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Zahlenraum/Ebenen und Geraden/Einführung/Textabschnitt

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Es sei ein Körper und sei

eine lineare Gleichung in drei Variablen über mit  

Dann ist die Lösungsmenge eine Ebene im . Wenn    ist, so kann man als Richtungsvektoren die beiden Vektoren und nehmen.

Dies folgt aus Fakt und daraus, dass die beiden angegebenen Vektoren offenbar Lösungen der zugehörigen homogenen linearen Gleichung sind, die wegen    kein Vielfaches voneinander sind. Man kann auch jede Lösung als Linearkombination dieser beiden Lösungen schreiben, es ist nämlich

Also handelt es sich um Basislösungen.



Wir betrachten die Menge

Nach Fakt hat diese Ebene in Punktrichtungsform die Beschreibung



Wir betrachten die beiden Mengen

(aus Beispiel) und

und interessieren uns für den Durchschnitt

Ein Punkt liegt genau dann im Durchschnitt, wenn er simultan beide Bedingungen, also beide Gleichungen (nennen wir sie und ), erfüllt. Gibt es eine „einfachere“ Beschreibung dieser Durchschnittsmenge? Ein Punkt, der die beiden Gleichungen erfüllt, erfüllt auch die Gleichung, die entsteht, wenn man die beiden Gleichungen miteinander addiert oder die Gleichungen mit einer Zahl    multipliziert. Eine solche Linearkombination der Gleichungen ist beispielsweise

Daher ist

da man aus der neuen zweiten Gleichung die alte zweite Gleichung zurückkonstruieren kann und daher die Bedingungen links und rechts insgesamt äquivalent sind. Der Vorteil der zweiten Beschreibung ist, dass man die Variable in der neuen zweiten Gleichung eliminiert hat. Daher kann man nach auflösen und erhält

und für muss dann

sein. Auch diese beiden aufgelösten Gleichungen sind zusammen äquivalent zu den beiden ersten und somit ist

Diese Beschreibung liefert einen expliziteren Überblick über die Menge .


Wir besprechen ein geometrisches Beispiel ähnlich zu Beispiel, wobei jetzt die Gleichungen nicht homogen sein müssen.


Zwei Ebenen im Raum, die sich in einer Geraden schneiden.

Im seien zwei Ebenen

und

gegeben. Wie kann man die Schnittgerade    beschreiben? Ein Punkt    liegt genau dann auf der Schnittgerade, wenn er die beiden Ebenengleichungen erfüllt; es muss also sowohl

gelten. Wir multiplizieren die erste Gleichung mit und ziehen davon das -fache der zweiten Gleichung ab und erhalten

Wenn man    setzt, so muss    und    sein. D.h. der Punkt    gehört zu . Ebenso findet man, indem man    setzt, den Punkt  .  Damit ist die Schnittgerade die Verbindungsgerade dieser Punkte, also