Kurs:Die Nisaner – Dresdens Ureinwohner

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Die Nisaner waren Elbslawen, die sich um 600 n. Chr. von Pirna flussabwärts bis zur Mündung der Wilden Sau niedergelassen hatten und vorwiegend von Fischerei lebten.

Der Naturraum[Bearbeiten]

Der (Dresdner) Elbtalkessel gehört zu einer Elbezone genannten Bruchzone. Er befindet sich zusammen mit dem sich südlich anschließenden Döhlener Becken zwischen zwei Resten des Variszischen Gebirges:

Naturregion Sächsisches Lössgefilde

  • Mittelsächsisches Lösshügelland
    • Dresden-Meißener Lössplateaurand - 45,61 km2 (7,4 km2 in Dresden)
      • Weistropper Plateaurand - 24,8 km2 (3,3 km2 in Dresden)
      • Cossebauder Hangstufe - 4,9 km2 (1,8 km2 in Dresden)
      • Niederwarthaer Hänge - 4,5 km2 (2,3 km2 in Dresden)
      • Scharfenberger Plateaurand
      • Meißen-Scharfenberger Hänge

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  • 7,9 Wilsdruffer Lößplateaus - übergeordneter Naturraum (Mesogeochore)
    • Wilsdruffer Löß-Plateau - 52,0 km2 (7,9 km2 in Dresden)
      • Cossebauder Elbeaue und Niederterrasse - 9,9 km2 (8,5 km2 in Dresden)
      • Weißeritzaue und Niederterrasse - 6,7 km2 (6,7 km2 in Dresden)
      • Gauernitz-Meißener Elbaue - 7,0 km2 (<0,1 km2 in Dresden)
      • Radebeul-Coswiger Niederterrasse
      • Zentrale Dresdener Elbaue - 6,9 km2 (6,9 km2 in Dresden)
      • Pieschen-Kaditzer Niederterrasse - 9,6 km2 (9,2 km2 in Dresden)
      • Spaargebirge
      • Coswiger Heidesand-Terrasse
      • Talplatte der Nassau
      • Brockwitz-Meissener Niederterrasse
      • Dresden-Radebeuler Heidesand-Terrasse - 23,4 km2 (18,2 km2 in Dresden)
      • Dresden-Neustädter Niederterrasse - 6,0 km2 (6,0 km2 in Dresden)
    • Südöstliche Dresdener Elbtalweitung - ? km2 (51,1 km2 in Dresden)
      • Zschieren-Loschwitzer Elbaue - 8,6 km2 (7,5 km2 in Dresden)
      • Copitz-Pillnitzer Niederterrasse - 8,3 km2 (3,5 km2 in Dresden)
      • Pirnaer Elbaue
      • Gottleuba-Seidewitz-Talboden
      • Dresden-Altstädter Niederterrasse - 12,2 km2 (12,2 km2 in Dresden)
      • Niedersedlitz-Reicker Niederterrasse[1] - 19,3 km2 (16,7 km2 in Dresden)
      • Pirna-Heidenauer Niederterrasse
      • Mockethaler Platte
      • Blasewitzer Niederterrasse - 5,8 km2 (5,4 km2 in Dresden)
      • Kleinzschachwitz-Laubegaster Niederterrasseninseln - 11,9 km2 (4,8 km2 in Dresden)
      • Talplatte Graupaer Tännicht - 11,8 km2 (1,0 km2 in Dresden)
      • Freitaler Becken - Döhlener Becken = Freital-Kreischaer Becken - 37,0 km2 (0,9 km2 in Dresden)
      • Wilisch-Rücken
      • Kreischaer Becken
    • Zentrales Elbtalschiefergebirge
      • Gersdorf-Ottendorfer Becken
      • Meusegast-Niederseidewitzer Landstufe
      • Krebs-Dohmaer Hügelgebiet
      • Maxener Riedelgebiet
      • Burkhardswalder Plateau
      • Tronitzer Plateau
      • Seidewitz-Tal
      • Unteres Müglitz-Tal
      • Nenntmannsdorfer Plateau
    • Südöstliches Elbtalschiefergebirge
    • Dohnaer Lössplateaus - 86,4 km2 (54,2 km2 in Dresden)
      • Unteres Lockwitz-Tal - 2,3 km2 (0,7 km2 in Dresden)
      • Plauenscher Grund - 1,9 km2 (1,9 km2 in Dresden)
      • Luga-Gommerner Landstufe - 4,4 km2 (2,7 km2 in Dresden)
      • Gorknitzer Plateau - 11,0 km2 (<0,1 km2 in Dresden)
      • Omsewitzer Löß-Plateau - 26,9 km2 (25,4 km2 in Dresden)
      • Plauen-Nickerner Löß-Hügelgebiet - Nickern - Der Geberbach umfließt eine für die ersten Siedler wichtige Erhebung des Plauen-Nickerner Löß-Hügelgebietes.[2] - Geberbach: Altnickern 147,31 m ü. NN - Dohnaer Straße 134,14 m ü. NN - Mündung Niedersedlitzer Flutgraben 112,51 m ü. NN[3] - 18,2 km2 (18,0 km2 in Dresden)
      • Goppelner Löß-Plateau - 21,7 km2 (5,5 km2 in Dresden)
    • Moritzburger Kuppenland - ? km2 (8,5 km2 in Dresden)
      • Moritzburger Kleinkuppen- und Teichgebiet
      • Lößnitz-Hänge - 7,5 km2 (0,1 km2 in Dresden)
      • Moritzburg-Bärnsdorfer Kleinkuppengebiet - 15,9 km2 (< 0,1 km2 in Dresden)
      • Marsdorfer Kleinkuppengebiet - 16,8 km2 (5,0 km2 in Dresden)
      • Wahnsdorfer Plateau - 7,1 km2 (0,2 km2 in Dresden)
      • Dippelsdorf-Volkersdorfer Kleinkuppengebiet - 14,6 km2 (3,2 km2 in Dresden)
      • Friedewald-Lindenauer Kleinkuppengebiet
      • Berbisdorfer Platte
      • Kleinkuppengebiet Burggrafenheide
      • Kleinkuppengebiet Friedewalder Forst
    • Klotzscher Sandplatten - 61,7 km2 (55,3 km2 in Dresden)
      • Dünen-Plateau Dresdner Heide - 6,4 km2 (6,4 km2 in Dresden)
      • Wilschdorfer Platte - 7,2 km2 (6,8 km2 in Dresden)
      • Klotzsche-Medinger Sand-/Kies-Platte - 24,4 km2 (18,5 km2 in Dresden)
      • Bühlauer Plateau - 7,3 km2 (7,2 km2 in Dresden)
      • Hellerrand-Landstufe - 4,8 km2 (4,8 km2 in Dresden)
      • Plateaurand der westlichen Dresdner Heide - 11,6 km2 (11,6 km2 in Dresden)
    • Radeberger Hügelland - ? km2 (43,7 km2 in Dresden)
      • Talmulde Obere Prießnitz - 4,4 km2 (1,8 km2 in Dresden)
      • Seifersdorfer Röder-Tal = Seifersdorfer Tal - 2,4 km2 (0,9 km2 in Dresden)
      • Radeberg-Großerkmannsdorfer Granit-Hügelgebiet - 16,8 km2 (3,2 km2 in Dresden)
      • Weißiger Bergkuppengebiet - 5,3 km2 (5,3 km2 in Dresden)
      • Großdittmannsdorfer Röder-Tal
      • Hügelgebiet am Dachsenberg - 11,0 km2 (6,6 km2 in Dresden)
      • Hermsdorf-Grünberger Kleinkuppengebiet - 9,8 km2 (5,2 km2 in Dresden)
      • Langebrücker Hügelgebiet - 20,7 km2 (20,7 km2 in Dresden)
    • Wachauer Lösshügelland
      • Leppersdorfer Hügelgebiet
      • Wachauer Hügelgebiet
      • Wallrodaer Hügelgebiet
    • Arnsdorfer Sandplateaus - ? km2 (4,6 km2 in Dresden)
      • Rossendorfer Kleinkuppengebiet - 5,1 km2 (3,2 km2 in Dresden)
      • Arnsdorfer Becken
      • Fischbach-Carswald-Plateau - 13,7 km2 (1,4 km2 in Dresden)
    • Lössplateaus bei Schönfeld-Weißig - 41,1 km2 (38,7 km2 in Dresden)
      • Eschdorfer Tal-Riedelgebiet - 6,2 km2 (5,7 km2 in Dresden)
      • Bühlau-Malschendorfer Plateaurand - 12,7 km2 (12,7 km2 in Dresden)
      • Triebenberg-Borsberg-Rücken - 2,7 km2 (2,7 km2 in Dresden)
      • Schönfelder Löß-Plateau - 9,1 km2 (9,1 km2 in Dresden)
      • Wachwitz-Pillnitzer Hänge - 10,4 km2 (8,5 km2 in Dresden)

Naturregion Sächsisches Bergland und Mittelgebirge

  • Osterzgebirge
    • Dippoldiswalder Riedelland
      • Rabenauer Zerschneidungsgebiet
      • Dippoldiswalder Weißeritz-Tal
      • Ruppendorfer Hochfläche
      • Somsdorf-Höckendorfer Riedelgebiet
      • Reichstädter Kuppengebiet
      • Tharandter Weißeritz-Tal
      • Seifersdorfer Riedel-Tal-Gebiet
      • Paulsdorf-Höckendorfer Heide
      • Beerwalder Riedelgebiet
    • Tharandter Wald
    • Tal der Wilden Weißeritz
    • Abdachung bei Kipsdorf und Bärenstein
    • Reinhardtsgrimmaer Hochflächen
    • Liebstädter Riedelland
      • Döbra-Waltersdorfer Riedel-Tal-Gebiet
      • Schlottwitzer Müglitz-Tal
      • Schlottwitzer Müglitz-Talrand
      • Hausdorfer Riedelgebiet
      • Oberes Seidewitz-Tal
      • Göppersdorfer Zerschneidungsgebiet
      • Glashütter Müglitz-Tal
      • Trebnitz-Tal
      • Herbergener Plateau
      • Mittleres Lockwitz-Tal
      • Liebstadter Seidewitz-Tal
      • Großröhrsdorf-Berthelsdorfer Riedelgebiet
      • Göppersdorfer Riedel-Tal-Gebiet
    • Fürstenau-Oelsener Hochflächen
    • Hochflächen bei Glashütte
      • Johnsbacher Hochfläche
      • Bärenhecker Müglitz-Tal
      • Dittersdorfer Hochfläche
Siehe auch

Gewässer[Bearbeiten]

Tännichtgrundbach

Nördlich des Trassengrabens und westlich des Tännichtgrundes liegt mehr als 40 m über der Talsohle der Böhmerwall, eine frühgeschichtliche slawische Burganlage. Er gehört zu einem ganzen System von Wallanlagen. Die nächste Anhöhe in Richtung Westen wird durch die Wallanlage Heiliger Hain besetzt. In Richtung Norden liegt der mächtige Burgberg Niederwartha in 207 m ü. NN schon über 70 m über dem Tännichtgrund. Der Bach muss hier zwischen dem Burgberg und der gegenüberliegenden Teufelskanzel (195 m ü. NN) von der Nordostrichtung abweichen. Er verläuft zwischen Niederwarthaer Straße (Weistropp) und Oberwarthaer Straße in einem leichten Bogen Richtung Westen. Vor den beiden Bergen nimmt er den Weistropper Hanggraben und danach den Weistropper Graben auf. Zwischen diesen beiden Zuflüssen verzweigt sich der Bach und bildet mit dem rechten Lauf den kleinen, länglichen Burgbergteich (Mühlteich).[4]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Name Nisani leitete sich von "die Leute in der Niederung" ab. Die Nisaner waren über Böhmen zugewandert. Sie besiedelten ein Territorium, das nach der Völkerwanderung weitgehend menschenleer war. Bereits unter den Karolingern begann ihre Missionierung. Im Zusammenhang mit der deutschen Ostsiedlung wurden die Sorben gewaltsam unterworfen und teilweise vertrieben. Das Land wurde in Gaue unterteilt, zur Verteidigung und Missionierung wurden Burgwarde angelegt. Der Gau Nisan gehörte später weltlich zur Mark Meißen, wobei sich die juristische und die faktische Macht häufig unterschieden, und geistlich zum Bistum Meißen.

Siedlungsgebiet[Bearbeiten]

Die Nisaner siedelten sich in Dresden zuerst rechtselbisch an, später gründeten sie auch linkselbisch einen Weiler. Viele Begriffe der Dresdner Ortsgeschichte erinnern noch heute an die sorbischen Wurzeln der Gegend, so Střelec für Strehlen.

Der Gau Nisan erstreckte sich im Elbtalkessel wahrscheinlich von der Mündung der Wilden Sau bei Gauernitz-Constappel im Norden bis zum Urwald im Süden nach Pirna. Er umfasste mehrere deutsche Burgwarde. Belegt sind Bresnice (Briesnitz), Woz/Wosice (wahrscheinlich der Burgberg Niederwartha) sowie Bvistrizi, dessen Mittelpunkt entweder die Heidenschanze bei Coschütz oder der Burgwartsberg Pesterwitz oder der Hohe Stein oberhalb von Plauen war. Nur hypothetisch wird auch Dohna mit der Burg Dohna als Zentrum eines Burgwards betrachtet. Wahrscheinlicher ist allerdings eine deutsche Burggrafschaft Dohna ab spätestens 1156. Der sorbische Gau Nisan umfasste die vier genannten Burgbezirke, den Burgbezirk Kesselberg um Pirna sowie weitere Burgbezirke in der Burgwardslücke im Zentrum des Gaues. So ist eine abgegangene Burg ähnlich dem Kesselberg Pirna nahe der Elbfurt von Nisana nach Altendresden im Gebiet des Hahnenberges sehr wahrscheinlich. Mit der Ostexpansion der deutschen Herrschaft vergrößerte sich das ehemalige Gaugebiet zu einem hochmittelalterlichen Archidiakonat Nisan.

Oberlausitzer Grenzurkunde[Bearbeiten]

Am 7. Mai 1241 unterzeichnete der böhmische König Wenzel I. Přemysl auf der damals noch böhmischen Burg Königstein eine Urkunde zur Abgrenzung zwischen der seinerzeit dem Königreich Böhmen gehörenden Oberlausitz und dem Bistum Meißen. Diese sogenannte Oberlausitzer Grenzurkunde basierte auf bereits 1213 und 1223 vorgenommenen Vermessungen.

Diese Grenzziehung ist für weite Strecken die erste in dieser Region und bildet sich demzufolge auch in den Meissner Bistumsmatrikeln ab, welche die (römisch-katholische) Grenze zum damaligen Bistum Prag beschreibt. Die Grenze verlief:

Grenzen nach dem Urkundenbuch des Hochstifts Meißen[Bearbeiten]

Die Region Dresden 1834 mit dem ehemaligen Gaugebiet

Die Grenzen wurden nach Angaben der Meissner Bistumsmatrikel bestimmt, soweit es die schwierige Quellenlage zuließ. Es handelt sich demzufolge um einen Grenzverlauf, der günstigstenfalls bis in die späte Gauverfassungszeit zurückreicht, des Öfteren aber durch jüngere Quellen extrapoliert werden musste. Problematisch ist es auch, dass die kirchlichen Grenzen sich nicht immer mit den landschaftlichen und den politischen Grenzen deckten und wie letztere im Rahmen eines Herrschaftsausbaues oft expansive Züge trugen. Beim Gau Nisan kommen die Verwischungen der Grenzen zwischen dem bischöflichen Amt Stolpen und anderen Besitzungen des Hochstiftes Meißen in der Oberlausitz erschwerend hinzu.

Westgrenze[Bearbeiten]

Hier stieß der Osten des Gaues Daleminci an den Gau Nisan. Die Grenze verlief:

Nordgrenze[Bearbeiten]

Ostgrenze[Bearbeiten]

Hier haben sich die Grenzen durch die sehr frühzeitige zwangsweise Vereinigung von Siedlungen des Gaues Nisan unter dem bischöflichen Amt Stolpen mit anderen Besitzungen des Hochstiftes Meißen in der Oberlausitz sehr nach Südwesten verschoben. Die Grenze verlief südwestlich der Oberlausitzer Orte:

  • Hauswalde (Kirchort) am Hauswalder Bach (mündet in Bretnig in die Große Röder)
  • Rammenau (Kirchort) am Grunabach (im bewaldeten nördlichen Gemeindeteil Röderbrunn entspringt die Große Röder südwestlich des Hochsteins; früher markierte die Gruna zwischen Frankenthal und dem heutigen Niederteich in Rammenau den von der Quelle der Schwarzen Röder kommenden Grenzverlauf zwischen der Oberlausitz und dem Bistum Meißen)
  • Großröhrsdorf (Kirchort) an der Großen Röder an der Alten Poststraße
  • Frankenthal (Kirchort) unmittelbar an der ehemaligen oberlausitzisch-meißnischen Grenze liegt der Wohnplatz Frankenthaler Beigut am Grunabach; auf der Frankenthaler Flur entspringt auch die Schwarze Röder, welche in diesem Bereich die Grenze darstellt
  • Harthau (Kirchort) Mündung der von Frankenthal kommenden Gruna im Schlosspark in die Wesenitz; am Köhlerberg mündet der Zinsbach in die Schwarze Röder, an diesem Zusammenfluss, an der Grenze zwischen Massenei und Großharthauer Flur, steht ein Grenzstein mit Schwertern und markiert noch heute die in der Oberlausitzer Grenzurkunde beschriebene historische Grenze
  • Bischofswerda (erzpriesterlicher Stuhl) an der Wesenitzschleife, sorbisch Přibok („an der Alten Straße“); nach neuerem Verständnis gehörte Bischofswerda nicht zur historischen Markgrafschaft Oberlausitz, sondern bildete das „Tor zur Oberlausitz“, da hier das erst im Mittelalter gerodete Waldland mit dem offenen Sorbengau Milska zusammentraf
  • Drebnitz (Kirchort) südwestlich von Bischofswerda, obersorbisch Drjewnica (Siedlung am oder im Walde an einem Wald- oder Holzbach, dem heutigen Hundeflüsschen), Groß- und Kleindrebnitz gehörten zu den Stolpener Amtsdörfern
  • Rückersdorf zwischen dem Hohwald und dem nördlichen Vorland des Elbsandsteingebirges, unterstand dem bischöflich-meißnischen Burgward Göda
  • Ottendorf im Übergangsbereich von Lausitzer Bergland und Sächsischer Schweiz

Südgrenze[Bearbeiten]

Das Urkundenbuch des Hochstifts Meissen beschreibt nur die Grenzsituation im äußersten Südosten von Nisan zu Böhmen. Die Grenze verlief

  • am Lausitzer Gebirge mit dem Falkenberg (Sokol) als Scheidepunkt
  • entlang der heutigen Grenze zu Böhmen

Die Meissner Matrikel weisen auch das Böhmische Niederland mit den Bezirken von Hainspach (Lipová u Šluknova), Schluckenau (Šluknov), Rumburg (Rumburk), Reichenberg (Liberec), Friedland (Frýdlant v Čechách) und dem nördlichen Teil des Bezirkes Warnsdorf (Varnsdorf) dem Gau Nisan (Niederland) zu.

Als weitere Südgrenze wird in Verlängerung des Lausitzer Gebirges, welches vom Jeschkenberg (Ještěd) bei Reichenberg bis an die Elbe bei Bad Schandau reicht, wohl stillschweigend der Erzgebirgskamm angenommen, bis hin zur Quelle der Wilden Weißeritz am tschechischen Erzgebirgskamm bei Nové Město (Neustadt) bei Moldava als Divoká Bystřice auf einer Höhe von etwa 850 Metern, von wo die Westgrenze des Gaues Richtung Norden abzweigte.

Grenzen des Archidiakonats Nisan[Bearbeiten]

Nach der Karte 6 in der Geschichte Dresdens (Herrschaft und Christianisierung im Dresdner Elbtalraum)[5] verlief die Grenze des Archidiakonats Nisan wie folgt:

Die Westgrenze[Bearbeiten]

  • vom Erzgebirgkamm die Wilde Weißeritz entlang
  • einschließlich Schönfeld (ersterwähnt 1336)
  • ausschließlich Frauenstein
  • einschließlich Hennersdorf (ersterwähnt 1332)
  • einschließlich Reichstädt (ersterwähnt 1319)
  • einschließlich Ruppendorf (ersterwähnt 1350)
  • einschließlich Höckendorf (ersterwähnt 1235)
  • bis Tharandt, wo sich die Grenze Nisans von der Weißeritz löst und weiter strikt nach Norden verläuft
  • einschließlich Kesselsdorf (ersterwähnt am 9. Februar 1223)
  • nach Wilsdruff, wo die Wilde Sau nach Westen läuft
  • einschließlich Weistropp
  • einschließlich Gauernitz
  • die Elbe zwischen Gauernitz und Kötitz (ersterwähnt 1203) ein Stück westwärts
  • ausschließlich Brockwitz
  • einschließlich Coswig

Im Unterschied zum Codex diplomaticus Saxoniae regiae wird hier das wichtige Frauenstein mit Burg Frauenstein ausgeschlossen. Der Ausschluss von Brockwitz hingegen ist hier wie auch beim CDSR zu finden, die Zugehörigkeit dieses Ortes zu Nisan war nur temporär. Brockwitz war nach den altsorbischen Quellen Teil von Glomaci (Daleminzien), fiel aber durch den Charakter Meißens als Grenzburg nach 965 zu Nisan. Der Ort war offenbar auch nie Teil des Archidiakonats Nisan, gehörte 1351 zum Districtus Großenhain und wurde ab 1547 wieder direkt vom Kreisamt Meißen verwaltet.

Die Nordgrenze[Bearbeiten]

  • nördlich von Coswig Richtung Westen unter Einschluss von Bärnsdorf (1309 ersterwähnt)
  • einschließlich Medingen (1289 ersterwähnt)
  • einschließlich Ottendorf (1346 ersterwähnt)
  • einschließlich Seifersdorf (1335 ersterwähnt)
  • ausschließlich Lomnitz (1313 ersterwähnt), von dort verläuft die Grenze wieder nach Süden

Die Ostgrenze[Bearbeiten]

  • ausschließlich Wachau (1218 ersterwähnt)
  • einschließlich Leppersdorf (1337 ersterwähnt)
  • einschließlich Röhrsdorf (1350 ersterwähnt)
  • ausschließlich Wallroda (1349/50 ersterwähnt)
  • einschließlich w:Arnsdorf (1349/50 ersterwähnt)
  • ausschließlich Wilschdorf (1351 ersterwähnt)
  • einschließlich Dittersbach (1299 ersterwähnt)
  • ausschließlich Stolpen (1222 ersterwähnt)
  • einschließlich Porschendorf (1311 ersterwähnt)
  • einschließlich Lohmen (1292 ersterwähnt)
  • einschließlich Dorf Wehlen (1445 ersterwähnt)
  • einschließlich Stadt Wehlen (1269 ersterwähnt)
  • von Wehlen westwärts die Elbe entlang bis kurz vor Pirna
  • von der Elbe zur Gottleuba in Höhe von Cotta
  • einschließlich Cotta
  • die Gottleuba flussaufwärts bis Höhe Bad Gottleuba
  • ausschließlich Berggießhübel (1457 ersterwähnt)
  • ausschließlich Bad Gottleuba (1363 ersterwähnt)
  • einschließlich Breitenau
  • einschließlich Liebenau

Die Südgrenze[Bearbeiten]

  • verlief auf dem Erzgebirgskamm östlich von Geising bis zur Quelle der Wilden Weißeritz
  • einschließlich Geising (1375 ersterwähnt)
  • einschließlich Altenberg (1446 ersterwähnt)

Böhmen[Bearbeiten]

Dolní Labe - tschechische Untere Elbe[Bearbeiten]

http://www.baernwald.de/GESCHICHTEVERSTEHEN.pdf

Die Moldau bringt an ihrer Mündung mehr Wasser mit als die Elbe selbst. Ab diesem Punkt wird die Elbe mit 150 m Breite zum großen Fluß. Auch die Moldau unterhalb von Prag ist ein schiffbarer Fluss, auf dem schon zur Zeit Kaiser Karls IV. reger Schiffsverkehr herrschte.

Die Kilometrierung der tschechischen Unteren Elbe beginnt in Mělník mit Kilometer 0. Von dort sind es bis Grenze nach Dolní Žleb (Niedergrund) 109,2 km.


Roudnice nad Labem, z Roudnické vyhlídky na Řípu.jpg
Blick vom Říp nach Norden - bei gutem Wetter ist das Erzgebirge zu sehen (Fichtelberg in 92 km Entfernung)
Kyškovice

Kyškovice vier Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Roudnice nad Labem an der Elbe - rechtselbisch am Prallhang oberhalb der Elbschleife von Roudnice nad Labem - nordöstlich erhebt sich der 278 m hohe Kegel des Sovice - Gehöfte mit Resten der volkstümlichen Ständerbauweise

  • km 813,2 (km 24,0) - > Kyškovice (Kischkowitz) alte Fährstelle

Voraus die bewaldete, halbrunde Kuppe des 7 km entfernten, sagenumwobenen Basaltkegels Říp (gesprochen "Rshiep", Georgsberg, 459 m), von dem vor 1500 Jahren die tschechische Besiedlung Böhmens ausging; sein Magnetitgestein beeinflußt die Kompaßnadel. Von Roudnice in zwei Stunden zu Fuß erreichbar, blickt man bei guter Sicht bis zum 92 km entfernten Fichtelberg im sächsischen Erzgebirge (und hebt damit den Nationalstolz aller tschechischen Herbergsväter).

  • km 811,5 (km 25,5) - < Dobříň (Doberschin). Am Dorfeingang, dem Dorf Kyškovice gegenüber, das NSG "Dobříňský háj", ein Auenwald mit mehreren knorrigen Alteichen und einer artenreichen Frühjahrsblüher-Flora.

Roudnice nad Labem - liegt am linken Ufer der Elbe in der Nähe des 456 m hohen Říp (Sankt Georgsberg), um den sich die Legende vom Urvater Čech rankt

  • km 809,75 (km 27,2) Roudnice - Vědomice < Roudnice nad Labem (Raudnitz an der Elbe)
  • km 809,4 (km 27,6) Altstadt
  • km 808,72 (km 27,8) Doppel-Schleuse Roudnice, 2,8 m hoch
  • km 806,7 (km 29,5) - < Židovice (Schidowitz)
  • km 806,1 (km 30,3) - > Černěves (Tschernowes)
  • km 805,0 (km 31,5) - < Hrobce (Hrobetz)
  • km 803,6 (km 32,8) - < Libotenice (Liboteinitz)
  • km 803,2 (km 33,2) - > Lounky (Launken) St. Nikolai-Kirche des 13. Jh., später barock gestaltet, mit freistehendem Glockenturm. Darin eine 1493 von Meister Thomas gegossene Glocke, Kulturdenkmal.
  • km 802,1 (km 34,5) - < Kirche Sv. Kateřina (St. Katherina), malerisch direkt am Ufer gelegen, letzter Zeuge eines Dorfes, das Kriege und Hochwasser auslöschten. Zu sozialistischer Zeit entweiht, ist sie seit 1994 wieder Gotteshaus. Bis heute zeigt die Ausmalung des Innenraums, wie hoch 2002 das Wasser stand.
  • km 800,0 - km 799,5 (km 37,2 - km 37,7) - > Nučnice (Groß-Nutschnitz) < eindrucksvolles Panorama der Gipfel des Böhmischen Mittelgebirges, wie sie Caspar David Friedrich gesehen haben muß. Im Rückblick letztmalig der Kegel des Říp.
  • km 798,5 (km 38,4) - > Křešice (Kreschitz). Zu der markanten Dreifaltigkeitskirche führt jährlich eine Marienwallfahrt. Am Haus Nádražní 19 (zu Bhf. und Kirche führende Straße) verzeichnete ein Bauer die Hochwässer von 1821 bis 1940 an seinem Hoftor (leider durch Einbau eines Schaltkastens stark gestört). Beim "Povodeň 2002" stand das ganze Erdgeschoß unter Wasser. In der Straße Malá Náves / U Labe ein deutsches Fachwerk- neben einem böhmischen Umgebindehaus. - Am Dorfende links trennt der mit Bungalows gesprenkelte Rücken des Křemín (Kremin), 100 m über Elbniveau, Křešice vom Nachbardorf Třeboutice; links dahinter militärische Parabolantennen vor dem massig-dunklen Klotz des Dlouhý vrch (Langer Berg, 450 m über Elbniveau).
  • km 797,0 (km 39,5) - > Třeboutice (Trebautitz), < Počaply (Potschapel), Sliprampe und ۩ St.-Adalbert-Kirche direkt an der Elbe (Fotomotiv im Rückblick, v.a. im Nachmittag- und Abendlicht).

Voraus das Panorama des Böhmischen Mittelgebirges: im Zentrum der Radobýl, der Hausberg von Litomeřice (dt. Radobil oder die Radebeule, mit dem Kreuz auf der Kuppe, 6 km entfernt); hinter ihm links der Kegel des Lovoš (dt. Lobosch bei Lovosice, 11 km); rechts der Zuckerhut der Mílešovka, mit 837 m höchster Berg des Böhmischen Mittelgebirges (dt. Milleschauer oder Donnersberg, 17 km). Halblinks am Ufer ist manchmal durch die Pappeln hindurch eine einzelnstehende Kuppe mit zwei Türmen zu sehen, die Hazmburk (Hasenburg, 16 km).

  • km 795,2 (km 42,2) - < České Kopisty (Böhmisch Kopist)
  • km 792,9 (km 43,8) - > Anleger ⌂ Ruderverein TJ Slavoj Litoměřice auf der Insel Střelecký ostrov (Schützeninsel), Nur wenige Schritte zum Bhf. Litomeřice město, von dort Ausflugszüge nach Dresden. Vor dem Gebäude einer der wenigen tschechischen Uferstreifen, die noch den alten Treidelweg tragen.

Voraus der wuchtige, kahle Basaltkegel des Radobýl (250 m über Elbniveau; Rundblick!)

  • km 792,5 (km 44,1) - ╣ Ohře (Eger), ۩ 2 km stromaufw. Barockfestung Terezín mit Gedenkstätte "Ghetto Theresienstadt", größtes KZ in der besetzten Tschechoslowakei; Anlegen an der Gedenkstätte wird aber durch meterhohe Ufermauern verwehrt. Vor der Stadtbrücke Terezín versperrt ein Wehr die Weiterfahrt stromauf.
  • km 792,4 (km 44,2) - )

> Litomeřice (Leitmeritz), ۩ das alte Renaissancezentrum mit der Stadtmauer ist unbedingt sehenswert! Die unterirdischen Gänge kann man besichtigen. "Leitmeritz zählt zu den bedeutendsten und dabei schönsten Städten Böhmens." (KELLER 1922) Im September "Der Garten Böhmens" (Zahrada Čech), Obst-, Gemüse- und Blumenschau.

Böhmische Geschichte[Bearbeiten]

Siedlungen[Bearbeiten]

Cotta

Cotta ist ein Stadtteil im Westen von Dresden, südlich der Elbe, der am 1. Januar 1903 eingemeindet wurde. Wegen des sumpfigen Geländes erhielt er den Spitznamen „Froschcotte“. Auch am Rathaus Cotta ist links neben dem Eingang ein kleiner Frosch aus Stein angebracht, und die Stadtteilzeitung heißt „Froschpost“.

Ortsname von Kot oder Chot (Name eines slawischen Lokators) --> Dorf des Chot

das Umfeld des Dorfkerns am damals noch direkt in die Elbe mündenden Weidigtbachs war ursprünglich sehr feucht und sumpfig

27. Februar 1328: Kottowe

  • Gutsherr Hermann der Ältere verkauft ein Drittel der Ortsfluren an das Meißner Domstift

Altcotta ist der alte in der Mitte von Cotta gelegene Dorfplatz und führt seit 1904 seine heutige Bezeichnung. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Hebbelstraße, die Lübecker Straße, die Raimundstraße und die Tonbergstraße. Als Kulturdenkmal ist die Nr. 6 ausgewiesen.



Löbtau

Löbtau ist ein Stadtteil im Dresdner Westen an der Weißeritz, zwischen Friedrichstadt und Cotta. Ein Rest des alten Dorfes ist im Dorfkern Altlöbtau erhalten.

  • 1068: Ersterwähnung Löbtaus als Liubituwa

Nisaner[Bearbeiten]

Chot

oder Kot: war der Name eines slawischen Lokators, der das Dorf Kottowe (Cotta) gründete --> Dorf des Chot oder Kot

Kot

oder Chot: war der Name eines slawischen Lokators, der das Dorf Kottowe (Cotta) gründete --> Dorf des Kot oder Chot

Weitere Personen[Bearbeiten]

Benno von Meißen

Geschichte[Bearbeiten]

Um 600 oder gleich Eingangs des 7. Jahrhunderts breitete sich nach archäologischen Funden das slawische Kulturmodell in Form der Prager Kulturgruppe mit zum Teil eingetieften Grubenhäusern aus glatten Nadelholzstämmen, schmucklosen, handgefertigten Tongefäßen und Brandbestattungen in Urnen auch an der Elbe und Saale aus. Der Elbtalkessel (das spätere Nisan) wurde von Böhmen aus zuerst besiedelt.[6] Die Kultur dort stammte demzufolge aus Böhmen.

Die expansive Slawisierung begann mit der Prag-Kortschak-Kultur um 500 im Raum zwischen Bug und mittlerem Dnepr, wo zuvor schon die Bildung der slawischen Sprache stattfand. Diese Topogenese erklärt auch die slawischen Traditionen, welche in der osteuropäischen Steppe und Waldsteppe entstanden sind.

Die ehemaligen slawischen Stämme auf dem Gebiet der heutigen Tschechien: Tschechen (hellgrün), nördlich davon die Lutschanen (rosa), die Litoměřici (orange), die Lemuzi (dunkelrot) und die Děčané (dunkelgrün), nordwestlich die Sedlitschanen (lila), östlich die Pschowanen (hellblau) und die Chorvaten (dunkelblau) – das rote Gebiet im Südosten war von den Mährern besiedelt, das dunkelgrüne Gebiet im Südwesten von den Duleben

Der kulturelle Bruch mit einer Änderung der Sozialstruktur und der ethnischen Identität sowie die Ablösung des idealtypischen Charakters des Germanen durch den des Slawen ist durch archäologische Funde in Böhmen und Mähren bereits in der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts nachweisbar. Da solche grundlegenden Veränderung nur durch Zuwanderung und Assimilation erklärt werden können, geht die Geschichtswissenschaft von einer signifikanten Einwanderung von slawischen Kulturträgern in den Bereich von Elbe und Saale zu Beginn des 7. Jahrhunderts aus Böhmen über die Erzgebirgspässe aus.

Namen einwandernder Ethnien sind zeitgenössisch nicht überliefert. Nach dem De Administrando Imperio, einem Werk des byzantinischen Kaisers Konstantin Porphyrogennetos (905–959), gehörte Nisan im Übergangsraum zwischen Böhmen und Sachsen zu dem Territorium Boiki, dem Land der Weißen Serben. Boiki lehnt sich sprachlich an Böhmen an[7] und umfasste nach überwiegender Forschungsmeinung in etwa das nördliche Gebiet der Prager Gruppe an Ober- und Mittellauf der Elbe.[8]

Die Ethnogenese der Nisaner erfolgte im neu erschlossenen Siedlungsraum des Elbtalkessels nach der Landnahme der Einwanderer unter Einschluss der nach der Völkerwanderung ansässig gebliebenen Gruppen. Auch die Einwanderer bildeten keine ethnische Einheit, sondern sie bestanden aus Gruppen und Leuten ganz unterschiedlicher polyethnischer Herkunft. Erst in Nisan entwickelte sich eine gemeinsame Identität, eine gemeinsame Sprache und ein Glaube an eine gemeinsame Kultur. Selbst die ethnische Bezeichnung der Nisaner richtete sich nun nach dem neu erschlossenen Gebiet. Der slawische Name nisan bezieht sich auf das im Verhältnis zu Böhmen niedrig liegende Land im Sinne von böhmisches Niederland. Die Assimilierung der höchstwahrscheinlich durch die Völkerwandung ausgedünnten autochthonen Bevölkerung erfolgte ausweislich der archäologischen Befunde im Raum der Prag-Kortschak-Kultur innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit.[9] Die Slawen verstanden sich dabei als Sloveni, als die Leute des Wortes oder als die Sprechenden und grenzten sich damit von den Stummen (némec) ab. Mit der Übernahme von Sprache und Gebräuche durch die autochthone Bevölkerung war deren Assimilation abgeschlossen.

Eine dauerhafte Besiedlung von Nisan durch die Slawen ist demzufolge seit dem 7. Jahrhundert möglich, allerdings erst durch Funde aus dem 8. Jahrhundert belegt (zB der Grundriss eines eingetieften Hauses in Blockbauweise am Rande von Altmockritz mit slawischer Keramik des 8./9. Jahrhunderts). Die Historiker gehen dennoch von einer Besiedlung und Landnahmezeit der Dresdner Elbtalweitung ab dem 7. Jahrhundert nach ersten slawisch-germanischen Kontakten am Ende des 6. und Anfang des 7. Jahrhunderts aus (zB auf dem Gelände des späteren Neustädter Kohlmarktes).

Zu Beginn der Besiedlung nach dem slawischen Kulturmodell wird von einer Unterstellung unter die pannonischen Awaren ausgegangen, welche die Slawen als Hilfsvölker gewonnen oder unterworfen hatte. In den 620er Jahren wurden die elbslawischen Stämme der surbi von dem Fürsten Derwan regiert, der sich dem wieder erstarkten fränkischen Reich unterstellt hatte. 631 erlitten die Franken unter Dagobert I. eine empfindliche Niederlage bei dem Versuch, das 623 oder 624 entstandene Reich des Samo zu besiegen. Samo regierte von Mähren aus die umliegenden Gebiete, so auch Böhmen. Nach dieser erneuten Schwäche des fränkischen Reiches schloss sich Derwan dem Reich des Samo an. Dieses erste slawische Staatsgebilde zerfiel nach dem Tod des Samo 658.

In der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts griff Böhmen in seiner Außenpolitik immer weiter nach Norden aus und dominiert auch das Gebiet Nisan. Diese Entwicklung wird durch den Anschluss von Böhmen an das damals mächtige Altmährische Reich (auch: Großmährisches Reich) in den Jahren 888 bis 890 überlagert und forciert. Manche Historiker halten bereits den ersten geschichtlich fassbaren Böhmenherzog Bořivoj I. für einen vom altmährischen Herzog Svatopluk I. seit (etwa) 867 eingesetzten Vasallen.

Bei der Aufzählung der Völker im Osten und Norden des Fränkischen Reiches durch den Bayerischen Geographen folgen auf die Sorben und Daleminzier das Volk der Böhmen und dann die Mährer.[10] Einige Historiker schlugen deswegen Nisan zu Daleminzien, andere zu Böhmen. Gerhard Billig sieht die Möglichkeit, daß man … eine kleinere Landschaft einfach unterschlagen und nicht erfaßt hat.[11] Infolge der Besiedlung aus südöstlicher Richtung, der kulturellen Orientierung in südöstliche Richtung, der Benennung von Nisan als „Niederland (von Böhmen aus gesehen)“, der historischen Situation sowie der altsorbischen Quellen bestand eher ein Zusammenhang von Nisan mit Böhmen als mit Daleminzien. Das Weglassen am Ende des 9. Jahrhunderts beruht wahrscheinlich auf diesem Zusammenhang.

965 wurde nach dem Tod von Markgraf Gero wahrscheinlich mit dem Aufbau einer neuen Markenstruktur mit Markgrafen in Merseburg, Zeitz und Meißen (968 belegt) begonnen. 968 folgte die Gründung des Erzbistums Magdeburg mit Bistümern auch in diesen Markgrafenorten (Bistum Merseburg, Bistum Zeitz und Bistum Meißen).

971 übergab gemäß einem Diplom Kaiser Otto der Große in Ravenna den Zehnten aus dem Gau Nisan an das Hochstift Meißen:

Otto schenkt der Kirche von Meissen unter Bischof Folchold mit Wissen und Zustimmung seines Sohnes des (Mit)Kaisers auf dessen und auf seiner Gemalin Adelheid Fürbitte den Zehnten alles Tributes von Honig, Pelz, Silber[12], Sklaven, Schweinen, Getreide und von der „uberchoufunga“[13] aus den Provinzen Dalaminza, Nisane, Diedesa, Milzsane und Lusiza, mit der Bestimmung dass diese Quote vor der Teilung zwischen dem Fiskus und dem Grafen an den Bischof abzuführen sei.[14]

Wie bei vielen Urkunden zugunsten kirchlicher Institutionen ist auch dieses Diplom unzuverlässig und damit kein Beweis für eine deutsche Herrschaft über Nisan. Die Monumenta Germaniae Historica führen aus:

Dazu kommt dass die zahlreichen Mängel und Fehler dieses Elaborates auch unter Annahme späterer Entstehung nicht in günstigem Licht erscheinen. […] In diesem eingeschränkten Sinne werden auch wir von einer Originalausfertigung reden dürfen, ohne uns zu verhehlen, dass bei einem solchen Vorgange das Diplom für sich allein allerdings keine volle Bürgschaft dafür darbietet, dass was Folchold hier niederschreiben liess auch genau der Willensäußerung der Kaiser entsprach.[15]

In diesem Zusammenhang fällt auch eine gefälschte Papsturkunde (angeblich von Papst Johannes XIII.) auf das Jahr 968 gefertigt. Tatsächlich entstammt diese Bestätigung der Gründung des Bistums Meißen und seiner Grenzen einem Transsumpt der Bischöfe Dietrich II. von Naumburg (auch: von Meißen) und Heinrich II. von Merseburg (auch: von Waren) zum Jahr 1250. Gleichzeitig mit dieser Urkunde wurden zwei weitere auf die Jahre 968 und 996 gefertigte Diplome transsummiert, welche ebenfalls diese Grenzbeschreibung ausführen.

Außer diesen fraglichen Gebiets- und Zehntansprüchen der Meißner Bischöfe gibt es keinerlei frühdeutsche Nachrichten über Nisan aus dem 10. Jahrhundert, die einzige zeitgenössische Erwähnung stammt aus der Chronik des Thietmar von Merseburg, welche von 1012 bis zu Thietmars Tod 1018 entstand. Hier findet sich der erste Eintrag zu 984.

Eine weitere Aktivität der Ottonen im Gau Nisan ist zu dieser Zeit nicht feststellbar. Die 929 gegründete Grenzburg Meißen ging bereits 936 infolge des Todes von König Heinrich I. wieder dauerhaft verloren. Ausschlaggebend waren nicht nur die Nachfolgestreitigkeiten unter den Ottonen, sondern auch, dass viele Slawen lediglich Heinrich I. ihre Loyalität geschworen hatten. Selbst Markgraf Gero vermochte es mit aller Macht nicht, diese Loyalität bis hin nach Meißen, geschweige denn nach Budissin (das Land um Bautzen) oder Nisan, durchzusetzen. Spätestens ab 984, wenn nicht schon lange davor, gehörte Nisan eindeutig zu Böhmen.

Orthodoxie[Bearbeiten]

Kurs:Die Nisaner – Dresdens Ureinwohner/Orthodoxie

Chronologie[Bearbeiten]

5. Jahrhundert[Bearbeiten]

6. Jahrhundert[Bearbeiten]

6. Jahrhundert: Die Weißen Serben dringen bis in den Raum Nisan und von dort elbabwärts weiter nach Westen vor. Sie bringen die Kultur der Prager Gruppe mit, dem westlichen Teil der Prag-Kortschak-Kultur

  • Ende des 6. Jahrhunderts: slawische Stämme ziehen von den Awaren weg (nach anderer Meinung mit den Awaren zusammen) Richtung Unterelbe - die Altsiedelgebiete an der mittleren Elbe und der mittleren wie unteren Saale werden durch sorbische Stämme besetzt - nachgewiesene Kontakte um 600 u. a. in: Březno = Priesen (heute zu Postoloprty), Okres Louny an der unteren Eger; in Liebersee bei Belgern und Dessau-Mosigkau (beide an der Elbe)
  • Ende des 6. Jahrhunderts (und Anfang des 7. Jahrhunderts): Slawisch-germanische Kontakte auf dem Gelände des späteren Neustädter Kohlmarktes.
  • Altsorbisch wird etwa bis Höhe Magdeburg, Jüterbog, Beeskow und Eisenhüttenstadt gesprochen - nördlich davon Altpolabisch

7. Jahrhundert[Bearbeiten]

7. Jahrhundert: Dauerhafte Besiedlung von Nisan durch die Weißen Serben.

8. Jahrhundert[Bearbeiten]

8. Jahrhundert: Kleinsiedlungen u. a. in Altmockritz, Leubnitz und Altlockwitz. Nachnutzung vorgeschichtlicher Burgwälle in Coschütz, Pillnitz und Dohna.

9. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bei der Aufzählung der Völker im Osten und Norden des Fränkischen Reiches durch den Bayerischen Geographen folgen auf die Sorben und Daleminzier das Volk der Böhmen und dann die Mährer.[16] Einige Historiker schlugen deswegen Nisan zu Daleminzien, andere zu Böhmen. Gerhard Billig sieht die Möglichkeit, daß man … eine kleinere Landschaft einfach unterschlagen und nicht erfaßt hat.[17] Infolge der Besiedlung aus südöstlicher Richtung, der kulturellen Orientierung in südöstliche Richtung, der Benennung von Nisan als „Niederland (von Böhmen aus gesehen)“, der historischen Situation sowie der altsorbischen Quellen bestand eher ein Zusammenhang von Nisan mit Böhmen als mit Daleminzien. Das Weglassen am Ende des 9. Jahrhunderts beruht wahrscheinlich auf diesem Zusammenhang.

10. Jahrhundert[Bearbeiten]

993: Ersterwähnung von Chlumec u Chabařovic[18] zusammen mit Ústí nad Labem als Zollplätze

  • Chlumec u Chabařovic: Kreuzung der Lausitzer Straße und des Sorbenweges
    • 1228: Änderung der Wegeführung des Kulmer Steiges -> Chlumec u Chabařovic verliert seine Funktion als Zollstelle

11. Jahrhundert[Bearbeiten]

12. Jahrhundert[Bearbeiten]

13. Jahrhundert[Bearbeiten]

14. Jahrhundert[Bearbeiten]

15. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Zukunft der Geschichte[Bearbeiten]

Mit der unzulänglichen Verkürzung der Geschichte auf den momentanen Wissensstand macht sich die Wissenschaft schon heute lächerlich. Ich empfehle einfach mal nur Przemysław Urbańczyk zu lesen - zB Auf der Jagd nach Vergangenheit (In: Herrschaft und Politik im frühen Mittelalter):

Das Bild der Vergangenheit, welches wir produzieren und propagieren, ist untrennbar mit unserer Sicht und unserem Verständnis der Gegenwart verknüpft. Die historischen Wissenschaften sind nämlich Konsumenten von Konzeptionen und Theorien, welche die Gegenwart interpretieren. Eine Verbesserung oder jedenfalls ein Wandel der Gegenwartsinterpretation führt, immer mit einer gewissen Verzögerung, zu einer Veränderung des Vergangenheitsbildes. Vergangenheit ist somit nur ein dynamisches Bild der Vergangenheit, geprägt durch die Veränderungen in der gegenwärtigen Welt. Sie ist ein verzerrtes und verspätetes Abbild der Gegenwart. (S. 16)

Glücklicherweise spricht er auch von Wandel statt nur von Verbesserung - Verschlimmbesserungen sehe ich in vielen Bereichen. Und eine Seite später wird er noch deutlicher:

Die Meinungsführerschaft in Bezug auf die Vergangenheit und die Zukunft ist ein wesentliches Element des heutigen Ringens um Dominanz. Einige Menschen haben ein größeres Recht, über die Vergangenheit zu urteilen und die Zukunft zu prognostizieren. Dies ergibt sich aus ihrer jetzigen Stellung, die sie eingenommen haben, weil ihre Beurteilungen der Vergangenheit oder der Zukunft besser zu den allgemein akzeptierten Vorstellungen von der Gegenwart paßt.

Die Meinungsführerschaft in den Geschichtswissenschaften ist also äußerst fragwürdig. Und eine Kompetenz, welche sich ständig darauf beruft, ebenso. Um es mal noch deutlicher auszudrücken: Geschichtswisssenschaft ist idR das, was gerade gefördert und aktuell bezahlt wird. Demzufolge liegen Welten zwischen der DDR-Geschichtswissenschaft und der der BRD - und erst recht im Vergleich zum Nationalsozialismus oder wilhelminischen Nationalismus. Und nun schaue man nur auf unsere Nachbarn - Polen, Tschechen - oder ein Stück weg die Slowenen, Rumänen etc. - und schon wird aktuell unsere "Geschichtswissenschaft" ad absurdum geführt. Abschließend noch ein Zitat, ebd. S. 22:

Wenn wir uns für objektiv erklären, nehmen wir zugleich ungezählte Wertungen vor und 'manipulieren' die Vergangenheit so, dass sie besser zur aktuellen Sicht der Gegenwart passt. Wir sind Gefangene der Zeit und neigen dazu, uns auf das zu konzentrieren, was uns bekannt ist, beziehungsweise wovon wir denken, dass es uns bekannt ist.

Index[Bearbeiten]

Teufelsmühle

Teufelsmühle Bludovice (Blauendorf) - Kojetín (Kojetein) bei Nový Jičín (Neu Titschein oder Neutitschein)

Nach dem großen Kriege, den man wegen seiner Dauer den Dreißigjährigen nennt, wollte ein Soldat in sein Heimatdorf, das in den Bergen an der mährisch-slowakischen Grenze lag, zurückkehren. In Alttitschein (Starý Jičín), wo er rastete, warnte man ihn vor dem Wege über den Schwinz (Svinec). In der Kojeteiner Mühle, die wohl seit zwanzig Jahren verlassen sei, so sagte man, spuke es: Wer immer in der letzten Zeit dort genächtigt habe, sei in der Früh tot aufgefunden worden.

Der Soldat kannte die Mühle: Wiederholt war er in seiner Jugend darin gewesen. Furcht war ihm auch fremd, darum dachte er, du solltest doch schauen, welche Bewandtnis es mit dem Hause habe. Nachdem er sich mit einigen Kerzen und einem Stricke aus Lindenbast versehen hatte, machte er sich auf den Weg. Es war Abend, als er bei der Mühle anlangte. Einladend sah sie nicht aus. Das Strohdach war mit Moos überzogen, der Schornstein eingestürzt, die offenstehende Tür halb zerbrochen und das kleine Fenster mit bunten Lappen verstopft. Der Teich davor, in dessen klarem Wasser er einst die dunklen Tannen der nahen Berge sich spiegeln gesehen hatte, war über und über mit grünen Wasserlinsen bedeckt. Noch verwahrloster war das Innere des Hauses. Das Zimmer, das er betrat, war kahl und schmutzig. Dicker Staub lag auf dem großen Kachelofen, auf dem schweren Tische, dem Stuhle davor und der Bank, die sich längst der Wand hinzog. Der Soldat reinigte Tisch und Bank und ließ sich auf der letzteren nieder. Vor sich stellte er eine Kerze, neben sich legte er den Strick, aus dem er eine Schlinge angefertigt hatte. So wartete er. Schon war die zweite Kerze niedergebrannt, da wurde es plötzlich in der Mühle, in der vorher eine beängstigende Ruhe geherrscht hatte, lebendig. Das Wasser rauschte und ein gleichmäßiges Geklapper verriet, dass das Mahlwerk im Gange sei. Unser Krieger zündete rasch ein neues Licht an, dann blickte er voll Spannung zum Eingang der Stube. Es währte nicht lange, so erschien ein Mann, der wie ein Jäger gekleidet war und auf dessen Hute eine lange Feder steckte.

„Sehe ich wieder einen Menschen in meinem Hause“, fragte er. „Du weißt wohl nicht, dass der Ort verrufen ist?“

„Ich weiß es, gerade deshalb bin ich hier“, antwortete der Soldat.

„Du suchst ein Nachtlager?“

„Ein ordentliches Bett wär mir schon recht. Ich habe oft genug auf bloßer Erde schlafen müssen.“

„Du sollst ein gutes Lager erhalten: Folge mir!“

Der Ankömmling wandte sich der Tür zu. Noch hatte er sie nicht erreicht, so flog eine Bastschlinge über seinen Kopf. Ein kräftiger Ruck seitens des Kriegers und der Jäger, es war der Teufel, der diese Gestalt angenommen hatte, lag auf dem Boden. Der Bast der Linde macht die bösen Geister wehrlos. Nach kurzem Ringen war der Teufel an Händen und Füßen gefesselt.

„Gib mich frei“, bat er. „Du musst deine Strafe haben“, versetzte der Soldat. Darauf ergriff er den in seinen Banden heftig Zappelnden und schleppte ihn hinaus auf jene Seite des Hauses, wo der Teich sich befand und unterhalb desselben das große Mühlenrad sich langsam drehte. „Gib mich frei, ich überlasse dir die Mühle.“ Der Soldat überlegte. Wie sollte er den, durch den alles Böse in die Welt kam, wirksam züchtigen? Sollte er ihn in das Wasser werfen? Endlich fiel ihm ein Strafmittel ein. Er wollte den Jäger gegen das Wasserrad drücken, so dass dieses ihm die Haut vom Leibe reißen musste. „Gib mich frei, ich werde nie mehr in diese Mühle kommen.“

„Du bist die leibhaftige Lüge, du wirst dein Wort brechen.“ „Der Gebrannte fürchtet das Feuer.“ Unser Held dachte nach. Sollte er den Bösen doch freigeben? Da vernahm er einen fernen Hahnenschrei und der Spuk war verschwunden. Die Bastschlinge in den Händen, stand er beim Rade. Seitdem ist der Teufel nicht mehr in die Mühle gekommen. Sie wurde von der Obrigkeit dem klugen und mutigen Soldaten, der behauptete, sie erobert zu haben, zugesprochen.[19]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Flussab der Einmündung des Nickerner Abzugsgrabens beginnt die Niedersedlitz-Reicker Niederterrasse. An der Oberfläche dominieren Schluffe (Terrassenlehme, umgelagerte Lösslehme), im Untergrund fluviatile Sande und Kiese. Mit dem Erreichen des Niedersedlitzer Flutgrabens verläuft das Gewässer in einem Altarm der Elbe (Zschieren-Loschwitzer Elbaue), der durch typische Auensedimente (Lehme, sandige Lehme) und -böden (Vega) gebildet wird.In: Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): Gewässersteckbrief Prohliser Landgraben/Geberbach, S. 7, (Stand 30. September 2011), abgerufen am 7. Februar 2020 bei stadtplan.dresden.de
  2. Dr. Thomas Westphalen (Sächsisches Landesamt für Archäologie): Archäologie des Plauen-Nickerner Löß-Hügelgebietes Vortrag bei den 6. Sächsisch-Thüringischen Bodenschutztagen im Internationalen Jahr des Bodens, Dresden 2015.
  3. Das Einzugsgebiet des Prohliser Landgraben/Geberbach in Dresden gehört naturräumlich zum größten Teil zum Plauen-Nickerner Löss-Hügelgebiet und zur Niedersedlitz-Reicker Niederterrasse. Oberhalb der Talsperre Kauscha erstreckt es sich über das Goppelner Löss-Plateau bis an den Rand des Kreischaer Beckens. Die lössbedeckten Räume sind Ausläufer des sächsischen Lössgürtels und zeichnen sich durch fruchtbare, oberflächlich entkalkte Böden (vor allem ParabraunerdePseudogley Mosaike) aus. Im Untergrund dominieren kreidezeitliche Pläner und verschiedene pleistözäne Ablagerungen, die gelegentlich inselartig durchragen. Im Plauen-Nickerner LössHügelgebiet ziehen sich flache Rücken und Sporne Richtung Elbe, die meist durch asymmetrische Muldensohlentäler getrennt sind. Flussab der Einmündung des Nickerner Abzugsgrabens beginnt die Niedersedlitz-Reicker Niederterrasse. In: Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): Gewässersteckbrief Prohliser Landgraben/Geberbach, S. 7, (Stand 30. September 2011), abgerufen am 7. Februar 2020 bei stadtplan.dresden.de
  4. Tännichtgrundbach im Stadtwiki Dresden.
  5. Autor: Manfred Kobuch
  6. Seit der Zeit um 600 sind die Sorben aus dem böhmischen Raum in das heutige sächsische Elbtal bei Dresden eingewandert und haben sich von dort aus allmählich über das ganze Gebiet östlich der Saale ausgebreitet. […] Die von der Archäologie zutage geförderten Zeugnisse lassen den Schluß zu, daß die Sorben nach ihrer Ankunft im heute sächsischen Gebiet sogleich elbabwärts weiterzogen und erst an der Saale zum Stillstand kamen, denn dieser Fluß bildete die Rückzugslinie der nach Westen abgewanderten Germanen. Erst als sich die sorbischen Zuwanderer an der Saale stauten, begannen sie, das von ihnen schon durchzogene Land in dauerhaften Besitz zu nehmen und an den Flußläufen Saale, Weiße Elster, Mulde] aufwärts nach Süden vorzudringen. Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. Verlag C. H. Beck, München 1990, ISBN 3-406-31722-7; Union Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-372-00076-5, S. 43, 45 (vgl. Karte: Die Einwanderung der Slawen in den obersächsischen Raum nach 600. Entwurf: Karlheinz Blaschke, In: ebd. S. 44).
  7. Nach einer veralteten Meinung vor allem aus dem 19. Jahrhundert erfolgte die sprachliche Anlehnung des Landes Boiki an die russinischen Bojken.
  8. Nach einer Mindermeinung insbesondere aus der Archäologie hätte Konstantin Porphyrogennetos die Weißen Serben nur als Analogie zu den Weißen Kroaten gebildet, eine Gruppe von Historikern verortet Boiki zudem offenbar aus patriotischen Gründen am Oberlauf der Flüsse Weichsel und Oder.
  9. Die einwandernden Slawen fanden höchstwahrscheinlich kein siedlungsleeres Gebiet vor, eine „Siedlungslücke“ von einem Jahrhundert oder mehr ist daher unwahrscheinlich. Auch nach der großen „Völkerwanderung“ waren Bevölkerungsteile ansässig geblieben, allerdings zeigt der archäologische Befund einen starken Rückgang der Besiedlungsdichte. Germanisch-slawische Kontakte im Sinne von Gruppen unterschiedlicher kultureller Traditionen sind im ostmitteleuropäischen Raum daher vorauszusetzen. […] rasche Assimilierung („Slawisierung“) vorhandener Bevölkerung. In: Sebastian Brather: Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa, de Gruyter, Berlin-New York 2008 (Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Band 61) ISBN 978-3-11-020609-8, S. 61f.
  10. Prope illis resident quos vocant Bethenici, et Smeldingon, et Morizani, qui habent ciuitates XI.Iuxta illos sunt qui uocantur Hehfeldi, qui habent ciuitates VIII. Iuxta illos est regio, quae uocatur Surbi. In qua regione plures sunt, quae habent ciuitates L. Iuxta illos sunt quos uocantur Talaminzi, qui habent ciuitates XIIII. Beheimare, in qua sunt ciuitates XV. Marharii habent ciuitates XI.
  11. Gerhard Billig: Zur Rekonstruktion der ältesten slawischen Burgbezirke im obersächsisch-meißnischen Raum auf der Grundlage des Bayerischen Geographen In: Neues Archiv für sächsische Geschichte. Verlag Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1996, ISSN 0944-8195. - Bd. 66. 1995 (1996), S. 27–67, hier: S. 57.
  12. Solutione argenti, eigentlich der Zehnte aus den Gewinnen des Geldwechsels.
  13. Vgl. Waitz VG. 8, 368
  14. RI II,1 n. 531, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0971-00-00_2_0_2_1_1_911_531 (Abgerufen am 31. Oktober 2018).
  15. DO I 406 Ravenna 971.
  16. Prope illis resident quos vocant Bethenici, et Smeldingon, et Morizani, qui habent ciuitates XI.Iuxta illos sunt qui uocantur Hehfeldi, qui habent ciuitates VIII. Iuxta illos est regio, quae uocatur Surbi. In qua regione plures sunt, quae habent ciuitates L. Iuxta illos sunt quos uocantur Talaminzi, qui habent ciuitates XIIII. Beheimare, in qua sunt ciuitates XV. Marharii habent ciuitates XI.
  17. Gerhard Billig: Zur Rekonstruktion der ältesten slawischen Burgbezirke im obersächsisch-meißnischen Raum auf der Grundlage des Bayerischen Geographen In: Neues Archiv für sächsische Geschichte. Verlag Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1996, ISSN 0944-8195. - Bd. 66. 1995 (1996), S. 27–67, hier: S. 57.
  18. Vgl. Chlumec u Chabařovic.
  19. Die Teufelsmühle Bei Neutitschein – Sagen Aus Dem Kuhländchen.