Zum Inhalt springen

Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien/Korrespondenz-Lemma für p-Halbnormen

Aus Wikiversity

Einführung

[Bearbeiten]

Für die Erzeugung einer Algebraerweiterung von pseudokonvexen topologischen Algebren A𝒫𝒞 gibt es ein System von p-Halbnormen, die die Topologie erzeugen. Für die Topologisierung der Potenzreihenalgebra A[t]𝒫𝒞 werden die Aussagen für die Algebraerweiterung aber über Quasihalbnormen geführt. Daher ist es wesentlich einen Zusammenhang zwischen Quasihalbnormen und p-Halbnormen herzustellen. Das Korrespondenz-Lemma stellt diese Beziehung zwischen einer p-Halbnorm und einer Quasinorm her.

Definition: p-Norm

[Bearbeiten]

Sei V ein 𝕂-Vektorraum und :V0+,xx, eine Abbildung. Erfüllt die folgenden Axiome Axiome P1,P2, P3, so heißt p-Norm auf V mit 0<p1.

Gilt (P1) nicht, so nennt man p-Halbnorm.

Einheitskreis einer p-Norm

[Bearbeiten]

Der Einheitskreis der (2/3)-Norm, einer Quasinorm, ist im 2 eine Astroide.

Der Einheitskreis der (2/3)-Norm

Einheitskreis p-Norm als Abrollkurve

[Bearbeiten]

Animation der Astroide

Aufgabe

[Bearbeiten]

Sei V=2 der zweidimensionale -Vektorraum und p:V0+,xxp, eine Abbildung, die mit p=12 wie folgt definiert ist.

xp=(x1,x2)p:=|x1|p+|x2|p
  • Zeigen Sie, dass eine p-Norm ist. Warum erzeugt die p-Norm die gleiche Topologie, wie die Norm x2=(x1,x2)2:=x12+x22?
  • Skizzieren Sie die folgende Menge S1:={(x1,x2)2:(x1,x2)=1} und S2:={(x1,x2)2:(x1,x2)1}

Hinweis: Berechnen Sie S1 zunächst für x1,x2>0 und x2=1!

Definition: Quasi(halb-)norm

[Bearbeiten]

Sei V ein 𝕂-Vektorraum und :V0+,xx, eine Abbildung. Erfüllt die folgenden Axiome Axiome Q1,Q2, Q3, so heißt Quasinorm auf V mit Konkavitätskonstante K1.

  • (Q1) Definitheit: x=0x=𝟘 für alle xV,
  • (Q2) absolute Homogenität: λx=|λ|x für alle xV und λ𝕂
  • (Q3) Konkavitätsungleichung: x+yK(x+y) für alle x,yV.

Gilt (Q1) nicht, so nennt man Quasihalbnorm.

Bemerkung: konvex-konkav

[Bearbeiten]

Halbnormen erzeugen konvexe Nullumgebungen ist. Die Nullumgebungen von Quasihalbnormen bzw. p-Halbnormen sind nicht notwendigerweise konvex bei K>1 bzw. p<1. Für K=1 bzw. p=1 erhält man die Standarddefinition für Halbnormen bzw. Normen. Betrachtet man den Einheitskreis einer p-Norm mit p=23, so sieht man das die Einheitskugel nicht konvex ist. Durch den Zusammenhang durch den Korrespondenz-Satz und der Konkavitätskonstante in der Definition der Quasinorm ist zu erkennen, welchen geometrischen Einfluss das p<1 auf die Konkavität der Einheitskugel der p-Norm hat.

Korrespondenz-Lemma für p-Normen und Quasinormen

[Bearbeiten]

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯, dann (V,𝒯) genau dann p-normierbar, wenn die Topologie 𝒯 durch eine Quasinorm Q erzeugt werden kann.

Beweis

[Bearbeiten]

Um zu zeigen, dass ein Vektorraum mit einer Topologie 𝒯 genau dann p-normierbar ist, wenn die Topologie auch durch eine Quasinorm erzeugt werden kann, müssen wir zwei Richtungen beweisen:

  • Beweisteil 1 (PN-QN): Wenn die Topologie 𝒯 durch eine p-Norm erzeugt wurde, dann kann man 𝒯 auch durch eine Quasinorm erzeugen.
  • Beweisteil 2 (QN-PN): Wenn die Topologie 𝒯 durch eine Quasinorm erzeugt wurde, dann kann man 𝒯 auch durch eine p-Norm erzeugen.

Beweisteil 1 (PN-QN)

[Bearbeiten]

Wenn der Vektorraum durch eine p-Norm (PN) topologisiert wurde, dann kann diese Topologie auch durch eine Quasinorm (QN) erzeugt werden.

Schritt 1.1 - Definition der Quasinorm

[Bearbeiten]

Sei (V,𝒯) ein topologischer Vektorraum mit einer Topologie 𝒯 und sei p eine p-Norm auf X. Dann definieren wir eine Quasinorm q auf X durch:

xq=xp1p

Damit ist q absolut homogen.

Schritt 1.2 - Subadditiviät mit Konkavitätskonstante

[Bearbeiten]

Da p eine p-Norm ist, gilt mit dem Konkavitätsmodul und K:=21p1:

x+yp1p(xp+yp)1p21p1(xp1p+yp1p)

Durch die Definition von q erhält man:

x+yq21p(xq+yq)=K(xq+yq)

Dies zeigt, dass q eine Quasinorm auf X ist.

Beweisteil 2 (QN-PN)

[Bearbeiten]

Wenn der Vektorraum durch eine Quasinorm (QN) topologisiert wurde, dann kann diese Topologie auch durch eine p-Norm (PN) erzeugt werden.

Schritt 2.1 - Konkavitätskonstante der Quasinorm

[Bearbeiten]

Da q eine Quasinorm ist, gilt:

x+yqK(xq+yq)

für eine Konstante K. Man setzt p so, dass K=21p erfüllt sein soll. Also gilt p:=1log2(K)=ln(2)ln(K) mit log2(K)=ln(K)ln(2).

Schritt 2.2 - Definition der p-Norm

[Bearbeiten]

Sei (V,𝒯) ein Vektorraum mit einer Topologie 𝒯 und sei q eine Quasinorm auf V. Dann definieren wir eine p-Norm p auf V durch:

xp=xq1/p

Durch die Definition von p erhalten wir:

x+yppKp(xpp+ypp)

Dies zeigt, dass p eine p-Norm auf X ist.

Insgesamt wurde gezeigt, dass ein Vektorraum mit einer Topologie 𝒯 genau dann p-normierbar ist, wenn dieser auch durch eine Quasinorm normiert werden kann.

Bemerkung

[Bearbeiten]

Der Beweis nach Köthe[1] wird in dem Abschnitt zur 𝒫-Regulärität für lokalbeschränkte Algebren benötigtt.

Korrolar - Korrespondenz-Lemma

[Bearbeiten]

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯. Dann gilt: Ein Teilsystem der Topologie 𝒯o𝒯 wird genau dann durch eine p-Halbnorm erzeugt, wenn das System der offenen 𝒯o auch durch eine Quasihalbnorm Q erzeugt werden kann.

Beweis

[Bearbeiten]

Die Argumentation im Beweis zum Korrespondenz-Lemma für p-Normen und Quasinormen nutzt die Hausdorff-Eigenschaft der Topologie nicht, die durch die Bedingung

  • x=0x=0V bzw.
  • xQ=0x=0V

über das Norm bzw. Quasinorm ausgedrückt werden. Daher kann man die Beweisführung ebenfalls für ein Teilsystem der Topologie führen und erhält die Aussage für p-Halbnormen und Quasihalbnormen.

Korrespondenz-Satz für pseudokonvexe Räume

[Bearbeiten]

Ein topologischer Vektorraum (V,𝒯) mit der Topologie 𝒯 ist genau dann pseudokonvex, wenn die Topologie 𝒯 durch eine System α(Q) Quasihalbnormen topologisiert werden kann

Beweis

[Bearbeiten]

Betrachtet man nun eine 𝒫𝒞-Algebra mit 𝒜 als p-Halbnormensystem, so erzeugt jede einzelne p-Halbnorm α mit α𝒜 ein lokalbeschränktes, aber nicht notwendig Hausdorff’sches, topologisches Teilsystem 𝒯α𝒯 von offenen Mengen der Ausgangstopologie 𝒯.

Beweis 1: Anwendung des Korrespondenz-Lemmas

[Bearbeiten]

Dieses Teilsystem kann man mit dem Korrespondenz-Satz für p-Normen und Quasinormen auch durch eine Quasihalbnorm α(Q) erzeugen, denn die Hausdorff-Eigenschaft ist für die Argumentation im Korrespondenz-Lemma für p-Halbnormen und Quasihalbnorm nicht von Bedeutung. Damit gelten die Ergebnisse nicht nur für p-Normen sondern auch für p-Halbnormen.

Beweis 2: Teilsystem offener Mengen der Topologie

[Bearbeiten]

Daher kann man jede p-Halbnorm α durch die entsprechende Quasihalbnormen α(Q) ersetzen und man erzeugt durch diese Quasinorm das gleiche Teilsystem 𝒯α𝒯 der Ausgangstopologie. Die Topologie kann auch durch ein korrespondierendes Quasihalbnormensystem 𝒜(Q) erzeugt werden.

Beweis 3: Hausdorff-Eigenschaft und Definitheit eines Gaugefunktionals

[Bearbeiten]

Die Definitheit des p-Gaugefunktionals und die Hausdorff-Eigenschaft sind äquivalent. Erzeugt die Topologie insgesamt einen Hausdorff-Raum, dann muss man die Punktetrennung durch Topologie durch das System der p-Halbnormen ausdrücken und man findet für alle x0V mindestens eine p-Halbnorm bzw. Quasihalbnorm mit xα0. Da jeden eine korrespondieren Quasihablnorm besitzt, ist auch Quasihalbnorm von 0 verschieden. Dies gilt umgekehrt auch die bestimmt Quasihalbnorm einen von 0 verschiedenen Wert liefert.

Bemerkung

[Bearbeiten]

Für das Korollar wendet man den Korrespondenzsatz auf ein System mit nur einer p-Norm an, das den pseudokonvexen Raum topologisiert. Der Korrespondenz-Satz für pseudokonvexe Räume liefert dann ein System mit einer Quasinorm, das die gleiche Topologie erzeugt. In den Vorgehensweisen zur 𝒫-Regularität werden sowohl für

Dies bereitet die Charakterisierung der PC-Regularität über Quasihalbnnormen vor. Für die Charakterisierung reicht der Nachweis über einen der beiden Wege (p-Norm oder Quasinorm)

Siehe auch

[Bearbeiten]

Quellennachweis

[Bearbeiten]
  1. Köthe Gottfried (1966) Topologische Lineare Räume, Berlin Heidelberg New York

Seiteninformation

[Bearbeiten]

Diese Lernresource können Sie als Wiki2Reveal-Foliensatz darstellen.

Wiki2Reveal

[Bearbeiten]

Dieser Wiki2Reveal Foliensatz wurde für den Lerneinheit Kurs:Topologische Invertierbarkeitskriterien' erstellt der Link für die Wiki2Reveal-Folien wurde mit dem Wiki2Reveal-Linkgenerator erstellt.

Wikipedia2Wikiversity

[Bearbeiten]

Diese Seite wurde auf Basis der folgenden Wikipedia-Quelle erstellt: