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Kurs:Grundkurs Mathematik/Teil I/26/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21
Punkte 3 3 1 2 2 2 2 0 4 6 2 3 3 5 5 2 0 2 0 2 3 52




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Die Vereinigung der Mengen L und M.
  2. Eine Relation auf einer Menge M.
  3. Die Menge der ganzen Zahlen.
  4. Ein gemeinsames Vielfaches zu natürlichen Zahlen a1,,ak.
  5. Die Addition von rationalen Zahlen x=ab und y=cd.
  6. Eine wachsende Abbildung f:KK auf einem angeordneten Körper K.


Lösung

  1. Die Menge
    LM={xxL oder xM}

    heißt die Vereinigung der beiden Mengen.

  2. Eine Relation R auf einer Menge M ist eine Teilmenge der Produktmenge M×M, also  RM×M
  3. Die Menge der ganzen Zahlen besteht aus der Menge aller positiven natürlichen Zahlen +, der 0 und der Menge {nn+}, die die negativen ganzen Zahlen heißen.
  4. Die natürliche Zahl b heißt ein gemeinsames Vielfaches der a1,,ak, wenn b ein Vielfaches von jedem ai ist, also von jedem ai geteilt wird.
  5. Die Addition der rationalen Zahlen ab und cd ist durch
    ab+cd:=ad+bcbd

    definiert.

  6. Die Abbildung f:KK heißt wachsend, wenn für je zwei Elemente x,xK mit  xx  auch  f(x)f(x)  gilt.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Die erste binomische Formel für einen kommutativen Halbring.
  2. Der Satz über die Division mit Rest für die ganzen Zahlen.
  3. Der Satz über die Konvergenz einer Dezimalbruchfolge.


Lösung

  1. In einem kommutativen Halbring R gilt die erste binomische Formel, also die Beziehung
    (a+b)2=a2+2ab+b2.
  2. Es sei d eine fixierte positive natürliche Zahl. Dann gibt es zu jeder ganzen Zahl n eine eindeutig bestimmte ganze Zahl q und eine eindeutig bestimmte natürliche Zahl r, 0rd1, mit
    n=qd+r.
  3. Es sei xK ein Element in einem archimedisch angeordneten Körper K. Dann konvergiert die zugehörige Dezimalbruchfolge (xn), n, gegen x.


Aufgabe (1 Punkt)

In verschiedenen mathematischen Kontexten bedeutet das Symbol „unendlich“. Ist die Menge {} endlich oder unendlich?


Lösung

Die Menge {} ist endlich mit genau einem Element.


Aufgabe (2 Punkte)

Welche Zahl ist größer, i=15i2 oder i=152i?


Lösung

Es ist

i=15i2=1+4+9+16+25=55

und

i=152i=2+4+8+16+32=62,

die zweite Summe ist also größer.


Aufgabe (2 Punkte)

Finde drei Quadratzahlen

u2<v2<w2

derart, dass der Abstand von u2 zu v2 gleich dem Abstand von v2 zu w2 ist.


Lösung

Man kann  12=1,   52=25  und  72=49  nehmen.


Aufgabe (2 Punkte)

Ersetze im Term y32y+4 die Variable y durch den Term x25 und vereinfache den entstehenden Ausdruck.


Lösung

Es ist

(x25)32(x25)+4=x615x4+75x21252x2+10+4=x615x4+73x2111.


Aufgabe (2 Punkte)

In der folgenden Argumentation wird durch Induktion bewiesen, dass alle Pferde die gleiche Farbe haben. „Es sei A(n) die Aussage, dass je n Pferde stets untereinander die gleiche Farbe haben. Induktionsanfang: Wenn nur ein Pferd da ist, so hat dieses eine bestimmte Farbe und die Aussage ist richtig. Für den Induktionsschritt sei vorausgesetzt, dass je n Pferde stets untereinander die gleiche Farbe haben. Es seien jetzt n+1 Pferde gegeben. Wenn man eines herausnimmt, so weiß man nach der Induktionsvoraussetzung, dass die verbleibenden n Pferde untereinander die gleiche Farbe haben. Nimmt man ein anderes Pferd heraus, so haben die jetzt verbleibenden Pferde wiederum untereinander die gleiche Farbe. Also haben all diese n+1 Pferde überhaupt die gleiche Farbe“. Analysiere diese Argumentation.


Lösung erstellen


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (4 Punkte)

Beweise den Satz über die Eindeutigkeit der Multiplikation auf .


Lösung

Es seien und zwei Verknüpfungen auf , die beide diese Eigenschaften erfüllen. Wir müssen

xy=xy

für alle  x,y  zeigen. Wir führen Induktion nach x. Der Induktionsanfang ist klar, da wegen der ersten charakteristischen Eigenschaft

0y=0=0y

ist. Es sei die Aussage für ein gewisses x schon bewiesen. Dann ist unter Verwendung der Induktionsvoraussetzung und der zweiten charakteristischen Eigenschaft

xy=xy+y=xy+y=xy.


Aufgabe (6 (1+1+1+1+2) Punkte)

Wir definieren die Folge (der sogenannten Bernoulli-Zahlen) Bn, n, durch  B0=1  und für  n1  durch die rekursive Bedingung

j=0n(n+1j)Bj=0.
  1. Berechne B1.
  2. Berechne B2.
  3. Berechne B3.
  4. Berechne B4.
  5. Zeige, dass alle Bn rationale Zahlen sind.


Lösung

  1. Für  n=1  ist die rekursive Bedingung gleich
    0=j=01(2j)Bj=B0+2B1=1+2B1,
    also ist  B1=12
  2. Für  n=2  ist die rekursive Bedingung gleich
    0=j=02(3j)Bj=B0+3B1+3B2=132+3B2=12+3B2,
    also ist  B2=16
  3. Für  n=3  ist die rekursive Bedingung gleich
    0=j=03(4j)Bj=B0+4B1+6B2+4B3=12+1+4B3=4B3,
    also ist  B3=0
  4. Für  n=4  ist die rekursive Bedingung gleich
    0=j=04(5j)Bj=B0+5B1+10B2+10B3+5B4=152+106+5B4=615+106+5B4=16+5B4,
    also ist  B4=130
  5. Wir zeigen die Aussage durch Induktion nach n, wobei der Induktionsanfang bereits erledigt ist. Zum Beweis des Induktionsschrittes nehmen wir an, dass die Rationalität von B0,B1,,Bn1 bereits bekannt sei. Die Rekursionsbedingung
    j=0n(n+1j)Bj=0

    schreiben wir als

    (n+1n)Bn=(j=0n1(n+1j)Bj)

    bzw. als

    Bn=j=0n1(n+1j)Bj(n+1n).

    Da die Binomialkoeffizienten natürliche Zahlen sind, steht hier wieder eine rationale Zahl.


Aufgabe (2 Punkte)

Heute ist Freitag. Welcher Wochentag ist in 1000 Tagen?


Lösung

Es ist

1000=700+280+14+6,

der Rest bei der Division von 1000 durch 7 ist also 6. Daher ist in 1000 Tagen Donnerstag.


Aufgabe (3 (2+1) Punkte)

Wir betrachten die Abbildung

××,(a,b)(a+b,ab).
  1. Ist diese Abbildung injektiv?
  2. Ist diese Abbildung surjektiv?


Lösung

  1. Wir behaupten, dass die Abbildung injektiv ist. Seien  (a,b),(a,b)2  gegeben, die auf das gleiche Element abgebildet werden, also
    (a+b,ab)=(a+b,ab),

    was

    a+b=a+b

    und

    ab=ab

    bedeutet. Durch Addition der beiden Gleichungen ergibt sich

    2a=2a

    und daraus durch Kürzen

    a=a.

    Aus der ersten Gleichung folgt dann auch

    b=b.
  2. Die Abbildung ist nicht surjektiv, da das Element (1,0) nicht getroffen wird. Aus
    (a+b,ab)=(1,0)

    folgt direkt

    a=b

    und daraus

    2a=1,

    was in nicht lösbar ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Satz über die Differenz und endliche Mengen.


Lösung

Es ist

M=T(MT)

eine disjunkte Zerlegung. Daher gilt nach Satz 9.14 (Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2026-2027))

m=#(M)=#(T)+#(MT)=k+#(MT).

Somit erfüllt #(MT) die charakteristische Eigenschaft der Differenz und ist daher gleich mk.


Aufgabe (5 (0.5+0.5+1+1+2) Punkte)

Wir betrachten auf die Verknüpfung

×,(a,b)ab:=10a+b.
  1. Was bedeutet die Verknüpfung für einstellige Ziffern?
  2. Ist die Verknüpfung kommutativ?
  3. Ist die Verknüpfung assoziativ?
  4. Gelten die Distributivgesetze
    (a+b)c=ac+bc

    und

    c(a+b)=ca+cb?
  5. Es bezeichne nun zu n+ das Symbol 1[n] diejenige Zahl im Dezimalsystem, die aus n Einsen besteht. Zeige
    1[n]1=1[n+1].


Lösung

  1. Dem Paar (a,b) zu einstelligen Zahlen wird die Zahl ab im Dezimalsystem zugeordnet.
  2. Die Verknüpfung ist nicht kommutativ, da  12=12  und  21=21  ist.
  3. Es ist
    (ab)c=(10a+b)c=10(10a+b)+c=100a+10b+c

    und

    a(bc)=a(10b+c)=10a+(10b+c)=10a+10b+c,

    die Verknüpfung ist also nicht assoziativ.

  4. Es ist
    (a+b)c=10(a+b)+c=10a+10b+c

    und

    ac+bc=10a+c+10b+c=10a+10b+2c

    sowie

    c(a+b)=10c+(a+b)=10c+a+b

    und

    ca+cb=10c+a+10c+b=20c+a+b,

    die Distributivgesetze gelten also beide nicht.

  5. Es ist
    1[n]1=(i=0n110i)1=10(i=0n110i)+1=i=0n110i+1+1=j=0n10j=1[n+1].


Aufgabe (5 Punkte)

Zeige, dass die Untergruppen von genau die Teilmengen der Form

d={kdk}

mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen Zahl d sind.


Lösung

Eine Teilmenge der Form d ist aufgrund des Distributivgesetzes eine Untergruppe. Es sei umgekehrt  H  eine Untergruppe. Bei  H=0  kann man  d=0  nehmen, sodass wir voraussetzen dürfen, dass H neben 0 noch mindestens ein weiteres Element x enthält. Wenn x negativ ist, so muss die Untergruppe H auch das Negative davon, also x enthalten, welches positiv ist. D.h. H enthält auch positive Zahlen. Es sei nun d die kleinste positive Zahl aus H. Wir behaupten  H=d.  Dabei ist die Inklusion  dH  klar, da mit d alle (positiven und negativen) Vielfachen von d dazugehören müssen. Für die umgekehrte Inklusion sei  hH  beliebig. Nach der Division mit Rest gilt

h=qd+r mit 0r<d.

Wegen hH und qdH ist auch  r=hqdH.  Nach der Wahl von d muss wegen  r<d  gelten:  r=0.  Dies bedeutet  h=qd  und damit  hd,  also  Hd


Aufgabe (2 Punkte)

Wenn man alles Gold der Welt zusammennimmt, so erhält man einen Würfel, dessen Seitenlänge 21,7 Meter beträgt. Wenn man alles Gold von Deutschland zusammennimmt, so erhält man einen Würfel, dessen Seitenlänge 8,6 Meter beträgt. Wie viel Prozent des weltweiten Goldes besitzt Deutschland?


Lösung

Der Anteil am weltweiten Gold beträgt

(86217)3=0,3963=0,062,

also etwa 6,2%.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (2 Punkte)

Prof. Knopfloch und Dr. Eisenbeis basteln einen Adventskalender mit 24 Türen für ihren Neffen Willem, der sich für Hunde und für Primzahlen interessiert. Dr. Eisenbeis legt in die Fächer zu den geradzahligen Tagen jeweils ein lustiges Hundebild. Prof. Knopfloch legt in die Fächer zu den ungeradzahligen Tagen jeweils eine bunt gemalte Primzahl, und zwar in aufsteigender natürlicher Reihenfolge.

  1. Welche Primzahl befindet sich hinter dem 23. Türchen?
  2. Hinter welchem Türchen befindet sich die 23?
  3. Für welche Türchen stimmt die Nummer der Tür mit dem Inhalt überein?
  4. Ist die Summe aller verwendeten Primzahlen gerade oder ungerade?


Lösung

  1. Hinter dem 23. Türchen befindet sich die zwölfte Primzahl, das ist die 37.
  2. Die 23 befindet sich hinter dem 17. Türchen.
  3. Für 3,5,7.
  4. Es werden zwölf Primzahlen verwendet, davon ist eine gerade, daher ist ihre Summe ungerade.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (2 Punkte)

In Winnetou II lesen wir: „Deshalb werden wir nicht alle fünf zugleich schlafen, sondern einer muss wachen, und die Wache wird von Stunde zu Stunde abgelöst. [...] Das gibt fünf Stunden Schlaf für jeden.“

Was fällt auf? Wie lange muss der Schlafzeitraum der fünf Leute sein, wenn stets einer davon wacht und jeder auf fünf Stunden Schlafenszeit kommt? Wie lange muss dann jeder Wache schieben?


Lösung

Karl May hat sich verrechnet. Wenn der gesamte Schlafzeitraum fünf Stunden ist und stets einer Wache hält, kommt jeder nur auf vier Stunden Schlaf. Bei dem angegebenen Modus besitzt das Verhältnis von Schlafzeitraum x zur wirklichen Schlafenszeit y die Form

45x=y.

Wenn jeder auf fünf Stunden Schlafenszeit kommt, muss man den Gesamtzeitraum als

545=254=6+14

ansetzen. Die Schlafzeitraum ist also 6 Stunden und eine Viertelstunde, jeder muss eine und eine Viertel Stunde Wache schieben.


Aufgabe (3 Punkte)

Beschreibe eine typische Fehlvorstellung, die man zu der Dezimalentwicklung von natürlichen (oder rationalen) Zahlen haben kann. Wie kann man diese erkennen und gegebenenfalls ausräumen?


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