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Hauptidealbereich/Restklassenring/Kleiner Fermat/Textabschnitt

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Satz  

Es sei R ein Hauptidealbereich und  p0  ein Element. Dann sind folgende Bedingungen äquivalent.

  1. p ist ein Primelement.
  2. R/(p) ist ein Integritätsbereich.
  3. R/(p) ist ein Körper.

Beweis  

Die Äquivalenz (1) (2) gilt in jedem kommutativen Ring (auch für p=0), siehe Aufgabe, und (3) impliziert natürlich (2). Es sei also (1) erfüllt und sei  aR/(p)  von 0 verschieden. Wir bezeichnen einen Repräsentanten davon in R ebenfalls mit a. Es ist dann  a(p)  und es ergibt sich eine echte Idealinklusion  (p)(a,p).  Ferner können wir  (a,p)=(b)  schreiben, da wir in einem Hauptidealring sind. Es folgt  p=cb.  Da c keine Einheit ist und p prim (also nach Fakt auch irreduzibel) ist, muss b eine Einheit sein. Es ist also  (a,p)=(1),  und das bedeutet modulo p, also in R/(p), dass a eine Einheit ist. Also ist R/(p) ein Körper.



Satz  

Es sei n1 eine natürliche Zahl und /(n) der zugehörige Restklassenring. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. /(n) ist ein Körper.
  2. /(n) ist ein Integritätsbereich.
  3. n ist eine Primzahl.

Beweis  

Dies ist ein Spezialfall von Fakt.


Wenn also p eine Primzahl ist, so ist der Restklassenring /(p) ein Körper mit p Elementen, den man auch den Restklassenkörper nennt. Die Einheitengruppe

(/(p))×={1,,p1}

ist eine Gruppe mit p1 Elementen (bezüglich der Multiplikation). Bei p=5 hat man beispielsweise

20=1,21=2,22=4=1,23=8=3,

d.h. die Potenzen von 2 durchlaufen sämtliche vier Elemente dieser Gruppe, die sich damit als zyklisch erweist. Es gilt generell, was wir aber nicht beweisen werden, dass für jede Primzahl p die Einheitengruppe des Restklassenkörpers /(p) zyklisch ist! Diese Gruppen nennt man auch die primen Restklassengruppen. Es gibt aber keine einfache Methode, einen Erzeuger dieser multiplikativen Gruppe zu finden; man muss zu den verschiedenen Elementen ihre Potenzen ausrechnen und so ihre Ordnung bestimmen, bis man ein Element der Ordnung p1 findet. Da Potenzen schnell groß werden, sollte man die Rechnungen stets in /(p) ausführen (also immer modulo p gehen) und nicht in . Ferner ist der Satz von Lagrange hilfreich, nachdem als Ordung der Elemente in (/(p))× nur Teiler von p1 vorkommen können.


Die folgende Aussage heißt kleiner Fermat.


Satz  

Für eine Primzahl p und eine beliebige ganze Zahl a gilt

apamodp.

Anders ausgedrückt: apa ist durch p teilbar.

Beweis  

Ist a nicht durch p teilbar, so definiert a ein Element a¯ in der Einheitengruppe (/(p))×; diese Gruppe hat die Ordnung p1, und nach dem Satz von Lagrange gilt  a¯p1=1.  Durch Multiplikation mit a ergibt sich die Behauptung. Für Vielfache von p gilt die Aussage ebenso, da dann beidseitig 0 steht.


Für  p=5  gilt beispielsweise in /(5)

15=1,25=32=2,35=243=3, 45=1024=4,

Für Zahlen, die keine Primzahlen sind, gilt die entsprechende Aussage nicht. So ist etwa in /(4)

34=81=13.

Wenn man mit dem Polynomring K[X] über einem Körper K startet, so erhält man zu einem irreduziblen Polynom  FK[X]  den Körper K[X]/(F). Dies ist eine wichtige Methode, um neue Körper zu konstruieren. Wenn  F=X+a  ein lineares Polynom ist, so ist  K[X]/(X+a)K.  Bei irreduziblen Polynomen von höherem Grad ergeben sich aber neue Körper, wie schon das Beispiel

[X]/(X2+1)

zeigt. Insbesondere kann man mit dieser Methode viele endliche Körper konstruieren: Ein irreduzibles Polynom  F/(p)[X]  vom Grad d führt zum Körper /(p)[X]/(F) mit pd Elementen. Siehe Aufgabe.