Benutzerin:Nguyethi

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Tam Nguyen[Bearbeiten]

  • Studentin der Universität Augsburg
  • Studienfächer:

BA. DaZ/DaF

Schulpädagogik

Deutsche Sprachwissenschaft

Wikipedia:Babel
vi Thành viên này sử dụng tiếng Việt như ngôn ngữ mẹ đẻ.
de-3 Diese Person hat sehr gute Deutschkenntnisse.
en-2 This user is able to contribute with an intermediate level of English.

IPK im WS 2011/12[Bearbeiten]

Name Studiengang vhb Wiki Thema Forschungsland Homepage Video abgeschlossen
Kursleiterin Eva Sondershaus, M.A. Eva Sondershaus
Theresa Kultschytzky EKG Theresa
Tam nguyen BA Daf Nguyen
Saros Sawasdee BA Daf Saros
Jian Song Ba Daf Jian
Anne Stoffels BA DaF/DaZ Anne
Mariana Rozhniv BA Daf Mariana
Sabine Goldschmid LA Gym E/F/DaF/DaZ Sabine
Shorena Magister DaF/DaZ turiash Georgien
Eleonora Lisa Schulze Battmann BA Germanistik Eleonora
Josefine Giesler Lehramt GS Josefine
Svenja Uth BA DaF Svenja
Julia Melnikova Ma DaF Julia
Yulia Lyubimova MA DaF und Interkulturelles Lernen Lyubimova
Judith Roßmeißl BA DaF und Germanistik Judith
Nelli Wist LA GS DaF Nelli
Dorothee Keck LA GS DaZ Dorothee
Amelie Schmitz BA DaF/DaZ Amelie
Inna Glagla LA HA Daf Inna
Linyun Chen BA DaF Linyun

Thema[Bearbeiten]

Singapur - eine multikulturelle Gesellschaft

Einleitung[Bearbeiten]

Diese Projektsarbeit beschäftigt sich mit dem kleinsten Staat in ganz Südostasien–Singapur. Flächenmäßig ist Singapur ein Zwergenstaat; wirtschaftlich jedoch ein Riese, der eine bedeutende Rolle in der Weltwirtschaft spielt.

"...Ich glaube, in Singapur lässt es sich ganz besonders gut über die Zukunft Asiens und seine Verbundenheit mit Europa und Deutschland sprechen. Denn Singapur steht für Dynamik, Singapur steht für Innovation. Von hier gehen wichtige Impulse für die gesamte Region aus. Und so genießt Ihr Land auch weltweit eine außerordentlich hohe Anerkennung.

...Die Beziehungen zwischen Singapur und Deutschland haben sich erfreulich gut entwickelt; man kann fast sagen: ideal. Ihr Land ist für uns der größte Wirtschaftspartner in Südostasien.

...Wir sind recht stolz auf unsere Wachstumsraten – im letzten Jahr 3,6 Prozent –, aber wir müssen natürlich neidlos anerkennen: 14 Prozent in Singapur, das ist doch eine andere Größenordnung. Das spornt uns an, uns noch mehr anzustrengen."

(Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen der Singapore Lectures des Institute of Southeast Asian Studies)[1]

Wenn man gewusst hätte, dass Singapur vorher nur ein kleines Dorf am Meer mit nur 150 Einwohnern [2] war, ohne Rohstoffe sowie Bodenschätze innerhalb ca. 200 Jahren zu einem Tigerstaat entwickelt hat, der neben Japan und Brunai den höchsten Lebensstandard sowie das höchste Pro-Kopf-Einkommen von ganz Asien hat, könnte es eine Bewunderung sein.

Der Eindruck über die Entwicklung Singapurs hat mich dazu veranlasst, Singapur als Forschungsland zu nehmen. Ganz abweichend von anderen südostasiatischen Ländern leben auf dieser kleinen Insel (groß wie Hamburg) ca. 5 Mio. Menschen [3] mit unterschiedlichen Nationalitäten, Hautfarben, Sprachen, Religionen, etc. harmonisch zusammen. Für den Staat Singapur gibt es gar keine Unterschiede, egal welcher Religionen jemand angehört, welche Sprache er spricht oder von welcher Nation er ursprünglich abstammt, werden alle Bürger- und Bürgerinnen Singapurs korrekterweise als „Singapurer“ beziehungsweise „Singapurin“ bezeichnet. Wenn von der Kultur Singapurs die Rede ist, ist es die Gesamheit aller hier existierenden Kulturen wie Chinesisch, Malaiisch, Indisch, etc.

Im Fokus der Arbeit steht die Multikulturalität in der Gesellschaft Singapur. Diese wird anhand der Vielfalt von Bevölkerungsgruppen, Sprachen, Religionen sowie Feiertagen dargestellt. Daher ist eine Hypothese aufzustellen. Die Mischung verschiedener ethnischer Gruppen hat Singapur eine Vielzahl an Kulturen und Religionen beschert. Jede Kultur sowie jede Religion hat eigene typischen Feste, die ihre Denksweise und Wertvorstellungen prägen, sodass im ganzen Jahr zahllose Feste in diesem Land gefeiert werden sollen. Durch Interviews mit Einheimischen sowie Ausländern in Singapur wird überprüft, ob sich die vielen kulturellen bzw. religiösen Feste in der multikulturellen Gesellschaft in Singapur auf das Arbeitsleben/ den Alltag/ die Schule auswirken. Schließlich wird ein Fazit gezogen.


Hypothese[Bearbeiten]

Die vielen kulturellen bzw. religiösen Feste in der multikulturellen Gesellschaft in Singapur wirken sich auf das Arbeitsleben/ den Alltag/ die Schule aus.

Begriffserklärung[Bearbeiten]

Die Arbeit liegt diesen Begiffen zugrunde:

Multikulturelle Gesellschaft[Bearbeiten]

Unter dem Begriff "multikulturelle Gesellschaft" versteht man eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen, Religionen und Ethnien friedlich zusammenleben beziehungsweise aufeinander treffen und "wo die wechselseitige Achtung und Anerkennung dieser verschiedenen kulturellen Muster und Leitvorstellungen für die Gesellschaft ständige Herausforderung und politische Aufgabe zugleich ist." [4]

Maffioletti (1987) definiert "multikulturelle Gesellschaft“ als eine, die „idealtypisch durch ethnisch-kulturelle Vielfalt gekennzeichnet ist."[5] Bei ethnischen Gruppen werden Teilbevölkerungen von staatlich verfaßten Gesamtgesellschaften gemeint, „die durch Vorstellungen gemeinsamer Herkunft, ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein, Gemeinsamkeiten von Kultur und Sprache, eine auf eigenen und fremden Zuschreibungen beruhende kollektive Identität gekennzeichnet und durch gemeinsame Institutionen und Beziehungssysteme verbunden sind“[6] (Heckmann 1988). In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Kultur“ in einem weiten Sinne, als Lebenswelt oder Orientierungssystem verstanden.

„Zur Kultur gehört eine besondere Geschichte und ihre Verarbeitung, gehören Werte, die man im Leben zu verwirklichen trachtet und die sich in Familie, Sprache, Religion, Essen und vielem anderen konkretisieren können. Kultur ist ein Gesamt von Sprache, Interpretation der Welt, Leben in dieser Welt, Verhalten zu anderen und Selbstverständnis.“[7] (Nitzschke 1982a, S.5)


Enkulturation[Bearbeiten]

Enkulturation die;-<lat.>: das Hineinwachsen des Einzelnen in die Kultur der ihn umgebenden Gesellschaft; vgl. Akkulturation ( Duden, 278)

Dieses Fremdwort wurde 1947 von dem nordamerikanischen Kulturanthropologen Melville H. Herskovits in die Wissenschaft eingeführt[8] (vgl. Papenkort 2004). In der Kulturanthropologie wird „Enkulturation“ als das Erlernen der kulturellen Lebensform beziehungsweise der Erwerb der kulturellen Basisfähigkeiten. Der Mensch lernt einerseits auf dem Wege der Enkulturation die für seine Gesellschaft charakteristische kulturelle Lebensform sowie die in ihr jeweils erforderliche kulturelle Kompetenz, die zur Bewältigung kultureller Aufgaben dient. Anderseits gewährleistet die Enkulturation die Überlieferung und Fortführung der Kultur in der Generationenfolge einer bestimmten Gesellschaft. Enkulturation ist allerdings mehr als lediglich eine Anpassung an die jeweils gegebene Kultur und deren reproduzierende Tradition, vielmehr bewirkt sie zugleich die Aktivierung kultureller Produktivität und Kreativität, wie sie über das Nachschaffen hinaus zum Neuschaffen kultureller Gebilde erforderlich ist.[9] (vgl. Weber 1977) (Raithel, Dollinger, & Hörmann, 2007, S.59).

Wenn in einer multikulturellen Gesellschaft von der Enkulturation die Rede ist, wird meistens die Existenz einer Kultur als Grundlage vorausgesetzt, welche sich wiederum aus mehreren Komponenten zusammensetzt. [Dazu] gehören: die Sprache mit ihren Begriffen und Bedeutungen,[...] die moralischen Normen und Verhaltensmuster, [...] die emotionale Ausdrucksweise,[...] die sozialen Organisationen, Rollen und Spielregeln, die sein [des Menschen] Verhalten zum Mitmenschen bestimmen;die Einrichtungen des Rechts und der Politik,[...] die Künste und Wissenschaften, die Weisen der geselligen Selbstdarstellung (wie z.B. Spiel und Sport, Feste und Feiern) [und] die religiösen Kulte[...][10] (Loch 1969,127).

Während „Enkulturation“ in Deutschland bedeutet, die deutsche Sprache sowie die deutsche Kultur zu erlernen, ist es aber in Singapur nicht der Fall. Die Insel wurde erstmal von einem Prinz aus Sumatra (Indonesien) entdeckt. Allerdings wurde die Grundlage für das heutige moderne Singapur von einem Briten gelegt. In einem langen Zeitraum gehörte Singapur zu Malaysien und war deshalb die Bevölkerung damals meistens malaiisch. Heutzutage ist es zu erkennen, dass mehr als 70% der Einwohner Singapurs chinesische Abstammung haben. Die Sprache, die man in „Singlish“ nennt, ist eine Mischung von Englisch und Chinesich sowie Malaiisch. Daraus ist zu erkennen, dass es in Singapur „eine Kultur als Grundlage“ nicht gibt, sondern alle Ethnien sowie Kulturen gleiche Position in der Gesellschaft haben und es macht ein buntes Bild von Singapur.

Singpur im Überblick[11][Bearbeiten]

Ländername Republik / Republic of Singapore
Lage 1'18'N, 103'50'O. besteht aus einer der Halbinsel Malaysia südlich vorgelagerten Insel (Ausdehnung Ost-West: 42 km; Nord-Süd: 22 km), die mit dem malaysischen Festland durch einen Damm und eine Brücke verbunden ist, und 54 weiteren kleinen Inseln.
Größe des Stadtstaates 710 qkm (Durch Landgewinnungsmaßnahmen seit den 1960er Jahren konnte die Landfläche um mehr als 20% vergrößert werden.)
Einwohner 5,1 Mio., davon circa 1,7 Mio. Ausländer
Bevölkerung Chinesen 76,5%, Malaien 13,8%, Inder 8%, sonstige 1,6%;
Landesprache
  • Englisch (Verkehrs-, Handels- und Verwaltungssprache)
  • Chinesisch (Mandarin, südliche Dialekte)
  • Malaiisch
  • Tamilisch
Religionen / Kirchen
  • Buddhismus, Taoismus: 51%
  • Christliche Konfessionen: 14%
  • Islam: 15%
  • Hinduismus: 4%
  • Andere: 1%
  • Ohne : 15%
Nationaltag 9. August (Am 09.08.1965 erlangte mit Ausscheiden aus der Malaysischen Föderation seine Unabhängigkeit.)
Pro-Kopf-Einkommen 33.600 Euro (2010)
Bruttoinlandsprodukt 173 Mrd. Euro (2010)
Wechselkurs, Stand 8.9.2011
  • 1 Euro = 1,70 -Dollar
  • 1 Singapur-Dollar = 0,58 Euro

Geschichte von der Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Im 7. Jahrhundert gehörte Singapur zum mächtigen, buddhistischen Srivijaya Königreich. Anscheinend hat es als relativ unbedeutendes Handelszentrum oder als kleiner Außenposten des Königreichs fungiert. Der Hauptsitz des malaiischen Königsreichs, das den Seehandel in Südostasien mehr als 500 Jahre lang beherrschte, war die west-/südwestlich von liegende Insel Sumatra. Bis zum 14. Jahrhundert war bei den Händlern von Srivijayaals „Temasek“ bekannt, was übersetzt „Stadt am Meer“ bedeutet. Nach einiger Zeit nahm die Wichtigkeit des Königreichs jedoch wieder ab und während des 16. bis frühen 19 Jahrhunderts war Singapur Teil des Sultanats von Johore.

Der Grundstein für die Entwicklung Singapurs wurde durch die Ankunft des Briten Sir Stamfort Raffles, ein Beamter der Britischen Ostindischen Handelskompanie, am 29. Januar 1819 gelegt. Er kam hierher auf der Suche nach einem sichern und strategisch günstigen Hafen für seine Kompanie und erkannte als Erster die perfekte Lage Singapurs, am wichtigsten Seeweg zwischen China und Indien gelegen, als Handelszentrum im südostasiatischen Raum. 1824 erteilte der Sultan von Johore Raffles, dort einen Handelsposten aufzubauen. Dann kaufte die Britische Ostindische Kompanie dem Sultan von Johore Singapur aber für 60.000 Dollar und einer Jahresrente von 24.000 Dollar ganz ab und gliederte es 1826 in die so genannten „Straits Settlements“ ein. Stamford Raffles setzte sich weiter dafür ein, Singapur zu einem zentralen Handelszentrum auszubauen. Durch ihn wurde Singapur zum Freihandelshafen. Im Jahr 1867 wurde Singapur im Rahmen weiterer territorialer Expansionen zur Britischen Kronkolonie. Seitdem strömten immer mehr Einwanderer auf die Insel und begünstigten den Aufschwung der Stadt. Während vor 1819 die Insel nur von wenigen Fischern, einigen chinesischen Händlern bevölkert und eine Zufluchtsstelle für Seeräuber war, deren Einwohner nicht mehr als 150 gewesen sein sollen, betrug die Einwohnerzahl im Jahr 1881 172.993.[12]

Großbritannien errichtete 1921 große militärische Anlagen auf Singapur, da es zum wichtigsten Flottenstützpunkt im ostasiatischen Raum bestimmt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Briten allerdings nach heftigen Kämpfen im Februar 1942 von den Japanern in die Flucht geschlagen. Deshalb befand sich Singapur bis zum 6. September 1945 unter der Herrschaft von Japan. Die Japaner benannten Singapur in Folge in Syonan-to („Licht des Südens“) um und hielten es bis zur japanischen Kapitulation im September 1945. Im dasselben Jahr wurde Singapur an die Briten zurückgegeben. 1959 nahm die Insel den Status einer autonom-regierten Kronkolonie ein, welche nach den von der People´s Action Party (PAP) gewonnen Wahlen 1959 von Lee Kuan Yew als erstem Premierminister regiert wurde. Nach einem landesweiten Referendum 1962 wurde Singapur in eine Förderation mit Malakka (nun Malaysia), Sabah und Sarawak entlassen und somit am 1. September 1963 von Großbritannien unabhängig.

Im Herbst 1964 kam es zu massiven Unruhen zwischen Bewohnern chinesischer und nicht-chinesischer Abstammung. Nach heftigen ideologischen Konflikten zwischen der von der PAP gestellten Regierung und der Föderationsregierung in Kuala Lumpur sowie wegen Befürchtungen auf malaysischer Seite, dass die Unruhen über die Stadt hinaus ausgreifen könnten, wurde Singapur am 7. August 1965 aus der Föderation ausgeschlossen. Zwei Tage später, am 9. August 1965, wurde Singapurs Souveränität als erstes von Malaysia anerkannt. Ab diesem Zeitpunkt gilt dieses Datum als Nationalfeiertag.[13]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Entsprechend den Angaben des statistischen Amtes leben in dem Stadtstaat 2011 etwa 4,8 Millionen Menschen.[14] Etwa 1,2 Millionen der Bevölkerung sind Gastarbeiter und sonstige in mehr oder weniger sesshafte Ausländer. Grundsätzlich lassen sich hierbei einige wenige große Bevölkerungsgruppen von Nationalitäten ausmachen, denn etwa 76,8 Prozent der Bevölkerung sind Chinesen, die somit die größte Gruppe darstellen. Weitere 13,9 Prozent der Bevölkerung sind Malaien, 7,9 Prozent sind Inder und 1,4 Prozent der Einwohner gehören anderen Nationalitäten an.[15]

Der chinesische Teil der Bevölkerung[Bearbeiten]

Dreiviertel der Einwohner Singapurs bestehen heutzutage aus den Nachkommen chinesischer Einwanderer. Bevor die Briten eine Handelsstation in Singapur etablierte, waren von den 150 gezählten Einwohnern von Singapur 30 chinesische Bauern gewesen, die hier Gewürze und Gemüse angebaute hatten. Aufgrund des großen Bedarfs an Arbeitskräften kamen die ersten Einwanderer aus der Stadt Malakka (in Malaysia, damals unter niederländischer Verwaltung) in Singapur. Dies reichte jedoch bei weitem nicht aus und so erreichte bereits 1821 das erste Schiff mit Einwanderern aus China die Stadt. Überschwemmungen, Hungersnöte und Armut in ihrem Heimatland veranlassten in den Folgejahren eine Menge Bauer, Landarbeiter und Handwerke ihre Familie zu verlassen und nach Singapur zu gehen. Fast tagtäglich erreichten neue Ströme die Stadt, so dass bereits 1830 die chinesische Bevölkerung die Mehrheit besaß.[16]

Die malaysische Bevölkerungsgruppe[Bearbeiten]

Zu der zweitgrößten Bevölkerungsgruppe gehören die Malaien, die die eigentlichen Ureinwohner der Stadt sind. Diese Gruppe konvertiert vor Jahrhunderten bereits zum Islam und lebt auch heute nach strengen religiösen Regeln. Auch vom Äußeren her unterscheiden sie sich sehr oft durch ihre traditionelle Kleidung. Die Männer tragen dabei eine typische Jacke (BajuMelayu) über einer ansonsten sehr lockeren Kleidung. Die Frauen besitzen meist eine lange Tunica (BajuKurong) die über den Sarong getragen wird.

Auch heute noch gibt es Malaien, die in den Dörfern ( hier: Kampongs ) mit Häusern aus Reisstroh leben, die alle Witterungseinflüsse wie Monsun oder Überschwemmung schadlos überstehen. Trotz der strengen religiösen Ausrichtung des Lebens sind die Malaien eine lebenslustige Bevölkerungsgruppe mit sehr farbenprächtigen Festen und Feiern.[17]

Die Inder[Bearbeiten]

Knapp 7% der Bevölkerung Singapurs umfaßt die Gruppe der Inder, die ebenfalls ihre Traditionen wie auch den Hinduismus nach Singapur mitbrachten. Diese kamen damals meist aus dem Süden von Indien wie der Koromandel- bzw. der Malabarküste. Ab 1825 brachten die Briten selbst eine große Anzahl von Arbeitern aus dem Subkontinent in die Stadt, die danach hauptsächlich im Baubereich eingesetzt wurden. Straßen, Brücken und z.B. auch die St. Andrews Kathedrale wurden fast zu 90% von indischen Arbeitern und Konstrukteuren errichtet. In den späteren Jahren folgten dann Händler, Lehrer, Schreiber, Geldverleiher und viele weiter Berufe, sodass in kurzer Zeit ein Spiegelbild der traditionellen indischen Gesellschaftsform anwesend war. Sie arbeiteten anfänglich als Diener, Wäscher und anderen Dienstgewerben und auch heute findet man noch sehr viele Inder in bestimmten Gewerbezeigen wie Polizei, Wachdienste, Sicherheit etc. Bekannte indische Handelshäuser bestimmen dagegen einen großen Teil der Handelswelt der Stadt.[18]

Weitere Gruppen in der Bevölkerung[Bearbeiten]

Eine ebenfalls sehr stark vertretene Gruppe stammen von ehemaligen portugiesischen Siedlern aus Malakka ab und sind heute eigentlich nur noch durch die sehr häufig vertretenen Namen wie Fernandez, Pereira, De Souzza, De Silva etc. zu erkennen. Durch die jahrhundertlange Verschmelzung mit anderen Volksgruppen kann man sie zu den Eurasiern zählen, was in Singapur allerdings wenig Bedeutung hat. Denn auch die vielen Zuwanderer aus Europa oder anderen Staaten weltweit haben hier entweder die Staatsbürgerschaft erworben oder zählen zu den zahlreichen und willkommenen Ausländern, die mit befristetem Vertrag hier arbeiten.[19]

Hauptsprachen in Singapur[Bearbeiten]

Hier werden hauptsächlich Malaiisch, Chinesisch, Tamilisch und Englisch gesprochen. Malaiisch gilt als Nationalsprache, die eingeführt wurde, als Singapur noch ein Teil Malaysias war. Daneben ist Englisch Amtssprache, die auf den Ebenen des Verkehrs, des Handels und der Verwaltung gebraucht wird. Auch in den Schulen wird vor allem auf Englisch unterrichtet. Bei dem Sprechen von Englisch lässt sich in Singapur eine Besonderheit beobachten: Zwar spricht so gut wie jeder Einwohner, der etwa unter vierzig Jahre alt ist, Englisch, doch fließen Phrasen oder Wörter anderer Sprachen mit ein, so dass von einem Dialekt namens "Singlish" die Rede ist. Die Einwohner Singapurs vereinfachen die englische Sprache, indem beispielsweise unnötige Präpositionen und Pronomen weggelassen werden, die Wortstellung umgedreht wird und Phrasen gekürzt werden, etc. Zusätzlich gibt es noch Chinesisch als offizielle Sprache (Mandarin und mehrere Dialekte, wie etwa Hokkien). Die geforderten chinesischen Sprachkenntnisse gibt es an sich nur noch in kleineren chinesischen Familienbetrieben oder aber sehr großen Unternehmen, die vorwiegend chinesische Kundschaft ohne Kenntnis der englischen Sprache betreuen. Für Einwanderer ist im Berufsalltag die Kenntnis der chinesischen Sprache zwar nach wie vor von Vorteil, Pflicht ist sie aber nicht mehr. Eine andere Sprache ist Tamil, die im Wesentlichen von den tamilischen Einwanderern gesprochen. Allerdings wird sie bei Behörden und Ämtern teilweise gebraucht.

Trotz der Vielfältigkeit von Sprachen wird in Singapur jede Sprache akzeptiert. Innerhalb der sprachlichen Gewohnheiten bzw. der verwendeten Sprache wird einmal mehr die multikulturelle und kosmopolitische Ausrichtung Singapurs deutlich: Es wird nahezu jede Sprache akzeptiert, sofern der andere sie versteht. Eine grundlegende Regel oder einen Zwang zu einer bestimmten Sprache gibt es aber nicht.[20]

Religion[Bearbeiten]

Die Mischung verschiedenster ethnischer Gruppen hat Singapur auch eine Vielzahl an Religionen beschert. Als vertretende Religionen in Singapur können Buddhismus (42,5 %), Islam (14,6 %), Taoismus (8,5%) und Christentum (14,6%). 0,7 % der Einwohner haben andere Religionen und 14,8% der übrigen hören keiner Religion an. Die Chinesen sind überwiegend Anhänger des Buddhismus, Taoismus, Shenism, Christen und Katholiken. Daneben haben die Malaien die Muslime und Inder sind Hindus.[21]

Eine Staatsreligion gibt es hier nicht. Jeder kann an das glauben, was er für richtig hält. Religiöse Toleranz ist erforderlich in Singapur. Man legt viel Wert darauf, eine Einheit und eine gute Bindung zwischen den Religionen zu schaffen.

Feiertage[Bearbeiten]

Jeden Monat finden in Singapur größere und kleinere Feste statt, die meist religiösen Ursprungs sind und an denen entweder die ganze Bevölkerung oder nur der jeweilige Stadtteile teilnimmt. Diese Feste sind sehr farbenfroh und haben trotz der modernen Großstadtumgebung nichts von ihrer Ursprünglichkeit eingebüßt. Die Feiern ziehen sich oft über mehrere Tage bis Wochen hin, sodass nicht zu Unrecht man Singapur das größte und längste Straßenfest der Welt nennt.

Gesetzliche Feiertage[Bearbeiten]

Feste Termin Art Bedeutung
Neujahr 01.01. weltlich Begrüßung des neuen Jahres mit Feuerwerken und Sylvesterparties
Chinesisches Neujahr Jan/Feb chinesisch das größte Fest des Jahres, Feier des neuen Jahres nach dem Mondkalender
Hari Raya Pusa variiert islamisch Ende des Ramadans
Hari Raya Haji variiert islamisch Fest zu Ehren der Mekkapilgerer
Karfreitag März/April christlich Gedenken an die Kreuzigung Jesu Christi
Tag der Arbeit 01.05. weltlich Erinnerung an die Arbeiterbewegung
Vesak Day Mai/Juni buddhistisch Geburtstag des Buddha Sakyamuni
Nationalfeiertag 09.08. weltlich Erinnerung an die Unabhängigkeit vom 9. August 1965
Deepavali Okt/Nov hinduistisch Triumph des Guten über das Böse
Weihnachten 25.12. christlich Geburt Jesu Christi


Neben den oben genannten offiziellen Feiertagen gibt es im Laufe des Jahres noch zahlreiche andere Feste.

Feste Termin Art Bedeutung
Ponggal Jan/Feb hinduistisch tamilisches Erntedankfest
Thaipusam Jan/Feb hinduistisch Fest zu Ehren des Hindugottes Subramaniam
Chingay Parade Jan/Feb chinesisch Parade auf der Orchard Road zum Abschluss des Chinesischen Neujahrsfestes
Qing Ming Festival März/April chinesisch Verehrung der Vorfahren
Drachenbootfestival Juni chinesisch Gedenken an den chinesischen Dichter Qu Yuan
Hungry Ghosts Festival Aug/Sep chinesisch Besänftigung der bösen Geister
Mid-Autumn Festival September chinesisch Fest zu Ehren eines chinesischen Patrioten

Chinesische Festtage[22][Bearbeiten]

Die bzw. der Glaube der meisten Chinesen ist als eine eigentümliche Mischung aus Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus zu bezeichnen. Demnach glauben sie an ein Leben nach dem Tod und an eine Wiedergeburt. Äußerst wichtig für die Chinesen ist die Ahnenverehrung, die nach ihrer Tradition den Familienzusammenhalt fördert und wodurch die Aufrechthaltung der Verbindung zwischen den Ahnen und den Lebenden möglich wird.

  • Das Chinesische Neujahr

Das Chinesische Neujahr, auch Frühlingsfest oder Lunar New Year genannt, ist für Chinesen das größte und bedeutendste Fest des Jahres. Es kann mit Weihnachten in Deutschland verglichen werden. Das Fest beginnt traditionell am ersten Tag des ersten Monats des chinesischen Kalenders und endet am 15. Tag.

Das Frühlingsfest heißt eigentlich „Nian“ und bedeutet „Jahr“ auf Chinesisch. Vor langer, langer Zeit gab es im alten China ein wildes Monster, das „Nian“ hieß und im tiefen Meer wohnte. Es kam nur am Silvesterabend heraus und fraß Leute, die absolut wehrlos und hilflos waren. Deshalb gingen die Leute am Silvesterabend in die Berge, um „Nian“ zu vermeiden. Eines Silvesterabends kam ein alter Mann, der eine rote Kleidung anzog. Er veranstaltete ein Feuerwerk, als „Nian“ in der Nähe kam. Plötzlich lief „Nian“ weg und verschwand. Danach wussten die Leute, dass „Nian“ alles Rote sowie Feuer und Krach fürchtete. Seit dieser Zeit brennen sie am Silvesterabend Feuerwerkskörper ab und kleben vor dem Abend rote Papiere, besonders Spruchrollen, an die Türen. Diese Tradition lebt bis heute.

Auf das Fest wird normaleweise vor einem Monat vorbereitet. Es ist Tradition für jede Familie, ihr Haus gründlich zu reinigen und mit roter Farbe zu schmücken, um Unglück hinwegzufegen und den Weg für die Ankunft des Glücks zu öffnen. Es werden bemahlte Bänder aus Papier mit glücksbringenden Zeichen und Sprüchen an die Türen gehängt werden. Ein sehr beliebtes Wort ist „Fu“, das Glück bedeutet. Oft auch verkehrt herum, um zu signalisieren, dass das Glück bereits eingetroffen ist.

Während des Frühlingsfests gibt es einige Tabus, die man unbedingt einhalten muss. Man darf zum Beispiel nichts sagen, was Unglück bedeutet, und sich im ersten Monat nicht die Haare schneiden lassen. Man darf kein Geschirr zerbrechen, weil es Pleite prophezeit, und die Kinder dürfen nicht streiten.

Das Silvesterabendessen ist das beste und schönste Festmahl im Jahr. Dann sitzen zwei oder drei Generationen zusammen, verabschieden sich vom alten Jahr und empfangen das neue. Zu essen gibt es unbedingt Knödel und Fisch. Knödel ist ein Symbol für den Zusammenhalt und die Eintracht der Familie und Fisch symbolisiert Überfluss. Eigentlich soll man die letzte Nacht des Jahres durchwachen. Aber inzwischen halten sich vielleicht nur noch sehr traditionsbewusste chinesische Familien daran.

Auf dem Land ist der Neujahrsbesuch sehr beliebt. Es fängt frühmorgens an. Die Leute besuchen Verwandte und Freunde, um das neue Jahr zu begrüßen. Das Highlight für Kinder und jüngere Mitglieder der Familie während dieser Besuche kommt in kleinen roten Pakete oder „Hong Bao“ mit Geld erfüllt. Alle wünschen einander „Gung hei faat choi“ (bedeutet „Ich hoffe, dass du viel Geld bekommst“).

Während dieser Zeit werden die Straßen der Stadt lebendig mit den Klängen der traditionellen, der hängenden roten Laternen und der verlockenden Düfte aus den zahlreichen Verkaufständen im Nachtmarkt. Ein besonderer Bezirk ist Chinatown, die mit ihrer atemberaubenden erleuchteten Straßen, den Nachtmärkten und Dekorationen, ist die zentrale Anlaufstelle für das Chinesische Neujahrsfest in Singapur.

  • Qing Ming Fest

Qing Ming bedeutet dabei “ klar und hell “. Dies ist das Fest der Ahnenverehrung. An dem Tag besuchen die Chinesen traditionell die Ruhestätten ihrer Vorfahren, um die Gräber zu reinigen sowie Blumen und andere Gaben niederzulegen.

  • Hungry Ghost Festival ( Yu Lan Jie )

Eine erneute Ehrung der Ahnen erfolgt im siebten Monat des Mondjahres. Nach dem Glauben der Thaoisten öffnet sich an diesem Tag die Hölle und die Geister können die Erde besuchen. Um diese zu besänftigen werden Ihnen Geschenke angeboten und in den Tempeln und Straßen das sogenannte Höllengeld abgebrannt. Dieses besteht aus Gold- bzw. Silberpapier und symbolisiert irdischen Reichtum. Zusätzlich werden Autos, Häuser oder andere Gegenstände aus Papier hergestellt, die dann ebenfalls abgebrannt werden.

  • Chingay Parade

Die Chingay Parade ist eine traditionelle Prozession und wird zum Abschluss des chinesischen Neujahrsfestes gefeiert. Die Parade hat ihren Ursprung in China. Der Name „Chingay“ wurde von seinem Hokkien Dialekt entspricht, was bedeutet „die Kunst der Kostüm- und Maskenball“. Die erste Parade fand im Jahr 1973 statt und wird bis heute jährlich gefeiert. In den letzten Jahren ist das Fest zu einer massiven Straßenparade geworden. Die zentralen Straßen wie Outram Park, Orchard Road, Chinatown werden an dem Tag atemberaubend mit herrlichen Reihen von Tänzern, Umzugswägen, Jongleuren, Schlagzeugern, Löwen- und Drachentänzern, Clowns und Akrobaten...

  • Moon Cake Festival ( = Mid-Autumn Festival )

Im achten Monat des Mondjahres wird das Ende der Mongolenherrschaft über China gefeiert. Der Patriot Zhu Yuan Zhang hatte zur damaligen Zeit den Umsturz der Gewaltherrschaft geplant und die Anweisungen an die Mitverschwörer in den süßen Mooncakes versteckt. Dazu findet eine Prozession mit Laternen statt und erinnert an die damaligen Signallampen. Dieses Fest ist gerade bei Kindern sehr beliebt, da unter den selbstgebastelten Laternen die schönsten anschließend prämiert werden.

  • Drachenboot Festival

Dieses Fest, zu dem Teilnehmer aus der ganzen Welt anreisen, erinnert an den Tod des chinesischen Poeten Chù Yuan, der sich aus Protest gegen Korruption ertränkte. Fischer kamen ihm mit ihren Booten zu Hilfe, erreichten ihn jedoch zu spät. Seither findet jedes Jahr in der Marina Bay dieses Rennen statt. In den Ständen an der Bucht werden dann Souvenirs und mit Bambusblättern umhüllte Reisbällchen verkauft ebenfalls als Erinnerung an die Fischer, die diese damals ins Wasser warfen, um die Fische davon abzuhalten, den Leichnam zu fressen.

Indische Festtage[23][Bearbeiten]

  • Thaipusam

Es ist eines der spannendsten Festtivals der Hindus, das Verehrer von Lord Subramaniam mit geradezu masochistischem Eifer begehrt. Die Prozession der Gläubigen marschiert vom Sri Srinivasa Perumal Temple in der Serangoon Rd. zum Chettiar Hindu Temple in der Tank Rd. Dabei tragen die kavadis: schwere, mit Pfauenfedern, Früchten und Blumen geschmückte Metallgestelle, die mit Haken direkt in der Haut befestigt werden. Andere Gläubige durchbohren ihre Wangen und Zungen mit Spießen oder tragen Sandalen mit Nagelfußbett.

  • Ponggal

Die viertätigen Feierlichkeiten des Erntedankfests der Südinder finden vor allem am Sri Mariamman Temple an der South Bridge Rd. und in Littel India statt. Die Menschen begrüßen sich traditionell mit den Worten „pal pongitha“ (Ist bei dir zu Hause die Milch übergekocht?). Gesüßter und gewürzter Reis wird in Milch zubereitet, die als Zeichen für Großzügigkeit zum Überkochen gebracht wird. Dabei rufen die Feiernden „pongollo ponggal“.

  • Vesak Day

Das buddhistische Fest Vesak Day erinnert an die Geburt Buddhas, sein Erleuchtung und den Eingang ins Nirwana. Die Tempel werden mit Lichtern, Fahnen und Blumen geschmückt und als Zeichen der Dankbarkeit werden Vögel freigelassen, die Armen beschenkt und andere gute Taten vollbracht. Das Ende der Feier wird mit einer großen Kerzenlichtprozession begangen.

  • Geburtstag des Affengottes

Dieses Tempelfest der Buddhisten findet hauptsächlich in der Seng Poh Road statt. In einer Prozession wird an den Tod des Affengottes Hanuman gedacht, ein ehemaliger Weggefährte Buddhas. Dabei stechen sich Medien mit Messern in die Haut, Blut fließt jedoch auch hier nicht, da dies nur durch eine tiefe Trance möglich ist.

  • Deepavali, Fest des Lichtes

Es ist das bedeutendste hinduistische Fest in Indien und wird auch von den in Singapur lebenden Hinduisten begangen. Das Fest kann auf Grund seiner spirituellen sowie sozialen Bedeutung und wegen seines fröhlichen Charakters mit Weihnachten in der westlichen Welt verglichen werden. Aufgrund ihrer Legenden gilt Deepavali als Sieg des Guten über das Böse und des Lichts über die Dunkelheit.

Auf das Fest bereiten sich die Hindus schon drei Wochen vor Deepavali vor. Sie bringen ihre Häuser und Wohnungen auf Hochglanz. Es wird geputzt und mit Kerzen, Lichterketten dekoriert. Am eigentlichen Festtag gehört es zum gemeinsamen Ritual einer Familie, vor Sonnenaufgang aufzustehen und ein Bad in wohlriechendem Öl zu nehmen. Anschließend hüllen sich die Hindus in ihre neu gekauften wunderschönen Festtagskleider und gehen gemeinsam mit der Familie in den Tempel. Hier erinnert man sich daran, dass mit göttlicher Hilfe schlechte Gedanken verdrängt und mit Gebeten die Seele gereinigt werden kann.

Bemerkenswert in Singapur in der Zeit von Deepavali sind Straßen mit bunten Lichtern und den farbenfrohen Dekorationen von Little India. Ein großer Festmark wird stattfinden, in dem man indische Gewürze, Schmuck und Textilien kaufen kann, in denen man Blumenstände an jeder Ecke findet und wo man durch den Duft von Gewürzen und Räucherstäbchen betört wird. Daneben werden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und eine Straßenparade abgehalten.

Islamische Festtage [24][Bearbeiten]

  • Hari Raya Puasa - Ende des Ramadans

Das wichtigste Fest für die Moslems ist dieser Tag am Ende des Ramadans. Der Auftakt ist das Morgengebet in der Moschee. Da sehr viele Moslems im Bezirk Geylang leben, wird dieser Stadtteil geschmückt und durch Lichter hell erleuchtet. Man besucht Familienangehörig, verehrt die Ahnen und schmückt die Häuser zum Zeichen der Erneuerung des Gemeinschaftssinnes und um für begangene Fehler um Verzeihung zu bitten.

  • Hari Raya Haji - Abschlußfeier der Mekka Pilgerfahrt

Ebenfalls ein sehr wichtiger moslemischer Feiertag ist der Abschluss der Pilgerfahrt nach Mekka. Nach Rückkehr wird am 10. Tag des zwöften Monats des islamischen Kalenders durch Schlachten eines Büffels oder einer Ziege Allah geehrt und das Fleisch danach an die Armen verteilt.

Weihnachten in Singapur [Bearbeiten]

Auch wenn Singapur überwiegend buddhistisch geprägt ist und bei einer Luftfeuchtigkeit von oft mehr als 90% nicht mit echtem Schnee und kaltem Wetter dienen kann, lässt es sich nicht daran hindern, ausgiebig Weihnachten zu feiern. Die Weihnachtsvorbereitungen beginnen hier schon sehr früh. Bereits im November werden die Straßendekorationen und –beleuchtungen angebracht. Der offizielle Beginn der weihnachtlichen Feierlichkeiten wird in Singapur mit dem sogenannten und sehnsüchtig erwarteten „Christmas Light-Up“ begangen, bei dem die Straßenbeleuchtungen eingeschaltet werden. In der Einkaufsmeile der Orchard Road bis zum Le Meridien-Einkaufszentrum finden unzählige Veranstaltungen statt. Darüber hinaus werden in vielen Kirchen über die Weihnachtstage Messen und Gottesdienste abgehalten.

Interviews[Bearbeiten]

Methodische Vorgehensweise[Bearbeiten]

Aufgrund der räumlichen Trennung wurden alle Interviews durch "skype" und "facebook" durchgeführt und die Gespräche wurden in einem Word-Dokument abgespeichert. Danach wurden die analysiert. Am Ende ist eine Auswertung aller Interviews angeführt.

Auswahl der Probanden[Bearbeiten]

Wichtig für meine Untersuchung war es, dass die Probanden in Singapur geboren sind oder derzeit in Singapur leben. 4 gewählte Personen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Status wie Student, Ingenieur, Taxifahrer, Marketingfachmann zwischen 21 und 39 Jahre wurden interviewt. Diese habe ich in einem sozialen Netz bzw. durch meine Freunde kennengelernt.

Leitfragebogen[Bearbeiten]

Im Fokus des Interviews ist die persönliche Meinung der Befragten zur multikulturellen Gesellschaft und zu den kulturellen sowie religiösen Veranstaltungen in Singapur.

  1. Englische Version
  2. Deutsche Version

Transkription der Interviews[Bearbeiten]

Abkürzung: A (Autor), P (Proband)

  • Proband 1: männlich, 22, aus Vietnam, Marketingfachmann Interview 1
  • Proband 2: männlich, 30, aus Malaysia, Ingenieur Interview 2
  • Proband 3: männlich, 39, aus Singapur, Taxifahrer Interview 3
  • Proband 4: weiblich, 22, aus Singapur, Studentin Interview 4

Auswertung der Interviews[Bearbeiten]

Zunächst einigen sich alle Probanden, dass Singapur eine multikulturelle Gesellschaft ist. Hier leben viele verschiedene Rassen und Kulturen in Harmonie zusammen. Aufgrund der Vielzahl von Kulturen und Religionen finden sehr oft Feste in Singapur statt. Allerdings ist die Einstellung der Probanden zu diesen Festen unterschiedlich.

Wenn von Festen die Rede ist, denken die Probanden 1, 2 und 4 sofort an Feiertag bzw. Urlaub und sind davon sehr begeistert. Im Gegensatz dazu ist der Proband 3 der Meinung, dass die kulturellen bzw. religiösen Veranstaltungen nicht zu wichtig sind, sondern eher seine Arbeit. Man muss arbeiten, weil die Lebenshaltungskosten in Singapur sehr hoch sind.

Darüber hinaus halten die Probanden 1, 2 und 4 die Feste für gute Gelegenheiten, um die Einzigartigkeit jeder Rasse sowie Kultur kennenzulernen, genießen und erleben. Besonders waren Festtage für den Proband 1, als er noch in der Schule war, Zeit für soziale Aktivitäten wie zum Beispiel Kuchenverkaufen und CD-Herstellung zum Schaffen des gemeinsamen Fonds während des chinesischen Neujahrfestes. Die Festen ermöglichten ihn auch, seine eigene Kultur mit den Kameraden zu teilen, dadurch konnten sie mehr von einander verstehen. Die waren für ihn wunderschöne unvergessliche Erinnerungen, die die Atmosphäre besonderer und gemütlicher machten, weil alle zusammen gearbeitet und Freude genossen haben, und alle näher zu einander bringen. Die Probandin 4 assoziiert ihr kulturelles Fest – das chinesische Neujahrfest – mit der traditionellen Gebräuche wie Besuch der Verwandte, Essen traditioneller Speisen und rote Umschlage für Kinder, die Geld enthalten. Allerdings wird diese Meinung von dem Proband 3 widersprochen. Er kritisiert, dass die Jugendliche heutzutage nicht mehr den Sinn von religiösen Festen kennen, sondern wissen einfach nur, dass sie Feiertage zu genießen sind.

Alle Probanden behaupten, dass kulturelle bzw. religiöse Feste ihren Tagesablauf nicht beeinträchtigen. „Everything still the same“ (Alles bleibt gleich). Es ist auch ähnlich mit dem Arbeitsleben. Dazu sagte der Proband 1, dass bereits 7 von 10 gesetzlichen Feiertage Singapurs kulturelle bzw. religiöse Veranstaltungen sind. An diesen Tagen wird man von der Arbeit befreit. Außer dieser gesetzlichen Feiertage bietet jede Firma noch 14 Urlaubstage, sodass man diese Anlässe nutzen kann, um die für ihn wichtigen Feste zu feiern. Nur der Proband 3 hält die Meinung, dass zu viele kulturelle bzw. religiöse Feste seinen Arbeitsablauf behindern könnte, da er nicht Feiertage braucht, sondern wichtiger ist Geld zu verdienen.

Persönliche Evaluation/ Fazit[Bearbeiten]

Meine Hypothese, dass sich vielen kulturellen bzw. religiösen Feste in der multikulturellen Gesellschaft in Singapur auf das Arbeitsleben/den Alltag/die Schule auswirken, hat sich im Hinblick auf meine Forschung teilweise bestätigt. Nach der Auswertung der Interviews ist zu entnehmen, dass die Einstellung über diese Problematik noch von dem Sozialstatus des Einzelnen abhängt. Die Probanden, die Marketingfachmann, Systemingenieur und Studentin sind, haben eine positive Einstellung über kulturelle bzw. religiöse Feste, weil die für sie Zeit für schöne bedeutsame Erlebnisse, für Urlaub und das Nebeneinander sind. Im Gegenteil dazu vertritt der Mann, der als Taxifahrer tätig ist, die Meinung, dass diese Feste seine Arbeit beeinträchtigen. Wenn man zu viel Feste zu feiern hat, könnte man vielleicht seine Arbeit verlieren. Ich denke, dass diese Einstellung aus Merkmalen seines Berufs kommt. Wenig zu arbeiten bedeutet für ihn auch wenig zu verdienen.

Allerdings zeigen alle Befragten die Toleranz für alle andere Kulturen und Religionen. Sie haben eigene Glaubens, trotzdem kritisieren sie die anderen nicht, sondern sehen die als Bereicherung für das multikulturelle Singpur.

In diesem Land herrscht das Prinzip des "muscular secularism" (muskulärer Säkularismus). Nach dem Premierminister Wong Kan Seng ist Singapur kein christliches, kein muslimisches, auch kein buddhistisches oder hinduistisches Singapur, sondern ein säkulares Singapur, in dem Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus und andere in Frieden miteinander leben.[25] Die Religionsfreiheit wird in der Verfassung des Stadtstaates garantiert. So hat jede der in Singapur am stärksten verbreiteten Religionen auch das Recht auf eine bestimmte Zahl an gesetzlichen Feiertagen. Diese Festtage gelten für die Gesamtbevölkerung. An den betreffenden Tagen bleiben die Schule, Büros und Behörden geschlossen. Auch reagieren die Behörden sehr empfindlich auf öffentliche Kritik an Andersgläubigen. Missionarische Aktivitäten und Publikationen, mit denen die „religiöse Harmonie“ gestört werden könnte, sind gesetzlich verboten.[26]

Zum Schluss ist zu bemerken, dass die Harmonie sowie die Stabilität in der multikulturellen Gesellschaft ein Bestandteil des Erfolgsmodells dieses südostasiatischen Stadtstaates sind.

Einzelnachweise und Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. [1], 13.01.2012.
  2. [2], 11/01/2012.
  3. [3], 11/01/2012.
  4. Brockhaus:Die Enzyklopädie: in 24 Bänden, 20., neu bearb. Aufl.; 1996-1999
  5. Maffioletti, G.: Art. "Interculturalismo", in: Tassello, G.: Lessico Migratorio, Roma 1987, S.120-124
  6. Heckmann, F.: Volk, Nation, ethnische Gruppe und ethnische Minderheiten. Zu einigen Grundkategorien von Ethnizität, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie 3/1988, S.16-31
  7. Nitzschke, V. (Hrsg.): Multikulturelle Gesellschaft - multikulturelle Erziehung?, Stuttgart 1982
  8. Papenkort, Ulrich. (2004). Enkulturation und Sozialisation I.
  9. Raithel, J. , Dollinger, B. & Hörmann, G. (2007). Einführung Pädagogik. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
  10. Loch, W.: Enkulturation als antopologischer Grundbegriff der Pädagogik. In Weber, E. (Hrsg.): Erziehungs und Bildungsbegriff im 20. Jahrhundert. S 122-140. Bad Heilbrunn/Obb. 1969.
  11. [4],Informationen aus Auswärtigem Amt, 03/01/2012.
  12. [5], 03/01/2012.
  13. [6], 11/01/2012.
  14. [7], 11/01/2012.
  15. [8], 11/01/2012.
  16. [9], 11/01/2012.
  17. [10], 11/01/2012.
  18. [11], 11/01/2012.
  19. [12], 11/01/2012.
  20. [13], 11/01/2012.
  21. [14], 11/01/2012.
  22. [15], 04/01/2012.
  23. [16], 04/01/2012.
  24. [17], 04/01/2012.
  25. Kumar Ramakrishna, „ „Muscular“ versus „Libera“. Secularism and the Religious Fundamentalist Challenge in Singapore“, RSIS Working Paper, No. 202 (Singapore, 2010), 9 f.
  26. [18], 14/01/2012.