Zum Inhalt springen

Kurs:Algebraische Kurven (Osnabrück 2008)/Arbeitsblatt 14

Aus Wikiversity

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring und sei  eR  ein idempotentes Element. Zeige, dass es eine natürliche Ringisomorphie

ReR/(1e)

gibt.

(Dies zeigt erneut, dass D(e) offen und abgeschlossen ist.)


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein algebraisch abgeschlossener Körper, wir betrachten die affine Ebene 𝔸K2. Es sei  P𝔸K2  ein Punkt und  U=𝔸K2{P}  das offene Komplement davon. Zeige

Γ(U,𝒪)=K[X,Y].

(Dies besagt, dass eine außerhalb eines Punktes definierte algebraische Funktion sich in den Punkt fortsetzen lässt. In der komplexen Analysis nennt man den entsprechenden Satz den Riemannschen Hebbarkeitssatz.)


Aufgabe (4 (1+3) Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring und Mi,  i,  seien R-Moduln mit fixierten R-Modulhomomorphismen

φi:MiMi+1.

Die Sequenz

MiMi+1Mi+2Mi+3

heißt exakt, wenn für alle i gilt, dass  Kern(φi)=Bild(φi1)  ist.

  1. Zeige, dass diese Definition im Falle einer kurzen exakten Sequenz mit der Definition 10.2 in der Vorlesung übereinstimmt.
  2. Es sei nun  R=K  ein Körper, die Mi seien endlich erzeugt,  M0=0  und alle  Mi=0  für  in  für ein gewisses n. Zeige, dass
    i=0n(1)idimKMi=0.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring. Beweise die Äquivalenz folgender Aussagen.

  1. R ist reduziert.
  2. Für jedes Primideal 𝔭 ist R𝔭 reduziert.
  3. Für jedes maximale Ideal 𝔪 ist R𝔪 reduziert.

Bemerkung: Man sagt dann auch, dass Reduziertheit eine lokale Eigenschaft ist.

Geben sie ein Beispiel für einen kommutativen Ring, der nicht integer ist, dessen Lokalisierungen an Primidealen aber alle integer sind.


Aufgabe (6 Punkte)

Es sei K ein Körper und A eine endlichdimensionale, reduzierte K-Algebra. Zeige, dass dann A ein endliches direktes Produkt von endlichen Körpererweiterungen von K ist.

Hinweis: Sie dürfen ohne Beweis benutzen, dass es in A nur endlich viele Primideale gibt.


Aufgabe (4 Punkte)

Beschreibe die Menge M aller 2×3-Matrizen mit Rang 1 über einem Körper K als K-Spektrum einer geeigneten K-Algebra. Zeige, dass es eine Isomorphie zwischen einer (nicht leeren) Zariski-offenen Teilmenge von M und einer offenen Menge des 𝔸K4 gibt.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper der Charakteristik 0. Wir betrachten den Schnitt von einem Zylinder und einer Kugel, und zwar

C=V(X2+Y21)V((X3)2+Y2+Z27)𝔸K3.

Zeige, dass man den Koordinatenring von C als Restklassenring eines Polynomrings in zwei Variablen schreiben kann.



Aufgabe (5 Punkte)

Betrachte das Ideal

𝔞=(U5V3,U11W3,V11W5)K[U,V,W]

und das zugehörige Nullstellengebilde  Z=V(𝔞)𝔸K3.  Zeige, dass WU2V zum Radikal von 𝔞 gehört. Zeige damit, dass Z isomorph zu einer ebenen algebraischen Kurve ist.

Man benutze, dass das Radikal der Durchschnitt der Primidealen ist, die es umfassen.

In den folgenden Aufgaben werden Ultrafilter und minimale Primideale besprochen. Wir geben die Definition.

Ein Primideal 𝔭 in einem kommutativen Ring heißt minimales Primideal, wenn es kein Primideal 𝔮 mit  𝔮𝔭  gibt.


Es sei R ein kommutativer Ring. Ein multiplikatives System  FR  nennt man einen Ultrafilter, wenn  0F  ist und wenn F maximal mit dieser Eigenschaft ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring und sei S ein multiplikatives System mit  0S.  Zeige, dass S in einem Ultrafilter enthalten ist.

(Man benutze das Lemma von Zorn.)


Aufgabe (2 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring und sei  FR  ein multiplikatives System mit  0F.  Zeige, dass F genau dann ein Ultrafilter ist, wenn es zu jedem  gR,   gF,  ein  fF  und eine natürliche Zahl n mit  fgn=0  gibt.



Aufgabe (2 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Ring und sei  FR  ein Ultrafilter. Zeige, dass das Komplement von F ein minimales Primideal in R ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein kommutativer, reduzierter Ring. Zeige, dass jeder Nullteiler in einem minimalen Primideal enthalten ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein algebraisch abgeschlossener Körper und sei R eine kommutative K-Algebra von endlichem Typ. Zeige, dass die minimalen Primideale von R den irreduziblen Komponenten von KSpek(R) entsprechen.