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Kurs:Vorkurs Mathematik (Osnabrück 2014)/Arbeitsblatt 3

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Übungsaufgaben

Bestimme, welche der beiden rationalen Zahlen p und q größer ist.

p=5731234 und q=20074322.



Zwei Fahrradfahrer, A und B, fahren auf ihren Fahrrädern eine Straße entlang. Fahrer A macht pro Minute 40 Pedalumdrehungen, hat eine Übersetzung von Pedal zu Hinterrad von 1 zu 6 und Reifen mit einem Radius von 39 Zentimetern. Fahrer B braucht für eine Pedaldrehung 2 Sekunden, hat eine Übersetzung von 1 zu 7 und Reifen mit einem Radius von 45 Zentimetern.

Wer fährt schneller?



Zwei Personen, A und B, liegen unter einer Palme, A besitzt 2 Fladenbrote und B besitzt 3 Fladenbrote. Eine dritte Person C kommt hinzu, die kein Fladenbrot besitzt, aber 5 Taler. Die drei Personen werden sich einig, für die 5 Taler die Fladenbrote untereinander gleichmäßig aufzuteilen. Wie viele Taler gibt C an A und an B?



Man gebe die Antworten als Bruch (bezogen auf das angegebene Vergleichsmaß): Um wie viel ist eine Dreiviertelstunde länger als eine halbe Stunde, und um wie viel ist eine halbe Stunde kürzer als eine Dreiviertelstunde?



Man erläutere die Uhrzeitangaben „halb fünf“, „viertel fünf“, „drei viertel fünf“. Was würde „ein sechstel fünf“ und „drei siebtel fünf“ bedeuten?



Eine Bahncard 25, mit der man ein Jahr lang 25 Prozent des Normalpreises einspart, kostet 62 Euro und eine Bahncard 50, mit der man ein Jahr lang 50 Prozent des Normalpreises einspart, kostet 255 Euro. Für welchen Jahresgesamtnormalpreis ist keine Bahncard, die Bahncard 25 oder die Bahncard 50 die günstigste Option?



Zeige, und zwar allein unter Bezug auf Rechengesetze in , dass die durch

  1. acbd:=abcd
  2. ac+bd:=ad+bccd

definierte Multiplikation und Addition auf den rationalen Zahlen wohldefiniert sind, und dass die Assoziativität, die Kommutativität und das Distributivgesetz gelten.



Zeige, dass man jede rationale Zahl als Bruch a/b mit teilerfremdem Zähler und Nenner darstellen kann.

(Man nennt dies die gekürzte Darstellung der rationalen Zahl.)


Formuliere die binomischen Formeln für zwei reelle Zahlen und beweise die Formeln mithilfe des Distributivgesetzes.



Zeige, dass es in kein Element x mit  x2=2  gibt.



Es sei p eine Primzahl. Zeige unter Verwendung der eindeutigen Primfaktorzerlegung von natürlichen Zahlen, dass die reelle Zahl p irrational ist.



Beweise durch Induktion die folgende Formel.

1+i=1n22(i1)3i=(43)n.



Besitzen Sie eine geometrische Intuition zur Addition von zwei gegebenen Zahlen auf der reellen Zahlengeraden?

Besitzen Sie eine geometrische Intuition zur Multiplikation von zwei gegebenen Zahlen auf der reellen Zahlengeraden?


Die folgende Aufgabe soll allein unter Bezug auf die Anordnungsaxiome der reellen Zahlen gezeigt werden (also ohne Bezug auf die Anschauung der Zahlengeraden).


Zeige, dass für reelle Zahlen die folgenden Eigenschaften gelten.

  1. Es ist  10
  2. Aus  ab  und  c0  folgt  acbc
  3. Aus  ab  und  c0  folgt  acbc
  4. Es ist  a20
  5. Aus  ab0  folgt  anbn  für alle  n
  6. Aus  a1  folgt  anam  für ganze Zahlen  nm
  7. Aus  a>0  folgt  1a>0
  8. Aus  a>b>0  folgt  1a>1b


Vor den nächsten beiden Aufgaben erinnern wir an die beiden folgenden Definitionen.


Zu zwei reellen Zahlen x und y heißt

x+y2

das arithmetische Mittel.


Zu zwei nichtnegativen reellen Zahlen x und y heißt

xy

das geometrische Mittel.



Es seien  x<y  reelle Zahlen. Zeige, dass für das arithmetische Mittel x+y2 die Beziehung

x<x+y2<y

gilt.



Es seien x und y zwei nichtnegative reelle Zahlen. Zeige, dass das arithmetische Mittel der beiden Zahlen mindestens so groß wie ihr geometrisches Mittel ist.



Beweise die folgenden Eigenschaften für die Betragsfunktion

,x|x|,
(dabei seien x,y beliebige reelle Zahlen).
  1. Es ist  |x|0
  2. Es ist  |x|=0  genau dann, wenn  x=0  ist.
  3. Es ist  |x|=|y|  genau dann, wenn  x=y  oder  x=y  ist.
  4. Es ist  |yx|=|xy|
  5. Es ist  |xy|=|x||y|
  6. Für  x0  ist  |x1|=|x|1
  7. Es ist  |x+y||x|+|y|  (Dreiecksungleichung für den Betrag).
  8. Es ist  |x+y||x||y|



Beweise die Bernoulli-Ungleichung, das ist die Aussage, dass für reelle Zahlen x1 und n die Abschätzung

(1+x)n1+nx

gilt.



Es sei x eine reelle Zahl,  x1.  Beweise für  n  durch Induktion die Beziehung

k=0nxk=xn+11x1.



Es sei

p2,5

eine Primzahl. Zeige, dass es eine natürliche Zahl der Form (im Dezimalsystem)

111111

gibt, die ein Vielfaches von p ist.

Tipp: Verwende Aufgabe 2.13 mit a=10 und p=d und die vorstehende Aufgabe.


Es seien drei Punkte  P1,P2,P322  gegeben. Zeige, dass der Flächeninhalt des durch diese drei Punkte bestimmten Dreiecks eine rationale Zahl ist.



Zeige, dass es kein nichtausgeartetes gleichseitiges Dreieck im 2 gibt, dessen sämtliche Ecken rationale Koordinaten besitzen.




Die Freigetränk-Aufgabe

Für die richtige Lösung der nächsten Aufgabe gibt es heute abend ein Freigetränk, nur die ersten fünf Lösungen werden prämiert. Ein Polynom (oder eine Polynomfunktion) ist ein Ausdruck der Form adxd+ad1xd1++a2x2+a1x1+a0x0, wobei die Koeffizienten ai reelle Zahlen sind.


Zwei Personen A und B spielen Polynome-Erraten. Dabei denkt sich A ein Polynom P(x) aus, wobei alle Koeffizienten aus sein müssen. Person B darf fragen, was der Wert P(n1),P(n2),,P(nr) zu gewissen natürlichen Zahlen n1,n2,,nr ist. Dabei darf B diese Zahlen beliebig wählen und dabei auch vorhergehende Antworten berücksichtigen. Ziel ist es, das Polynom zu erschließen.

Entwickle eine Fragestrategie für B, die immer zur Lösung führt und bei der die Anzahl der Fragen (unabhängig vom Polynom) beschränkt ist.


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