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Kurs:Diskrete Mathematik/20/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Punkte 3 3 6 6 2 2 5 1 2 3 3 4 4 3 3 2 3 5 1 3 64




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Eine Untergruppe in einer Gruppe .
  2. Eine rechtsvollständige Relation  
  3. Ein Supremum zu einer Teilmenge    in einer geordneten Menge .
  4. Die Nachbarschaft zu einem Punkt    in einem Graphen  
  5. Der Radius eines zusammenhängenden Graphen  
  6. Eine optimale Knotenüberdeckung eines Graphen  


Lösung

  1. Eine Teilmenge heißt Untergruppe von , wenn Folgendes gilt.
    1. .
    2. Mit ist auch .
    3. Mit ist auch .
  2. Die Relation    heißt rechtsvollständig, wenn es zu jedem    ein    mit    gibt.
  3. Ein Element    heißt Supremum von , wenn die kleinste obere Schranke von ist.
  4. Man nennt

    die Nachbarschaft von .

  5. Der Radius ist der Ausdruck
  6. Eine Knotenüberdeckung    heißt opitimal, wenn die Anzahl von minimal unter allen Anzahlen von Knotenüberdeckungen ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die algebraische Struktur der Restklassenringe zu einem Ideal    in einem kommutativen Ring .
  2. Der Satz über die explizite Lösung einer Matrixrekursion im diagonalisierbaren Fall.
  3. Der Vier-Farben-Satz.


Lösung

  1. Es sei ein kommutativer Ring,    ein Ideal und die Quotientenmenge zur durch definierten Äquivalenzrelation auf mit der kanonischen Projektion

    Dann gibt es eine eindeutig bestimmte Ringstruktur auf derart, dass ein Ringhomomorphismus

    ist.
  2. Es sei eine -Matrix über dem Körper . Es sei eine Basis aus Eigenvektoren von mit den Eigenwerten . Es sei

    ein Startvektor, der als Linearkombination in dieser Basis vorliegt.

    Dann ist

    eine Lösung der Matrixrekursion

    mit dem Startvektor .
  3. Für jeden ebenen Graphen besteht eine zulässige Färbung mit höchstens vier Farben.


Aufgabe (6 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für eine kombinatorische Formel, die sowohl direkt als auch durch eine inhaltliche Überlegung bewiesen werden kann. Man führe beide Beweise vor.


Lösung erstellen


Aufgabe (6 (1+1+2+2) Punkte)

Professor Knopfloch möchte mit Dr. Eisenbeis essen gehen und hebt daher beim Bankautomat Euro in Scheinen ab.

  1. Was ist die minimale Anzahl von Scheinen und was ist die maximale Anzahl von Scheinen, die er bekommen kann?
  2. Ist es möglich, dass er Scheine bekommt?
  3. Welche Anzahlen von Scheinen sind möglich?
  4. Was ist die kleinste Anzahl von Scheinen, für die es zumindest zwei verschiedene Scheinverteilungen gibt?


Lösung

  1. Das Minimum an Scheinen ist (ein Hunderter), das Maximum ist ( Fünfer).
  2. Es ist

    Scheine sind also mit Zehnern und Fünfern möglich.

  3. Es sind die Anzahlen und möglich, mit Scheinen ist es nicht möglich. : ein Hunderter. : zwei Fünfziger. : Es kann höchstens ein Fünfziger vorkommen, mit zwei Zwanzigern bleibt man aber unterhalb von . : Ein Fünfziger und zwei Zwanziger und ein Zehner. : Fünf Zwanziger. Um Scheine zu erreichen kann man sukzessive einen Zwanziger durch zwei Zehner ersetzen. : Zehner. Um Scheine zu erreichen kann man sukzessive einen Zehner durch zwei Fünfer ersetzen.
  4. Bei einem und zwei Scheinen gibt es offenbar nur eine Möglichekeit, mit drei Scheinen geht es gar nicht. Mit vier Scheinen gibt es nur die Möglichkeit , da man ohne den Fünfziger nicht auskommt. Mit Scheinen gibt es die beiden Möglichkeiten entweder fünf Zwanziger oder . Die Antwort ist also .


Aufgabe (2 Punkte)

Heute ist Freitag. Welcher Wochentag ist in Tagen?


Lösung

Es ist

der Rest bei der Division von durch ist also . Daher ist in Tagen Donnerstag.


Aufgabe (2 Punkte)

Skizziere sieben Geraden in der Ebene, die sich insgesamt in acht Punkten schneiden.


Lösung


Aufgabe (5 Punkte)

Beweise den binomischen Lehrsatz für einen kommutativen Halbring .


Lösung

Es seien . Wir führen Induktion nach . Für    steht einerseits    und andererseits  .  Es sei die Aussage bereits für bewiesen. Dann ist


Aufgabe (1 Punkt)

Es sei eine Gruppe. Es seien    Elemente mit

Zeige, dass das Inverse von ist.


Lösung

Es sei das Inverse von . Dann ist

also ist gleich dem Inversen von .


Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme in mit Hilfe des euklidischen Algorithmus den größten gemeinsamen Teiler von und .


Lösung

Der größte gemeinsame Teiler von 1071 und 1029 wird mit dem Euklidischen Algorithmus wie folgt berechnet:

Der größte gemeinsame Teiler von 1071 und 1029 ist somit 21.


Aufgabe (3 Punkte)

Zeige durch Induktion, dass jede natürliche Zahl    eine Zerlegung in Primzahlen besitzt.


Lösung

Wir beweisen die Existenz durch Induktion über .  Für    liegt eine Primzahl vor. Bei    ist entweder eine Primzahl, und diese bildet die Primfaktorzerlegung, oder aber ist keine Primzahl. In diesem Fall gibt es eine nichttriviale Zerlegung    mit kleineren Zahlen  .  Für diese Zahlen gibt es nach Induktionsvoraussetzung jeweils eine Zerlegung in Primfaktoren, und diese setzen sich zu einer Primfaktorzerlegung für zusammen. 


Aufgabe (3 (1+2) Punkte)

Wir betrachten auf den komplexen Zahlen die Relation, bei der zwei Zahlen als äquivalent gelten, wenn ihre -te Potenz übereinstimmt.

  1. Zeige, dass dies eine Äquivalenzrelation ist.
  2. Wie viele Elemente beinhalten die Äquivalenzklassen (verwende, dass es komplexe Zahlen mit    gibt)?


Lösung

  1. Zwei komplexe Zahlen gelten als äquivalent, wenn sie unter der Abbildung

    den gleichen Wert besitzen. In einer solchen Situation liegt stets eine Äquivalenzrelation vor.

  2. Da ein Körper ist, besteht die Äquivalenzklasse zu allein aus , sie ist also einelementig. Die Äquivalenzklasse zu besteht aus den -ten Einheitswurzeln. Für von verschiedene Zahlen ist

    genau dann, wenn

    wenn also eine -te Einheitswurzel ist. Somit besteht die Äquivalenzklasse zu    aus der Elementen , wobei die -ten Einheitswurzeln durchläuft.


Aufgabe (4 Punkte)

Zu    bezeichne die Anzahl der surjektiven Abbildungen einer -elementigen Menge in eine -elementige Menge. Zeige, dass die Rekursionsformel

gilt.


Lösung

Wir betrachten direkt die Mengen

und

und die surjektiven Abbildungen von nach . Eine solche surjektive Abbildung hat entweder die Eigenschaft, dass auch surjektiv ist, oder aber nicht. Im ersten Fall entsprechen diese Abbildungen den surjektiven Abbildungen von nach zusammen mit dem zusätzlichen Wert . Dies ergibt den ersten Summand. Im zweiten Fall entsprechen diese Abbildungen den surjektiven Abbildungen von nach , wobei es wiederum für den Wert Möglichkeiten gibt. Dies ergibt den zweiten Summanden.


Aufgabe (4 Punkte)

Erstelle ein Kartenspiel mit insgesamt sieben Symbolen und sieben Karten, wobei auf jeder Karte drei Symbole vorkommen mit der Eigenschaft, dass je zwei Karten genau ein Symbol gemeinsam haben.


Lösung

Die Karten entsprechen den Punkten, die Symbole darauf repräsentieren die projektiven Geraden, die durch diesen Punkt verlaufen.


Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme die verschiedenen Typen zu den Permutationen auf einer vierelementigen Menge sowie die Anzahl der Permutationen, die diesen Typ besitzen.


Lösung

Die Typen sind

. Jedes Element ist ein Fixpunkt, das muss also die Identität sein, da gibt es nur eine Möglichkeit.

. Zwei Fixpunkte und ein Zweierzyklus. Dies ist durch die Auswahl einer zweielementigen Menge an Fixpunkten eindeutig bestimmt, hier gibt es Möglichkeiten.


. Ein Fixpunkt und ein Dreierzyklus. Für die Wahl des Fixpunktes gibt es Möglichkeiten. Auf der komplmentären dreielementigen Menge gibe es Möglichkeiten, wie der Dreierzyklus funktioniert. Dies ergibt insgesamt Möglichkeiten.

. Es geht um eine Partition in -elementige Teilmengen. Dafür gibt es Möglichkeiten, die jeweiligen Transpositionen sind dann festgelegt.

. Es gibt einen Viererzyklus. Dafür gibt es Möglichkeiten.


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei eine -Matrix über dem Körper mit der zugehörigen linear-rekursiven Folge    zum Startvektor  .  Es sei eine invertierbare -Matrix und sei

und  .  Zeige, dass die linear-rekursive Folge zur Matrix und zum Startvektor die Beziehung

für alle erfüllt.


Lösung

Wir zeigen

durch Induktion über , der Induktionsanfang ist unmittelbar durch die Startbedingung gegeben. Es sei also    für ein vorausgesetzt. Dann ist

wie gefordert.


Aufgabe (2 Punkte)

Skizziere den Nullteilergraphen zum Ring überschneidungsfrei.


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass die Verbundenheit zwischen Knotenpunkten in einem Graphen    eine Äquivalenzrelation auf der Knotenmenge ist.


Lösung

Jeder Knotenpunkt ist durch den leeren Kantenzug mit sich selbst verbunden. Dies sichert die Reflexivität. Wenn und durch den Kantenzug miteinander verbunden sind, so ist mit durch den umorientierten Kantenzug verbunden. Dies sichert die Symmetrie. Wenn mit durch den Kantenzug verbunden ist und mit durch den Kantenzug verbunden ist, so ist mit durch den zusammengesetzten Kantenzug verbunden. Dies sichert die Transitivität.


Aufgabe weiter

Bestimme zum Netzgraphen der Kopenhagener Metro die folgenden graphentheoretischen Invarianten (parallele Strecken verstehen wir einfach).
a) Die Blätter von .
b) Den Abstand von Nordhavn zu Fasanvej.
c) Die Exzentrizität von Marmorkirken.
d) Den Durchmesser von . Zwischen welchen Stationen wird er angenommen?
e) Den Radius von . In welcher Station ist dies die Exzentrizität?
f) Den Grad von Frederiksberg.
g) Die Taille von .
h) Den Umfang von .


Lösung erstellen


Aufgabe (1 Punkt)

Man gebe ein Beispiel für einen Graphen , der kein Baum ist, und dessen Knotenanzahl um größer als seine Kantenanzahl ist.


Lösung

Nach Satz 20.22 (Diskrete Mathematik (Osnabrück 2026)) darf ein solcher Graph nicht zusammenhängend sein, so erfüllt z. B. der vollständige Graph auf Knoten zusammen mit einem isolierten Punkt die gesuchte Eigenschaft.


Aufgabe (3 Punkte)

Das mathematische Institut plant das nächste Semester. Am Dienstag sollen zu den vier Zeiten die sechs Veranstaltungen Analysis, Lineare Algebra, diskrete Mathematik, algebraische Zahlentheorie, Singularitätentheorie und Chaostheorie untergebracht werden. Die ersten drei Kurse sind Bachelorkurse, die letzten drei Kurse sind Masterkurse, und die sollen nicht parallel stattfinden. Ferner wird diskrete Mathematik und algebraische Zahlentheorie vom gleichen Dozenten gehalten, und auch die lineare Algebra darf sich nicht mit der algebraischen Zahlentheorie überschneiden. Welches graphentheoretische Thema liegt diesem Problem zugrunde? Wie viele Möglichkeiten gibt es, die Veranstaltungen unter Berücksichtigung der beschriebenen Anforderungen aufzuteilen?


Lösung

Es handelt sich um ein Färbungsproblem, die vier Zeiten repräsentieren vier Farben, und die Ausschließungsbedingungen sind Kanten auf der sechselementigen Menge der Fächer.

Es gibt Möglichkeiten, die algebraische Zahlentheorie zu platzieren. Wenn dies fixiert ist, so kann man auf    verschiedene Arten die beiden anderen Masterkurse platzieren. Ebenso gibt es dann Möglichkeiten, die diskrete Mathematik und die lineare Algebra zu platzieren. Für die Analysis gibt es dann Möglichkeiten. Insgesamt gibt es also

Möglichkeiten.