Definiere die folgenden
(kursiv gedruckten) Begriffe.
- Eine
Permutation
auf einer Menge
.
- Eine
ordnungstreue
Abbildung
-
zwischen den geordneten Mengen
und
.
- Die
Quotientenmenge
zu einer Äquivalenzrelation
auf einer Menge
.
- Ein
-regulärer
Graph
auf einer Menge
.
- Das
kartesische Produkt
der beiden
Graphen
und
.
- Eine
optimale
Paarung
in einem
Graphen
.
Lösung
- Eine Permutation
auf
ist eine
bijektive Abbildung
-
- Die
Abbildung
-
heißt ordnungstreu,
wenn für alle
mit
stets auch
gilt.
- Man nennt
-
![{\displaystyle {}M/\sim :={\left\{[x]\mid x\in M\right\}}\,}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/07ffc58b9cf22885757d87e8600706ad426255be)
die Quotientenmenge von
.
- Ein
Graph
auf
heißt
-regulär,
wenn jeder Punkt den
Grad
besitzt.
- Das
kartesische Produkt
besitzt die Knotenmenge
, und zwischen zwei Knoten
und
liegt genau dann eine Kante, wenn entweder
und
oder
und
gilt.
- Eine
Paarung
in
heißt
optimal,
wenn sie unter allen Paarungen von
die größtmögliche Anzahl von Kanten enthält.
Formuliere die folgenden Sätze.
- Der Satz über die Beziehung zwischen der Multiplikation und endlichen Mengen.
- Der Satz über die Untergruppen von
.
- Der Charakterisierungssatz für bipartite Graphen mittels Kreisen.
Lösung
- Es seien
und
endliche Mengen mit
bzw.
Elementen. Dann besitzt die Produktmenge
genau
Elemente.
- Die Untergruppen von
sind genau die Teilmengen der Form
-

mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen Zahl
.
- Ein
Graph
ist genau dann
bipartit,
wenn jeder
Kreis
in ihm geradzahlig ist.
Lösung
Wenn
leer ist, so besteht die Vereinigungsmenge
nur aus dem einzigen Element
und steht somit in Bijektion zu
. Allgemein liegt eine bijektive Abbildung
-
vor. Wir definieren eine Abbildung
-
durch
-

Dies ist wohldefiniert. Die Abbildung ist surjektiv, da alle Elemente aus
durch Elemente aus
getroffen werden und da
durch
getroffen wird. Die Abbildung ist auch injektiv. Wenn nämlich
aus der Definitionsmenge sind, so ist, wenn beide zu
gehören, direkt
-

Wenn hingegen
ist, so ist
und
-

Gabi Hochster möchte sich die Fingernägel ihrer linken Hand
(ohne den Daumennagel)
lackieren, wobei die drei Farben
zur Verfügung stehen. Sie möchte nicht, dass zwei benachbarte Finger die gleiche Farbe bekommen.
- Wie viele Möglichkeiten gibt es, wenn sie nur zwei Farben verwendet?
- Wie viele Möglichkeiten gibt es, wenn sie alle drei Farben verwendet?
Lösung
- Wenn nur zwei Farben verwendet werden, sagen wir die Farben
und
,
so legt die Farbe auf dem Zeigefinger alles weitere fest, nämlich
oder
. Da es drei Möglichkeiten gibt, aus drei Farben zwei Farben auszuwählen, gibt es sechs Möglichkeiten, die Nägel mit nur zwei Farben in der beschriebenen Weise zu lackieren.
-
Wenn alle drei Farben vorkommen sollen, so kommt genau eine doppelt und die beiden anderen Farben einfach vor. Für die Wahl der doppelt verwendeten Farbe gibt es drei Möglichkeiten. Für die Auswahl der zwei Finger für diese Farbe gibt es grundsätzlich
-

Möglichkeiten, davon sind aber drei Möglichkeiten durch die Nachbarschatsbedingung ausgeschlossen. In jedem dieser Fälle hat man noch zwei Möglichkeiten, wie man die beiden anderen Farben verteilen soll. Also gibt es von diesem Typ
-

Möglichkeiten.
Lösung
a) Es gibt
Abbildungen von einer einelementigen Menge in eine zweielementige Menge, die stets injektiv sind. Dagegen gibt es überhaupt nur eine Abbildung von einer zweielementigen Menge auf eine einelementige Menge, die natürlich surjektiv ist.
b) Wir betrachten injektive Abbildungen
-
Es gibt
Möglichkeiten für
und es gibt
Möglichkeiten für
(da ja
schon besetzt ist),
also insgesamt
Möglichkeiten. Zur Bestimmung der surjektiven Abbildungen
-
überlegen wir uns, dass dabei
Elemente auf ein gleiches Element abgebildet werden müssen. Dafür gibt es
Paare. Für das Paar gibt es dann
Möglichkeiten, wohin es abgebildet wird, also gibt es
surjektive Abbildungen.
c) Wir betrachten injektive Abbildungen
-
Es gibt
Möglichkeiten für
, es gibt
Möglichkeiten für
(da ja
schon besetzt ist)
und es gibt
Möglichkeiten für
, also insgesamt
Möglichkeiten. Zur Bestimmung der surjektiven Abbildungen
-
überlegen wir uns, dass dabei
Elemente auf ein gleiches Element abgebildet werden müssen. In einer
-elementigen Menge gibt es
Paare. Wenn
das Paar feststeht, so geht es um die Anzahl der bijektiven Abbildungen auf einer
-elementigen Menge, das sind
. Also gibt es insgesamt
surjektive Abbildungen.
Es sei
eine Menge und es seien
,
,
endliche Teilmengen.
Für eine Teilmenge
sei
-

Beweise die Anzahlformel
-

Lösung
Wir beweisen die Aussage durch Induktion über
, wobei der Fall
klar ist. Für
siehe
Aufgabe 1.18 (Diskrete Mathematik (Osnabrück 2020)).
Es ist

wobei wir für die zweite Gleichung den Fall von zwei Teilmengen und für die dritte und die vierte Gleichung die Induktionsvoraussetzung verwendet haben. Für die fünfte Gleichung führen wir hinten die Indexverschiebung
durch und der mittlere Term wird in die rechte Summe integriert. Die sechste Gleichung ergibt sich von unten nach oben gelesen, wenn man die Teilmengen
-

je nachdem aufspaltet, ob
dazu gehört oder nicht.
Lösung
Lösung erstellen
Wir betrachten die Menge
-

die mit der stellenweisen Addition
von Funktionen eine
kommutative Gruppe
ist. Auf dieser Menge bildet die
Hintereinanderschaltung
von Abbildungen
eine
assoziative Verknüpfung
mit der
Identität
als
neutralem Element.
- Zeige, dass das Distributivgesetz in der Form
-

gilt.
- Zeige, dass das Distributivgesetz in der Form
-

nicht gilt.
Lösung
- Es ist

für alle
, somit ist
-

für beliebige
.
- Es sei
die Quadratabbildung, also
-

und es sei
-

die identische Abbildung, also
-

Dann ist einerseits

und andererseits

Somit ist
-

Zeige, dass beim euklidischen Algorithmus zu
und
der größte gemeinsame Teiler von zwei aufeinanderfolgenden Resten stets gleich bleibt und schließe daraus, dass der Algorithmus den größten gemeinsamen Teiler der beiden Zahlen berechnet.
Lösung
Die Reste seien mit
bezeichnet. Wenn
ein gemeinsamer Teiler von
und von
ist, so zeigt die Beziehung
-

dass
auch ein Teiler von
und damit ein gemeinsamer Teiler von
und von
ist. Die Umkehrung folgt genauso. Daraus folgt mit der Gleichungskette
-

dass der Algorithmus den größten gemeinsamen Teiler von
und
berechnet.
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Es sei
ein
Graph.
- Zeige, dass für
die folgenden Eigenschaften äquivalent sind.
a) Es ist
.
b) Für alle
folgt aus
auch
.
c) Die Abbildung
-
mit
-

ist ein
Graphhomomorphismus.
- Es sei
die Relation aus (1). Welche Eigenschaften einer
Ordnungsrelation
erfüllt sie, welche nicht?
Lösung
- Die Äquivalenz von (1) und (2) ist klar. Es sei (2) erfüllt und sei
die angegebene Abbildung. Wenn
sind, so werden sie auf sich selbst abgebildet und daher bleiben Kanten erhalten. Sei
.
Es wird
auf sich selbst und
auf
abgebildet. Wenn es eine Kante zwischen
und
gibt, dann nach (2) auch zwischen
und
.
Es sei umgekehrt (3) erfüllt und sei
.
Dann ist
und
ist eine Kante. Da ein Graphhomomorphismus vorliegt, folgt, dass auch
-

eine Kante ist, also auch
.
- Wir argumentieren mit (1). Damit ist unmittelbar klar, dass diese Relation transitiv und reflexiv ist. Sie ist im Allgemeinen aber nicht antisymmetrisch. Betrachten wir den Graphen mit drei Punkten
, wobei
und
Kanten seien und
keine Kante. Dann ist
-

und
und
stehen in Relation zueinander, sie sind aber nicht gleich.
Skizziere einen
Graphen,
der nicht
bipartit
ist und in dem es keinen
Kreis
der Länge
gibt.
Lösung
- Ist die abgebildete
Paarung
maximal?
- Skizziere eine optimale Paarung für den Graphen.
- Ist der Graph
bipartit?
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Beweise den Sechs-Farben-Satz.
Lösung