Zum Inhalt springen

Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I/Arbeitsblatt 5

Aus Wikiversity



Aufwärmaufgaben

Zeige, dass die auf × in Beispiel 5.2 eingeführte Relation

(a,b)(c,d), falls a+d=b+c,

eine Äquivalenzrelation ist.



Zeige, dass die auf in Beispiel 5.2 eingeführte Addition und Multiplikation wohldefiniert sind.



Definiere auf der in Beispiel 5.2 eingeführten Menge der ganzen Zahlen eine totale Ordnung, die die Ordnung auf den natürlichen Zahlen fortsetzt.


In der folgenden Aufgabe wird eine alternative Konstruktion der ganzen Zahlen aus den natürlichen Zahlen beschrieben.


Es sei die Menge der natürlichen Zahlen und + die Menge der positiven natürlichen Zahlen. Wir betrachten die zweielementige Menge

V={+,}

und die Menge

Z=(V×+){0}.

Wir wollen Z zu einem Modell für die ganzen Zahlen machen. Als abkürzende Schreibweise verwenden wir n für das Paar (+,n) und n für das Paar (,n). Man definiere eine Verknüpfung

auf Z, die für n,m+ die Eigenschaft
nm=n+m
erfüllt und die Z zu einer

kommutativen Gruppe mit neutralem Element 0 macht.



Betrachte die ganzen Zahlen mit der Differenz als Verknüpfung, also die Abbildung

×,(a,b)ab.

Besitzt diese Verknüpfung ein neutrales Element? Ist diese Verknüpfung assoziativ, kommutativ, gibt es zu jedem Element ein inverses Element?



Zeige, dass die in Beispiel 5.7 auf ×+ eingeführte Relation

(a,b)(c,d), falls ad=bc,

eine Äquivalenzrelation ist.



Es seien x,y,z,w Elemente in einem Körper, wobei z und w nicht 0 seien. Beweise die folgenden Bruchrechenregeln.

  1. x1=x,
  2. 1z=z1,
  3. 11=1,
  4. 0z=0,
  5. zz=1,
  6. xz=xwzw,
  7. xzyw=xyzw,
  8. xz+yw=xw+yzzw.

Gilt die zu (8) analoge Formel, die entsteht, wenn man die Addition und die Multiplikation vertauscht und die Division durch die Subtraktion ersetzt, also

(xz)(yw)=(x+w)(y+z)(z+w)?

Zeige, dass die „beliebte Formel“

xz+yw=x+yz+w

nicht gilt.



Beschreibe und beweise Regeln für die Addition und die Multiplikation von geraden und ungeraden ganzen Zahlen. Man definiere auf der zweielementigen Menge

{G,U}

eine „Addition“ und eine „Multiplikation“, die diese Regeln „repräsentieren“.



Zeige, dass die Binomialkoeffizienten die rekursive Beziehung

(n+1k)=(nk)+(nk1)

erfüllen.



Beweise die Formel

2n=k=0n(nk).

Rechne dies explizit für n6 nach.



Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei I eine Menge und M eine Menge mit einer Verknüpfung

:M×MM,(x,y)xy.

Definiere auf der Abbildungsmenge

Abb(I,M)={F:IMF Abbildung}

eine Verknüpfung unter Bezug auf die vorgegebene Verknüpfung. Übertragen sich die Eigenschaften Assoziativität, Kommutativität, Existenz eines neutralen Elementes, Existenz von inversen Elementen?


In der folgenden Aufgabe darf man Gesetzmäßigkeiten auf verwenden.


Aufgabe (5 Punkte)

Zeige, dass die Menge der ganzen Zahlen mit der in Beispiel 5.2 eingeführten Addition und Multiplikation ein kommutativer Ring ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei M eine Menge, sM ein Element und

F:MM
eine

bijektive Abbildung. Zeige, dass es eine eindeutig bestimmte Abbildung

φ:M,kφ(k),

gibt, die die Eigenschaften

φ(0)=s und φ(k+1)=F(φ(k)) für alle k

erfüllt.


In den beiden folgenden Aufgaben darf man verwenden, dass die ganzen Zahlen einen kommutativen Ring bilden.


Aufgabe (2 Punkte)

Zeige, dass die in Fakt ***** definierten Verknüpfungen + und auf wohldefiniert sind.



Aufgabe (6 Punkte)

Zeige, dass die in Fakt ***** eingeführte Quotientenmenge mit den dort eingeführten Verknüpfungen + und und den Elementen 0 und 1 ein Körper ist.


In der folgenden Aufgabe darf man verwenden, dass ein Körper ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Wir betrachten die Menge

K=×={(a,b)a,b}

mit den beiden ausgezeichneten Elementen

0=(0,0) und 1=(1,0),

der Addition

(a,b)+(c,d):=(a+c,b+d)

und der Multiplikation

(a,b)(c,d):=(acbd,ad+bc).

Zeige, dass K mit diesen Operationen ein Körper ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Beweise das allgemeine Distributivgesetz für einen Körper.



Aufgabe (3 Punkte)

Beweise die Formel

n2n1=k=0nk(nk).



<< | Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I | >>

PDF-Version dieses Arbeitsblattes

Zur Vorlesung (PDF)