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Benutzerin:Keckdoro

Aus Wikiversity

Dorothee Keck

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Seminar: Bildung und Ansprüche an die kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung WS 2011/2012

Dozentin: Eva Sondershaus, M.A.

Studium: Universität Augsburg, Grundschullehramt mit Hauptfach Deutsch als Fremd-/Zweitsprache

Wikipedia:Babel
de Diese Person spricht Deutsch als Muttersprache.
en-3 This user is able to contribute with an advanced level of English.
fr-1 Cette personne sait contribuer avec un niveau élémentaire de français.

IPK im WS 2011/12

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Name Studiengang vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus
Theresa Kultschytzky EKG Theresa
Tam nguyen BA Daf Nguyen
Saros Sawasdee BA Daf Saros
Jian Ba Daf Jian
Anne Stoffels BA DaF/DaZ Anne
Mariana Rozhniv BA Daf Mariana D
Sabine Goldschmid LA Gym E/F/DaF/DaZ Sabine
Shorena Magister DaF/DaZ turiassh Georgien
Eleonora Lisa Schulze Battmann BA Germanistik Eleonora Italien
Josefine Giesler Lehramt GS Josefine
Svenja Uth BA DaF Svenja
Julia Melnikova Ma DaF Julia
Yulia Lyubimova MA DaF und Interkulturelles Lernen Lyubimova
Judith Roßmeißl BA DaF und Germanistik Judith
Nelli Wist LA GS DaF Nelli
Dorothee Keck LA GS DaZ Dorothee
Amelie Schmitz Bac DaF/DaZ Amelie
Inna Glagla LA HA Daf Inna

Thema

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50 Jahre türkische Gastarbeiter: Das Islambild der Deutschen damals und heute

Einleitung und Hypothese

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„Deutschland wollte Arbeitskräfte, gekommen sind Menschen“ Max Frisch

Das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei wurde am 30. Oktober 1961 unterzeichnet. Es führte, trotz vertraglich geregelter Befristung der Aufenthaltsdauer auf maximal zwei Jahre, zum Beginn einer türkischen Einwanderung in die Bundesrepublik Deutschland. Die angeworbenen Arbeiter wurden in Deutschland als Gastarbeiter bezeichnet.

Seit vier Generationen ist Deutschland für viele inzwischen ein Zuhause. Zur Wirtschaftskraft unserer Nation tragen mittlerweile 83.000 türkische Unternehmen mit 330.000 Beschäftigten erheblich bei.

Ebenso blicken wir auf eine fast 50 jährige Geschichte der, nicht immer geradlinigen, Integrations- und Ausländerpolitik zurück. Immer wieder hörten wir von Vorhaben und Versäumnissen in der Integrationspolitik oder lasen Schlagzeilen über rechtsradikale Übergriffe auf türkische Migranten. Erst im November 2011 gelang der Polizei der spektakuläre Durchbruch, nach Jahren vergeblicher Ermittlungsarbeit, im Fall der rätselhaften so genannten "Döner-Morde", bei denen in den Jahren 2000 bis 2006 acht Türken und ein Grieche ermordet worden waren. Der Begriff Döner-Morde wurde dann sogar zum Unwort des Jahres 2011 gewählt.

Die meisten der türkischen Einwanderer sind Muslime. Mit der Einwanderung der türkischen Migranten zog also auch deren Glaube, der Islam, nach Deutschland ein.

Erst am 3.3.2012 löste die Aussage des Innenministers Hans-Peter Friedrich, Menschen islamischen Glaubens gehören natürlich zu diesem Land, dass aber der Islam zu Deutschland gehöre, sei eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lasse, heftige Reaktionen anderer Politiker aus.

Das Thema Integration türkischer Migranten sorgt immer wieder für neue Diskussionen. Ein wichtiger Aspekt dabei scheint vor allem deren muslimischer Glaube zu sein.

Dass selbst nach 50 Jahren die Integration noch nicht vollständig geglückt scheint, lässt uns schlussfolgern:


Das Islambild der Deutschen hat sich innerhalb der letzten 50 Jahre nicht verändert.

Überblick Integrationspolitik

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Die Geschichte der Gastarbeiter - Entwicklung Deutschlands zum Einwanderungsland

"Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen" . Mit diesem kurzen Zitat von Max Frisch (1965) lässt sich die Geschichte der deutschen Gastarbeiter in nur einem Satz beschreiben.

Die Anfänge liegen in der Zeit des deutschen Wirtsschaftswunders Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, knapp 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Zunehmend wurden Arbeitnehmer gesucht, weil im eigenen Land nicht mehr genügend Arbeitskräfte zu finden waren.

Im Jahre 1955 war es so weit: Das erste Anwerbeabkommen wurde mit Italien geschlossen.

Es folgten bis ins Jahr 1968 Griechenland, Spanien, Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien.

Die mit "Gastarbeitern" beladenen Sonderzüge hielten vortan an deutschen Bahnhöfen.

Es kamen junge, kräftige und arbeitswillige Männer - Familiennachzug war zunächst untersagt - die abgeschottet unter sich bleiben sollten. Sie alle hatten das Ziel, sich in der Fremde Geld zu verdienen, einen Großteil davon an die zurückgebliebene Familie zu schicken, und sich später damit in der Heimat eine bessere Existenz aufbauen zu können.

Deutschland galt als Paradies, das Motto "In Deutschland liegt das Geld auf der Straße, man muss es nur aufheben" war verheißend. Jedoch endete der Traum vom besseren Leben für die meisten am Fließband oder unter Tage.

Zugesichert wurde ihnen Mindestlohn und einfachste Unterkunft, die maximale Aufenthaltsdauer jedes Einzelnen sollte nur 2 Jahre betragen.

Die Wahrnehmung der Gastarbeiter war dabei rein instrumentell, an Integration hat damals niemand gedacht. Deren Dasein war auf Zeit geplant, doch schon 1964 wurde die Zweijahresbegrenzung im Abkommen aufgehoben. Grund dafür waren die Arbeitgeber, denen ein ständiger Wechsel der Arbeitskräfte zu aufwendig war.

Daraufhin wurde 1965 im Ausländergesetz eine Aufenthalts- und Zuzugsgenehmigung ermöglicht.

Das Jahr 1973, als Deutschland die schwerste Wirtschaftskriese der Nachkriegszeit erlebte, führte schließlich zum Anwerbestopp, um dem Zuzug von Arbeitskräften ein Ende zu bereiten.

Jedoch war damit das "Gastarbeiterproblem" nicht gelöst und führte zum eigentlichen Beginn des dauerhaften Daseins der Gastarbeiter, denn viele holten nun ihre Familien nach und richteten sich auf ein Leben in Deutschland ein.

Auch die Rückkehrprämie von 1982, die jedem, der Deutschland wieder verließe 10 000 DM versprach, nutzte wenig, denn oftmals waren die Anreize, die die Heimat bieten konnte, zu schwach. Aus den ehemaligen Gastarbeitern wurden Einwanderer in einem Land, das es ablehnte, ein Einwanderungsland zu sein. Die deutsche Nationalstaatsidee, eine ethnonationale Tradition, führte zur Blockade gegenüber der Vorstellung, dass die hier lebenden Ausländer zu Einwanderern werden konnten. Es herrschte nach wie vor die klassische Vorstellung " Deutscher kann man zwar sein, aber nicht werden".

Der Fall des "Eisernen Vorhangs", der dazu führte, dass Ende der 80er Jahre bis zu 400 000 Einwanderer pro Jahr nach Deutschland kamen, schürte nach und nach Ängste bei den Deutschen und wurde Nährboden für radikales Gedankengut. Rechtsradikale hatten immer stärkeren Zulauf, und der Hass auf alles Fremde entlud sich in gewalttätigen Aktionen gegen ausländische, meist muslimische Einwanderer.

Anschläge auf Einwanderer Anfang der 90er Jahre wie in Mölln oder Solingen waren traurige Höhepunkte fremdenfeindlicher Gewalt. Dadurch wurden die Deutschen endlich "wachgerüttelt". 1999 bekannte sich Deutschland erstmals als Einwanderungsland, dem es galt, eine bessere Integrationspolitik zu starten.

2000 wurde das Stattsangehörigkeitsrecht reformiert: Wessen Eltern mindestens acht Jahre in Deutschland lebten, erhielt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft und für Erwachsene galt, wer mindestens acht Jahre in Deutschland lebte und genug Deutschkenntnisse vorweisen konnte, durfte die Einbürgerung beantragen.

Das neue Zuwanderungsgesetz von 2005 enthielt gesetzliche Maßnahmen zur Integration der auf Dauer rechtmäßig in Deutschland lebenden Ausländer. Seither folgt die Integrationspolitik dem Grundsatz des „Förderns“ und „Forderns“ in Form von intensiven Sprachkursen und Kulturvermittlung in Integrationskursen.

Seit 2006 lädt die dt. Bundesregierung einmal jährlich zum "Integrationsgipfel" ein. Ein Jahr später entstand ein nachprüfbares Werk mit mehr als 400 Maßnahmen zur Integration: der Nationale Integrationsplan.

2008 sagte die Staatsministerin für Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer: „So viel Integration war nie in unserem Land und noch nie haben sich so viele Menschen dafür engagiert“.

"Es ist gut, wenn eine Gesellschaft sich über ein Problem bewusst geworden ist. Jetzt müssen die Bürger mit und ohne Migrationshintergrund aufeinander zugehen und die Probleme des jeweils Anderen verstehen lernen: Vielleicht wird dann aus voneinander getrennten Gruppen eine bunte Gemeinschaft, die ihre Unterschiedlichkeit akzeptiert und vielleicht sogar als Gewinn schätzen lernt."


Entwicklung vom Begriff "türkischer Gastarbeiter" zum "Islamisten"

Der Begriff "Gastarbeiter" hat ja schon etwas ironisches in sich. Wer lässt seine "Gäste" für sich arbeiten? Dennoch war diese Namensgebung zur Zeit der Anwerbeabkommen in aller Munde. Als "Gäste" sollten Arbeiter nach Deutschland kommen, jedoch nur für begrenzte Zeit bleiben. Dem entsprechend waren anfangs die Berührungspunkte zwischen Deutschen und Türken eher gering, und das Wissen über jene war laut einer Emnid-Umfrage 1973 nicht sehr groß: Auf die Frage, welche Assoziationen zum Stichwort "Türkei" entstünden, antworteten 23% Deutsche mit "Gastarbeiter", 17% mit "Urlaub und Sonne", 10% sagten "fremder Kulturkreis" und 1% assoziierte damit "anderer Glaube". Diese letzten 1% zeigen, dass damals die Religion keine große Rolle spielte und man anfänglich tolerant gegenüber Fremdgläubigen war.

In den Unternehmen sorgte man für die Einrichtung von Gebetsräumen und für Essen ohne Schweinefleisch, nach und nach wurden in Deutschland erste Moscheen gebaut. Der Islam wurde als "exotisch" nicht als bedrohlich wahrgenommen.

Mit der Sesshaftigkeit der Gastarbeiter wechselte der Begriff "Gastarbeiter" hin zum "Ausländer", der seit den 90er Jahren immer mehr fremdenfeindliche Züge annahm. Dies lässt sich auch unter Kindern beobachten, so die Mitarbeiterin des deutschen Jugendinstituts Dr. Christine Feil: „ […] Der Begriff ‚Ausländer‘ ist weder für ausländische noch für deutsche Kinder eine objektive Beschreibungskategorie, sondern bereits ein negatives Stereotyp. Es bedarf z.B. keiner weiteren Begründung, um ausländische Kinder vom Spiel auszuschließen, der Ausländerstatus allein genügt. Kinder verbinden mit dem Begriff ‚Ausländer‘ Ablehnung und Ausgrenzung.“

Nach der Wende zu einer bewussten Integrationspolitik wurde der politich korrekte Name "Menschen mit Migrationshintergrund" allgemein eingeführt, der gleichsam mehr Rechte beinhaltete.

Jedoch gab es ein Datum, welches das Leben der Türken in Deutschland maßgeblich veränderte: der 11. September 2001. Jetzt stand ihre Religion, der Islam, auch für eine neue Bedrohung: der Terrorismus. Meldungen über ausländische Parallellgesellschaften häuften sich seitdem: einfache Türken wurden abgestempelt als "Kopftuchträger", "Ehrenmörder" oder "Islamisten". Türken standen von nun an unter Generalverdacht, falsche Verallgemeinerungen über "die Türken" sind entstanden und münden bis heute in Form von jeglichen negativen Vorurteilen über Türken.

Islam und Christentum

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Kulturkonflikt - Warum stellt gerade die Integration der türkischen Migranten in die BRD eine so große Herausforderung dar?

Die Integration der türkischen Arbeiterfamilien in die Gesellschaft der Bundesrepublik verläuft konfliktreicher als bei anderen Ausländergruppen. Aber warum? Als Grund wird, schon in Studien aus dem Jahr 1976 und 1995, die große kulturelle und ethnische Distanz angegeben. Für den Integrationsprozess können, laut Hanns Thomä-Venske drei unterschiedliche, sich gegenseitig beeinflussende, Faktorenkombinationen unterschieden werden: Die Distanz der Herkunfts- und der Aufnahmegesellschaft. Je größer die religiöse und kulturelle Distanz desto größer ist das Konfliktpotential.

Als ein großes Problem wird für die erste Generation der Gastarbeiter der Kulturschock beschrieben. Der Wechsel vom Land in der Türkei in die Stadt in der BRD, sei ein Sprung vom Mittelalter in die heutige Zeit. Außerdem bestünden große Niveauunterschiede in den Bereichen Bildung und Kultur. Der Kulturkonflikt sei umso größer, wenn die Türken aus einer besonders konservativen und frommen Gegend kommen.

Eine weitere Faktorenkombination im Integrationsprozess ist die Integrationsbereitschaft der deutschen Gesellschaft. Der Rahmen, in welchem den Türken eine Integration in die deutsche Gesellschaft zugestanden wurde, wurde zu einem großen Teil durch die Ausländerpolitik festgelegt. Das Ökonomische Interesse und die an kurzfristigen Zielen orientierte, auf schnelle Gewinnmaximierung ausgerichtete Ausländerpolitik, haben die langfristigen sozialen Konsequenzen der Ausländerbeschäftigung nicht mit ins politische Kalkül gezogen.

Als dritte Faktorenkombination ist das Verhalten der Türken im Integrationsprozess zu nennen. Das Verhalten der Türken wirkt, wie auch umgekehrt, zurück auf das Verhalten der Deutschen. Als Anpassungsleistungen werden das Erlernen der Sprache und der Interaktionsform in Abhängigkeit vom Bildungs- und Ausbildungsniveau oder auch von der Zugehörigkeit zur ersten, zweiten oder dritten Einwanderergeneration genannt. Die Aufenthaltsdauer wurde dabei unterschiedlich bewertet. Sie kann also nur im Zusammenhang mit anderen Variablen als verhaltens- und einstellungsprägender Faktor angesehen werden. Entscheidend für das Verhalten der Türken sei vor allem die soziale Wirklichkeit, die sie vorfinden. Die Wahrnehmung, Interpretation und Bewertung der sozialen Wirklichkeit wird gesteuert durch kulturelle und religiöse Denkmuster, die bei den Türken in entscheidendem Maße vom Islam geprägt sind. Zudem wurde häufig in Konflikt mit der fremden Kultur eine religiöse Rückbesinnung, auch als Schutzinstitution für die eigene Identität beschrieben. Teilweise wird sogar von einer assimilationshemmenden Wirkung des Islams gesprochen. Auch heute noch, 50 Jahre nach den ersten Gastarbeitern, nach Wenden und Fortschritten in der Ausländerpolitik, hat das Thema Integration, besonders von türkischen Migranten und deren Glauben, nicht an Aktualität verloren.

Am 3.3.2012 sind auf der Welt-online Seite folgende Aussagen zu lesen: Menschen islamischen Glaubens gehörten natürlich zu diesem Land, sagt Innenminister Hans-Peter Friedrich. „Dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt“ Der Innenminister hatte also klargestellt, dass der Islam entgegen der Äußerungen des Bundespräsidenten, nicht zu Deutschland gehört. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP): "Der Islam gehört selbstverständlich zu Deutschland." Der bayerische SPD-Landesgruppenchef Martin Burkert forderte Friedrich auf, seine Aussage zurückzunehmen. "Aufgabe des Bundesinnenministers, der gleichzeitig auch Integrationsbeauftragter ist und die Islamkonferenz ausrichtet, ist es, zu integrieren und nicht auszugrenzen", sagte Burkert der „Mittelbayerischen Zeitung". Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU): "Unsere Position ist klar die von Friedrich. Wir haben in Deutschland eine Leitkultur, die nicht vom Islam geprägt ist." Der Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Wolfgang Bosbach (CDU): "Der Islam ist Teil der Realität in Deutschland, aber nicht Teil der Identität." CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt: "Der Bundesinnenminister hat völlig recht damit, dass der Islam nicht zu den Grundlagen unserer Kultur in Deutschland gehört. Es ist gut, dass Hans-Peter Friedrich damit den Wert unserer deutschen Leitkultur bei seiner Amtsübernahme so deutlich unterstrichen hat, und er hat dafür die volle Unterstützung der CSU." Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, kritisierte die Äußerung Friedrichs und warf dem neuen Minister Realitätsverweigerung vor. "Europa hat eine ganze Reihe von eindeutigen historischen Bezügen zum Islam und der islamischen Welt. Niemand kann das ernsthaft leugnen", sagte er den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. Die Muslime seien "hierzulande eine nicht mehr wegzudenkende gesellschaftliche Gruppe. Deswegen ist die Aussage des Bundespräsidenten mehr als richtig", unterstrich Mazyek. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte, der neue Innenminister offenbare ein "krudes Gesellschaftsverständnis", wenn er Menschen muslimischen Glaubens zugestehe, Teil Deutschlands zu sein und zugleich erkläre, der Islam sei es aus historischen Gründen nicht. Es sei "zumindest zweifelhaft", ob Friedrich bereit und in der Lage sei, den Dialog über die Integration des Islams unter dem Dach des Grundgesetzes glaubwürdig fortzuführen.

Offensichtlich spielt die Religion eine große Rolle!


Islam und Christentum: Zwei Weltreligionen prallen aufeinander

Religiöse Vielfalt enthält immer ein latentes Konfliktpotential, dessen Umfang und Form vor allem vom Verhältnis der Religionen untereinander abhängt. Die Spannungsfelder die dabei entstehen können, lassen sich folgendermaßen unterscheiden:

Alle großen Religionen verstehen sich als universell. Sie erheben den Anspruch, Antworten zu besitzen bzw. Wahrheiten zu verkünden, die für alle Menschen gültig sind. Dies schafft eine Konkurrenzsituation der Religionen. Die jeweils anderen Religionen empfinden dies als eine Bedrohung, auch der eigenen Kultur.

Ein zweiter Konfliktbereich ist das Verhältnis zwischen vorherrschender Religion und religiöser Minderheit.

Ein drittes Konfliktfeld schaffen die teils recht unterschiedlichen religiösen Normen, Verhaltensweisen und Bräuche, besonders wenn diese direkt das tägliche Zusammenleben und die politische Ordnung tangieren. Im Verhältnis zum Islam betrifft dies zum Beispiel das Kopftuch der Frauen, das Schächten, das Beerdigen ohne Sarg, das Zinsverbot, das Verbot von Schweinefleisch und Alkohol oder die Abstimmung der Schulferien mit dem islamischen Fastenmonat.

Betrachtet man die zwei Religionen inhaltlich etwas genauer ist zu erkennen, dass sich zwischen Islam und Christentum, oberflächlich betrachtet, einige Gemeinsamkeiten finden lassen. In den Aussagen über den Schöpfergott, das Jüngste Gericht, über das ewige Leben und den ewigen Tod finden wir Gemeinsamkeiten. Gestalten aus dem Alten Testament wie Adam, Noah, Abraham, Mose, Hiob, David und Jona begegnen uns im Koran. Selbst Jesus Christus und der Heilige Geist werden dort erwähnt. Jesus Christus wird im Koran sogar als "Wort Gottes", "Geist Gottes" und "Messias" bezeichnet.

Ähnliche Begriffe stehen jedoch nicht immer für gleiche Inhalte. Gerade an der Rolle Jesu Christi treten die wichtigsten Unterschiede zwischen Koran und Bibel zu Tage:

Während Jesus Christus nach biblischem Zeugnis nicht nur ein Prophet war, sondern Gottes einziger Sohn, lehnt der Koran diese Gottessohnschaft ab. Während nach alt- und neutestamentlicher Aussage das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz notwendig waren, um Erlösung für die unter die Erbsünde Verkauften zu erwirken, lehnt der Koran die Kreuzigung Jesu, aber auch die Erbsünde und Erlösungsbedürftigkeit des Menschen ab. Kreuzigung, Erlösung, Gottessohnschaft und Dreieinigkeit, Eckpfeiler biblischer Dogmatik, sind aus Sicht des Korans Verirrungen des Christentums, ja Gotteslästerung.

Nach dem Koran begehen Christen mit ihrem Glauben an die Dreieinigkeit (die nach dem Koran Vater, Sohn und Maria umfasst) die schlimmste Sünde überhaupt, die Sünde der Vielgötterei. Es gelangen nur diejenigen, die an Mohammed und den Koran als Wahrheit glauben, in das Paradies. Die Wahrheit der Bibel hingegen ist, dass nur diejenigen das ewige Leben erben werden, die an Jesus Christus als Sohn Gottes und sein stellvertretendes Opfer glauben.


Kritik am Islam aus Sicht der Christen

Die Glaubenspraxis der Muslime wird als gesetzesstarr, rückständig oder bestenfalls als befremdend empfunden. Außenstehenden und oft auch dem normalen Gläubigen fällt es schwer, zu unterscheiden, ob ein bestimmtes Verhalten den Forderungen einer Religion entspricht oder nur Ausdruck einer kulturellen oder regionalen Eigenart ist. Arabische Christen zeigen in ihrem Verhalten oft Übereinstimmung mit sogenannten "muslimischen" Eigenarten.

Das Verhalten bestimmter Gruppen von Muslimen im Nahen Osten (Hamas, Hizbollah, Muslimbrüder, Taliban) wird mit dem Islam als Ganzem gleichgesetzt. (Vgl.: Erscheinungsformen des Islams in Deutschland) Die Legitimation der Anwendung von Gewalt als Mittel zum Zweck öffne dem Missbrauch bis hin zum Terror der frommen Fundamentalisten Tür und Tor. Der Islam legitimiert Gewalt - aber nur als Antwort auf Gewalt.

Die Stellung und rechtliche Behandlung der Frau benachteilige, bevormunde und diskriminiere sie. Der Koran betont die Gleichwertigkeit der Geschlechter, stellt aber heraus, dass Frauen und Männer nicht gleichartig sind und entwickelt daraus für beide unterschiedlich gewichtete Pflichten und Verantwortungen.

Die Weigerung, moderne Interpretationsmethoden an die eigene Offenbarung anzulegen, lasse die islamische Theologie im Mittelalter verharren.


Kritik am Christentum aus Sicht der Muslime

Kritik am Christentum ist nicht immer nur Kritik an der Religion, sondern oft auch Kritik an der Praxis der säkularen Gesellschaft des Westens. Beides wird oft nicht sauber getrennt, sondern in eine Beziehung gesetzt. Denn auch die säkulare, westliche Gesellschaft gilt für viele Muslime als Frucht des Christentums und einer christlichen Gesellschaft.

Aber auch christliche "Abendländer" begehen den gleichen Fehler, wenn sie einen Vorgang der arabischen Welt, im Iran oder Afghanistan als symptomatisch für das Verhalten "des Islams" ansehen.

Für Muslime ist das Dreifaltigkeitsdogma nicht nur unverständlich, sondern schlicht Leugnung der Einheit Gottes durch "Schirk" (Beigesellung). Die orthodoxe und katholische Marien- und Heiligenverehrung ist dann nur eine Fortführung dieser Tendenz zur "Übertreibung". Während der Muslim sich auf die Einheit Gottes konzentriert und sich in sie versenken will, sieht er christliche Spiritualität als eine durch menschliche Gestalten, anthropomorphe Bilder und Symbole gefangen genommene.

Dem Islam als "Religion der Mitte" erscheint christliche Glaubenspraxis einerseits rigoristisch andererseits zu liberal. Während Mönchtum und Zölibat in den orthodoxen und katholischen Kirchen als ungesunde Abkehr von der Welt bewertet wird, ist eine Glaubenspraxis, die sich im sonntäglichen Kirchenbesuch zu erschöpfen scheint und dem Individuum im Alltag keine Leitung zu geben scheint, für Muslime schlicht unglaubwürdig. Für Muslime sind Gebote und Richtlinien - auch und gerade im Alltag - notwendig und hilfreich, besonders dann, wenn sie pragmatisch und situationsabhängig und nicht starr gehandhabt werden können. Für das, was Christen als "Freiheit" vom Joch des Gesetzes sehen, haben Muslime so überhaupt kein Verständnis.

Dem Christentum wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart eine aggressive Missionstätigkeit vorgeworfen, die dem Islam völlig fremd ist. Dabei habe heute der Säkularismus und Globalismus das Christentum abgelöst.

So sei dann auch die Diskussion um die Menschenrechte nur ein Versuch, sich über alle kulturellen, religiösen und regionalen Besonderheiten hinwegzusetzen und in der Dritten Welt und besonders in den muslimischen Ländern eine westlich orientierte Hegemonie der Werte einzuführen. In dieser Argumentation fügen sich so Kreuzzüge, Kolonialismus, Materialismus und Globalisierung aneinander als Versuche, sich die Welt der Muslime untertan zu machen. Demgegenüber wäre die islamische Gesellschaft der Vergangenheit schon immer eine multikulturelle und "durchlässige" Gesellschaft gewesen, in der jede Gruppe ihre kulturelle und religiöse Eigenart bewahren konnte.

Der westlichen Welt wird hemmungsloser Materialismus, Vergötzung des Konsums und Verfall aller moralischen Werte und des Familienlebens vorgeworfen. Auslöser für diese Entwicklung sei ein Christentum gewesen, das sich der Verantwortung für die Welt in die Innerlichkeit entzogen hätte. Demgegenüber habe der Islam nie seine Aufgabe geleugnet, sich regelnd in das soziale Leben einzumischen und hier Verantwortung zu übernehmen. Dass die postmoderne, offene und säkulare Gesellschaft aber auch Chancen und Optionen birgt, die es wahrzunehmen gilt, oder dass bestimmte Erscheinungen auch von christlicher Seite kritisch aufgegriffen werden, wird oft nicht gesehen

Wichtig beim Vergleich der beiden Religionen ist natürlich auch deren Sichtweise und Umgang mit der Religionsfreiheit. Das Recht der Religionsfreiheit ist aber nicht ohne weiteres aus religiösen Quellen wie Bibel oder Koran abzuleiten. Im Christentum sind beim Zweiten Vatikanischen Konzil die „Erklärung über die Religionsfreiheit und die „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ entstanden. Diese Aneignung der Menschenrechte im Christentum bleibt nicht nur äußerlich, denn sie sind auch religiös begründet.

In einer Reihe von islamischen Ländern stehen Konversion bzw. Apostasie noch immer unter Todesstrafe. Auch jede Form von Mission sei verboten. (Der Islam nehme aber diese Rechte für sich in Anspruch.) Theorie und Praxis klaffen häufig bezüglich der Religionsfreiheit auseinander. Der Islamologe Richard Gramlich stellt anlässlich eines Symposiums zum Thema „ Wie tolerant ist der Islam?“ fest: „Nun muss man hier allerdings auch die Praxis berücksichtigen; denn der Islam hat sich in der Geschichte normalerweise toleranter gezeigt, als er seinem Selbstverständnis nach eigentlich sein dürfte. Das Christentum andererseits hat sich als weniger tolerant erwiesen, als es vom jesuanischen Hauptgebot der Liebe sein müsste.“ Was die Gegenwart angeht, so gibt es ohne Zweifel sowohl von christlicher wie islamischer Seite Intoleranz. Allerdings muss man hier verschiedene Formen unterscheiden. Sie reicht von einer alltäglichen Intoleranz im persönlichen oder Gruppenverhalten über institutionelle Diskriminierung bis hin zu extremen staatlichen Repressionen.

Generell wird man feststellen können, dass es sich Seitens der Christen in der Regel eher um private Formen der Intoleranz handelt, etwa die Behinderung des Baus einer Moschee, während in einer Reihe islamischer Länder die Religionsfreiheit systematisch institutionell einschränkt, etwa durch Gesetze , welche selbst die private Feier von Gottesdiensten untersagt, ganz zu schweigen von der Androhung der Todesstrafe im Fall von Religionswechsel.

Die Öffnung zum Fremden ist eine Bedingung des christlichen Glaubens und Handelns. Zwei wichtige Aufträge der Christen sind Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. In Deutschland, mit 69,4% Christen ein weitgehend christlich geprägtes Land, gibt es massive Blockaden in Mentalität und Klima, die alle in irgendeiner Form davon ausgehen, dass der Deutsche in Deutschland immer mehr Rechte hat als Andere und Fremde: mehr Recht auf Arbeit, zum Wohlstand, zur Einheit der Familie, zur Inanspruchnahme von Bürgerrechten und Sozialleistungen, letztlich zum Leben. Genau hier aber liegen die Wurzeln von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Ottmar Fuchs ruft auf zu christlichem Handeln: „Wenn an der Basis christlicher Gemeinden der Umgang der Christen mit den Fremden vor ihrer eigenen Haustüre und ihrem eigenen Land […] aufgebaut wird, dann wächst die kommunikative Kraft des ganzen Christenvolkes zum diakonalen und respektvollen Umgang mit konkreten Fremden im sozialen und politischen Alltag.“ Er sieht es als eine Aufgabe der Christen, die universelle Menschenwürde und die Gotteskundschaft aller zu vertreten, Begegnungen zu schaffen und sich dem Fremden zu öffnen.


Erscheinungsformen des Islams in Deutschland

Laut Statistik lebten Anfang des 20. Jahrhundert (1924) 3000 Muslime in Deutschland, davon waren 260-300 deutschstämmig. Diese kleine Zahl Muslime verfügte über beachtliche Organisationen. Die hier lebenden Muslime waren meistens Kaufleute, Akademiker, Forscher und Schriftsteller. Für die breite Masse der Bevölkerung waren sie Exoten, die man aus 1001 Nacht-Geschichten kannte. Sie hatten zwar eine andere Religion, aber sie stellten keine Bedrohung für die hiesige Gesellschaft dar.

Dieses Bild änderte sich nach dem 2. Weltkrieg, als zum Aufbau des zerstörten Nachkriegsdeutschlands die ersten „Gastarbeiter“ auch aus der islamisch geprägten Türkei geholt wurden. Der Islam in Deutschland entwickelte sich erst im Zuge der Gastarbeiteranwerbung in den 60er Jahren.

Seit Mitte der 1960er Jahren hat sich der „Ausländerislam“ in Deutschland etabliert. Vor allem türkische Muslime gründeten Vereine zur Pflege ihrer Kultur und ihrer Religion aber auch aus politischen Gründen. Viele der jungen türkischen Muslime haben Identitätskrisen, sie fühlen sich dadurch verstärkt zum Islam als Grundlage der Identitätsfindung hingezogen. Hinzu kommt die psychologische Situation eines dauerhaften Lebens als kulturelle und religiöse Minderheit in der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft, die eine Hinwendung zum Islam in der Bundesrepublik attraktiv erscheinen lässt.

Die türkischen Migranten sind zu 98% Muslime , wobei ca. 30% davon zur konfessionellen Minderheit der Aleviten gehören, während die Mehrheit als sunnitische Muslime überwiegend der hanafitischen Rechtsschule zuzurechnen sind. Unter der sunnitischen Mehrheit gibt es verschiedene Ausrichtungen je nach Grad der Religiosität oder Laizität der einzelnen Türken. Nichtsdestotrotz sind nur ca. 15 bis 30% der Muslime in Deutschland "organisiert", d.h. haben sich in Moscheevereinen, Föderationen und Verbänden zusammengeschlossen. Von den ca. 3 Millionen Muslimen, die zur Zeit in Deutschland leben, werden in Zukunft mehr und mehr Staatsbürger dieses Landes sein, wobei schon heute ca. 250 000 deutschstämmige Muslime in Deutschland gezählt werden. Sie sind Bürger dieses Landes und gemäß den Bestimmungen der Verfassung sind sie berechtigt nach ihrem Glauben zu leben.

Institutionalisierung und Organisierung des Islam haben von Beginn der achtziger Jahre an stark zugenommen und unterlagen zugleich einem stetigen Wandel. Der Weg führte von den "klassischen" Ausländervereinen und "Hinterhofmoscheen" zu einem Netzwerk von Moscheevereinen und islamischen Verbänden, die gegenüber ihrer Klientel und der deutschen Mehrheitsgesellschaft deutlich an Gewicht gewonnen haben. Sie erheben den Anspruch, Muslimen ein "ganzheitliches" Dienstleistungsangebot bereit zu stellen: Religiöse, soziale, kulturelle Beratung und Betreuung, Organisation von Freizeitaktivitäten (z.B. auch Sportvereine), Rechtshilfe, Bildung, Ausbildung von theologischem Fach- und Führungspersonal, Mission und politische Interessenvertretung.

Mit dem Willen zum Dialog und zur Integration ist auch die Bereitschaft zur Organisation und Vernetzung der Muslime und die Nutzung der modernen Medien gewachsen.

Die wichtigsten Organisationen sind folgende: Die “Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)“. 1984 gegründet hat sie heute 860 Moscheevereine und 130.000 Mitglieder.

Die Föderation der Alevitengemeinden in Deutschland (AABF) mit 95 Mitgliedsvereinen und ca. 30.000 Mitglieder. Sie wurde 1995 gegründet und vertritt als ethnischen Schwerpunkt hauptsächlich Kurden und Türken.

Eine weiter große Organisation ist der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Er versteht sich als Diskussions- und Handlungsebene seiner Mitglieder und nimmt die Aufgabe eines Dialog - und Ansprechpartners für den deutschen Staat, die Verwaltung und anderen Gruppen der Gesellschaft wahr. Er will die gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder vor den Behörden vertreten und ihre Rechte, die ihnen als Religionsgemeinschaft zustehen, in ihrem Namen verlangen.

1985 wurde der Islamrat gegründet, außerdem der „Verband Islamischer Kulturzentren (VIKZ)“ im Jahr 1973 als "Islamisches Kulturzentrum Köln, e.V." gegründet, seit 1980 VIKZ Hierbei handelt es sich um eine Sufististische ("mystische") Bewegung (Süley-mancilar) mit rund 100.000 Vereins- und Gemeindemitgliedern.

Zuletzt ist die 1976 gegründete Islamische Gemeinschaft "Milli Görüs" (IGMG) zu nennen.

Begriffliche Erklärungen

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Vorurteile

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Die Angst vor dem Fremden

Mit der Angst vor dem Fremden waren viele Deutsche in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts konfrontiert, als die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Die Gastarbeiter wurden als andersartig und fremd aussehend wahrgenommen.

Wir können es nicht ertragen wenn jemand anders aussieht, nicht von vornherein zu uns gehört. Das Fremde wird oft abgelehnt. Die daraus entstehende Angst drückt sich in einer Abwehrhaltung gegenüber eventueller Konkurrenz aus. Ein Stück Nationalbewusstsein steckt insoweit darin, als man sich besser oder berechtigter fühlt, weil man, wie in unserem Fall, in Deutschland geboren ist. Das Fremde wirkt bedrohlich.

In Bezug auf die türkischen Gastarbeiter in Deutschland kam die Angst der Deutschen um den Arbeitsplatz dazu. Die Überfremdungsangst, Sorge, dass die eigenen Kinder in der Schule nicht genug lernen, weil deren Lehrer sich mit den anderen abmühen muss, die der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind.

Dies äußert sich laut Lieselotte Funcke* nicht immer nur in Ausgrenzung im strengen Sinn, aber durch Separierung, man lasse den anderen fühlen, dass man ein bisschen besser sei als er.


*Lieselotte Funcke, FDP-Politikerin, Bundesausländerbeauftragte von 1981 bis 1991 in „Ausländer, Aussiedler, Übersiedler- Fremdenfeindlichkeit in der BRD“ von Günther Gugel


Warum wird das „Fremde“ als Bedrohung erlebt?

Neben der äußeren Verunsicherung und Bedrohung durch „die Ausländer“ (sozialer Neid durch Inanspruchnahme von Sozialleistungen, soziale Konkurrenz auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt), die als Ursache für soziale und ökonomische Krisen ausgemacht wurden, gibt es eine innere Verunsicherung und Bedrohung.

Die eigene Identität, das eigene Streben nach Sicherheit, die eigenen Lebensweisen und Gewohnheiten werden durch die bloße Existenz von „Fremden“ mit anderen Gewohnheiten, Lebensweisen, Anschauungen, Gebräuchen derart in Frage gestellt, dass sie bereits als Angriff auf die eigene Person empfunden wird.

Als Schutzmechanismus, um die eigene Person zu bewahren, wird das „Fremde“ als minderwertig, nicht anerkennenswert gesehen.

Der nächste Schritt ist die Rationalisierung dieses Gefühls: Das „Eigene“ wird als höherwertig eingestuft, das „Fremde“ als minderwertig.

So vollzieht sich eine Abwehrhaltung, die der Bekämpfung des als Bedrohung empfundenen Minderwertigen vorausgeht. Rationale Argumentation, Aufklärung oder Information hilft hier oft nicht weiter. Denn so tief wie die Infragestellung der eigenen Person erlebt wird, genauso tief ist die Abwehrhaltung verankert.


Fremdenangst - sozialpsychologischer Aspekt

Das Bild dessen, was uns fremd ist, entsteht schon sehr früh, fast gleichzeitig mit dem Bild dessen, was uns vertraut ist, der Mutter. In seiner primitiven Form ist das Fremde die Nicht-Mutter, und die bedrohliche Abwesenheit der Mutter lässt Angst aufkommen.

Angst wird immer, mehr oder weniger, mit dem Fremden assoziiert bleiben, und es bedarf stets einer Überwindung der Angst, um sich dem Fremden zuzuwenden. Die Kraft zur Überwindung der Angst stammt aus der Faszination, die das Fremde ausübt.

Zur Abwehrhaltung gegenüber den Türken, und vor allem dem Islam in Deutschland, trägt zum einen die Fremdenangst bei, zu einem wesentlichen Teil aber auch schlicht Vorurteile. Wie diese entstehen möchten wir nun erläutern. Zahlreiche Vorurteile werden später in Punkt 6 genannt.


Die psychologischen Mechanismen des Vorurteils

Verdrängung: Der Vorgang, durch den wir vergessen, was wir nicht wahrhaben wollen weil es unser Selbstgefühl stört. Man erspart sich dadurch unbewusst die Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten sich in einem Problem bewusst zu entscheiden. Tatsachen können auf Grund einer Denkersparnis beim Schachteldenken“ leiden.

Projektion: Der Psychische Prozess der Verlagerung eigener Unzulänglichkeiten und Schwächen auf andere. Die eigenen Fehler werden stellvertretend am andern bekämpft.

Rationalisierung: unbewusste Scheinanpassung an die gängigen Normen durch Bemäntelung des eigenen Tuns. Die Beweggründe des eigenen Handelns werden zurechtgebogen um das Gewissen zu beruhigen.


Funktion von Vorurteilen

Eine erste Funktion die zu nennen ist, ist die Ordnungsfunktion.

Ein weiteres Beispiel ist die Denkersparnis oder die „geistige Schublade“.

Außerdem die Stabilisierungsfunktion die zur Erhöhung des eigenen Selbstwertgefühls und des Gruppenzusammengehörigkeitsgefühls führt.

Weitere Funktionen sind die Angstabwehr sowie die Aggressionsabfuhr.

Vorurteile können auch zur Manipulation (politisch und wirtschaftlich) genutzt werden. Außerdem zur Anpassung an herrschende Gruppen und Gruppenmeinungen.

Manifestation kultureller Unterschiede auf Gesellschaftlicher Ebene - Kulturkategorien

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Hofstede verbindet Kultur mit einer „mentalen Software“: Kultur ist die “kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.“ Jeder Mensch trägt in seinem Innern Muster des Denkens, Fühlens und potentiellen Handels. Die Quellen unserer „mentalen Programme“, liegen im sozialen Umfeld, in dem wir aufwachsen und unsere Lebenserfahrungen sammeln. Der Großteil davon wird in der frühen Kindheit erworben.


Die Kulturdimensionen von Geert Hofstede sind ein Analyseinstrument, um einen gruppenbezogenen „kulturellen Überblick“ zu gewinnen. Folgende fünf Dimensionen sind Aspekte einer Kultur, welche sich im Verhältnis zu anderen messen und vergleichen lassen:

Machtdistanz: Akzeptanz der Machtstruktur

Kollektivismus vs. Individualismus

Maskulinität vs. Feminität Akzeptiert die Gesellschaft gewisse Rollenverteilungen?

Unsicherheitsvermeidung

Langzeitorientierung vs. Kurzzeitorientierung


In der Türkischen Kultur herrscht eine eher große Machtdistanz vor, in Deutschland hingegen eine geringe. Dementsprechend handelt es sich bei der türkischen Kultur um eine eher kollektivistisch geprägte und bei der deutschen um eine individualistische Kulturgemeinschaft.

Unterschiede zwischen Kollektivistischen und Individualistischen Gesellschaften werden in den verschiedensten Bereichen des alltäglichen Lebens deutlich:

In Norm und Familie sowie in Sprache, Persönlichkeit und Verhalten. In der kollektivistischen Gesellschaft wird vor allem High- context- Kommunikation betrieben, in der individualistischen Gesellschaft Low-context. Die zukünftige Ehefrau soll jung, fleißig und keusch sein; zukünftige Ehemänner sollen älter sein, in der individualistischen Gesellschaft hingegen sind die Kriterien zur Wahl eines Ehepartners nicht vorherbestimmt.

In Kollektivistisch geprägten Kulturkreisen werden Menschen in Großfamilien oder andere Wir- Gruppen hineingeboren, die sich später noch beschützen und die im Gegenzug Treue erhalten und die Kinder lernen in der „Wir“ – Form zu denken, sogar der Gebrauch des Wortes „Ich“ wird vermieden. In individualistischen Kulturkreisen wächst jeder mit dem Bewusstsein auf, sich nur um sich und seine Unmittelbare (Kern-) Familie kümmern zu müssen und die Kinder lernen in der „Ich“- Form zu denken, hier wird der Gebrauch des Wortes „Ich“ sogar gefördert.

In all diesen Bereichen können im Alltag so genannte „Hot–spots“ entstehen. Situationen in denen Kulturen aufeinander prallen und Missverständnisse entstehen können.

In der kollektivistischen Gesellschaft sollte stets die Harmonie gewahrt und direkte Auseinandersetzung vermieden werden, wo hingegen in der individualistischen Gesellschaft zu sagen was man denkt, ein charakteristisches Merkmal eines ehrlichen Menschen darstellt.

Individuelle Identität und kollektive Identität

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Individuelle Identität

Um den Begriff Identität zu definieren, kann man die Frage "Wer bin ich" stellen. Sie bezieht sich auf das spezifische Selbst- und Weltverhältnis von Individuen, beschreibt also deren Selbstbild und Selbstgefühl und bringt gleichermaßen deren Unverwechselbarkeit und Wiedererkennbarkeit zum Ausdruck. Identität ist nicht von Grund auf vorhanden, sondern bildet sich eher reflexiv, im Laufe eines Prozesses in sozialen Beziehungen. Die eigene Identität wird dabei immer durch die Abgrenzung vom Anderen, Fremden definiert. D.h. wenn ich als ein Identitätsmerkmal angebe, dass ich "Deutscher" bin, gebe ich dadurch immer auch gleichzeitig zum Ausdruck, dass ich z.B. nicht "Türke, Italiener oder Russe" bin. Dabei muss man beachten, dass die Abgrenzung zum Fremden nicht zur Neigung wird, alles Differente abzulehnen. Vielmehr erlangt man erst durch ein gefestigtes Selbstbild eine Identität, die offen für das Andere, Fremde ist, weil man keine Angst davor hat, das Eigene dadurch zu gefährden.


Kollektive Identität

Analog zur individuellen Identität lässt sich nun die Frage "Wer sind wir" stellen, und die Antwort darauf wäre z.B. "Wir Deutsche, wir Europäer etc". Ein Kollektiv bildet sich immer durch eine Übereinstimmung in Vorstellungen, Erfahrungen, Sprache usw. Die deutsche Sprache ist also für die deutsche kollektive Identität ein Merkmal. Sie beinhaltet eine generations- bzw. epochenübergreifende Existenz einer Gesellschaft und legt fest, wie sich eine Gesellschaft gegen ihre natürliche soziale Umgebung abgrenzt. Die deutsche Gesellschaft befindet sich im Moment in einem starken demographischen Wandel. Die Art der Existenz der Gesellschaft vor 40 Jahren ist nicht mehr dieselbe wie die heutige. Aller Mitglieder eines Kollektivs ist ein gemeinsamer normativer Kern inne, dessen Gefährdung oder Zerstörung als Bedrohung der eigenen Identität empfunden wird. Gibt es in Deutschland diesen gemeinsamer normativen Kern noch? Verändert sich dieser Kern nur oder ist er gar in Gefahr?

Ethnozentrismus

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Mit Ethnozentrismus ist die Neigung gemeint, generell feindselig gegenüber Menschen mit anderer Gruppenzugehörigkeit zu sein. Dabei gilt die eigene Gruppe mit deren Einstellungen, Werten, Normen etc. als Maß aller Dinge und wird somit zur Bewertungsgrundlage. Treffen zwei unterschiedliche Kulturen, wie in diesem Fall Deutschland und die Türkei aufeinander, kommt es daher oft zu Konflikten zwischen deren Vertretern. Ein Türke in Deutschland mag allein durch sein anderes Aussehen "fremdartig" auffallen, dazu kommen die Sprache und natürlich unterschiedliche Verhaltensweisen und Einstellungen. Der Deutsche, der zudem in Überzahl ist, wertet also den Türken als "fremd" ab, attribuiert ihm automatisch negative Eigenschaften. Gleichzeitig wertet er seine eigene Nationalität auf und legt in seinen Augen das "deutsch sein" in all seinen Facetten als Richtschnur fest. Man könnte anders auch sagen, die Welt wird durch einen "Filter der eigenen Kultur" betrachtet. Ausschlaggebend dafür ist ein Fehlen von Sensibilität für andere Kulturen bzw. ein Mangel an Wahrnehmungsfähigkeit für Vielfalt. Grundlage für eine erfolgreiche Konversation zweier Kulturen ist also, dass man sich der eigenen "Kulturellen Brille", mit der man andere Kulturen betrachtet und bewertet, bewusst wird und diese bestenfalls ablegt.


Das Ingroup- Outgroup- Phänomen

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Die Gruppe bildet eine Mehrzahl von Menschen, die durch soziale Kontakte (gemeinsame Wertorientierungen, Interessen, Ziele und Ähnliches) zeitlich relativ beständig miteinander verbunden sind, sodass sie eine soziale Einheit bilden.

Jeder Zugehörige ist in seinem Verhalten durch bestimmte Normen festgelegt. Die Einhaltung dieser Normen unterliegt einer sozialen Kontrolle mit positiven und negativen Sanktionen. Entscheidend für die Gruppe ist ferner das Zusammengehörigkeitsgefühl ihrer Mitglieder als Gruppenbewusstsein, das sich in Solidarität der Eigengruppe gegenüber Fremdgruppen äußert.

Die Ingroup ist eine soziale Gruppe, deren Mitglieder sich dieser bewusst zugehörig fühlen und durch sie in ihren Wertorientierungen, Anspruchshaltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen nachhaltig beeinflusst oder sogar geprägt werden.

Als Outgroup wird eine bestimmte Menge von Personen (soziale Gruppe)bezeichnet, zu der man nicht gehört. In der Regel werden diese der Fremdgruppe angehörenden Personen als negative, auf Ablehnung stoßende gesehen, oder es werden positiven Sympathien und zum Teil auch dem Wunsch zur eigene Zugehörigkeit geweckt.

kurz gefasst: Die Ingroup ist diejenige, mit der man sich identifiziert. Die Outgroup ist diejenige, von der man sich abgrenzt.

Während wir zum Beispiel bezüglich der Eigengruppe bei Straftaten nach Alter, sozialer Schicht, Deliktarten, belasteten Stadtteilen usw. unterscheiden, differenzieren wir bei der so genannten Ausländerkriminalität nicht, sondern tendieren dazu, Ausländer generell für krimineller zu halten. Je mehr sich die Mitglieder mit der Ingroup identifizieren, umso größer wird die Aggression gegenüber der Outgroup. Die Ingroup- Mitglieder schreiben sich selber nur gute Eigenschaften zu und der Outgroup schlechte. Schlechte Schulleistungen von Einwanderern werden zum Beispiel nicht ungünstigen sozialen und familiären Verhältnissen der Kinder zugerechnet, sondern gelten als Zeichen für niedrigere Intelligenz und Faulheit. Bei den einheimischen Kindern sucht man zur Erklärung nach äußeren Einflüssen, die eine bessere Schulleistung verhindern. Siehe auch Attributionstheorie. Die Spannungen, die innerhalb einer Gruppe auftreten können, werden um Interesse eines guten Zusammenhaltes auf die Outgroup abgeleitet.

Attributionstheorie: Die Schwierigkeit andere richtig einzuschätzen

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Versucht man das Verhalten anderer Menschen zu erklären, ist man tendenziell dazu geneigt, dieses auf stabile Persönlichkeitsdispositionen zurückzuführen, als aus der Situation heraus Schluss zu folgern. Sozialpsychologisch wird diese Tendenz "fundamentaler Attributionsfehler" genannt. Es werden also äußere Faktoren oder situative Einflüsse eher unterschätzt, dafür aber das jeweilige Verhalten einer Person überbewertet. Dabei übersieht man, dass es gerade oft die Umwelt ist, die einen Menschen dazu bringt, sich in einer bestimmten Art und Weise zu verhalten.

Zwischen zwei Kulturen, die einander fremd sind, ist die Schwierigkeit sich gegenseitig richtig einzuschätzen noch größer. Oft fehlt schlichtweg das Wissen übereinander. Nehmen wir als Beispiel die türkische Frau mit Kopftuch. Wir nehmen eine "verschleierte" Frau wahr, die sich von der Masse abhebt, anders ist als der Rest. Automatisch werden Assoziationen in uns geweckt wie "türkische Frauen lassen sich unterdrücken" oder "sie haben etwas zu verheimlichen". Wir verbinden also mit dieser Person, die uns völlig unbekannt ist, von Grund auf etwas Negatives, schreiben ihr automatisch schlechtere Charakterzüge zu. Dabei geht die Frage unter, warum diese Frau überhaupt ein Kopftuch trägt und ob sie es vielleicht sogar freiwillig macht, aber das ist anscheinend in diesem Moment "uninteressant", es zählt nur das "Sichtbare". Die Courage in die Tiefe zu gehen, sich für den Menschen unter dem Kopftuch ernsthaft zu interessieren, haben in solch einer Situation wahrscheinlich die wenigsten.

Das Problem dieser Urteilsfehler ist, dass sie uns nicht bewusst sind. Wir gehen generell davon aus, dass unsere Einschätzungen im Bezug auf andere mehr oder weniger zutreffend sind. Hierbei kann es aber eben schnell zu Fehleinschätzungen und falschen Vorurteilen kommen, die einer erfolgreiche Kommunikation oder Interaktion im Weg stehen.


Entwicklung der Fremdenfeindlichkeit

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"Deutscher kann man sein, aber nicht werden." Dies war lange Zeit ein weit verbreiteter Satz im Bezug auf alles Fremde, was in Deutschland eine Heimat finden wollte oder bereits gefunden hatte.

Diese Haltung wurde schon zu Beginn der ersten Gastarbeiter-Ankömmlinge klar ersichtlich. So zeigte man den neuen Arbeitskräften in ihren ersten Stunden ihrer Ankunft z.B. lehrreiche Lernvideos mit dem Titel "Ich bin fremd hier", um die Position in deren neuen "Heimat auf Zeit" sogleich festzulegen.

In ersten Befragungen wurde bereits eine gähnende Ablehnung in der deutschen Bevölkerung ausgemacht. So antworteten in einer Emnid-Umfrage von 1965 51% mit "dagegen" auf die Frage, was man davon halte, dass Ausländer als Gastarbeiter in die BRD geholt würden. Nur 27% waren dafür, der Rest enthielt sich.

Auch die gespannte Situation an den Arbeitsplätzen war deutlich. Zwar war anfangs das Interesse der Deutschen an ihren neuen Kollegen -von Neugier geweckt- noch groß, doch nach kurzer Zeit traten erste Probleme auf: Den neuen Fremden wurde Geiz nachgesagt, weil sie nicht bereit waren am Arbeitsplatz einen Einstand zu geben und Bier zu spendieren. Laut eines Spiegelberichts von 1964 dauerte es nicht lang, als "[...] 'eine Periode der Neckereien' begann: Den Griechen sagte man, dass sie dreckig seien, den Türken, dass sie zu Hause faulenzen und ihren Harem arbeiten ließen, und den Italienern, dass sie schlechte Soldaten seien. Die Südländer zischelten dann zurück, die Deutschen fingen alle Kriege an, könnten aber keinen gewinnen." Schnell entstanden abwertende Wörter wie "Spaghettifresser" oder "Kameltreiber" und wurden zum gängigen Vokabular am Arbeitsplatz. Als Gegenwehr wurde den deutschen Kollegen immer wieder vorgeworfen, ein "Land der Unteroffiziere" zu sein, die ihre Gegner in Konzentrationslager gesperrt hatten.

Des Weiteren heißt es in dem Spiegelbericht: "[...] Danach kann man von Beziehungen nicht mehr sprechen. Es gibt keine offenen Feindschaften, aber auch keine Freundschaften. Man arbeitet zusammen - aber in der Kantine sitzt man getrennt." Zehn Jahre später, im Jahr 1973 wurde in einer Emnid-Umfrage zum Thema "Welche Gruppe der Gastarbeiter ist Ihnen besonders unsympathisch?" deutlich, dass Italiener mit 15% und direkt nachfolgend Türken mit 14% am meisten auf Abstoßung in der deutschen Bevölkerung trafen.

Die Ablehnung vor dem Fremden bzw. die daraus resultierende Fremdenfeindlichkeit war geschürt durch die immer größer werdende Zahl der Zuwanderer, wobei die Deutschen am liebsten unter sich bleiben wollten. Waren es am Beispiel der Türken im Jahre 1961 noch 7000 Menschen, die nach Deutschland kamen, wuchs die Zahl innerhalb von zehn Jahren auf 650 000 im Jahre 1971. 1973 griff erstmals die Hysterie um sich: "Ghettos in Deutschland: 1 Million Türken" lautete ein Spiegeltitel aus diesem Jahr. Genau zu dieser Zeit durchlebte Deutschland die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Daher wunderte es nicht, dass der Konkurrenzgedanke der deutschen Arbeiter immer mehr anstieg.

Dazu kamen regelmäßige Schreckensmeldungen in Boulevardzeitungen wie "Türke sticht zu" oder ähnliches, die den Hass auf alles Fremde festigten.

Jedoch kann eine andauernde Veränderung der Einstellung zum Fremden festgestellt werden: Die Entwicklung der Fremdenfeindlichkeit bis heute lässt sich anhand der ALLBUS-Daten² aufzeigen, durch die seit 1980 in der Regel alle zwei Jahre Daten über Einstellungen, Verhaltensweisen und Sozialstruktur der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland erhoben werden. Es wurden dazu Fragen zur Einstellung gegenüber Gastarbeitern, die sog. "Gastarbeiter-Items" verwendet: Bezüglich Integration bzw. "Assimilation" stimmten im Jahre 1980 noch 66% mit "ja" auf die Frage " Die Gastarbeiter bzw. die in Deutschland lebenden Ausländer sollten ihren Lebensstil ein bisschen besser an den der Deutschen anpassen", so sprachen laut den aktuellsten ALLBUS-Erhebungen von 2010 nur noch 2,5 % der Deutschen ihre volle Zustimmung aus.

Auch die Einstellung zum Konkurrenzdenken auf dem Arbeitsmarkt zeigt eine genaue Entwicklung: Auf die Frage "Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die Gastarbeiter bzw. die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken" bejahten 1980 noch 53% Deutsche, 2010 nur noch 7%.

Der Frage "Die Gastarbeiter sollten sich ihre Ehepartner unter ihren eigenen Landsleuten auswählen" gaben 1980 44% der Deutschen ihre volle Zustimmung, im Jahre 2010 ist mit nur noch 5% Zustimmung eine immer größer werdende Akzeptanz sichtbar.

Anhand der ALLBUS-Erhebungen lässt sich somit ein stetig wachsendes Verständnis bzw. eine Normalität der Anwesenheit von "Fremden" erspüren, was nicht zuletzt durch zähe Integrationsdebatten im Laufe der letzten zehn Jahre erreicht wurde.

Diese Entwicklung zum positiven Umgang miteinander wird in einer weiteren ALLBUS-Erhebung von 2010 deutlich: Auf die Frage, ob man im Freundeskreis Kontakte zu in Deutschland lebenden Ausländern habe, stimmten 49% der Deutschen mit "ja" ab, bezüglich der Frage über Kontakte in der eigenen Familie sind es immerhin schon 23%.

Dieser positive Trend wird im Laufe des Jahres 2010 aber plötzlich auf die Probe gestellt, als das umstrittene SPD-Mitglied Thilo Sarrazin mit seinen Worten "Deutschland schafft sich ab" eine neue Integrationsdebatte ins Leben ruft. Sarrazin behauptet in seiner These, Muslime würden sich schlechter als andere integrieren, öfter Hartz IV beziehen und häufiger straftätig sein. Seine Botschaft: die muslimische Zuwanderung müsse gestoppt werden.

Das Thema Integration wird zum Streitfall, polarisiert und lässt eine negative Stimmung entstehen: Nach Ansicht des Migrationsforschers Klaus Bade habe sich die von Sarrazin angestoßene Debatte negativ auf die Stimmung der Einwanderer wie auch auf den Optimismus hinsichtlich Integration in der deutschen Bevölkerung ausgewirkt. So behauptete der Migrationsforscher, die Attraktivität Deutschlands nach außen habe durch die Äußerungen Sarrazins gelitten. In Umfragen sei zudem ein eklatanter Vertrauensverlust gegenüber Einwanderern zu diagnostizieren.

Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen aus dem Jahre 2011zeigt diese veränderte Sicht in der Bevölkerung. Auf die Frage "Halten Sie die Integration der türkischen Gastarbeiter für gelungen?" antworteten 55% mit "nein", nur noch 36% stimmten zu. Und auf die Frage "Wer ist Ihrer Meinung nach Schuld an der gescheiterten Integration?" stimmten 41% auf "Gastarbeiter" und nur 8% auf "Deutsche".


²Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS), nationales Datengenerierungsprogramm für die gesellschaftliche Dauerbeobachtung in der Bundesrepublik Deutschland

Stichwortanalysen zum Thema Vorurteile gegenüber in Deutschland lebenden Türken

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Um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen, wie das aktuelle Islambild auf Deutschlands Straßen ausgeprägt ist, haben wir eine Stichwortanalyse zum Thema Vorurteile durchgeführt. Befragt wurden 13 Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren.

Unsere Leitfrage war: „Was denken Sie, welche Vorurteile haben Deutsche über in Deutschland lebende Türken?“

Hierbei sollten die Testpersonen spontan zehn Vorurteile nennen, die ihnen als erstes diesbezüglich eingefallen sind. Wir haben die Antworten anschließend ausgewertet und die 10 häufigsten davon aufgelistet:

Die Antwort die fast allen Personen kommun war besagt mit 92%, dass eine "Neigung zu kriminellen Handlungen sowie Aggressivität" 'vorliegt.

An zweiter Stelle gaben jeweils 69% unserer Testpersonen an, dass "kein Interesse Deutsch zu lernen" sichtbar ist, und genauso viele sagten, dass "kein Wert auf Integration gelegt wird".

Knapp über die Hälfte, mit 54%, zählte das Vorurteil „stinken (nach Knoblauch)" auf, die gleiche Prozentzahl meinte außerdem, dass eine "Faulheit in Bezug auf Arbeit" vorliegt.

Zu vier Punkten haben jeweils 46% geantwortet: Darunter fiel die Aussage "Große Familie/ haben zu viele Kinder" woraus die nächste Antwort resultieren könnte: "Ausnutzung des deutschen Sozialnetzes".

Weiterhin besagten knapp die Hälfte, dass "Frauen unfreundlich behandelt/ unterdrückt werden", was wiederum mit der Aussage "türkische Männer sind Machos" einen Zusammenhang finden könnte.

Mit 38% ist wieder ein Bezug auf türkische Frauen genannt worden: "gehen verschleiert/ müssen Kopftuch tragen".


Da sich diese Befragung aber nicht um die individuellen Meinungen der Personen handelte, können wir anhand dessen noch nicht tatsächlich Folgerungen in Bezug auf das Islambild der Deutschen schließen. Es wurde hier schlichtweg versucht zu veranschaulichen, welche Vorurteile am häufigsten unter den Deutschen vorherrschen.

Leitfadeninterviews

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Interview 1 (männlich, 78 Jahre)

Interview 2 (weiblich, 83 Jahre)

Interview 3 (männlich, 28 Jahre)

Interview 4 (männlich, 33 Jahre)

Auswertung

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Entgegen unserer Erwartungen haben sowohl der ältere als auch der jüngere Proband das erste Aufeinandertreffen mit einem Türken als etwas Außergewöhnliches erlebt. Zwei Probanden unterschiedlichen Alters haben den Türken als sonderbar gekleidet und andersartig wahrgenommen. Vor allem die Sprache hat bei beiden zu Irritationen geführt.

Wir hätten erwartet, dass diese erste Begegnung nur bei den älteren Interviewten in besonderer Erinnerung geblieben ist. Offensichtlich nimmt auch die jüngere Generation noch einen Unterschied zwischen Deutschen und in Deutschland lebenden Türken war.

Aus den weiteren Antworten geht dann aber hervor, dass zwar eine Andersartigkeit wahrgenommen wird, diese Andersartigkeit aber im Leben der Probanden keine negative Färbung erhält, im Gegenteil!

Alle Probanden haben Kontakt zu Türken, und die Interviewten der jüngeren Generation geben sogar an, regelmäßig durch Freizeit oder Arbeit mit Migranten türkischer Herkunft Kontakt zu haben. Dieser Kontakt wird als durchweg positiv beschrieben. In diesen Situationen spielt die Herkunft für unsere Probanden keine Rolle mehr.

Außerdem beschreiben alle Interviewten einen deutlichen Unterschied zwischen den Türken der ersten und der jetzigen Generation. Die erste Generation wird als zugeknöpft, zurückgezogen, der deutschen Sprache nicht mächtig und in ihren religiösen islamischen Wurzeln fest verankert, wahrgenommen.

Der Islam wird generell als DIE Religion der Türken gesehen. Dabei kommt es auch zu Verzerrungen in der Wahrnehmung durch Negativschlagzeilen über den Islam in der Vergangenheit. Alle Interviewten nennen den Punkt der Religion, und nur diesen, als den großen Trennfaktor zwischen den türkischen Ausländern und denen anderer Herkunftsländer. Daher wird der Islam zum Teil als integrationshemmender Faktor wahrgenommen.

Auf die Frage: „Können Sie sich vorstellen, dass das Christentum mit dem Islam problemlos nebeneinander in einem Land existieren kann?“ wird von vornherein darauf hingewiesen, dass zwar ein Zusammenleben in Deutschland vorstellbar, und dies auch schon der Fall sei. Kritisiert wird aber die Christenverfolgung in muslimischen Ländern, die ein friedliches Zusammenleben gänzlich ausschließe. In Deutschland sei dies möglich da „[…] die Christen in Deutschland ihren Glauben nicht zu wichtig nehmen.“

Deutschland als einen Vielvölkerstaat, können sich über die Generationen hinweg, die Probanden nur zum Teil vorstellen. Einigkeit herrscht darüber, dass die Türken der dritten und vierten Generation die deutsche Sprache besser beherrschen. Dieser Aspekt wird jeweils besonders betont.

Die Jugendlichen werden als besser integriert wahrgenommen. Dies liege klar daran, dass sie in Deutschland aufgewachsen seien und somit auch hier ihre Sozialisation erfahren haben, was jene einen Teil „deutscher“ mache. „…Die ersten [Türken] waren ja noch nicht in deutschen Schulen, die waren schon sozialisiert als sie nach Deutschland gekommen sind…“

Auf die Frage ob die in Deutschland lebenden Türken ihren Lebensstil besser an den der Deutschen anpassen sollen, herrscht Einigkeit darüber , dass zwar ein Anpassen im Sinne des Erlernens der Kulturtechniken voraussetzend sei, eigene Gepflogenheiten und der Glaube dürfen aber genauso gelebt werden.

Das Bild der jüngeren Generation geht aber auch etwas auseinander. Während die Türken der ersten Generation in den Augen unserer Probanden ein homogenes Bild abgeben, gibt es in der jüngeren Generation offensichtlich nicht mehr den „einen typischen Türken“. „Es gibt genauso türkische Gymnasiasten, wie auch türkische Hauptschüler, die wieder alle Klischees erfüllen!“

Trotzdem fielen den meisten Probanden auf die Frage, welche Vorurteile die Deutschen über die in Deutschland lebenden Türken haben könnten, ähnliche Punkte ein. Sie nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg, und übernehmen die Drecksarbeit, für die sich die Deutschen zu fein sind. Oft wurde eine höhere Gewaltbereitschaft genannt und religiös radikalere Ansichten. Auch die Rolle der Frau sei nicht gleichberechtigt. Außerdem herrscht immer noch das Bild der türkischen Kopftuchträgerin vor. Ein weiteres Vorurteil bezog sich auf die unehrliche Art zu handeln: „Sie bescheißen beim Handeln zum Vorteil für sich.“

Als häufigstes Vorurteil wurde genannt, dass sie die Sprache nicht lernen wollen. Diesem konnten alle Probanden jedoch nur was die ältere Generation betraf, persönlich zustimmen. Auch der vorher genannten Unehrlichkeit stimmte ein Interviewter zu. Das zeigte sich für ihn beispielsweise an falschem Rückgeld oder beim Gebrauchtwagenhandel.

Alle Probanden waren sich einig, dass sich Deutschland im Hinblick auf Bevölkerung und Kultur verändert hat und sich in Zukunft auch weiterhin verändern wird. Dazu trägt wird der Einfluss der türkischen Kultur beitragen, da sie einen immer weiter wachsenden Bevölkerungsanteil bilden. Der momentane Zustand, Vielvölkerstaat ähnlich, wurde als nicht kritisch gesehen, da ein weitgehend friedliches Zusammenleben nebeneinander bestehe. Falls der Islam in Zukunft jedoch Überhand gewinnen sollte, sieht ein Proband den Frieden Deutschlands in Gefahr.


Letztendlich wurde sehr klar, dass eine deutliche Unterscheidung in der Sichtweise der Deutschen über die Türken der ersten und der jungen Generation besteht:

Während die klassischen Vorurteile über Türken und den Islam eher den „alten“ Türken zugeschrieben werden, wird die neue Generation als viel pluralistischer wahrgenommen.

Anhand der ALLBUS-Erhebungen über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland ließ sich über die Jahre ein stetig wachsendes Verständnis bzw. eine Normalität der Anwesenheit von "Fremden" erspüren.

Ein Teil der jugendlichen Türken wird als vollkommen integrierter Teil der deutschen Bevölkerung gesehen, andere werden durch die neueren Vorurteile wie Aggressivität, Frauenfeindlichkeit und Arbeitsfaulheit belastet.

Der Islam ist für viele Türken in Deutschland immer noch sehr wichtig, für viele sogar wichtiger denn je-Sozialisationsfunktion, dies stellt aber für die Deutschen kein so großes Problem wie vor 50 Jahren mehr dar. Damals herrschte die Angst vor dem fremden, weitgehend unbekannten Islam vor. Die eigene Kultur wurde auf Grund der Konfrontation mit einer anderen großen, sich ebenfalls als universell verstehende Religion, bedroht. Die Deutschen waren nicht auf andersartige religiöse Normen, Verhaltensweisen und Bräuche eingestellt. Das Kopftuch der Frau, das Verbot von Schweinefleisch und Alkohol oder die islamischen Feiertage und Gebetsbräuche trafen oft auf Unverständnis.

Heute, 50 Jahre später, scheinen diese Dinge im alltäglichen Zusammenleben keine besondere Aufmerksamkeit mehr zu erregen. Der Islam ist nicht mehr das große Unbekannte, sondern mittlerweile zu einem Teil der deutschen Realität geworden.

Aufgrund dieser Feststellungen kommen wir nun, entgegen unserer Erwartungen, zu dem Entschluss:

Das Islambild der Deutschen hat sich in den letzten 50 Jahren verändert!

Zwar weisen die ALLBUS-Daten auf eine stetig wachsende Akzeptanz bezüglich der in Deutschland lebenden Türken hin, aber es gibt immer noch Punkte, die uns zeigen, dass die Integration immer noch nicht vollkommen ist.

Würden sonst ein Buch von Sarrazin, der Bau eines Minaretts oder die Äußerung unseres Außenministers solch ein Aufsehen erregen?

Quellen

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Literatur

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  • Forgas, J.P., Soziale Interaktion und Kommunikation. Eine Einführung in die Sozialpsychologie, Kap. 2, "Die Schwierigkeit, andere einzuschätzen", Psychologie Verlags Union, 3. Auflage, 1999, S. 20-33
  • Bierbauer, G., Sozialpsychologie, Grundriß der Psychologie, Band 15, Kohlhammer, Stuttgart, 2005, S. 95-110
  • Feil, Christine: „Soziale Bilder“ deutscher und ausländischer Kinder voneinander. In: deutsches Jugendinstitut (Hg.): Ausländerarbeit und Integrationsforschung. Bilanz und Perspektiven. München 1987, S. 482
  • Ahlheim,K.,Heger.B., "Der unbequeme Fremde: Fremdenfeindlichkeit in Deutschland - empirische Befunde", Schwalbach/Ts., Wochenschau-Verl., 1999, S.17-27
  • Bocklet, Paul und Bade, Klaus J.  : Zu viele Fremde im Land, Aussiedler, Gastarbeiter, Asylanten. Düsseldorf, Patmos-Verl., 1990
  • Thomä-Venske, Hanns: Islam und Integration- Zur Bedeutung des Islams im Prozess der Integration türkischer Arbeiterfamilien in die Gesellschaft der Bundesrepublik. Hamburg, Rissen, 1981
  • Feindt-Riggers, Nils, Steinbach, Udo: Islamische Organisationen in Deutschland, eine aktuelle Bestandsaufnahme und Analyse ; Pilotuntersuchung. Hamburg, Dt. Orient-Inst., 1997
  • Rommelspacher, Birgit: Anerkennung und Ausgrenzung, Deutschland als multikulturelle Gesellschaft. Frankfurt [u.a.], Campus-Verl., 2002

Internet

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  • www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/archiv/beitrag_details?k_beitrag=1655523&query_start=7&k_produkt=2976850 eingesehen am 22.12.2011