sorben bezeichnen sich selbst als Serb (Substantiv maskulin) bzw. Serbowka (Substantiv feminin) und mit serbski (Adjektiv maskulin). Sie treten in westlichen Quellen erstmals 631 als Surbi auf, wobei der fränkische Annalist auf ein bereits langanhaltendes gutnachbarliches Verhältnis verweist. Der erwähnte, zu diesem Zeitpunkt von den Franken abgefallene Sorbenfürst Derwan herrschte über ein Gebiet zwischen Saale und Mulde, welches an das fränkische Reich grenzte.

Östlich der Surbi machten Ende des 9. und zu Beginn des 10. Jahrhundert westliche Quellen die sorbischen Taleminczi (Daleminzier[10]) aus, welche sich selbst Glomaczi (Lommatzscher) nannten.

Die Nisaner, um die Jahrtausendwende ersterwähnt, schlossen sich östlich an die Daleminzier an.

Alle diese sorbischen Stämme wurden durch die deutsche Ostsiedlung assimiliert. Lediglich etwa 20.000 Nachfahren der Lusiczi in der Niederlausitz und 40.000 der Milczeni in der Oberlausitz existieren bis heute. Mangels anderer sorbischer Stämme hat sich heute die Bezeichnung Sorben allein auf diese übertragen. Im Unterschied zu den Elbsorben erfolgte die Einwanderung der Lusiczi und Milczeni wahrscheinlich erst im 7. Jahrhundert und nicht von Südosten, sondern von Osten aus dem heute polnischen Raum.

Die Sorben sind eine in Deutschland anerkannte nationale Minderheit. Andere anerkannte nationale Minderheiten existieren nicht mehr.

Auf Grund einer Kette von Negativerfahrungen trotz blumiger, vollmundiger politischer Statements in der Sorbenfrage läuft derzeit ein sorbischer Emanzipations- und Transformationsprozess weg von staatlicher Betreuung und Bevormundung durch die Domowina[11] hin zu einer eigenverantwortlichen nationalen Demokratie mittels der Instrumente Rada Starostow (Ältestenrat) und Serbski Sejm (Sorbisches Parlament).

Durch die wachsende wirtschaftliche Bedeutung Dresdens hat sich die Zahl der Sorben hier wieder signifikant erhöht. Die katholische Kirche bietet einen sorbischen Gottesdienst an. Es existiert eine sorbische Studien- und Wohngemeinschaft. 2009 wurde der Stup dale e. V.[12] gegründet, der sich um die Pflege Sorbischer Kultur in Dresden bemüht. Mehrere Mitglieder des Serbski Sejm leben und arbeiten in Dresden, wo auch jährlich eine turnusmäßige Sitzung dieses sorbischen Parlaments stattfindet.

Anmerkungen Sorben[Bearbeiten]

  1. Vgl. Královské pole.
  2. Vgl. Neklan.
  3. Vgl. Lutschanen.
  4. Vgl. Tursko
  5. Vgl. Přemysliden.
  6. Vgl. Levý Hradec.
  7. Vgl. Levý Hradec.
  8. Vgl. Chlumec u Chabařovic.
  9. Vgl. Nisaner.
  10. Vgl. Daleminzier.
  11. Vgl. Domowina.
  12. Vgl. Stup dale e. V..

Die Elbsorben[Bearbeiten]

Die Nisaner[Bearbeiten]

Die Nisaner im 6. Jahrhundert[Bearbeiten]

Germanen und Hunnen[Bearbeiten]

Der Dresdner Elbtalkessel (das spätere Nisan) gehörte möglicherweise als ein Siedlungsgebiet der Langobarden wie viele Gebiete Europas dem Reich des Attila an. Umstritten sind dabei sowohl die Wanderbewegung der Langobarden als auch die Ausdehnung der Hunnenherrschaft. Nach dem Zerfall dieses Reiches 453/454 bildete der Raum Dresden um 476/531 möglicherweise die östlichste Grenzregion des Thüringer Königreiches, das vom Zerfall des Hunnenreiches profitieren und expandieren konnte, bis es nach Angriffen der Franken von 529 bis 531 dann selbst zerfiel.

In Nickern wurden 1897 zwei Germanengräber entdeckt. Das auf um 550 datierte Männergrab und das auf das letzte Drittel des 6. Jahrhunderts datierte Frauengrab wurde den Langobarden zugeordnet und sogar eine Straße in der Nähe des Fundortes Langobardenstraße[1] genannt.[2]

Slawische Einwanderung[Bearbeiten]

Im 6. Jahrhundert drangen westslawische Weiße Serben von Böhmen aus in den Bereich von Nisan und elbaufwärts noch weiter westlich vor. Ihren Ursprung hatte ihre Verbreitung in den protoslawischen Gebieten nördlich des Schwarzen Meeres. Als sie an das fränkische (nach anderer Meinung bereits an das thüringische) Reich stießen, zogen Teile der Weißen Serben im 6. oder frühen 7. Jahrhundert auf die westliche Balkanhalbinsel (nach anderer Meinung zogen die beiden Teile der Serben getrennt in ihre heutigen Verbreitungsgebiete). Am Ende des 6. Jahrhunderts unterwarf das asiatische Reitervolk der Awaren große slawisch besiedelte Gebiete bis hin nach Nisan. Hiervon zeugt das Awarengrab.

  • 6. Jahrhundert: Die Weißen Serben[3] dringen bis in den Raum Nisan und von dort elbabwärts weiter nach Westen vor. Sie bringen die Kultur der Prager Gruppe[4] mit, dem westlichen Teil der Prag-Kortschak-Kultur[5].
574
  • 574: Die Awaren besiegen die Byzantiner unter General Tiberios, dem späteren Kaiser Tiberios I.[6]. Das awarische Einflussgebiet reicht in der Folge von der Ostsee, der historischen Nordgrenze der Westslawen[7], bis zur Wolga.
594/595
  • 594/95: die Franken unterwerfen die Warnen - offenbar Überlassung des Gebiets an die Altsorben, wohl gegen nominelle Anerkennung der fränkischen Oberhoheit und Freundschaftsvertrag - vgl. fränkische Annalen zu 631
Ende des 6. Jahrhunderts
  • Ende des 6. Jahrhunderts: slawische Stämme ziehen von den Awaren weg (nach anderer Meinung mit den Awaren zusammen) Richtung Unterelbe - die Altsiedelgebiete an der mittleren Elbe und der mittleren wie unteren Saale werden durch sorbische Stämme besetzt - nachgewiesene Kontakte um 600 u. a. in: Březno = Priesen (heute zu Postoloprty), Okres Louny an der unteren Eger; in Liebersee bei Belgern und Dessau-Mosigkau (beide an der Elbe)
  • Ende des 6. Jahrhunderts (und Anfang des 7. Jahrhunderts): Slawisch-germanische Kontakte auf dem Gelände des späteren Neustädter Kohlmarktes.
  • Altsorbisch wird etwa bis Höhe Magdeburg, Jüterbog, Beeskow und Eisenhüttenstadt gesprochen - nördlich davon Altpolabisch

Anmerkungen Nisaner 6. Jh.[Bearbeiten]

  1. Vgl. Langobardenstraße im Stadtwiki Dresden.
  2. Cornelia Rupp: Langobarden in Dresden ?. In: Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 51–54.
  3. Vgl. Weiße Serben.
  4. Vgl. Prager Gruppe.
  5. Vgl. Prag-Kortschak-Kultur.
  6. Vgl. Tiberios I..
  7. Vgl. Westslawen.

Drežďany und Nisana im 6. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 7. Jahrhundert[Bearbeiten]

Dauerhafte Besiedlung[Bearbeiten]

  • 7. Jahrhundert: Dauerhafte Besiedlung von Nisan durch die Weißen Serben.


  • Eine dauerhafte Besiedlung durch die Slawen ist demzufolge seit dem 7. Jahrhundert möglich, allerdings erst durch Funde aus dem 8. Jahrhundert belegt (zB der Grundriss eines eingetieften Hauses in Blockbauweise am Rande von Altmockritz mit slawischer Keramik des 8./9. Jahrhunderts). Die Historiker gehen dennoch von einer Besiedlung der Dresdner Elbtalweitung ab dem 7. Jahrhundert nach ersten slawisch-germanischen Kontakten am Ende des 6. und Anfang des 7. Jahrhunderts aus (zB auf dem Gelände des späteren Neustädter Kohlmarktes).

Slawenaufstand 623[Bearbeiten]

  • 623: Aufstand der Slawen gegen die Awaren. Nach einer siegreichen Schlacht wird der Franke Samo[1] zum König von (zwölf) Slawenstämmen in Mähren, der Westslowakei, Niederösterreich und Karantanien gewählt - der erste slawische Staat entsteht. Ab diesem Moment verlieren die Awaren auch ihren Einfluß auf Böhmen und Nisan. Die Sorben und Böhmen und mit ihnen auch Nisan geraten unter die Herrschaft des Westfränkischen Reiches.

Zum Reich des Samo 631[Bearbeiten]

  • 631: Nach der Niederlage von Dagobert I.[2] gegen das Reich des Samo[3] bei Wogastisburg[4] fällt der Sorbenfürst Derwan[5] von den Franken ab und schließt einen Lehensverband mit Böhmen, worauf der verlustreiche fränkisch-sorbische Krieg beginnt. Auch Nisan ist in diesen Krieg wahrscheinlich zumindest durch Stellung von Kriegern verwickelt. Sollte Wogastisburg in Böhmen (vorgeschlagen sind Úhošť[6] und Rubín[7]) oder Mähren (Mikulčice[8] oder Hostýn[9]) gelegen haben, wären auch Vormarsch und/oder Flucht des austrasischen[10] Hauptheeres über Nisan möglich. Derwan tritt dem Reich des Samo bei, vermutlich auch Böhmen. Vermutlicher Beginn der Herrschaft des Samo über Nisan.
  • Um 650 dringen die Awaren wieder in das Gebiet der Westslowakei vor. Erste Zerfallserscheinungen des Reiches von Samo. Böhmen und Nisan bleiben davon aber unberührt und gehören wahrscheinlich weiterhin zu diesem ersten slawischen Staatsgebilde.

Ende des Samoreiches 658[Bearbeiten]

  • 658: Tod des Samo. Sein Reich zerfällt. Die Slawen seines Gebietes einschließlich Böhmen und Nisan geraten wieder in den Herrschafts- oder Einflußbereich der Awaren.

Anmerkungen Nisaner 7. Jh.[Bearbeiten]

  1. Vgl. Samo.
  2. Vgl. Dagobert I..
  3. Vgl. Reich des Samo.
  4. Vgl.Wogastisburg.
  5. Vgl.Derwan.
  6. Vgl.Úhošť.
  7. Vgl.Rubín.
  8. Vgl.Mikulčice.
  9. Vgl.Hostýn.
  10. Vgl.Austrasien.

Drežďany und Nisana im 7. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 8. Jahrhundert[Bearbeiten]

Drežďany und Nisana im 8. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 9. Jahrhundert[Bearbeiten]

In der Burg Bresnice (Briesnitz) entstand nach dem Vorbild anderer böhmischer Gründungen eine hölzerne, um 880 erbaute Marienkirche (nach heutigem Verständnis eher eine Marienkapelle). Mit dieser der Überlieferung nach durch Method von Saloniki[1] geweihten Marienkirche wurde zeittypisch das slawische Heiligtum des vierköpfigen Hauptgottes und Orakelspenders Святовит (Swantewit) überbaut. Als weibliches Pendant zu Swantewit verehrten die Elbsorben in Bresnice die Göttin Briesczecz[2], die Birkengöttin, welcher heilige Birkenhaine angelegt wurden. Der Birkensaft dieser Haine galt als wundertätig, die Birkenrinde diente den Sorben als Schreibmaterial für heilige Texte. Nach dieser Göttin wurden auch Toponyme benannt, erhalten hat sich im Gau Nisan die Benennung der Prießnitz.[3][4]

855

Fuldaer Annalen: Thakulf versuchte, die Daleminzier zu unterwerfen

856

August: der ostfränkische König Ludwig II. zieht mit seinem Heer zunächst durch das Land der Sorben, deren Herzöge zu ihm stießen, und überwindet anschließend in einer Schlacht die Daleminzier, die ihm Geiseln stellen und Tribut zahlen müssen - von dort aus zieht er durch das Land der Böhmen

858

Thakulfs Feldzug gegen die Sorben

871

Pubitschka: Swatopluc erhaelt 871. wegen seiner Laster von dem H. Methodius sehr nachdrueckliche Verweise; bereuet ihn und verspricht, alles zu thun, was Gott und dem H. Methodio angenehm seyn wuerde (2)

874

Pubitschka: Taufe Bořivojs I. dem Schooße der Kirche einverleibet (2)

  • Annales Fuldenses[5]: Sorben und Siusler fallen wahrscheinlicherweise nach dem Beyspiele der Maehren und Boehmen von den Deutschen ab (2)
    • Erzbischof Liutbert von Mainz[6] und der dux Sorabici limitis Ratolf[7] (nur 874 erwähnt), Nachfolger von dux Sorabici limitisThakulf[8] gehen über die Saale und treiben Sorben und Siusler in einem blossen Streifzuge, ohne einen foermlichen Krieg zu Paaren und versetzen sie wieder in die vorige Knechtschaft
    • vielleicht bewog dieses auch den Swatopluk, daß auch er Gesandte an den deutschen Koenig schikte, und ihm seine Treue versichern ließ
  • Bořzivojus ist dem Swatoplic gewisser Maaßen unterworfen; es ist also sehr wahrscheinlich, daß dieser auch die benachbarten slavischen Fuersten, und besonders den Bořzivojus, der ihm [3] am naechsten war, zur Annehmung der christlichen Religion werde bewogen haben. (2f)
877

Pubitschka: Noch andere setzen Bořzivojus Taufe mit Christoph von Jordan in das Jahr 877, welches zwar dem unserigen sehr nahe koemmt, aber um deßwillen nicht angenommen werden kann, weil er zugleich behauptet, daß die Vermaehlung des Swatopluci mit der Adelheid, der Schwester des nachmaligen deutschen Koeniges Arnulphi die Veranlassung zu Bořzivoji Reise nach Maehren gewesen; in dem solche eine bloße Muthmaßung ist, wovon sich in den alten Schriftstellern nichts findet. (3)

880

Pubitschka: P. Julius Solimann nimmt (f) [Solimann in elogiis Ducum Regumque Bohemiae.] 880 an [für die Taufe des Bořzivojus] Allein aus dem folgenden wird erhellen, daß sich solches mit den 35. Jahren, die Bořzivojus nach seiner Taufe noch gelebt, wie Christannus nicht undeutlich zu verstehen giebt, nicht reimen lasse. (3)

886

Pubitschka:

  • das Anthologium Ruthenorum (g) [Es heißt in demselben bey dem 14ten Febr.[9] S. P. N. Methodius Episcupus Morauiae […] claruit sub Basilio Macedone. S. Assemann V. 3. P. 1. c. 1. S. 113. Das claruit bedeutet in den Martyrologiis u. s. f. mehrenteils als so viel als vixit & mortuus est.] […] versichert, daß der Bischof Methodius unter dem Basilio Macedone gelebet, der aber schon 886. im 20. Jahr seiner Regierung starb, wie Pagius (h) [Pagii Crit. in Baron. ad. h. a.] Tursellinus und andere zeigen. (4)
    • Basileios I. † 29. August 886[10]
888

Pubitschka: Christianslegende: Christianus, der erste Geschichtsschreiber Boehmens, der Bořzivoji Urenkel war [] versichert aber, daß Bořzivojus nach dem er fuenf und dreyßig Jahre gelebt, gestorben sey. (4)

889

Pubitschka: Christianslegende: Christianus, der erste Geschichtsschreiber Boehmens, der Bořzivoji Urenkel war [] versichert aber, daß Bořzivojus nach dem er fuenf und dreyßig Jahre gelebt, gestorben sey. (4)

890

Pubitschka: Christianslegende: Christianus, der erste Geschichtsschreiber Boehmens, der Bořzivoji Urenkel war [] versichert aber, daß Bořzivojus nach dem er fuenf und dreyßig Jahre gelebt, gestorben sey. (4)

Anmerkungen Nisaner 9. Jh.[Bearbeiten]

  1. Vgl. Method von Saloniki.
  2. Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen, Zweite Lieferung, den Dresdner Kreisdirectionsbezirk enthaltend, Leipzig bei Friedrich Fleischer, 1840, S. 150.: Dresdener Doerfer […] 14) Briesnitz […] (= Birkenbach, oder nach Boehnisch nach der slawischen Goettin Briesczecz genannt […].
  3. Vgl. Prießnitz (Elbe).
  4. Heinrich Meschwitz (* 15. Juli 1869 in Dresden; † 1927): Geschichte der Dresdner Heide und ihrer Bewohnerschaft. Mit Benutzung offizieller Quellen bearbeitet. Mit einer Karte der Dresdner Heide, mehreren Plänen und Illustrationen. Verlag von C. Heinrich, Dresden-N. 1911 (Vorwort Cossebaude bei Dresden, im Mai 1911.), S. 14: Dieses rechtselbische Heidegebiet genoß schon zur Zeit der Wendenherrschaft unter den Bewohnern ein gewisses Ansehen. War doch der weite stille Wald ein Mittelpunkt religiöser Verehrung, ein Naturtempel, und dem Götter und Geister verehrt wurden. Man hielt die entlegnen Waldgründe für einen Sitz verschiedener Gottheiten. Die Übertragung von Götternamen auf Wege, Bäume, Steine und Bäche [Anm. 1: Nach Böhmisch soll auch der Name Prießnitzbach von Briesczecz - einer slavischen Göttin - herrühren. Eine andere Version übersetzt ihn statt dessen mit "Birkenbach", neuere Gelehrte mit "Bergwasser".] entsprach dieser Vorstellung und man mutmaßte in der Luft, auf waldigen Hügeln, in Tälern und in düsteren Schluchten gute und böse Geister.
  5. Annales Fuldenses
  6. Vgl. Liutbert (Mainz).
  7. Vgl. Limes Sorabicus.
  8. Vgl. Thakulf.
  9. Der 14. Februar ist der gemeinsame Gedenktag von Kyrill und Method, sowohl in der katholischen wie der evangelischen und anglikanischen Kirche.
  10. Vgl. Basileios I..

Drežďany und Nisana im 9. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 10. Jahrhundert[Bearbeiten]

Drežďany und Nisana im 10. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 11. Jahrhundert[Bearbeiten]

Drežďany und Nisana im 11. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nisaner 1176[Bearbeiten]

Francisci (Frantisek) Pubitschka (Priesters aus der Gesellschaft Jesu): Chronologische Geschichte Boehmens unter den ersten christlichen Herzogen. Zweyter Theil, welcher das christliche Boehmen enthaelt., Leipzig und Prag, bey Franz Augustin Hoechenberg und Compagnie. 1771.

  • Die Waldenser kommen um das Jahr 1176 nach Böhmen. (5)

Drežďany und Nisana im 12. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 13. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 16. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 17. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Nisaner im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Gewässer in Nisan[Bearbeiten]

Orte der Nisaner[Bearbeiten]

  1. Bresnice (Briesnitz)
  2. Heller
  3. Kloiczowe (Klotzsche)
  4. Lubanicz (Leubnitz)
  5. Wirnotine (Wüstung Wernten)

Meißen[Bearbeiten]

Die Nisaner und das heutige Dresden[Bearbeiten]

Literatur zu den Slawen[Bearbeiten]

Literatur zu den Westslawen[Bearbeiten]

Francisci Pubitschka Priesters von der Gesellschaft Jesu: Chronologische Geschichte Böhmens ..., Bände 1-2

Quellen

  • Bohuslaus Balbinus (erster Chronist) - gedruckte und handschriftliche Werke[1]
  • Simon Assemann Originum Slauorum - Codex Assemanianus[2]

Band 2 1771

S. 32 Jahr Christi 877: Zu diesem Jahr kann ich mit vieler Wahrscheinlichkeit auch das noch rechnen, was Christannus von Borziwojo nach seiner Wiedereinsetzung schreibt: eben dieser Fuerst hatte waehrend seinem Aufenthalte in Maehren, Gott ein Geluebde gethan, im Falle er ihm seine verlohrne Wuerde und vaeterliche Erbschaft wieder schenkte, wollte er zur Ehre der Hl. Jungfrau Maria eine Kirche bauen: und kaum war er wieder nach Prag zurueckgekehrt; so kam er auch diesem Versprechen nach, und errichtete mitten auf dem Markt der Altstadt Prag ein Gotteshaus, welches der noch heutzutage stehende Tein ist. In dieser Kirche pflegt die Universitaet ihre geistlichen Feyerlichkeiten zu halten. Gleich darneben steht der alte Pallast des Herzogs Krzezomysli, der in der Folge laeta curia, der lustige Hof oder der Teiner Hof genannt worden. Hier soll, wie Krugerius erinnert, zwar eine Kapelle seyn, in welcher Spitignaeus, des Borziwoji Sohn, begraben liegt: ie Teinkirche aber, wie man selbige jetz noch sieht, sollen im Jahre 1400 verschiedene Kaufleute haben bauen lassen. Pessina (o) [PESSINA. Phosphor. Rad. 3.] schreibet: nicht weit davon auf der Anhoehe Zderassei von Borziwojo die Kirche St. Petri und Pauli errichtet worden: u. s. w. Der Schriftsteller, welcher das Leben der Hl. Ludmillae beschrieben, versichert, daß selbige den frommen Eifer ihres Gemahls hierin nachgeahmt, ja sogar selbigen uebertroffen habe. Pontanus (p) [PONTANUS, Bohem. piae. I. 4.] zaehlt sieben Kirchen her, welche sie bauen lassen; und Nicolaus Salius verzeichnet beym Surio gleichfalls einige (q) [V. SUYSKENUM AA. SS. in Vita S. Ludmillae]. Daß die Tetiner St Catharinen= [33] Kirche von ihr allein herrühre, dieß bekräftigen hier und da boehmiche Geschichtsschreiber. Die Melniker und Bunzlauer Kirchen sind nach dem Balbino (r) [BALBINUS Miscellan. I. 4. c. 6. p. I. et 7.] von der Hl. Ludmilla eben so mit Kirchengeschenken ausgezieret worden, wie sie zuvor dem Götzenbilde Krosyna dergleichen geopfert hatte. Arsenius, der Verfasser der bunzlauer Geschichte, und Berthold Pontanus (s) [PONTANUS in Boh. pia, Balb. hist. mont. saneti I. 1. C. 9. § 2. n. 2.] versichern, aus dem Goetzenbilde Krosyna sey hernach die bunzlauer Marienbildsaeule gegossen worden: da aber jenes von Golde war und diese Bildsaeule aus verschiedenen Metallen zu bestehen scheint, so kann man obigen Schriftstellern hierin nicht allerdings Glauben beymessen. Carpzov erzaehlt nach einer alten Tradition: bey dem Dorfe Tachau, am Flusse Nissa in der Lausitz, wo vormals ein der Goettinn Isis geheiligter Hain gewesen, habe die H. Ludmilla dem heiligen Apostel Petro eine Kirche errichtet und reichlich beschenkt: vom H. Methodio aber sey selbige eingeweiht worden. Carpzov meldet dieses in den Zittauischen Sammlungen, Großer in den Lausitzischen Merkwuerdigkeiten 2. Th. und Christoph Wiesner in dem Manuscripte der Laubenschen Jahrbuecher. Alles dieses muß man als nach der Taufe der H. Ludmilla erfolgte Begebenheiten betrachten. Das, was hier von Tachau in der Lausitz gesetzt worden, laeßt sich viel wahrscheinlicher auf das boehmische Tachau am Flusse Mißa anwenden, da die Frage noch nicht ausgemacht ist, ob sich des Borziwoji Herrschaft bis in die Lausitz erstreckt habe.


August Schumann: Vollstaendiges Staats= Post= und Zeitungs= Lexikon von Sachsen, enthaltend eine richtige und ausfuehrliche geographische, topographische und historische Darstellung aller Staedte, Flecken, Doerfer, Schloesser, Hoefe, Gebirge, Waelder, Seen, Fluesse &c, gesammter Koenigl. und Fuerstl. Saechsischer Lande, mit Einschluß des Fuerstenthums Schwarzburg, des Erfurtschen Gebietes, so wie der Reußischen und Schoenburgischen Besitzungen, Dritter Band, Friedrichswalde bis Herlachsgruen, Zwickau, im Verlage der Gebrueder Schumann, 1816, S. 209.Goerlitz (Geschichte) […] In Urkunden kommt die Stadt unter dem Namen Horzelecz oder Zgorzelecz vor, welches so viel als Brandstatt bedeutet. […] Früher als sie standen an demselben Platze, am Ufer der Neiße, die beiden Dörfer Drebenau und Tachau; und zu Karl des Großen Zeiten befand sich hier auch eine Burg. Man nimmt an, daß Sobislaw beide Doerfer in einen Marktflecken verwandelte, und im Jahr 1125 zu dessen Beschuetzung ein festes Blockhaus erbauete. Der Marktflecken bluehete schnell auf, wurde aber durch eine Feuersbrunst zerstoert, worauf Sobieslaw (im J. 1131) ihn in eine ansehnliche Stadt verwandeln ließ, die er den Namen Horzelecz (Brandstaette) beilegte.

https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10136381_00005.html

Literatur zu den Tschechen[Bearbeiten]

Literatur zu den Sorben[Bearbeiten]

Literatur zu den Elbsorben[Bearbeiten]

Literatur zu den Nisanern[Bearbeiten]

Literatur Meißen[Bearbeiten]

Verlage[Bearbeiten]

D.J.M.
  • Gana – Paltzschen – Zehren. Eine archäologisch-historische Wanderung durch das Lommatzscher Land - ISBN-10: 3-9809255-8-7 - ISBN-13: 978-3-9809255-8-7 - Erscheinungsjahr: 22. Juli 2011 - Erste Auflage - Seitenanzahl: 210 - broschiert
  • Rätsel um Schloß Osterlant. Ein archäologisches BilderbuchAuslieferung - ausschließlich über: Reinhard Spehr, Zwinglistr. 12, 01277 Dresden, Tel 0351 2640922
Dresdner Buchverlag (salomo publishing)


https://katalog.slub-dresden.de/id/0-875964257/

Die slawische Frühgeschichte Sachsens im Licht der Namen

Orthodoxie[Bearbeiten]

Kurs Diskussion:Die Nisaner – Dresdens Ureinwohner/Orthodoxie

Slawischer Burgwall[Bearbeiten]

Slawischer Burgwall

https://slawenburg-raddusch.de/

Altes Dorf (Pechau)

Die slawische Burg bestand zumindest bereits im 10. Jahrhundert. Bei der Ersterwähnung Pechaus im Jahr 948 wurde der Ort als Burg Pechouui genannt. Die Burg war das Zentrum eines Burgbezirks im Gau Moraciani, an dessen Westgrenze sie lag. Die Elbe floss zu diesem Zeitpunkt unmittelbar an Pechau vorbei. Aus dieser Lage ergab sich die strategische Bedeutung der Anlage. Die hier lebende slawische Bevölkerung betrieb Ackerbau, Viehhaltung, Jagd und Fischerei. Wohl um das Jahr 1000 wurde die Burg vermutlich zerstört. Allerdings ließ sich an Funden nachvollziehen, dass die Anlage noch im 12. und 13. Jahrhundert besiedelt war. Ab dem 12. Jahrhundert gehörte die Region zum deutschen Herrschaftsbereich.


Lage von Groß Rosenburg in der Stadt Barby im Salzlandkreis

Groß Rosenburg

Der vermutlich ursprünglich slawisch besiedelte Ort tauchte im Jahr 839 als „Rosburg“ in einem Schriftstück auf. Zur Burg (heute Ruine), die bereits im 5. Jahrhundert bezeugt ist, gehörte ein großer Wirtschaftshof. Dieser „königliche Hof“ kam 965 als Schenkung Ottos I. an das Magdeburger Mauritiuskloster (Vorgängerbau des Magdeburger Domes). Rosburg wurde bereits 993 als Civitas bezeichnet.

Lödderitz

Der Ort Lödderitz ist slawischen Ursprungs, taucht aber erst 1330 erstmals in einer Urkunde auf, der Ortsteil Rajoch bereits 200 Jahre früher.

Gelände des Försterfriedhofes in Lödderitz, auf einer ehemaligen slawischen Burg

Försterfriedhof Lödderitz

Der Försterfriedhof Lödderitz ist ein außerhalb des Dorfes Lödderitz auf der Schmiedeburg, einem ehemaligen slawischen Burgwall, angelegter Waldfriedhof im Lödderitzer Forst.

Liubusua

Als Liubusua wird in der Chronik des Thietmar von Merseburg eine Slawenburg beschrieben, in welcher bis zu zehntausend Bewohner Platz gefunden haben sollen. Im Jahr 932 soll diese Burg durch die Deutschen unter König Heinrich I. erstmals zerstört worden sein. Heinrich der II. ließ die Anlage 1012 wiedererrichten, bevor sie im August desselben Jahres durch Bolesław Chrobry endgültig zerstört wurde.

Löbsal

Neuere Forschungen zu der von Thietmar von Merseburg erwähnten mittelalterlichen Burg Liubusua haben nachgewiesen, dass sich seine Beschreibungen auf die 932 zerstörte Burg an der Rauhen Furt nördlich von Meissen direkt an der Elbe beziehen und dass Liubusua mit dem mittelalterlichen Burgwall bei Löbsal identisch sein muss.

Sachsen

Liste der Burgwälle im Freistaat Sachsen

Oberlausitz (Raum Bautzen/Löbau):

Skalenburgen/Slawenburgen aus der Zeit 500 v. Chr. bis 1000 n. Chr.

--Methodios (Diskussion) 20:05, 30. Okt. 2020 (CET)

Altstraßen[Bearbeiten]

Dr. Thomas Westphalen drang tief in Zeit und Boden ein als er über archäologisch belegte Verkehrswege sprach. Dabei kann es sich um Prozessionswege handeln, die heute nur dank der Luftbilddokumentation erkennbar sind, um Nachweise für erste feste Straßen in mittelalterlichen Städten wie Meißen und Bautzen. Oder es ist auf Grund von Funden beispielsweise von Bernstein oder Goldschmuck der Nachweis für Handelswege möglich, die unsere Region mit dem Baltikum oder dem Mittelmeer verbanden.


Bericht vom 9. Sächsische Heimattag in Freiberg: „Verkehrswege verbinden – Straßen und Wege in Sachsen“

Dipl. phil. Volkmar Geupel von der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen referierte über mittelalterliche und frühneuzeitliche Altwege im Erzgebirge, die gerade für den Handel mit Böhmen unerlässlich waren. Sie sind noch heute an Hohlwegen nachweisbar. Weitere Referenzpunkte sind zum Beispiel die Burgen Sayda, Purschenstein und Rechenberg oder auch das Zollhaus Bieberstein. Eine besondere Art stellten Geleitsstraßen dar, an denen sich verschiedene Kontrollpunkte befanden. Diese Wege, die vor allem vom 14. bis 17. Jahrhundert benutzt worden waren, werden in ihrem Bestand bedroht, indem sie beispielsweise aus Unkenntnis verfüllt oder durch schwere Forsttechnik zerstört werden.

Bericht vom 9. Sächsische Heimattag in Freiberg: „Verkehrswege verbinden – Straßen und Wege in Sachsen“


Nach einer kurzen Kaffeepause, die auch für einen ersten angeregten Austausch genutzt wurde, sprach zunächst Dr. Albrecht Kirsche über die Entwicklung, die eine Reihe von Fernwegen im Erzgebirge im Laufe der Jahrhunderte genommen hat. Er konzentrierte sich dabei vorwiegend auf den Kulmer Steig, der von Heidenau über Gottleuba nach Aussig (Usti n.L.) und später nach Teplitz (Teplice) führt.

Bericht vom 9. Sächsische Heimattag in Freiberg: „Verkehrswege verbinden – Straßen und Wege in Sachsen“


Eine Vielzahl an Altstraßen, die sich aus dem Elbtal in die Umgebung erstrecken, stellte Dr. Bernd Hofmann vor. Dabei folgte er dem Strom flussaufwärts. Es ist überraschend, wie heute noch benutzte Straßen mittelalterlichen Wegen folgen, so in den Elbhängen bei Pillnitz oder auch die S 177 von Pirna Richtung Bonnewitz.

Bericht vom 9. Sächsische Heimattag in Freiberg: „Verkehrswege verbinden – Straßen und Wege in Sachsen“

--Methodios (Diskussion) 20:04, 30. Okt. 2020 (CET)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Feudalisierungsprozess verlief gerade im Osten des Reiches besonders langsam, zäh und schwierig, weil die Bevölkerung auf dem Land noch zu einem großen Teil aus freien, nicht feudalabhängigen Bauern bestand, die sich der Unterwerfung unter die Lehnsherrschaft von Adel und Klerus noch immer hartnäckig widersetzten - und noch in großem Umfang dem kirchenslawischen Christentum anhingen - Katholizismus war Herren-Religion.


Überlieferung[Bearbeiten]

Kaspar Suter - Große Schweizer-Chronik - Schon wenig später dürfte das auf Unkenntnis gestossene Manuskript verschollen sein, „weil seine Nachwelt [diesem Werk] keine Bedeutung beimaß“. Sie gilt heute als verloren.

--Methodios (Diskussion) 07:54, 13. Okt. 2020 (CEST)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Bohuslav Balbín.
  2. Vgl. Codex Assemanianus