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Resultante/Einführung/Textabschnitt

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Es seien  f=i=0maiXi  und  g=j=0nbjXj  Polynome aus R[X] über dem kommutativen Ring R. Dann versteht man unter der Resultante die Determinante der (m+n)×(m+n)-Matrix

(amam1a0amam1a0amam1a0bnbn1b0bnbn1b0bnbn1b0).

Sie wird mit Res(f,g) bezeichnet.

Das Bilden der Resultante ist mit Ringwechseln RR verträglich.



Lemma  

Es seien  f=i=0maiXi  und  g=j=0nbjXj  Polynome aus K[X] über dem Körper K.

Dann sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. Die Polynome f und g haben einen gemeinsamen Faktor positiven Grades.
  2. Die Polynome f und g haben ein gemeinsames Vielfaches, dessen Grad kleiner als m+n ist.
  3. Die Resultante Res(f,g) ist gleich 0.

Beweis  

Die Äquivalenz von (1) und (2) folgt unmittelbar aus der Faktorialität von K[X], siehe Fakt. Wir machen den Ansatz

p=k=0n1ckXk

und

q==0m1dX.

Die Eigenschaft (2) bedeutet, dass es Polynome p und q mit der angegebenen Gradbedingung gibt, die

fp+gq=0

erfüllen. Wenn man die hinter dieser Polynomgleichheit stehenden Koeffizientenbedingungen ausrechnet, so erhält man das lineare Gleichungssystem

a0c0+b0d0=0,
a1c0+a0c1+b1d0+b0d1=0,
amcn1+bndm1=0.

Diese Gleichungen ergeben sich ebenfalls, wenn man die Matrixbedingung

(cn1,,c0,dm1,,d0)(amam1a0amam1a0amam1a0bnbn1b0bnbn1b0bnbn1b0)=0

zeilenweise auswertet. Die Polynomgleichung hat also eine nichttriviale Lösung genau dann, wenn es für die Matrix eine nichttrivialen Zeilenvektor gibt, dessen Produkt mit der Matrix 0 ergibt. Eine solche Lösung gibt es aber nach Fakt genau dann, wenn die Determinante der Matrix gleich 0 ist.



Satz  

Es seien

f,gK[X1,,Xn,Y]K(X1,,Xn)[Y]

Polynome über einem unendlichen Körper K, die keinen gemeinsamen Teiler von positivem Grad (in Y) haben.

Dann liegt die Menge der Punkte

{PKnf(P,Y) und g(P,Y) haben eine gemeinsame Nullstelle in Y}

in einer affin-algebraischen Teilmenge  VKn

Beweis  

Die beiden Polynome haben auch aufgefasst in K(X1,,Xn)[Y] keinen gemeinsamen Teiler von positivem Grad. Nach Fakt ist daher die Resultante  Res(f,g)0.  Die Resultante gehört zum Polynomring K[X1,,Xn]. Es sei  PKn  ein Punkt derart, dass f(P,Y) und g(P,Y) eine gemeinsame Nullstelle haben. Dann ist, wiederum nach Fakt, und da die Resultante mit dem Ringwechsel

φP:K[X1,,Xn]K

verträglich ist,

Res(f,g)(P)=Res(f(P,Y),g(P,Y))=0.

Also sind die Punkte P, für die f(P,Y) und g(P,Y) eine gemeinsame Nullstelle haben, selbst Nullstelle der von 0 verschiedenen Resultante, liegen also in einer echten abgeschlossenen Teilmenge.


Siehe auch Fakt.


Es sei

f=X2+Y21

und

g=YX2,

die keinen gemeinsamen Faktor haben. Die Resultante (bezüglich Y) ist

Res(f,g)=det(10X211X2001X2)=X4(X21)=X4X2+1.

Das bedeutet, dass das Bild des Durchschnitts der beiden durch f und g Kurven (also der Kreis und die Parabel) in V(X4X2+1) liegt. Wenn man die Resultante bezüglich X nimmt, so ergibt sich

Res(f,g)=det(10Y210010Y2110Y0010Y)=Y2+Y(Y21)((Y21)Y(Y21)2)=Y2+Y3Y+(Y21)Y+(Y21)2=Y4+2Y3Y22Y+1.


Es sei

f=X2+Y2+Z21

und

g=XZ1,

die keinen gemeinsamen Faktor haben. Die Resultante (bezüglich Z) ist

Res(f,g)=det(10X2+Y21X100X1)=1X2(X2+Y21)=1X4X2X2Y2.

Das bedeutet, dass das Bild des Durchschnitts der beiden durch f und g Flächen (also die Kugel und der Zylinder über einer Hyperbel) in V(1X4X2X2Y2) liegt.