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Kurs:Körper- und Galoistheorie (Osnabrück 2011)/Abelsche Gruppen/Hauptsatz/Textabschnitt

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Satz  

Es sei G eine endlich erzeugte kommutative Gruppe.

Dann ist G das Produkt von zyklischen Gruppen. D.h. es gibt eine Isomorphie

Gr×/(n1)××/(ns).

Beweis  

Es sei x1,,xm ein Erzeugendensystem von G. Dann ist die Abbildung

φ:mG,(a1,,am)a1x1++amxm

ein surjektiver Homomorphismus. Aufgrund von Korollar 5.11 ist G daher isomorph zu m/kernφ.


kernφ enthält nach Definition des Kerns genau alle Darstellungen des neutralen Elements von G in m. Damit wir G, bzw. m/kernφ genauer beschreiben können schauen wir uns daher den Kern genauer an.

kernφ ist eine Untergruppe von m und kann daher aufgrund von Fakt ***** durch y1,,yn,yim erzeugt werden, wobei nm. Dieses Erzeugendensystem können wir als die Spalten einer m×n-Matrix

M schreiben. Es gilt dann
bildM=kernφ.

Der Fakt ***** erlaubt es, M=LDR zu schreiben, wobei L=L1Lp und R=RqR1 Hintereinanderschaltungen von über invertierbaren Matrizen sind. Als invertierbare Matrizen bilden L und R die Gruppe m auf m ab und ändern dabei nur die Rollen der Koeffizienten (im Allgemeinen mehr als Vertauschen!). Daher ist die Restklassengruppe der durch die Spalten von M erzeugten Untergruppe isomorph zu der Restklassengruppe der durch die Spalten von L1MR1=D erzeugten Untergruppe bildD:

mL1R1mm/bildMm/bildL1MR1

Die Matrix D hat aber nach Fakt ***** die Form Diag(n1,,ns,0,,0). Die Gruppe bildD hat daher die Form (n1)××(ns)×0××0.

Daraus folgt schließlich:

Gm/kernφ=m/bildMm/bildD=m/((n1)××(ns)×0××0)=/(n1)××/(ns)×r.



Korollar  

Es sei G eine endliche kommutative Gruppe.

Dann ist G das Produkt von endlichen zyklischen Gruppen. D.h. es gibt eine Isomorphie

G/(n1)××/(ns).

Beweis  

Dies folgt direkt aus Satz Anhang 4.1.


In diesem Zusammenhang sollte auch der chinesische Restsatz erwähnt werden, der eine weitere Poduktzerlegung der zyklischen Gruppen erlaubt, wenn die Primfaktorzerlegung bekannt ist.



Satz  

Es sei n eine positive natürliche Zahl mit kanonischer Primfaktorzerlegung

n=p1r1p2r2pkrk

(die pi seien also verschieden und ri1).

Dann induzieren die kanonischen Ringhomomorphismen /(n)/(piri) einen Ringisomorphismus

/(n)/(p1r1)×/(p2r2)××/(pkrk).

Zu gegebenen ganzen Zahlen (a1,a2,,ak) gibt es also genau eine natürliche Zahl  a<n,  die die simultanen Kongruenzen

a=a1modp1r1,a=a2modp2r2,,a=akmodpkrk

löst.

Beweis  

Da die Ringe links und rechts beide endlich sind und die gleiche Anzahl von Elementen haben, nämlich n, genügt es, die Injektivität zu zeigen. Es sei x eine natürliche Zahl, die im Produktring (rechts) zu 0 wird, also modulo piri den Rest 0 hat für alle  i=1,2,,k.  Dann ist x ein Vielfaches von piri für alle  i=1,2,,k,  d.h. in der Primfaktorzerlegung von x muss pi zumindest mit dem Exponenten ri vorkommen. Also muss x nach Fakt ***** ein Vielfaches des Produktes sein, also ein Vielfaches von n. Damit ist  x=0  in /(n) und die Abbildung ist injektiv.


Für die Einheitengruppe ergibt dies das folgende Korollar.


Korollar

Es sei n eine positive natürliche Zahl mit kanonischer Primfaktorzerlegung  n=p1r1p2r2pkrk  (die pi seien also verschieden und ri1).

Dann gibt es einen kanonischen Gruppenisomorphismus

(/(n))×(/(p1r1))×××(/(pkrk))×.

Insbesondere ist eine Zahl a genau dann eine Einheit modulo n, wenn sie eine Einheit modulo piri ist für  i=1,,k



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