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Metrische Räume/Grenzwert von Abbildungen/Textabschnitt

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Wir betrachten die beiden stetigen Funktionen

und

die beide nicht im Nullpunkt definiert sind. Offensichtlich kann man durch die Festlegung zu einer stetigen Funktion auf ganz fortsetzen. Bei hingegen ist das nicht möglich: wenn man sich auf der positiven Halbgeraden annähert, wachsen die Funktionswerte gegen , wenn man sich auf der negativen Halbgeraden annähert, so wachsen die Funktionswerte gegen , und somit ist jede Fortsetzung nicht stetig. Diese Beobachtung führt zum Begriff des Grenzwertes einer Abbildung, den wir insbesondere im Rahmen der Differentialrechnung verwenden werden.


Es sei ein metrischer Raum und    eine Teilmenge. Ein Punkt    heißt Berührpunkt von , wenn zu jedem    der Durchschnitt


Es sei ein metrischer Raum und    eine Teilmenge. Die Menge aller Berührpunkte von heißt der Abschluss von . Er wird mit bezeichnet.

Der Abschluss ist eine abgeschlossene Menge, und zwar die kleinste abgeschlossene Menge, die umfasst.


Es sei ein metrischer Raum, sei    eine Teilmenge und sei    ein Berührpunkt von . Es sei

eine Abbildung in einen weiteren metrischen Raum . Dann heißt    der Grenzwert (oder Limes) von in , wenn es für jedes    ein    gibt mit der folgenden Eigenschaft: Für jedes    ist  .  In diesem Fall schreibt man

Wenn der Grenzwert existiert, so ist er eindeutig bestimmt.

In der Situation von Definition wird der Grenzwert, falls er existiert, mit

bezeichnet.




Es sei ein metrischer Raum, sei    eine Teilmenge und sei    ein Berührpunkt von . Es sei

eine Abbildung in einen weiteren metrischen Raum und sei  .  Dann sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. Die Abbildung besitzt in den Grenzwert .
  2. Zu jeder offenen Menge    mit    gibt es eine offene Menge    mit    und mit  
  3. Für jede Folge in , die gegen konvergiert, konvergiert die Bildfolge gegen .

. Da offen ist gibt es ein    mit  .  Aufgrund von (1) gibt es ein    mit

und wir können    nehmen.
. Es sei eine gegen konvergente Folge    und ein    gegeben. Für die offene Menge    gibt es nach (2) eine offene Menge    mit    und  .  Wegen der Offenheit von gibt es auch ein    mit  .  Da die Folge gegen konvergiert, gibt es ein    mit    für alle  .  Für diese ist dann  ,  d.h. die Bildfolge konvergiert gegen .
.  Nehmen wir an, dass nicht der Grenzwert ist. Dann gibt es ein    derart, dass es für alle    ein    gibt mit    und mit  .  Wir wenden diese Eigenschaft auf die Stammbrüche  , , an und erhalten eine Folge

Die Folge konvergiert dann gegen , die Bildfolge aber nicht gegen ,  im Widerspruch zu (3).



Es sei ein metrischer Raum, sei    eine Teilmenge und sei    ein Berührpunkt von . Es seien und Funktionen derart, dass die Grenzwerte und existieren.

Dann gelten folgende Beziehungen.

  1. Die Summe besitzt einen Grenzwert in , und zwar ist
  2. Das Produkt besitzt einen Grenzwert in , und zwar ist
  3. Es sei    für alle    und  .  Dann besitzt der Quotient einen Grenzwert in , und zwar ist

Beweis

Siehe Aufgabe.



Wir betrachten den Limes

wobei , ist. Für    ist der Ausdruck nicht definiert, und aus dem Ausdruck ist nicht direkt ablesbar, ob der Grenzwert existiert und welchen Wert er annimmt. Man kann den Ausdruck aber mit erweitern, und erhält dann

Aufgrund der Rechenregeln für Grenzwerte können wir den Grenzwert von Zähler und Nenner ausrechnen, wobei wir im Nenner die Stetigkeit der Quadratwurzel gemäß Aufgabe verwenden, und es ergibt sich insgesamt .