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Permutation/Signum/Einführung/Textabschnitt

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Es sei  M={1,,n}  und sei π eine Permutation auf M. Dann heißt die Zahl

sgn(π)=i<jπ(j)π(i)ji

das Signum (oder das Vorzeichen) der Permutation π.

Das Signum ist 1 oder 1, da im Zähler und im Nenner die bis auf das Vorzeichen gleichen Differenzen ±(ji) stehen. Der Faktor rs im Zähler wird von ±(π1(r)π1(s)) aus getroffen. Es gibt für das Signum also nur zwei mögliche Werte. Bei  sgn(π)=1  spricht man von einer geraden Permutation und bei  sgn(π)=1  von einer ungeraden Permutation.


Es sei  M={1,,n}  und sei π eine Permutation auf M. Dann heißt ein Indexpaar

i<j

ein Fehlstand von π, wenn  π(i)>π(j)  ist.



Lemma  

Es sei  M={1,,n}  und sei π eine Permutation auf M. Es sei  k=#(F)  die Anzahl der Fehlstände von π.

Dann ist das Signum von π gleich

sgn(π)=(1)k.

Beweis  

Wir schreiben

sgn(π)=i<jπ(j)π(i)ji=(i,j)Fπ(j)π(i)ji(i,j)∉Fπ(j)π(i)ji=(1)k(i,j)Fπ(i)π(j)ji(i,j)∉Fπ(j)π(i)ji=(1)k,

da nach dieser Umordnung sowohl im Zähler als auch im Nenner das Produkt aller positiven Differenzen steht.



Wir betrachten die Permutation

x 1 2 3 4 5 6
σ(x) 2 4 6 5 3 1

mit der Zyklendarstellung

1,2,4,5,3,6.

Die Fehlstände sind

(1,6),(2,5),(2,6),(3,4),(3,5),(3,6),(4,5),(4,6),(5,6),

es gibt also 9 Stück davon. Das Signum ist also  (1)9=1  gemäß Fakt, und die Permutation ist ungerade.


Das Signum ist ein Gruppenhomomorphismus im Sinne der folgenden Definition.


Es seien (G,,eG) und (H,,eH) Gruppen. Eine Abbildung

ψ:GH

heißt Gruppenhomomorphismus, wenn die Gleichheit

ψ(gg)=ψ(g)ψ(g)

für alle  g,gG  gilt.



Satz  

Die durch das Signum gegebene Zuordnung

Sn{1,1},πsgn(π),

ist ein Gruppenhomomorphismus.

Beweis  

Es seien zwei Permutationen π und ρ gegeben. Dann ist

sgn(πρ)=i<j(πρ)(j)(πρ)(i)ji=(i<j(πρ)(j)(πρ)(i)ρ(j)ρ(i))i<jρ(j)ρ(i)ji=(i<j,ρ(i)<ρ(j)π(ρ(j))π(ρ(i))ρ(j)ρ(i))(i<j,ρ(i)>ρ(j)π(ρ(j))π(ρ(i))ρ(j)ρ(i))sgn(ρ)=(i<j,ρ(i)<ρ(j)π(ρ(j))π(ρ(i))ρ(j)ρ(i))(i<j,ρ(i)>ρ(j)π(ρ(i))π(ρ(j))ρ(i)ρ(j))sgn(ρ)=k<π()π(k)ksgn(ρ)=sgn(π)sgn(ρ).



Lemma  

Das Signum einer Transposition

ist 1.

Beweis  

Die Transposition τ vertausche die beiden Zahlen  k<.  Wenn  k+1<,  und wenn ρ die Transposition der Nachbarn k und k+1 und τ~ die Transposition von k+1 und bezeichnet, so besteht die Beziehung

τ=ρτ~ρ,

was man direkt auf den relevanten Elementen k,k+1, überprüfen kann. Aufgrund der Homomorphieeigenschaft gilt also  sgn(τ)=sgn(τ~).  Daher genügt es, die Aussage für Transpositionen zu beweisen, die zwei benachbarte Elemente vertauschen. Solche Transpositionen haben aber nur einen Fehlstand, und somit folgt die Aussage aus Fakt.



Korollar  

Es sei  M={1,,n}  und sei π eine Permutation auf M. Es sei

π=τ1τr

als ein Produkt von r Transpositionen geschrieben.

Dann gilt für das Signum die Darstellung

sgn(π)=(1)r.

Beweis  

Dies folgt aus Fakt und Fakt.


Es sei I eine beliebige Menge mit n Elementen, die nicht geordnet sein muss, und sei π eine Permutation auf I. Dann kann man nicht von Fehlständen sprechen und die Definition des Signums ist nicht direkt anwendbar. Man kann sich jedoch an Fakt orientieren, um das Signum auch in dieser leicht allgemeineren Situation zu erklären. Dazu schreibt man π als Produkt von r Transpositionen und definiert

sgn(π)={1, falls r gerade ist,1, falls r ungerade ist.

Um einzusehen, dass dies wohldefiniert ist, betrachtet man eine Bijektion

φ:I{1,,n}.

Die Permutation π auf I definiert auf {1,,n} die Permutation  π=φπφ1.  Sei  π=τ1τr  eine Darstellung als Produkt von r Transpositionen auf I. Dann gilt

π=φπφ1=φτ1τrφ1=φτ1φ1φτ2φ1φφ1φτrφ1=τ1τ2τr

mit  τj=φτjφ1.  Dies sind ebenfalls Transpositionen, sodass die Parität von r durch das Signum von π festgelegt ist.