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Kurs:Einführung in die mathematische Logik (Osnabrück 2016)/Arbeitsblatt 23

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Übungsaufgaben

Epimenides der Kreter sagte: „Alle Kreter sind Lügner“. Ist diese Aussage ein Widerspruch?



Eine Person sagt: „Ich lüge (jetzt)“. Kann das wahr sein?



In der Russellsche Antinomie wird die Definition

M={NN ist eine Menge, die sich nicht selbst enthält}

betrachtet. Kann M eine Menge sein?



Betrachte die Aussage: „Der Barbier von Sevilla rasiert alle Männer, die sich nicht selbst rasieren“. Rasiert er sich selbst?



Es sei M eine beliebige Menge. Zeige, dass es keine surjektive Abbildung von M in die Potenzmenge 𝔓(M) geben kann.



Die Klasse 8c hat an jedem Wochentag eine Stunde mathematische Logik. Der Lehrer sagt am Freitag: „nächste Woche werden wir eine Klassenarbeit schreiben, und das wird eine Überraschung sein“. Begründe, dass der Lehrer lügt.



Das Brennersche Putzparadoxon besagt: „Immer wenn ich putze, sieht es danach so aus, wie bei einer durchschnittlichen Hausfrau vor dem Putzen“. Ist dies ein Widerspruch, eine Antinomie, ein Paradoxon, oder einfach nur mangelndes Talent?



Eine natürliche Zahl heißt besonders, wenn sie eine für sie spezifische, benennbare Eigenschaft erfüllt. Die 0 ist als neutrales Element der Addition und die 1 ist als neutrales Element der Multiplikation besonders. Die 2 ist die erste Primzahl, die 3 ist die kleinste ungerade Primzahl, die 4 ist die erste echte Quadratzahl, die 5 ist die Anzahl der Finger einer Hand, die 6 ist die kleinste aus verschiedenen Faktoren zusammengesetzte Zahl, die 7 ist die Anzahl der Zwerge im Märchen, usw., diese Zahlen sind also alle besonders. Gibt es eine Zahl, die nicht besonders ist? Gibt es eine kleinste Zahl, die nicht besonders ist?



Bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 qualifizieren sich die vier besten Drittplatzierten (der Vorrundengruppen A,B,C,D,E,F) für das Achtelfinale, und zwar nach dem Schema

 Sieger Gruppe D spielt gegen einen Dritten aus (B,E,F),
 Sieger Gruppe B spielt gegen einen Dritten aus (A,C,D),
 Sieger Gruppe C spielt gegen einen Dritten aus (A,B,F),

und

 Sieger Gruppe A spielt gegen einen Dritten aus (C,D,E).
  1. Zeige, dass dies stets durchführbar ist.
  2. Bestimme (abhängig von der Reihenfolge der Drittplatzierten) die minimale Anzahl an Möglichkeiten für die Aufteilung der Drittplatzierten.
  3. Bestimme (abhängig von der Reihenfolge der Drittplatzierten) die maximale Anzahl an Möglichkeiten für die Aufteilung der Drittplatzierten.



Es sei Γ eine korrekte entscheidbare arithmetische Ausdrucksmenge, die die Peano-Arithmetik umfasse. Es sei α(x) das zugehörige Ableitungsprädikat. Zeige aus den in Bemerkung 23.7 aufgeführten Eigenschaften für einen Fixpunkt q mit

Γ¬α(GN(q))q,

dass weder Γq noch Γ¬q gilt.



Es sei Γ eine korrekte entscheidbare arithmetische Ausdrucksmenge, die die Peano-Arithmetik umfasse. Es sei α(x) das zugehörige Beweisbarkeitsprädikat und es sei q ein Fixpunkt zum negierten Ableitungsprädikat, also

Γ¬α(GN(q))q.
  1. Welche Eigenschaften aus Bemerkung 23.7 gelten in ?
  2. Gilt
    ¬α(GN(q))q

    in ?

  3. Welche der Ausdrücke q,¬q,α(GN(q)),¬α(GN(q)) gelten in ?




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Es seien n1,,nr natürliche Zahlen und sei

α(x):=(x=n1)(x=nr),

wobei nj durch die nj-fache Summe der 1 mit sich selbst realisiert werde. Zeige, dass es Sätze p,qL0Ar mit

α(GN(p))p

und mit

¬α(GN(q))q

gibt.



Aufgabe (3 Punkte)

Folgere aus dem ersten Gödelschen Unvollständigkeitssatz die Unentscheidbarkeit der Arithmetik.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei Γ eine korrekte entscheidbare arithmetische Ausdrucksmenge, die die Peano-Arithmetik umfasse. Es sei α(x) das zugehörige Beweisbarkeitsprädikat und es sei q ein Fixpunkt zum negierten Ableitungsprädikat, also

Γ¬α(GN(q))q.

Zu einem beliebigen Ausdruck p betrachten wir ¬α(GN(p¬p)). Welche der Ausdrücke

¬α(GN(p¬p)),¬α(GN(q)),¬α(GN(p¬p))¬α(GN(q))

gelten in ?



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