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Kurs:Grundkurs Mathematik/Teil I/22/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
Punkte 3 3 0 1 3 4 3 2 4 3 6 3 3 2 2 4 3 2 3 2 0 56




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Das Komplement zu einer Teilmenge T in einer Menge M.
  2. Eine Verknüpfung auf einer Menge M.
  3. Die Fakultät einer natürlichen Zahl n.
  4. Eine rationale Zahl.
  5. Das arithmetische Mittel zu Elementen a1,,anK in einem angeordneten Körper K.
  6. Der Betrag eines Elementes x in einem angeordneten Körper K.


Lösung

  1. Es heißt
    MT={xMx∉T}

    das Komplement von T.

  2. Eine Verknüpfung auf einer Menge M ist eine Abbildung
    :M×MM,(x,y)xy.
  3. Unter der Fakultät von n versteht man die Zahl
    n!:=n(n1)(n2)321.
  4. Unter einer rationalen Zahl versteht man einen Ausdruck der Form
    ab,

    wobei a,b und b0 sind, und wobei zwei Ausdrücke ab und cd genau dann als gleich betrachtet werden, wenn ad=bc (in ) gilt.

  5. Unter dem arithmetischen Mittel der Zahlen versteht man den Bruch
    a1+a2++ann.
  6. Der Betrag von x ist folgendermaßen definiert.
    |x|={x falls x0x falls x<0.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die Wohldefiniertheit der Anzahl.
  2. Die rekursive Beziehung zwischen den Binomialkoeffizienten (Pascalsches Dreieck).
  3. Der Satz über die Lösbarkeit von Gleichungen in einer Gruppe G.


Lösung

  1. Wenn M eine Menge ist und wenn
    φ:{1,,n}M

    und

    ψ:{1,,k}M

    bijektive Abbildungen sind, so ist

    n=k.
  2. Die Binomialkoeffizienten erfüllen die rekursive Beziehung
    (n+1k)=(nk)+(nk1).
  3. Zu je zwei Gruppenelementen a,bG besitzen die beiden Gleichungen
    ax=b und ya=b
    eindeutige Lösungen x,yG.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (1 Punkt)

Es ist schulbekannt, dass der Schuldirektor gerne die Quantoren durcheinander bringt. Er bittet Sie als Lehererin zu einem ernsten Gespräch und sagt: „Alle Eltern der Klasse 3b haben sich über Sie beschwert“. Was ist Ihre Rückfrage?


Lösung erstellen


Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)

Wir zählen im Einsilbensystem, also mit den Abweichungen

sechs, sie, ben, acht, ... , sechzehn, siezehn, benzehn, achtzehn, ..., sechsundsiezig, sieundsiezig, benundsiezig, achtundsiezig, .. ., sechsundbenzig, sieundbenzig, benundbenzig, achtundbenzig, ...

  1. Drücke die übliche Zahl Siebenundachtzig als Einsilbenzahl aus.
  2. Drücke die Einsilbenzahl Sieundachtzig in der üblichen Weise aus.
  3. Drücke die Einsilbenzahl Bentausendsiehundertbenundbenzig in der üblichen Weise aus.


Lösung

Das System ist einfach das Elfersystem, wobei nur die Ziffern ab 7 anders benannt sind.

  1. 87=711+10,

    im Einsilbensystem, also neunundsiezig.

  2. Die Zahl Sieundachtzig im Einsilbensystem bedeutet im Zehnersystem
    911+7=106.
  3. Es ist
    8113+7112+811+8=81331+7121+811+8=10648+847+88+8=11591.


Aufgabe (4 Punkte)

Es seien M und N Mengen und seien  AM  und  BN  Teilmengen. Zeige die Gleichheit

(A×N)(M×B)=A×B.


Lösung

Wir zeigen die beiden Inklusionen. Es sei zunächst

(x,y)(A×N)(M×B).

Dies bedeutet

(x,y)(A×N)

und

(x,y)(M×B).

Dies bedeutet einerseits xA und andererseits yB. Also ist (x,y)A×B.

Wenn umgekehrt (x,y)A×B gilt, so ist xA und yB. Wegen der Teilmengenbeziehungen  AM  und  BN  ist

(x,y)(A×N)

und

(x,y)(M×B)

und damit auch

(x,y)(A×N)(M×B).


Aufgabe (3 Punkte)

Begründe das Beweisprinzip der vollständigen Induktion aus den Dedekind-Peano-Axiomen.


Lösung

Es sei

M={nA(n) ist wahr}.

Wir wollen zeigen, dass  M=  ist, denn genau dies bedeutet, dass die Aussage für alle n gilt. Nach der ersten Bedingung ist

0M.

Nach der zweiten Voraussetzung gilt für M, dass aus  nM  stets  n+1M  folgt. Damit erfüllt M beide Voraussetzungen im Induktionsprinzip für Mengen, sodass  M=  gilt.


Aufgabe (2 Punkte)

Es seien a,b,c natürliche Zahlen mit  a,bc.  Zeige

(ac)+b=a+(bc).

Gilt

(85)+3=8+(35)

in ?


Lösung

Aufgrund der Abziehregel können wir die Gleichheit dadurch zeigen, dass wir beidseitig c dazuaddieren und dafür die Gleichheit zeigen. Diese ergibt sich aus

(ac)+b+c=(ac)+c+b=a+b=a+(bc)+c.

Die angegebene Beispielgleichung ist in nicht definiert, da der Ausdruck 35 nicht definiert ist.


Aufgabe (4 Punkte)

Finde die Zifferntupel (a,b,c){1,2,,9}3, die die Gleichung

aba=ac

erfüllen, wobei ba und ac zweistellige Zahlen im Dezimalsystem bezeichnen. Schreibe die Gleichungen für die gefundenen Lösungen.


Lösung

Die Gleichung bedeutet

a(10b+a)=10a+c.

Eine Umstellung liefert

c=a(10b+a10)=a(10(b1)+a).

Bei  b2  folgt sofort, dass der Klammerausdruck rechts und dann der Ausdruck rechts überhaupt mindestens gleich 10 ist, was für c nicht gelten kann. Also ist

b=1

und die Gleichung wird zu

c=a2.

Für a gibt es also die Lösungen 1,2,3 und c ist dann die Quadratzahl davon, die ja einstellig sein muss. Die Lösungstupel sind also

(1,1,1),(2,1,4),(3,1,9).

Ausgeschrieben ist

111=11,
212=24,
313=39.


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise die erste binomische Formel für einen kommutativen Halbring.


Lösung

Unter mehrfacher Verwendung des Distributivgesetzes und der Kommutativgesetze ist

(a+b)2=(a+b)(a+b)=a(a+b)+b(a+b)=aa+ab+ba+bb=a2+ab+ab+b2=a2+2ab+b2.


Aufgabe (6 (1+1+1+3) Punkte)

Der VfB Stuttgart spielt gegen Bayern München und gewinnt auch in dieser Höhe verdient mit 8:3.

  1. Wie viele Möglichkeiten für die Torreihenfolge gibt es?
  2. Wie viele Möglichkeiten für den Spielverlauf gibt es, wenn man unter Spielverlauf die Torreihenfolge und den Halbzeitstand versteht.
  3. Das Spiel dauerte genau 90 Minuten und in jeder Minute fiel höchstens ein Tor. Wie viele Möglichkeiten für den Spielverlauf gibt es, wenn man darunter versteht, welche Mannschaft in welcher Minute ein Tor geschossen hat (hier genügt eine Formel)?
  4. Wie viele Möglichkeiten für die Torreihenfolge gibt es, wenn man weiß, dass Stuttgart, abgesehen vom anfänglichen 0:0, stets in Führung lag.


Lösung

  1. Es fallen insgesamt 11 Tore, die Torreihenfolge ist festgelegt, wenn man weiß, welche Tore davon von München erzielt wurden. Also ist die Anzahl der Möglichkeiten gleich
    (113)=1110932=1153=165.
  2. Bei jeder der 165 Torreihenfolgen gibt es für die Pause 12 Möglichkeiten (vor dem ersten Tor, nach dem ersten Tor, nach dem zweiten Tor, ..., nach dem elften Tor), also ist die Anzahl gleich
    12165=1980.
  3. Für jede der 165 Torreihenfolgen muss man noch festlegen, in welchen Minuten die Tore fielen. Für diese Torminuten gibt es (9011) Möglichkeiten, also gibt es 165(9011) Möglichkeiten für den Spielverlauf im beschriebenen Sinn.
  4. Da Stuttgart stets (bis auf den Anfang) in Führung liegt, muss Stuttgart das erste und das zweite Tor erzielen. Wir berechnen die Möglichkeiten je nachdem, ob Stuttgart genau die ersten zwei Toren, genau die ersten drei Tore oder zumindest die ersten vier Tore erzielt. Stuttgart erzielt genau die ersten beiden Tore. Dann erzielt München das dritte Tor und es steht 2:1. Wegen der Führungseigenschaft erzielt Stuttgart das vierte Tor und es steht 3:1. Für den weiteren Torverlauf gibt es somit  (72)=21  Möglichkeiten, und davon ist nur der Fall ausgeschlossen, dass München die beiden folgenden Tore schießt. Also gibt es in diesem Fall 20 Möglichkeiten. Stuttgart erzielt genau die ersten drei Tore. Dann erzielt München das vierte Tor und es steht 3:1. In diesem Fall gibt es dann wieder 20 Möglichkeiten. Stuttgart erzielt die ersten vier Tore. Dann ist bei jedem weiteren Torverlauf die Führungseigenschaft erfüllt. Davon gibt es  (73)=35  Möglichkeiten. Insgesamt gibt es also
    20+20+35=75

    mögliche Torreihenfolgen, die die Führungsbedingung erfüllen.


Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)

Wir betrachten das kleine Einmaleins als eine Tabelle, in der alle Produkte ij mit  1i,j9  stehen.

  1. Ist das Produkt über alle Einträge in der Hauptdiagonale (von links oben nach rechts unten) eine Quadratzahl?
  2. Ist das Produkt über alle Einträge in der Hauptdiagonale eine Kubikzahl?
  3. Ist das Produkt über alle Einträge in der Nebendiagonale (von links unten nach rechts oben) eine Quadratzahl?


Lösung

  1. Das Produkt der Einträge der Hauptdiagonale ist
    1222328292,

    also ein Produkt von Quadratzahlen und damit selbst eine Quadratzahl.

  2. Im Produkt der Einträge der Hauptdiagonale kommt der Primfaktor 5 nur als 52 in der Mitte vor, der Exponent des Primfaktors 5 ist also 2 und kein Vielfaches von 3, wegen der Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung kann das Produkt also keine Kubikzahl sein.
  3. Das Produkt der Einträge der Nebendiagonale ist
    (19)(28)(37)(46)(55)(64)(73)(82)(91)=(19)2(28)2(37)2(46)252,

    dies ist also eine Quadratzahl.


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Satz, dass es unendlich viele Primzahlen gibt.


Lösung

Angenommen, die Menge aller Primzahlen sei endlich, sagen wir {p1,p2,,pr}. Man betrachtet die Zahl

N=p1p2p3pr +1.

Diese Zahl ist durch keine der Primzahlen pi teilbar, da bei Division von N durch pi immer ein Rest 1 verbleibt. Damit sind die Primfaktoren von N, die es nach Satz 13.9 (Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2026-2027)) geben muss, nicht in der Ausgangsmenge enthalten - Widerspruch.


Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme die Primfaktorzerlegung von

(496).


Lösung

Es ist

(496)=494847464544654321=494746454453=494746344=774723232211=23372112347.


Aufgabe (2 Punkte)

Gabi Hochster sagt zu Heinz Ngolo: „Also, wir haben im Universum genau 1080 Atome, das nehmen wir jetzt mal so hin. Diese ordnen wir hintereinander von links nach rechts an und zeichnen auf jedem Atom ein Minuszeichen drauf. Nur auf den drei allerletzten Atomen malen wir der Reihe nach eine 1, eine 7 und eine 4 .“ „Ich will aber auf meinen Atomen keine Minuszeichen haben.“, sagt Heinz. „Egal, nun mach halt mit, es geht um die abstrakte Rechnung als solche,“, bekräftigt Gabi, „also, ist diese geschriebene Zahl positiv oder negativ, ist sie gerade oder ungerade?“


Lösung

Die Zahl beginnt mit 10803 Minuszeichen, das ist eine ungerade Anzahl von Minuszeichen und daher ist die Zahl negativ (nämlich gleich 174). Die Zahl ist ein Vielfaches der 2, also gerade.


Aufgabe (4 Punkte)

Zeige, dass für jede ungerade Zahl n die Zahl 25n217 ein Vielfaches von 8 ist.


Lösung

Eine ungerade Zahl n besitzt die Form n=2k+1 mit einer ganzen Zahl k. Somit ist

25n217=25(2k+1)217=25(4k2+4k+1)17=254k(k+1)+2517=254k(k+1)+8.

Die 8 hinten ist ein Vielfaches von 8. Genau eine der beiden Zahlen k und k+1 ist gerade, also von der Form 2m. Daher ist 4k(k+1) ein Vielfaches von 8 und somit ist die gesamte Zahl ein Vielfaches von 8.


Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme in mit Hilfe des euklidischen Algorithmus den größten gemeinsamen Teiler von 10868 und 9243.


Lösung

Der Euklidische Algorithmus liefert:

10868=19243+1625
9243=41625+1118
1625=11118+507
1118=2507+104
507=4104+91
104=191+13
91=713+0.

Der größte gemeinsame Teiler von 10868 und 9243 ist also 13.


Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme die kleinste natürliche Zahl 2, die nicht prim ist und die außer 1 keinen Teiler kleiner als 10 besitzt.


Lösung

Die Zahl besitzt jedenfalls eine Primfaktorzerlegung, in der 2,3,5,7 nicht vorkommen. Der kleinste mögliche Primfaktor ist somit 11. Da es keine Primzahl sein darf, ist

112=121

die kleinste Möglichkeit.


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei (,+,0) versehen mit der üblichen Addition. Es sei  c0  fixiert. Zeige, dass mit der Verknüpfung

xy:=xyc

ein Körper vorliegt. Was ist dabei das neutrale Element zur neuen Multiplikation ?


Lösung

Wir betrachten die Abbildung

φ:,xcx.

Da dies eine lineare bijektive Funktion ist, wird die Addition in die Addition übersetzt. Wegen  φ(1)=c  und

φ(xy)=cxy=cxcyc=(cx)(cy)=φ(x)φ(y)

wird die übliche Multiplikation auf in die neue Multiplikation übersetzt. Daher übertragen sich sämtliche algebraischen Eigenschaften von (,0,1,+,) auf (,0,c,+,) und es liegt ein Körper mit c als neutralem Element für vor.


Aufgabe (2 Punkte)

Im Wald lebt ein Riese, der 8 Meter und 37 cm groß ist, sowie eine Kolonie von Zwergen, die eine Schulterhöhe von 3 cm haben und mit dem Kopf insgesamt 4 cm groß sind. Hals und Kopf des Riesen sind 1,23 Meter hoch. Auf der Schulter des Riesen steht ein Zwerg. Wie viele Zwerge müssen aufeinander (auf den Schultern) stehen, damit der oberste Zwerg mit dem Zwerg auf dem Riesen zumindest gleichauf ist?


Lösung

Die Schulterhöhe des Riesen befindet sich (alle Angaben in Meter) auf

8,371,23=7,14

Höhe. Mit dem einen Zwerg darauf sind das 7,18. Es ist

2380,03+0,04=7,14+0,04=7,18,

daher braucht man 239 Zwerge.


Aufgabe (0 Punkte)


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