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Lemma von Gauß (Z)/Eisenstein-Kriterium/Einführung/Textabschnitt

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Lemma  

Es sei R ein kommutativer Ring und sei R[X] der Polynomring über R. Es sei pR ein Primelement.

Dann ist p auch in R[X] prim.

Beweis  

Es sei  ph=fg.   Wir nehmen an, dass p weder f noch g teilt. Dann teilt p nicht alle Koeffizienten von f und von g. Es sei f=i=0naiXi und g=j=0mbjXj und es seien i0 bzw. j0 die kleinsten Indizes derart, dass ai0 (bzw. bj0) kein Vielfaches von p ist (für alle kleineren Indizes sind die Koeffizienten also Vielfache von p). Wir betrachten den (i0+j0)-ten Koeffizienten von fg, dieser ist

ci0+j0=a0bi0+j0++ai01bj0+1+ai0bj0+ai0+1bj01++ai0+j0b0.

Die Summanden links sind Vielfache von p aufgrund der Wahl von i0 und die Summanden rechts sind ebenso Vielfache von p. Da auch der Gesamtkoeffizient nach Voraussetzung ein Vielfaches von p ist, muss auch der mittlere Summand ai0bj0 ein Vielfaches von p sein. Da p prim ist, ist dies ein Widerspruch.


Die folgende Aussage heißt Lemma von Gauß.


Lemma  

Es sei  f[X]  ein nichtkonstantes Polynom derart, dass in [X] nur Faktorzerlegungen f=gh mit g oder h möglich sind.

Dann ist f irreduzibel in [X].

Beweis  

 Nehmen wir an, es gebe eine nicht-triviale Faktorzerlegung f=gh mit nicht-konstanten Polynomen g,h[X]. Sowohl in g als auch in h kommen nur endlich viele Nenner aus vor, sodass man mit einem gemeinsamen Hauptnenner  r  multiplizieren kann und somit eine Darstellung rf=g~h~ mit g~,h~[X] erhält. Dabei haben sich die Grade der beteiligten Polynome nicht geändert. Es sei  r=p1pn  die Primfaktorzerlegung von r. Nach Fakt ist p1 auch im Polynomring [X] prim. Da es das Produkt g~h~ teilt, muss es einen der Faktoren teilen, sagen wir h~. Dann kann man mit p1 kürzen und erhält eine Gleichung der Form

rf=g~h~.

Dabei ändern sich wieder die Grade nicht. So kann man sukzessive alle Primfaktoren wegkürzen und erhält schließlich eine Zerlegung

f=gh

mit nicht konstanten Polynomen  h,g[X]  im Widerspruch zur Voraussetzung.



Lemma  

Es sei R ein Integritätsbereich und sei  F=i=0nciXiR[X]  ein Polynom. Es sei  pR  ein Primelement mit der Eigenschaft, dass p den Leitkoeffizienten cn nicht teilt, alle anderen Koeffizienten teilt, aber dass p2 nicht den konstanten Koeffizienten c0 teilt.

Dann besitzt F keine Zerlegung  F=GH  mit nicht-konstanten Polynomen  G,HR[X]

Beweis  

 Es sei angenommen, dass es eine Zerlegung  F=GH  mit nicht-konstanten Polynomen  G,HR[X]  gebe, und sei G=i=0kaiXi und H=j=0mbjXj. Dann ist  c0=a0b0  und dies ist ein Vielfaches von p, aber nicht von p2. Da p prim ist, teilt es einen der Faktoren, sagen wir a0, aber nicht den anderen. Es ist nicht jeder Koeffizient von G ein Vielfaches von p, da sonst G und damit auch F ein Vielfaches von p wäre, was aber aufgrund der Bedingung an den Leitkoeffizienten ausgeschlossen ist. Es sei r der kleinste Index derart, dass ar kein Vielfaches von p ist. Es ist  rgrad(G)<grad(F),  da H nicht konstant ist. Wir betrachten den Koeffizienten cr, für den

cr=a0br+a1br1++ar1b1+arb0

gilt. Hierbei sind cr und alle Summanden aibri, i=0,,r1, Vielfache von p. Daher muss auch der letzte Summand arb0 ein Vielfaches von p sein. Dies ist aber ein Widerspruch, da par und pb0.


Das folgende Kriterium für die Irreduzibilität von Polynomen heißt Eisenstein-Kriterium.


Satz  

Es sei  F=i=0nciXi[X]  ein Polynom. Es sei  p  eine Primzahl mit der Eigenschaft, dass p den Leitkoeffizienten cn nicht teilt, aber alle anderen Koeffizienten teilt, aber dass p2 nicht den konstanten Koeffizienten c0 teilt.

Dann ist F irreduzibel in [X].

Beweis  

Dies folgt aus Fakt und Fakt.