Zum Inhalt springen

Hyperfläche/Paralleltransport/Einführung/Textabschnitt

Aus Wikiversity

Es sei  YWnW offen, eine differenzierbare Hyperfläche. Zu Punkten  P,QY  gibt es keine natürliche Beziehung zwischen dem Tangentialraum TPY und dem Tangentialraum TQY. Es sei

γ:[a,b]Y

eine differenzierbare Kurve in Y mit  γ(a)=P  und  γ(b)=Q.  Man kann sich fragen, ob es entlang dieses Weges eine sinnvolle Beziehung zwischen den Tangentialräumen gibt.

Zu einer fixierten differenzierbaren Kurve γ in Y, die die Punkte P=γ(a) und Q=γ(b) verbindet, ist durch Fakt eine Abbildung

TPYTQY

festgelegt. Diese ordnet dem Anfangsvektor  vTPY  den Vektor  F(b)TQY  zu, wobei F das eindeutig bestimmte parallele Vektorfeld längs γ ist. Diese Abbildung heißt der Paralleltransport längs γ. Sie wird mit

Ψγ:Tγ(a)YTγ(b)Y

bezeichnet.



Satz  

Es sei  YWnW offen, eine differenzierbare Hyperfläche und sei γ:[a,b]Y eine differenzierbare Kurve mit  γ(a)=P  und  γ(b)=Q

Dann ist der Paralleltransport längs γ eine Isometrie

TPYTQY.

Beweis  

Zum Nachweis der Linearität seien  v,wTPY  and  r,s  gegeben. Es seien F bzw. G die gemäß Fakt eindeutig bestimmten parallelen Vektorfelder längs γ mit  F(a)=v  und  G(a)=w.  Nach Fakt ist rF+sG ein paralleles Vektorfeld mit  (rF+sG)(a)=v+w.  Wegen der Eindeutigkeit aus Fakt ist somit rF+sG das parallele Vektorfeld zum Tangentialvektor rv+sw. Daher ist

Ψγ(rv+sw)=(rF+sG)(b)=rF(b)+sG(b)=rΨγ(v)+sΨγ(w).

Zum Nachweis der Verträglichkeit mit dem Skalarprodukt seien wieder  v,wTPY  gegeben und es seien F,G die zugehörigen parallelen Vektorfelder. Es ist

F(t),G(t)=F(t),G(t)+F(t),G(t)=0,

da F,G tangential sind und F,G orthogonal zum Tangentialraum sind. Daher ist F(t),G(t) konstant längs des Weges. Daher ist

Ψγ(v),Ψγ(w)=F(b),G(b)=F(a),F(a)=v,w.

Die Bijektivität ist damit auch klar.



Wir betrachten den Viertelgroßkreis

[0,π/2]3,t(cost,sint,0),

auf der Einheitskugeloberfläche S und knüpfen an Beispiel an. Es ist  γ(0)=(1,0,0)=P  und  γ(π/2)=(0,1,0)=Q  mit den Tangentialräumen  TPS=e2+e3  und  TQS=e1+e3.  Nach den Berechnungen im angegebenen Beispiel gilt für den Paralleltransport  Ψγ(e3)=e3  und  Ψγ(e2)=e1


Wenn

γ:IY

eine stetige, stückweise differenzierbare Kurve ist, so definiert man den Paralleltransport längs γ, indem man die einzelnen Paralleltransporte zu den differenzierbaren Kurvenstücken hintereinander ausführt.